NS-Kriegsverbrecher "Dr. Tod" offenbar in Kairo gestorbenSeite 2/2
Wie die Online-Ausgabe der New York Times berichtet, sei Heim in Kairo regelmäßig in die Al-Azhar-Moschee gegangen, habe in einem Kairoer Café Schokoladenkuchen gekauft und an Freunde schicken lassen und gern Süßigkeiten an die Kinder seiner Freunde verteilt. Der Hobby-Fotograf habe es aber vermieden, fotografiert zu werden.
"Oberflächlich betrachtet scheinen die Angaben seriös zu sein", sagte Ephraim Zuroff vom Wiesenthal-Zentrum. Doch die wichtigsten Beweise fehlten: "Es gibt keine Leiche und keine DNA-Tests", sagte er. "Da es eine ganze Reihe von Menschen gibt, die daran interessiert sind, uns davon zu überzeugen, dass Heim nicht mehr lebt, müssen wir auf solche Informationen mit etwas Skepsis und Vorsicht reagieren."
Heim wurde in ganz unterschiedlichen Ländern vermutet. So wurden unter anderen Dänemark und Spanien genannt. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass er von dort nach Südamerika entkommen sei, hieß es. Das Wiesenthal-Zentrum hatte Heim zuletzt entweder in Argentinien oder Chile vermutet. Jahre zuvor war er angeblich auch in Uruguay gesichtet worden.
Noch im vergangenen Jahr war Zuroff im Rahmen der "Operation Letzte Möglichkeit" nach Argentinien und Chile gereist, um nach Hinweisen auf Heim zu suchen. Dabei führte er im argentinischen Ort Bariloche und in Puerto Montt in Chile Gespräche. Anschließend schloss er nicht aus, dass der Gesuchte, der heute 94 wäre, noch am Leben sein könnte. Auf der Liste der meistgesuchten NS-Kriegsverbrecher stand Heim an erster Stelle.
- Datum 05.02.2009 - 17:21 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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