Lebensmittel-Vermarktung Karlsruhe stoppt Zwangsabgabe für Bauern
Deutsche Landwirte und Lebensmittelbetriebe können sich ab jetzt insgesamt gute 80 Millionen Euro sparen. Die Zwangsabgabe für die CMA ist verfassungswidrig
In der Urteilsbegründung des Bundesverfassungsgerichts hieß es am Dienstag, die Abgabenpflicht greife unzulässig in die unternehmerische Freiheit der Betriebe ein. Sie hätten nicht die Wahl, ihr Geld für eigene Werbung statt für die staatliche Absatzförderung einzusetzen.
Die Richter hatten über die Klage dreier Agrar-Unternehmen verhandelt, die sich weigerten, die Marketinggesellschaft CMA (Centrale Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft) weiter per Abgabe zu finanzieren. Diese Sonderabgabe ist mit dem Urteil nichtig.
Seit 1969 sind Bauern, Schlachthöfe, Brauereien und Molkereien verpflichtet, für jedes ihrer Produkte im Schnitt 0,4 Prozent des Warenwertes in den sogenannten Absatzfonds der Land- und Ernährungswirtschaft abzuführen. Die Organisation ist als Anstalt des öffentlichen Rechts organisiert und nimmt jährlich etwa 88 Millionen Euro ein.
Im Gegenzug verpflichtet sie sich unter anderem dazu, die Produkte zu vermarkten. Ein Großteil des Geldes fließt in zu diesem Zweck in die Marketinggesellschaft CMA. Der Zweite Senat des Verfassungsgerichts entschied, dass es sich um eine überflüssige und zweifelhafte Zwangsabgabe auf dem besonders sensiblen Gebiet der freien unternehmerischen Selbstdarstellung handelte.
Die CMA wurde für in der Vergangenheit für ihr "Gütesiegel" von der Nichtregierungsorganisation Foodwatch heftig kritisiert, da dieses den Verbrauchern ein Qualitätssiegel suggeriere, tatsächlich aber dem Marketing diene.
Die Marketinggesellschaft selbst bedauert das Urteil des Bundesverfassungsgerichts. "Heute ist ein schwarzer Tag für die deutsche Landwirtschaft", sagte CMA-Geschäftsführer Markus Kraus. Deutschlands Landwirte hätten ein Recht auf eine starke Absatzförderung. Aus Sicht der Wirtschaft und der landwirtschaftlichen Verbände sei diese auch weiterhin notwendig. Kraus forderte Politik und Wirtschaft auf, neue Konzepte und Finanzierungsmodelle für die Absatzförderung zu entwickeln.
Auch nach Ansicht des CMA-Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Hilse hat das Gericht die derzeitigen Umstände nicht ausreichend gewürdigt. "Diese Entscheidung ist eine Konjunkturbremse und passt nicht in die derzeitige Wirtschaftslage. Deutschlands Landwirte sind als Einzelunternehmer auf den hart umkämpften Märkten ohne ein gemeinschaftlich finanziertes Netzwerk verloren", sagte Hilse mit Blick auf die Krise der deutschen Wirtschaft.
- Datum 03.02.2009 - 14:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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.....weiter geht's.
IHK-Zwangsbeitrage abschaffen, GEZ-Zwangsbeiträge abschaffen, Weltanschauungssteuer(Kirchensteuer) abschaffen, usw. usf.
Der mündige Bürger sollte bei solchen Dingen reinweg die freie Wahl haben, ob er eine (nicht hoheitliche) Leistung beziehen(und dann dafür auch bezahlen) will oder nicht.
Das wäre schön! Aber an die traut sich so schnell keiner ran. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein Staat im Staat, der über die Mittel verfügt, jeden Kritiker mundtot zu machen. Welcher Politiker traut sich schon dagegen anzugehen?
Das wäre schön! Aber an die traut sich so schnell keiner ran. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein Staat im Staat, der über die Mittel verfügt, jeden Kritiker mundtot zu machen. Welcher Politiker traut sich schon dagegen anzugehen?
Liebe Zeit,
jetzt mal halblang, da hat die CMA mehr als 30 Jahre lang die Zwangabgabe kassiert, und jetzt kassiert Karlsruhe weiter? Und wieder für die Bauern? Das hat die CMA doch auch behauptet, alles geschehe zum Wohle der Bauern, oder? Nun, ich dachte mit dem kassieren sei es nach dem Urteil der Bundesverfassungsgerichts vorbei. Mein Vorschlag: Kassiert schnell die Überschrift, damit endlich Schluss ist mit dem Kassieren.
Grüße von Ataturk
Na ach, eine Konjunkturbremse also. Da verlieren wohl etliche ihre wohldotierten Jobs und die nicht geringe Machtposition dazu. Zweifellos hat für diese Leute die Konjunktur ein Ende. Obwohl. Da wird wohl jetzt das Peter-Prinzip zur Geltung kommen.
Also eher Krokodilstränen
Deutschlands Landwirte sind als Einzelunternehmer auf den hart umkämpften Märkten ohne ein gemeinschaftlich finanziertes Netzwerk verloren", sagte Hilse mit Blick auf die Krise der deutschen Wirtschaft.
Schwachsinn. Ein paar Ex-Kommunalpolitiker, Verbandsfunktionäre und sonstige Opportunitäts-Lutscher plus einige verbandelte Werbefritzen verlieren ihre Pöstchen, Saläre und Aufträge, nachdem sie jahrzehntelang die deutschen Landwirte mit zweifelhafter Absatzförderung zwangsbeglückt haben.
Im Gegensatz zu Immobilienfonds, Special Purpose Vehicle-Zertifikaten sowie überflüssigem Konsum-Tand bedürfen allerdings Grundnahrungsmittel keiner gezielten Absatzförderung. Die CMA war und ist einfach überflüssig und daher ist deren zwangsweise Schließung nur eine Konsequenz, die am Markt schon lange vorher passiert wäre.
Mal wieder macht Karlsruhe die richtigere Politik. DAS ist das eigentlich tragische. Unsere politische Kaste scheint gar nicht mehr in der Lage zu sein, tragfähige Gestaltungsmaßnahmen zu planen, geschweige denn durchzuführen!
Das wäre schön! Aber an die traut sich so schnell keiner ran. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein Staat im Staat, der über die Mittel verfügt, jeden Kritiker mundtot zu machen. Welcher Politiker traut sich schon dagegen anzugehen?
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