Mehrlingsgeburten Sind Achtlinge noch zu verantworten?
Die Ende Januar in Kalifornien geborenen Babys sind die am längsten überlebenden Achtlinge der Welt. Doch die alleinerziehende Mutter hat jetzt 14 Kinder

© David McNew/Getty Images
Mutter und Kinder werden noch nicht gezeigt. Aber ihre Ärzte stellen sich der Presse: Mandhir Gupta steht links
„Dies war eine sehr gute Woche für die Babys“, zitierte die Los Angeles Times den Arzt Mandhir Gupta vom Kaiser Permanente Hospital in Bellflower. Die sechs Jungen und zwei Mädchen atmen ohne fremde Hilfe und trinken Muttermilch. Die in der 30. Schwangerschaftswoche geborenen Babys kamen am 26. Januar auf die Welt.
In den USA waren zuvor erst ein einziges Mal Achtlinge geboren worden. Eines der Babys starb innerhalb einer Woche nach der Geburt im US-Staat Texas 1998. Weltweit sind nur sechs Achtlingsgeburten dokumentiert. In den meisten Fällen überlebten nur wenige oder keines der Kinder.
Die 33-jährige Kalifornierin Nadya Suleman ist nun mithilfe künstlicher Befruchtung Mutter von insgesamt 14 Kindern. Das Älteste ist sieben Jahre alt. Sie ist unverheiratet und lebt bei ihren Eltern. Sie erhält derzeit zahlreiche Angebote für Fernseh-Interviews und ihr wurde ein Millionenbetrag für eine Exklusiv-Geschichte über die spektakuläre Geburt geboten. Wahrscheinlich wird sie bald überall zu sehen sein.
Nach vierjähriger Ehe hatte sich Suleman im Jahr 2000 von ihrem Ehemann getrennt, noch vor der Geburt ihres ersten Kindes, das mithilfe eines Samenspenders gezeugt wurde. Sie war im letzten Jahr als Studentin an einer Universität eingeschrieben, und hat einen College-Abschluss als Kinderbetreuerin. Wie genau die Achtlinge gezeugt wurden, durch Hormonbehandlung oder im Labor, hat die sie jedoch noch nicht verraten.
Die Entscheidung der sechsfachen Mutter, weitere acht Kinder zur Welt zu bringen, löste eine heftige Debatte über die ethischen Grundsätze der künstlichen Befruchtung aus. Die Mutter wurde in Blogs beschimpft, durch eine derart hohe Zahl von Embryonen ihr Leben und das Leben der Babys in Gefahr gebracht zu haben. Ihr wird finanzielle Unvernunft und den Ärzten Unverantwortlichkeit vorgeworfen.
Auch Ärzte, die Fruchtbarkeitsbehandlungen durchführen, meldeten sich zu Wort: Was hier geschehen sei, verstoße gegen die Regeln ihrer Arbeit, denn hochriskante Mehrlingsschwangerschaften sollten vermieden werden. Das Ziel der Behandlung solle eigentlich sein, Frauen lediglich mit einem gesunden Baby schwanger zu machen. Manche Ärzte und Kliniken setzen jedoch trotzdem zu viele Embryos ein, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass es zu einer Schwangerschaft komme.
- Datum 04.02.2009 - 16:28 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 27
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Wenn demnächst jemand "Alle Neune!" schreit... muss das nicht auf der Kegelbahn gewesen sein. Dieser Schrei (ich sehe direkt das Munch-Gemälde vor mir!) könnte auch aus dem Kreißsaal kommen...
Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich niemals Achtlinge zur Welt bringen könnte, ohne Flachs. Dazu hätte ich weder die Nerven noch die Plazenta.
Korrektur / Deleatur
Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich niemals Achtlinge zur Welt bringen könnte, ohne Flachs. Dazu hätte ich weder die Nerven noch die Plazenta.
Korrektur / Deleatur
Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich niemals Achtlinge zur Welt bringen könnte, ohne Flachs. Dazu hätte ich weder die Nerven noch die Plazenta.
verlangt sie jetzt schon 2 Millionen Dollar und will Talkshow Hostess werden. Persoenlich bin ich der Meinung dass die Frau nicht ganz 'frisch' ist .Wer arbeitslos, unverheiratet, pleite und schon 6 Kinder hat sich dann noch kuenstlich befruchten laesst hat offenbar ein paar Schrauben locker.
Der Reproduktionsmediziner sagt:
>>> Der Markt sei im Grunde unreguliert. Die Richtlinien wären eher vage, als dass sie strikte Regeln mit Sanktionen bieten. Solche Behandlungen dürfe man nicht einfach den Regeln des Marktes überlassen.
Die Grossmutter sagt: die Schlauste ist sie nicht, meine Kleine, aber herzensgut.
Die Zeit transformiert beides zu: Sind Achtlinge noch zu verantworten?
Der Leser kommt zum Schluss: Solche Entscheidungen "dürfe man nicht einfach der Mutter überlassen", zumal sie nicht die Klügste ist (acht auf einen Streich: lebensgefährlich, 6 weitere: sozial gefährdet, dazu alleinerziehend oder wie?).
Dahinter steht schemenhaft das Bild, dass bitte nur ein Paar mit ausreichenden geistigen und ökonomischen Ressourcen in stabilen sozialen Verhältnissen verantwortungsvoll Kinder erziehen soll oder kann oder darf.
Ich finde die Intention des Artikels sehr tendenziös und nicht ausgewogen: Wieviele Embryonen pro gelungener Behandlung werden wohl von den "verantwortungsvollen" Reproduktionsmedizinern "verantwortungsvoller" Eltern entsorgt? Doch nur Zellklumpen? Die "dumme" Mutter ist mit ihrer Haltung die leise, aber deutliche Herausforderung auf die vielleicht doch nicht ganz so ethische Praxis.
Im Prinzip stimme ich Ihnen ja zu, dass jeder darüber entscheiden sollte, wieviele Kinder er zur Welt bringt, unabhängig vom sozialen Status. Aber leider hat der liebe Gott die Plazenta so angelegt, dass es bei achten dann doch etwas eng wird. Ausserdem hat er einigen Leuten Grips mit auf den Weg gegeben und anderen hauptsächlich Gefühle. Es sollte also erstens festgelegt werden, ab wann die Wahrscheinlichkeit zu gross wird, dass das Leben der Mutter und der Kinder gefährdet ist. Als Laie würde ich mal sagen höchstens drei, alles andere wäre biologischer Unsinn. Zweitens muss festgelegt werden, wann eine Ausnahme von diesen Beschränkungen sinnvoll ist. Eine reine Bauchentscheidung könnte es allerdings nicht sein. Wenn also eine Frau gerne 5 Kinder haben möchte, aber aus medizinischen Gründen nur einmal gebären kann, könnte man nochmal drüber reden. Als sechsfache Mutter sollte man höchstens in Dreierschritten weitermachen dürfen.
Im Prinzip stimme ich Ihnen ja zu, dass jeder darüber entscheiden sollte, wieviele Kinder er zur Welt bringt, unabhängig vom sozialen Status. Aber leider hat der liebe Gott die Plazenta so angelegt, dass es bei achten dann doch etwas eng wird. Ausserdem hat er einigen Leuten Grips mit auf den Weg gegeben und anderen hauptsächlich Gefühle. Es sollte also erstens festgelegt werden, ab wann die Wahrscheinlichkeit zu gross wird, dass das Leben der Mutter und der Kinder gefährdet ist. Als Laie würde ich mal sagen höchstens drei, alles andere wäre biologischer Unsinn. Zweitens muss festgelegt werden, wann eine Ausnahme von diesen Beschränkungen sinnvoll ist. Eine reine Bauchentscheidung könnte es allerdings nicht sein. Wenn also eine Frau gerne 5 Kinder haben möchte, aber aus medizinischen Gründen nur einmal gebären kann, könnte man nochmal drüber reden. Als sechsfache Mutter sollte man höchstens in Dreierschritten weitermachen dürfen.
Das "Meistland" (Francoir Lelord) halt!
Solllten demnächst 18 [...] "glücken", wird sie nachlegen müssen. Das ist Staatsräson.
(Was mich noch rein feuilletonmäßig daran interessiert, ist, ob es eine singuläre Ejakulation war. Oder ob es sich womöglich um eine heterogene serielle Insemination gehandelt hat. Man stelle sich bloß die nach deutschem Recht fällige Alimentenlast vor. Der Ejakulator müste dann Staatshilfe beantragen. Wie die HRE.)
[Gekürzt, bitte verzichten Sie auf beleidigende Ausdrücke. Danke. /Die Redaktion pt.]
Im Prinzip stimme ich Ihnen ja zu, dass jeder darüber entscheiden sollte, wieviele Kinder er zur Welt bringt, unabhängig vom sozialen Status. Aber leider hat der liebe Gott die Plazenta so angelegt, dass es bei achten dann doch etwas eng wird. Ausserdem hat er einigen Leuten Grips mit auf den Weg gegeben und anderen hauptsächlich Gefühle. Es sollte also erstens festgelegt werden, ab wann die Wahrscheinlichkeit zu gross wird, dass das Leben der Mutter und der Kinder gefährdet ist. Als Laie würde ich mal sagen höchstens drei, alles andere wäre biologischer Unsinn. Zweitens muss festgelegt werden, wann eine Ausnahme von diesen Beschränkungen sinnvoll ist. Eine reine Bauchentscheidung könnte es allerdings nicht sein. Wenn also eine Frau gerne 5 Kinder haben möchte, aber aus medizinischen Gründen nur einmal gebären kann, könnte man nochmal drüber reden. Als sechsfache Mutter sollte man höchstens in Dreierschritten weitermachen dürfen.
Lieber Kleinempfänger in 3er Schritten,
also aus Vernunft die anderen Embryonen töten.... Gängige Praxis? Vernünftig? Ich weiss nicht. Die Frau kann später mit gutem Gewissen sagen: Söhnchen, Töchterchen, es musste keines Deiner Geschwister sterben, damit Du leben kannst. Zumindest habe ich alles getan was in meiner Macht stand. Und das Kind muss sich nicht fragen, ob es Zufall war oder welcher Grund es war, welche Einschätzung und Entscheidung eines Mediziners ...
Hinter der Entscheidung der Frau und des statements des Mediziners ("wer binn ich schon das entscheiden zu wollen") steckt schon einiges mehr als irgendwelche hypothetischen Regeln einer "vernünftigen Schwangerschaft", die ohnehin nur willkürlich festgelegt werden können, in Ihrer Welt: 3.
Diese Frau hat jetzt der ganzen Szene gezeigt, dass auch Achtlinge ausgetragen werden können, riskant, entgegen jeder "Vernunft", aber für das Leben.
Lieber Kleinempfänger in 3er Schritten,
also aus Vernunft die anderen Embryonen töten.... Gängige Praxis? Vernünftig? Ich weiss nicht. Die Frau kann später mit gutem Gewissen sagen: Söhnchen, Töchterchen, es musste keines Deiner Geschwister sterben, damit Du leben kannst. Zumindest habe ich alles getan was in meiner Macht stand. Und das Kind muss sich nicht fragen, ob es Zufall war oder welcher Grund es war, welche Einschätzung und Entscheidung eines Mediziners ...
Hinter der Entscheidung der Frau und des statements des Mediziners ("wer binn ich schon das entscheiden zu wollen") steckt schon einiges mehr als irgendwelche hypothetischen Regeln einer "vernünftigen Schwangerschaft", die ohnehin nur willkürlich festgelegt werden können, in Ihrer Welt: 3.
Diese Frau hat jetzt der ganzen Szene gezeigt, dass auch Achtlinge ausgetragen werden können, riskant, entgegen jeder "Vernunft", aber für das Leben.
Korrektur / Deleatur
...dieser Geschichte war:
Da muss eine gewisse Portion Dummheit im Spiel gewesen sein.
Meine zweite Reaktion...nach wiederholtem Lesen über diese Achtlingsgeburt:
Da muss eine gewisse Portion Dummheit im Spiel gewesen sein.
Diese Annahme bezieht sich allerdings nicht nur auf die Mutter.
"Nimm dich in Acht, wenn ich dich behandle," sagte der Doc zur erweiterten Mutter in spe. Aber sie hat ihm leider nicht genau genug zugehört...
;-)
Eine ungewisse Portion dummheit. Denn die Dummheit ist so gross, dass man sie nicht überschauen kann, also in ihrer Gesamtausdehnung gewiss ungewiss.
_________________________________________________
In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
ideologische Heimat hat: die FDP.…
______
"Nimm dich in Acht, wenn ich dich behandle," sagte der Doc zur erweiterten Mutter in spe. Aber sie hat ihm leider nicht genau genug zugehört...
;-)
Eine ungewisse Portion dummheit. Denn die Dummheit ist so gross, dass man sie nicht überschauen kann, also in ihrer Gesamtausdehnung gewiss ungewiss.
_________________________________________________
In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
ideologische Heimat hat: die FDP.…
______
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren