Landesbank WestLB soll aufgespalten werden

Die angeschlagene Landesbank baut radikal um: Vermögenswerte von bis zu hundert Milliarden Euro sollen in eine Abwicklungsgesellschaft ausgelagert werden

Der Firmensitz der WestLB in Düsseldorf

Der Firmensitz der WestLB in Düsseldorf

Die WestLB prüft einen radikalen Umbau, mit dessen Hilfe sich das angeschlagene Geldhaus gegen die Folgen der Finanzkrise wappnen und attraktiv für Fusionspartner machen will. "Es gibt Überlegungen zur Gründung einer Konsolidierungsbank für die WestLB", sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf am Freitag.

In das neue Institut könnten Kredite, Anleihen und Wertpapiere eingebracht werden. Diese Bank könne einen "wichtigen Schritt zur Banken-Konsolidierung" bedeuten. In Eigentümerkreisen hieß es aber, es gebe noch viele offene Fragen und keine Beschlüsse.

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Mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen sagten, in die neue Bank könnte ein Volumen von rund 80 Milliarden Euro eingebracht werden. Darunter wären auch die Notes für die Refinanzierung der Wertpapiere im Volumen von 23 Milliarden Euro, die die Bank bereits 2008 aus der Bilanz genommen hatte. Über Pläne zu einer Aufspaltung der WestLB hatten das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland berichtet.

Die deutschen Sparkassen drängen seit geraumer Zeit auf Zusammenschlüsse von Landesbanken. Der nordrhein-westfälische Finanzminister Helmut Linssen hatte bereits deutlich gemacht, dass das Land als Miteigner der WestLB eine neue "Landesbank Mitte" unterstützen werde. WestLB, Helaba und Deka sprechen bereits seit Monaten über Zusammenschlüsse.

Voraussetzung für eine Konsolidierung ist nach den Plänen der Sparkassen aber, dass die Landesbanken vorher von Risiken befreit werden.

Bei der WestLB dringt auch die EU-Kommission auf radikale Reformen, die Senkung der Bilanzsumme von zuletzt 273 Milliarden Euro und einen Eigentümerwechsel, da sie die bereits vor knapp einem Jahr gegebenen Milliarden-Garantien ihrer Eigner als öffentliche Beihilfe wertet. Die WestLB ist unter Zeitdruck, weil sie bis Ende März Ergebnisse ihrer Fusionsgespräche in Brüssel auf den Tisch legen muss. Zudem verhandelt die WestLB mit dem Finanzmarktstabilisierungsfonds Soffin.

 
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