Aldi Geizen auf Kosten chinesischer Arbeiter

Zahlreiche chinesische Betriebe, die den Aldi-Konzern beliefern, verstoßen gegen Arbeitsrechte. Das ist das Ergebnis einer Studie, deren Autoren neue Gesetze fordern

Eine Aldi-Filiale in Deutschland: Viele Aktionswaren werden auf Kosten chinesischer Arbeiterinnen hergestellt

Eine Aldi-Filiale in Deutschland: Viele Aktionswaren werden auf Kosten chinesischer Arbeiterinnen hergestellt

Woher kommen eigentlich die ganzen schönen Schnäppchen bei Aldi? Etwa die Damensteppjacke für 13,99 Euro? Oder der PC für 499 Euro? Aldi bietet jährlich etwa 2500 Aktionswaren zu niedrigen Preisen an. Mehr als 40 Prozent dieser Waren sind "made in China" - und werden dort extrem billig produziert.

Die Freude über diese "Schnäppchenhits" wird getrübt durch die Umstände, unter denen sie produziert werden. Die meisten dieser importierten Waren stammen aus Zulieferfirmen, in denen "unmenschliche Arbeitsbedingungen" herrschen. Zu diesem Ergebnis kommt das Südwind-Institut für Ökonomie und Ökologie in Siegburg in einer aktuellen Studie.

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Für das Institut wurden in China breitflächig anonyme Befragungen unter den Beschäftigten durchgeführt, mache Mitarbeiter des Instituts schlichen sich auch als heimliche Beobachter in die Unternehmen ein.

Die Schnäppchen in Deutschland werden "erkauft durch systematische Verletzungen von Arbeits- und Frauenrechten" in China, sagt die Autorin der Studie, Ingeborg Wick. In der chinesischen Textil- und IT-Industrie seien oft minderjährige Arbeiterinnen beschäftigt. Viele von ihnen müssten einen Teil ihres Lohns als Vermittlungsgebühr an ihre Schulen zahlen. Wochenlange Lohnzurückhaltung, Repressionen gegen Gewerkschaften – all das sei keine Seltenheit, nichts davon entspreche unseren Sozialstandards.

"Die meist weiblichen Beschäftigten arbeiten bis zu 91 Stunden pro Woche und können dennoch von ihren kargen Löhnen kaum leben", sagt Wick. Der Arbeitsdruck sei enorm, Fehler würden mit Geldbußen bestraft.

Leser-Kommentare
  1. Bei der Lektüre dieses Artikels bekommt man den Eindruck, dass nur "Schnäppchenhits" von massiven Verstößen gegen Arbeitsrechte betroffen sind und man nur teure Markenware kaufen müsste.

    Das diese aber um keinen deut besser sind hat sich in der Vergangenheit doch oft genug bei Markenartikel im Bekleidungssektor gezeigt. So glaube ich kaum das NIKE & Co. unter besseren Bedingungen produzieren.

    • NoG
    • 03.02.2009 um 14:08 Uhr

    mit konsum...
    da muss man doch keine studie machen um festzustellen das chinesische werkbaenke nicht unseren sozialen standards genuegen. und selbst diese sind bekanntermaßen nicht der weisheit letzter schluss.

    vor allem bringt es wenig hier nur aldi an den pranger zu stellen.
    ueberall wird 1€ ware im kassenbereich angeboten.
    und wenn im schiffscontainer noch platz ist, warum sollte man nicht noch ein paar billige steppjacken anbieten? (die kosten bei kik und aehnlichen "modehaeusern" vielleicht sogar noch 1-2 € weniger)
    es geht doch letztlich nur darum die leute in den markt zu locken um durch mitnahme anderer artikel die vielleicht miese marge des ach so tollen notebooks auszugleichen...
    machen die vermeintlich guenstigen branchengroessen der msh-gruppe (media markt, saturn) nicht anders.

    im uebrigen kann man leute die meinen bei aldi ein it-schnaeppchen gemacht zu haben nur bemitleiden...

  2. Auch das ein Teil der Neoliberalen Doktrin die uns seit + 20 Jahren das Heil der Welt in Form von Reichtum für alle verspricht. Eines davon waren, am liebsten durch Wettbewerb, immer tiefere Preise damit wir am Ende des Monats noch Geld für andere DInge übrig haben. Was anfänglich vieleicht noch attrakitv in den Ohren klingt und dem GEldbeutel ein gewises Wohlbefinden bringt erweist sich jetzt, bereits 1 Generation später als zwei schneidiges Schwert...

    Dank immer grösserem Druck auf die Lohnkosten haben wir nun Situationen die am Ende des Geldes noch viel Monat übrig haben. Davon spricht leider nur selten jemand... Aber auch das eine direkte Funktion immer tieferer Preise... im Inland wie im Ausland.

    Früher habe ich mich gefragt warum Importeure gleich auch noch verbindliche Preislisten und Prospekte auflegten. Keiner der Händler war gezwungen zu die Endverbraucherpriese zu kalkulieren und die Preise waren in Stadt und Land gleich. Damals unverständlich das jemand der niedrigere Kosten nicht in Form tieferer Preise weitergegeben durfte. Finanziert damit wurde aber eben auch vieles was heute extra bezahlt werden muss... Heimlieferdienst, Ansichtsexemplare, Kundendienst und Beratung, Garantiearbeiten, Ausbildung von Nachwuchs und Weiterbildung, Austausch defekter Geräte alles ohne grosse Rechtfertigung und *** in den Verträgen.

    Heute haben wir tiefste Preise aber auch miserable Arbeitsbedingungen, *** Verträge, Endlos Kleingedrucktes, Annonyme Servielinien mit Kostenfolge, Kundenbindung die Sklavenhaltung ähneln, billigste Materialien, generell sehr schlechte Qualität usw...

    Aldi ist nur gerade ein bekannter Spieler dieses Tiefpreissystems... Es sind aber leider auch viele andere Geschäfte zu ähnlichen Produkt und Preissystemen gezwungen...

    Die Spirale geht leider nicht nur bei den Preisen abwärts.

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

  3. Was in diesem Artikel beschrieben wird, ist kein Problem von Aldi und anderen Discountern, sondern viel globaler. Wer sich dazu etwas näher informieren will, dem empfehle ich dringend den Film "Lets make Money" - man könnte auch mit der Deutschen Bank sagen: "Lassen Sie Ihr Geld arbeiten!"

    Aber Geld arbeitet nicht, es wird investiert und bringt Rendite auf Kosten der Leute, über die in der Studie berichtet wird. Jeder, der Geld zu einem möglichst hohen Zinssatz anlegt, ist an dieser Art der Ausbeutung beteiligt!

    Im Gegenzug müsste eigentlich jeder Anleger deine Bank fragen, was die eigentlich mit dem vom Sparer anvertrauten Geld macht und wohin sie es investiert. Wem das zu mühsam ist, der suche sich eine Bank, die nach ethischen Gesichtspunkten arbeitet - die gibt es nämlich auch!

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    Ich habe bei verschiedenen Banken tatsächlich nachgefragt, was die denn mit meinem Geld machen würden, das ich anlegen wollte, bzw ob es denn eine Möglichkeit gäbe, mein Geld "sozialverträglich" anzulegen (und zwar in globaler Sicht). Keine der Banken hatte ein derartiges Angebot, so dass ich davon Abstand nahm, Fonds zu kaufen (ist, wie sich derzeit herausstellt, auch finanziell sinnvoll gewesen!).
    Vielleicht können Sie mir ja wirklich einen Tipp geben, welche Bank nach ethischen Gesichtspunkten mit meinem Geld arbeitet.

    Ich habe bei verschiedenen Banken tatsächlich nachgefragt, was die denn mit meinem Geld machen würden, das ich anlegen wollte, bzw ob es denn eine Möglichkeit gäbe, mein Geld "sozialverträglich" anzulegen (und zwar in globaler Sicht). Keine der Banken hatte ein derartiges Angebot, so dass ich davon Abstand nahm, Fonds zu kaufen (ist, wie sich derzeit herausstellt, auch finanziell sinnvoll gewesen!).
    Vielleicht können Sie mir ja wirklich einen Tipp geben, welche Bank nach ethischen Gesichtspunkten mit meinem Geld arbeitet.

  4. Ah, da ist sie wieder. Die Welle der Entrüstung. Kommt irgendwie immer und regelmäßig wenn wieder mal irgendwo jemand ausgebeutet wurde. Tja, solange wir uns nicht eingestehen, dass wir seit Jahrhunderten mit einem viel zu hohen Lebensstandart leben, der nur durch Ausbeutung der ärmeren Bevölkerung im Ausland ermöglicht wird, wird sich auch nix ändern. Ist halt wie Kolonialisierung. Und die ist so alt wie die Zivilisation.
    Das ganze Problem kann auch nicht durch Gesetze gelöst werden solange nicht jedes Individuum für geleistete Arbeit einen angemessenen Lohn zahlen will. Das ist unser Problem, jedes einzelnen. Aber Augen schließen ist halt zu einfach.

  5. Die Überschrift ist etwas irreführend wer glaubt das Arbeiter nur in China ausgebeutet werden liegt falsch. In Deutschland sind Arbeitszeiten von bis zu 80 Stunden in der Woche bei Discountern durchaus häufig anzutreffen (Überstunden werden nicht bezahlt). Die Leute in den Märkten arbeiten z.B. Samstags von 6 - 22 Uhr. Das ist ganz normal.
    Wenn man die Fluktuation bei den Bereichsleitern im Discountbereich anschaut wird einem einiges klar. Vielleicht jeder 10 bleibt länger als 2 Jahre in diesem Bereich tätig danach ist man einfach ausgebrannt.
    Schaut man auf die Zulieferer von Discountern erkennt man sehr schnell das bei so manchen Zulieferern aus Deutschland auch keine Arbeitssicherheitsbestimmungen oder Arbeitnehmerrechte befolgt werden.

    Frage:
    Wie könnte man die Preise so niedrig halten ohne Ausbeutung von Arbeitnehmern?

  6. 7. Wer...

    weis ob Made in China ,oder Deutschland ? Deutsche Firmen lassen dort billig produzieren und mit Sitz in Deutschland . Waschmaschine von Simens, steht Made in Deutschland drauf kommen aus Polen. Unsinnig darüber nach zu denken. Den Schuh sollte sich die Industrie anziehen, die hier verkauft und wo anderst billig produziert unter deutschen Namen.

  7. aber jeder der bei diesen Leuten einkauft der sollte man bedenken welche
    Unsitten ihm diese Schnaeppchen moeglich machen.Ich persoenlich kaufe nicht bei Aldi oder Lidl oder wie alle heissen sondern im normalen Supermarkt wo ich auch festellen kann dass die Milch nicht aus China kommt oder gehe nicht das Risiko ein dass in China irgendwelche Gifte unter die Lebensmittel gemischt wurde um einen Gewinn zu machen.
    All die Nachrichten ueber vergiftete Lebensmittel usw., haben mich gruendlich kuriert. Gemuese nur noch dort zu kaufen wo ich erkennen kann wo es herkommt, Fleisch usw., mit Herkunftsland verkauft wird und die Packungen genau erklaeren wo das Produkt hergestellt wurde.
    Auch ist es mir wichtig zu wissen dass die Angestellten dort korrekt behandelt und nicht geknechtet werden. Kaeme es mir zu Ohren dass die Angestellten schlecht behandelt werden wuerde ich nicht dort nicht mehr einkaufen sondern auch die Geschaeftsleitung anschreiben und erklaeren warum ich dort nicht mehr Kunde bin.

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    • Anonym
    • 03.02.2009 um 15:01 Uhr

    Ist ja schön und gut so, aber es gibt Leute, die es sich schlichtweg nicht anders leisten können und ich sehe es nicht ein, dass man auf diesen Menschen noch rumhackt. Ich glaube nicht, dass es irgendjemanden gibt, dem es völlig egal ist, wo sein Steak herkommt und wohl jeder würde lieber bei Bäcker seine Brötchen holen, als sie abgepackt bei Discountern zu kaufen - Fakt ist aber, dass das nicht jeder kann.

    Daher wäre ich sehr vorsichtig, über diese Menschen zu urteilen - es ist immer leicht, von oben von der Leiter auf die runterzuschauen, die da unten rumwimmeln. Und wenn ich jetz wieder diese Welle der Entrüstung hier sehe, das ist ja an Schamlosigkeit schwer zu überbieten. Als ob man nicht schon längst wüsste, dass die Chinesen unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten - Indern, Pakistanis, etc auch. Tatsache ist doch, dass uns das sch...egal ist. Und wenn ich ehrlich sein soll - ich kann die Einstellung langsam nachvollziehen - warum soll ich mich für meinen Lebensstandard entschuldigen? So wie es auf mich wirkt, würden Chinesen es im ungedrehten Fall auch nicht tun.

    Salus Publica Suprema Lex

    • Anonym
    • 03.02.2009 um 15:01 Uhr

    Ist ja schön und gut so, aber es gibt Leute, die es sich schlichtweg nicht anders leisten können und ich sehe es nicht ein, dass man auf diesen Menschen noch rumhackt. Ich glaube nicht, dass es irgendjemanden gibt, dem es völlig egal ist, wo sein Steak herkommt und wohl jeder würde lieber bei Bäcker seine Brötchen holen, als sie abgepackt bei Discountern zu kaufen - Fakt ist aber, dass das nicht jeder kann.

    Daher wäre ich sehr vorsichtig, über diese Menschen zu urteilen - es ist immer leicht, von oben von der Leiter auf die runterzuschauen, die da unten rumwimmeln. Und wenn ich jetz wieder diese Welle der Entrüstung hier sehe, das ist ja an Schamlosigkeit schwer zu überbieten. Als ob man nicht schon längst wüsste, dass die Chinesen unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten - Indern, Pakistanis, etc auch. Tatsache ist doch, dass uns das sch...egal ist. Und wenn ich ehrlich sein soll - ich kann die Einstellung langsam nachvollziehen - warum soll ich mich für meinen Lebensstandard entschuldigen? So wie es auf mich wirkt, würden Chinesen es im ungedrehten Fall auch nicht tun.

    Salus Publica Suprema Lex

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