Weltwirtschaftsforum Was Russland und China von Amerika denken
In Davos machen sich die Ministerpräsidenten Wladimir Putin und Wen Jiabao lustig über die Amerikaner – und preisen ihre überlegenen Wirtschaftssysteme

© PIERRE VERDY/AFP/Getty Images
Die Premiers von Russland und China, Wladimir Putin und Wen Jiabao, in Davos
Die Amerikaner waren diesmal nicht da – außer Bill Clinton, dessen Hauptaufgabe es ist, mit der Außenministerin verheiratet zu sein (am Donnerstag sprach er zwanzig Minuten lang im Plenum).
Das Feld war also völlig offen für die Teams der Rivalen, vertreten durch Wladimir Putin, dem Premier der Russen und seinem chinesischen Kollegen Wen Jiabao. Selbstverständlich konnten beide nicht der Gelegenheit widerstehen, über den abwesenden Riesen herzuziehen.
Es war sozusagen die Antwort auf die Deals, die Obama den beiden Möchtegern-Supermächten angeboten hatte. Gegenüber Russland: Wir machen erst einmal langsam mit der Raketenabwehr in Polen und mit der Nato-Aufnahme der Ukraine und Georgiens. Den Chinesen hatte die neue Regierung eine stabile, wachsende Zweierbeziehung angeboten.
Die Antwort Putins: Der Dollar gehöre vom Thron gestoßen, weil "exzessive Abhängigkeit von einer einzigen Reservewährung zur Gefahr für die Weltwirtschaft wird". Dann machte er sich lustig über jene amerikanischen Vorstände, die in Davos 2008 die überragende Stärke ihrer Wirtschaft angepriesen hätten – was falsch war, weil schon im vergangenen Januar gerade die amerikanische Geschäftswelt nur mit Sorgenfalten im Gesicht durch den Schnee gestapft waren.
Schließlich forderte Putin verschiedene "regionale Reservewährungen" neben dem Dollar. Das war die Esperanto-Version der Währungspolitik: dass man eine neue Reservewährung wie diese künstliche Mischsprache aus dem Boden stampfen könne.
Als letzten Gag dachte sich der russische Regierungschef den guten Rat an die Amerikaner aus, in der Krise doch den Marsch in die Staatswirtschaft zu vermeiden; das werde nicht funktionieren. Dazu fiel Clinton tags drauf nur Ironisches ein: "
I hope it works for him
" – ich hoffe die Marktwirtschaft funktioniert in Russland.
Der Kollege Wen Jiabao trampelte ebenfalls auf den Amerikanern herum, aber sehr viel "chinesischer", also subtiler als der Russe. Auch er machte die USA für die gegenwärtige Wirtschaftskrise verantwortlich. Aber er nannte den Schuldigen nicht. Er sprach nur von der "unpassenden makroökonomischen Politik mancher Volkswirtschaften", die zu viel konsumiert und zu wenig gespart hätten.
- Datum 31.01.2009 - 10:47 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Die deutsche Regierung und die deutschen Konzerne wären gut beraten, sich von den Illusionen eines weltbestimmenden Riesen USA frei zu machen. Die Welt ist mittlerweile eine ganz andere geworden, als sie es noch vor einigen Jahren war. Die US-amerikanische Finanzoligarchie hat mit ihrer Engstirnigkeit und Unersättlichkeit ihr eignenes Land bis zur Pleite ruiniert.
Sicher wird diese Situation in den großen Vereinigten Staaten von Amerika, die sich in ihrer bisherigen Geschichte einer Unzahl von Verbrechen schuldig gemacht hat, auch auf andere Länder Wirkungen haben, aber die Welt wird sich neu organisieren und orientieren. Das wird auch ein Herr Joffe mit seinen gegenüber Russland und China hämischen und feindlichen Kommentaren nicht verhindern können.
Dr. Klisch
Sehr geehrter Herr/sehr geehrte Frau Dr. Klisch,
könnten Sie mich bitte aufklären, inwiefern die Anzahl der "Verbrechen", die die Vereinigten Staaten von Emarika in ihrer Geschichte begangen haben, die Zahl der von China, Russland und einigen anderen Ländern verübten Übeltaten übersteigt? Mir fehlt dazu das (Un)wissen.
Vielen Dank im Voraus - dass ich an Ihrem akademischen Wissen partizipieren darf, stellt ein wirkliches Privileg für jmd. wie mich dar.
Sehr geehrter Herr/sehr geehrte Frau Dr. Klisch,
könnten Sie mich bitte aufklären, inwiefern die Anzahl der "Verbrechen", die die Vereinigten Staaten von Emarika in ihrer Geschichte begangen haben, die Zahl der von China, Russland und einigen anderen Ländern verübten Übeltaten übersteigt? Mir fehlt dazu das (Un)wissen.
Vielen Dank im Voraus - dass ich an Ihrem akademischen Wissen partizipieren darf, stellt ein wirkliches Privileg für jmd. wie mich dar.
"Das Provozieren von militärpolitischer Instabilität, regionalen und anderen Konflikten ist ein bequemes Mittel, um Menschen von den inneren Sozial- und Wirtschaftsproblemen in den betreffenden Staaten abzulenken"
http://de.rian.ru/world/2...
Klingt für mich erfrischend konkret. Nicht so ein Quatsch wie "am Hindukusch wird unsere Freiheit verteidigt"...
Warum waren bloß -- wie Joffe bemerkt -- "die Amerikaner [] diesmal nicht da"? Vielleicht weil alle auf folgender Liste stehen?
Die britische Zeitung "Guardian" hat am Montag die Liste von 25 namhaften Personen veröffentlicht, die nach Meinung der Zeitung an der Entstehung und Entwicklung der gegenwärtigen Finanzkrise schuld sind.
Die gegenwärtige Finanzkrise sei keine Naturerscheinung, sondern eine von Menschenhand geschaffene Katastrophe "und wir alle sind teilweise daran schuld", schreibt die Verfasserin des Artikels Julia Finch.
Namen und Details hier:
http://www.guardian.co.uk...
_______________________________________________________
"Ich glaube, daß die Bankinstitutionen für unsere Freiheiten gefährlicher sind als die Armeen."
(Thomas Jefferson, Amerikanischer Präsident; 1743-1826)
Sehr geehrter Herr/sehr geehrte Frau Dr. Klisch,
könnten Sie mich bitte aufklären, inwiefern die Anzahl der "Verbrechen", die die Vereinigten Staaten von Emarika in ihrer Geschichte begangen haben, die Zahl der von China, Russland und einigen anderen Ländern verübten Übeltaten übersteigt? Mir fehlt dazu das (Un)wissen.
Vielen Dank im Voraus - dass ich an Ihrem akademischen Wissen partizipieren darf, stellt ein wirkliches Privileg für jmd. wie mich dar.
Sie brauchen nur die Waffen zählen, die die USA im Laufe ihrer Geschichte Verkauft und produziert hat. Daran sehen Sie die Anzahl der Verbrechen.
Und Sagen bitte nicht: Sie haben ja damit nicht Geschossen. So naiv kann man nicht sein.
Ich bitte Herrn/Frau "lemineux66" (Gibt es einen wichtigen Grund, dass Sie Ihren bürgrlichen Namen nicht kund tun wollen?) um Entschuldigung, dass ich ich es irgendwie durcheinander gebracht habe: Die amerikanischen Präsidenten, unter denen Korea, Vietnam, Kuba, Afghanistan, Somalia, Irak (um nur einige der langen Liste der betroffenen Länder zu nennen), die durch die USA mit Krieg oder strangulierendem Embargo überzogen wurden, hatten doch nur Gutes damit im Sinn - die Demokratie, Freiheit, Wohlstand zu verbreiten. Entschuldigen Sie bitte, dass ich da etwas verwechselt habe. Es ist natürlich vollkommener Unsinn, dass die USA ihre Macht global ausweiten und die gesamte Menschheit ihrer Führung und Verfügung unterziehen wollten/wollen.
Andererseits fällt es mir echt schwer, auf russischer/sowjetischer oder chinesischer Seite ein ähnliches Verhalten in der neueren Geschichte zu finden.
Dr. Klisch
Sie brauchen nur die Waffen zählen, die die USA im Laufe ihrer Geschichte Verkauft und produziert hat. Daran sehen Sie die Anzahl der Verbrechen.
Und Sagen bitte nicht: Sie haben ja damit nicht Geschossen. So naiv kann man nicht sein.
Ich bitte Herrn/Frau "lemineux66" (Gibt es einen wichtigen Grund, dass Sie Ihren bürgrlichen Namen nicht kund tun wollen?) um Entschuldigung, dass ich ich es irgendwie durcheinander gebracht habe: Die amerikanischen Präsidenten, unter denen Korea, Vietnam, Kuba, Afghanistan, Somalia, Irak (um nur einige der langen Liste der betroffenen Länder zu nennen), die durch die USA mit Krieg oder strangulierendem Embargo überzogen wurden, hatten doch nur Gutes damit im Sinn - die Demokratie, Freiheit, Wohlstand zu verbreiten. Entschuldigen Sie bitte, dass ich da etwas verwechselt habe. Es ist natürlich vollkommener Unsinn, dass die USA ihre Macht global ausweiten und die gesamte Menschheit ihrer Führung und Verfügung unterziehen wollten/wollen.
Andererseits fällt es mir echt schwer, auf russischer/sowjetischer oder chinesischer Seite ein ähnliches Verhalten in der neueren Geschichte zu finden.
Dr. Klisch
Wie sehr der Herausgeber der ZEIT noch im Gestern, im Kalten Krieg verhaftet ist, zeigt seine Kennzeichnung Russlands als "Drittweltland". Nach dem Ende der Sowjetunion, des Warschauerpaktes ist die Aufteilung von 1., 2. und 3. Welt obsolet. Und wenn er China als "keine eigenständige Wirtschaft ... sondern hochgradig abhängig vom Weltmarkt" bezeichnet, beweist er noch deutlicher, dass er im Gestern lebt - oder wenigstens denkt. Alle Nationen - außer seinem heißgeliebten Nordkorea - sind heute abhängig vom Weltmarkt. Und sein , nein Gottes eigenes Land, hängt am Tropf, befüllt von allen Nationen dieser Erde, zuvörderst China.
Nun ja, Inkompetenz ist kein unveräußerliches Eigentum von Politikern und Wirtschaftsweisen.
Josef Joffe hat sich den Kampf des freien Westens auf die Fahnen geschrieben. Wen Jiabao verkündet glaubhaft ein besseres Sozialsystem für die Millionen Armen in China, aber Josef Joffe sieht nur, was er sehen will: Kritik an den Amerikanern. Am Ende unterstellt er China sogar Weltbeherrschungsabsichten. Dabei ist das weder so formuliert noch im Ansatz gedacht: es geht Wen Jiabao, in seiner zugegeben steifen, lehrerhaften Art, die sehr stark an Kaderschmieden erinnert, lediglich um eine Aufforderung zum Dialog, um Einbindung. Aus seinen Worten lese ich eher die Sorge, das man nicht eingebunden werden könnte.
Einige Dinge, zum Beispiel im Bezug auf die Entwicklung von regionalen Währungen, sind sicher nicht bestimmt für Ohren, die eine übermächtige Vorherrschaft des Westens im Sinne haben und westlichen oder amerikanischen Einfluss sichern wollen. Stärkere regionale Währungen wären aber ein Schutzschirm gewesen für den negativen Einfluss der Finanzkrise auf Entwicklungsländer, da diese dann keinen Abfluss von Devisen in bisherigen Größenordnungen erlitten hätten.
...und schreibe Schwachsinn wie: "Russland entpuppt sich in diesen Tagen wieder als Drittweltland mit gigantischen Bodenschätzen und Atomwaffen." Und wer dazu noch China jeglichen Binnenmarkt bestreitet, zeigt nur eins, dass er besagte Länder überhaupt nicht kennt, jemals dort gewesen ist, aber trotzdem hier den Lauten macht.
Ist ja schön, dass neuerdings viele altgediente Journalisten ihre umstrittenen Meinungen vermehrt veröffentlichen (dürfen). Aber warum sind diese so hochgelobten (endlich mal) Kommentare alle samt pro-israelisch oder pro-amerikanisch?
Also ich würde ebenfalls beachtliche (endlich mal) Kommentare schreiben, allerdings nicht pro-amerikanisch/-israelisch. Dafür würden bei mir auch so erhebliche Fehler wie von der russischen 3. Welt nicht passieren. Oder muss man seine eigene Zeitung gründen und darf dann wie Herr Joffe allen Quatsch schreiben, den man will?
(Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)
Sie brauchen nur die Waffen zählen, die die USA im Laufe ihrer Geschichte Verkauft und produziert hat. Daran sehen Sie die Anzahl der Verbrechen.
Und Sagen bitte nicht: Sie haben ja damit nicht Geschossen. So naiv kann man nicht sein.
Habe ich abgestritten, dass die Vereinigten Staaten unzählige Verbrechen begangen haben. Nein, sicher nicht und das ist auch richtig so.
Nur ich verwehre mich gegen eine einseitige Polemik, wenn man über "Imperien" spricht und (un-) bewusst nur Verbrechen eines einzigen Imperiums anspricht, weil es gerade très chic ist.
Da fehlen mir halt auch Russland, China, die arabischen Reiche, die europäischen Mächte, das Osmanische Reich und noch viele, viele mehr - diese Liste könnte ich jetzt weiterführen, bis die Kommentarbox platzt. Und wenn man sich klarmacht, dass die Imperien in ihrer Geschichte keinen Deut friedlicher und friedensstiftender agierten, dann wird einem hoffentlich klar, dass die Geschichte des Männchens/Menschens genauso rot ist wie die Lippen von Marilyn Monroe.
Habe ich abgestritten, dass die Vereinigten Staaten unzählige Verbrechen begangen haben. Nein, sicher nicht und das ist auch richtig so.
Nur ich verwehre mich gegen eine einseitige Polemik, wenn man über "Imperien" spricht und (un-) bewusst nur Verbrechen eines einzigen Imperiums anspricht, weil es gerade très chic ist.
Da fehlen mir halt auch Russland, China, die arabischen Reiche, die europäischen Mächte, das Osmanische Reich und noch viele, viele mehr - diese Liste könnte ich jetzt weiterführen, bis die Kommentarbox platzt. Und wenn man sich klarmacht, dass die Imperien in ihrer Geschichte keinen Deut friedlicher und friedensstiftender agierten, dann wird einem hoffentlich klar, dass die Geschichte des Männchens/Menschens genauso rot ist wie die Lippen von Marilyn Monroe.
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