Mitbestimmung Betriebsräte von VW und Porsche beenden Machtkampf
In der Mitbestimmungsfrage bei den beiden Autokonzernen gibt es eine Einigung. Anlass für den Streit: die Angst der VW-Mitarbeiter vor dem Machtverlust
Der Betriebsratschef der Porsche AG, Uwe Hück, sagte am Mittwoch in Stuttgart: "Wir haben eine Einigung im Mitbestimmungsstreit gefunden." Einzelheiten nannte er nicht.
VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh ist seit Kurzem auch Chef der Arbeitnehmervertretung der Porsche Holding, Hück ist sein Stellvertreter. Im Zuge der Übernahme von VW durch Porsche war ein Streit zwischen den beiden Betriebsräten um die Macht im Holding-Betriebsrat entbrannt. Unter dem Dach der Holding sind der Stuttgarter Autobauer Porsche und der Wolfsburger Volkswagen-Konzern gebündelt.
Die neue Mitbestimmungsvereinbarung solle bei einer Pressekonferenz mit Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, IG-Metall-Chef Berthold Huber und Osterloh im Februar vorgestellt werden, sagte Hück. "Die Krise schweißt alle zusammen. Wir werden das nur gemeinsam schaffen."
Osterloh sagte: "Es ist richtig: Wir sind einen großen Schritt vorangekommen. Zwischen Uwe Hück und mir besteht Einigkeit darüber, in welchen Punkten die Mitbestimmungsvereinbarung angepasst werden soll." Die Einzelheiten sollten zu "gegebener Zeit" vorgestellt werden, sagte Osterloh.
Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche zeigte sich glücklich über das Ende der harten Auseinandersetzung. "Alles, was für eine Harmonisierung spricht, ist gut", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Die Debatten hätten aber auch ihre guten Seiten gehabt. "Man darf nichts übertünchen, man muss arbeiten können." Er setze darauf, dass die jetzt gefundene Lösung tragfähig sei. "Ich hoffe, es stellt sich so heraus."
Aus Sicht des VW-Betriebsrates war die Regelung der Mitbestimmung in der Holding zulasten der viel größeren VW-Belegschaft gegangen. Bereits in den vergangenen Wochen waren der Sportwagenbauer und der VW-Betriebsrat aber in wichtigen Fragen auf Kompromisskurs gegangen. Im Dezember war ein Termin vor dem Stuttgarter Landgericht auf März 2009 verschoben worden, weil eine Verständigung bereits in Sichtweite war. Wie es mit dem Verfahren nun nach der Einigung weitergeht, konnte Hück noch nicht sagen.
Anfang des Jahres hatten die Stuttgarter ihren Anteil an VW auf fast 51 Prozent der Stammaktien aufgestockt. In den nächsten Monaten will der Sportwagenhersteller seine Beteiligung auf 75 Prozent hochfahren. Dass dieser Schritt bereits bei der Porsche-Hauptversammlung an diesem Freitag in Stuttgart verkündet wird, gilt aber als eher unwahrscheinlich.
- Datum 28.01.2009 - 15:58 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
- Kommentare 1
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wer früher stirbt, ist länger tot ...
jetzt haben sie sich doch noch zusammengerauft, die beiden feindlichen stämme von porsche und volkswagen! es geht doch, wenn alle beteiligten wollen, lange genug hats ja gedauert ...
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