Wirtschaftskrise Der Abschwung fängt erst richtig an

Die Arbeitslosigkeit steigt, die Risiken im Finanzsystem bleiben groß. Trotz einzelner positiver Indikatoren ist die Krise deshalb noch nicht überwunden

Wie schlimm wird diese Krise? Für Laien – Journalisten eingeschlossen – ist das derzeit schwer zu durchschauen. Fachleute geben auch keine eindeutige Antwort. Ein Beispiel: Der Ökonom Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), hält es für gut möglich, dass Deutschland schon im Sommer die Wende schafft. Am selben Tag aber warnt Dominique Strauss-Kahn, Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), vor einem globalen Abschwung, der so schlimm werden könne wie noch nie seit Ende des 2. Weltkriegs.

Hüter ist nicht der Einzige, der relativ optimistische Prognosen abgibt. Er gründet seine Meinung auf Indices, die in jüngster Zeit positiv überraschten. Einer davon ist der Ifo-Index. Er zeigt: Die Unternehmer blicken wieder etwas weniger pessimistisch in die Zukunft als vor wenigen Wochen. Der GfK-Index zum Konsumklima bestätigt zudem, dass die Deutschen immer noch gerne einkaufen gehen. Das sind eigentlich gute Signale.

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Doch im gleichen Moment warnt der IWF auf Grundlage seiner Daten, die Rezession könnte selbst die Industriestaaten Europas an den Rand ihrer finanziellen Kräfte bringen. Strauss-Kahn sagt: "Es wird keine wirtschaftliche Erholung geben, solange die Banken immer neue Verluste anhäufen."

Im Publikum treten derweil leichte Ermüdungserscheinungen auf. Seit Monaten reden Politiker und Ökonomen von der Krise, malen Journalisten Schreckensszenarien aus. Bislang hat sich die Krise im Alltag vieler Deutscher aber noch nicht bemerkbar gemacht, Autofacharbeiter und Bankangestellte einmal ausgenommen. Ist die Schwarzmalerei vielleicht doch übertrieben?

Es ist ja wahr, dass auf die Vorhersagen der Konjunkturforscher nicht immer Verlass ist. Sie basieren auf mathematischen Modellen, mit denen die Verwerfungen der Finanzkrise gar nicht abzubilden sind. Die Bundesregierung beispielsweise gründete ihre jüngste Prognose (2,25 Prozent Wachstum) auf der Annahme, dass sich die Finanzkrise nicht weiter verstärkt und es zu keiner Kreditklemme kommt.

Leser-Kommentare
  1. > Es ist ja wahr, dass auf die Vorhersagen der Konjunkturforscher nicht immer Verlass ist. <

    Was ist mit "nicht immer" gemeint? Das letzte halbe Jahr hat keine einzige Prognose auch nur den Hauch von "Verlass" gehabt.

    Es sollte am besten überhaupt keine Artikel in diesem Themenkreis mehr geben. Sonst wiederholen sich alle Kommentare immer wieder und das wird langsam ermüdend.

    Danke.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

  2. Ganz abgesehen davon, daß ich Kommentar #1 nur voll zustimmen kann:

    "Nachdem das deutsche Konjunkturpaket verabschiedet wurde, haben sich die Erwartungen der Unternehmer wieder etwas aufgehellt. Das und nichts anderes spiegelt der jüngste ifo-Index wieder."

    Jetzt geht sogar hier der Murks los, wie bei Produktvergleichen, wo die Achsenbezeichnungen weggelassen werden oder nicht bei 0 losgehen.

    Wenn der freie Fall des Ifo-Index gestoppt ist, dann ist das noch lange keine Trendwende. Dieser Index, dessen Aussagekraft bei allen Zweifeln gegenüber solchen Statistiken und Meinungsumfragen doch ein wichtiger Anhaltspunkt für die Börse und damit wiederum selbst Stimmungsmacher ist, nun dieser Index ist noch immer weit unter 100, was soviel bedeutet wie: die Erwartungen sind schlecht, aber nicht mehr so schlecht wie vorher. Also hellschwarz statt dunkelschwarz.

    Das ist so toll wie wenn sich Politiker jeglichen Lagers auf die Schulter klopfen und die Reduzierung der Neuverschuldung als Erfolg feiern.

    Ich habe oft das Gefühl, Broker und Politiker haben von Mathe überhaupt keine Ahnung - aber mit der ersten und zweiten (oder gar dritten, hallo Derivate-Markt) Ableitung arbeiten sie trotzdem jeden Tag.

    • TyRell
    • 29.01.2009 um 18:18 Uhr

    Ist die Welt wie wir sie kennen schon untergegangen? Wenn nicht, dann besteht noch Hoffnung für "The New Pragmatismus".

    Finanzkrise, Weltwirtschaftskrise, Spekulationskrise, Hypothekenkrise, Bankenkrise, Vertrauenskrise und jetzt spricht man schon von Depression. Von all diesen interessanten Neologismen, die wir Tag ein Tag aus in den Tageszeitungen lesen können, ist wohl das Wort "Vertrauenskrise" von wirklicher Bedeutung. Denn nichts beschreibt die Lage der Wirtschaft besser als "fehlendes Vertrauen".

    Wirkliche Gründe für ein Einbrechen der Konjunktur sorgt realistisch betrachtet das fehlende Kapital in den USA, deren Konsum fast ausschließlich, um im Finanzjargon zu bleiben, "geleveraged" wurde. Das Einbrechen der Automobilexporte ist nichts weiter als die Bereinigung von Überkapazitäten. Banken können Hilfen in Anspruch nehmen, um die Kreditvergabe anzukurbeln und jedes Unternehmen, das ein vernünftiges Geschäftskonzept und über solide Bilanzen verfügt, wird keine Probleme bei der Beschaffung neuer Kredite haben.

    Eigentlich könnte man hier einen Punkt setzen und morgen würde sich die Welt genauso weiterdrehen wie in den vergangenen zehn Jahren, aber jetzt wird es besonders interessant: Die Verluste der Banken und die Kreditausfälle in Zusammenhang mit den sinkenden Immobilienpreisen in den USA haben die Menschen derart verunsichert, dass sie sich beim Konsum zurückhalten, weil sie um ihre Arbeitsplätze fürchten und dadurch, dass sie so handeln, gefährden sie ihre Arbeitsplätze viel stärker.

    Hier setzt die psychologische Abwärtsspirale ein: Private Haushalte enthalten sich beim Konsum --> Umsätze und Gewinne von Unternehmen gehen weiter zurück --> Arbeitnehmer werden entlassen --> die Unsicherheit wird weiter verstärkt --> Konsum geht noch weiter zurück --> Unternehmen schließen und entlassen weiterhin Arbeitnehmer --> Arbeitslosenzahl steigt. Ab einem gewissen Punkt wird es nicht mehr möglich sein, Arbeitnehmer zu entlassen, um überhaupt noch die Produktion aufrechtzuerhalten. Dieser Punkt markiert die Rückkehr des Vertrauens in die Wirtschaft und wir befinden uns erneut in einer Wachstumsphase.

    Würden es diesen Zyklus nicht geben, dann würden Aktienkurse nicht fallen und es wäre nicht interessant, Aktien zu sehr guten Preisen zu kaufen. Das ist keine Aufforderung zum Kauf, aber wer an das Morgen denkt, der deckt sich heute ein und legt sich schlafen.

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    • vlad
    • 29.01.2009 um 18:52 Uhr

    Eigentlich könnte man hier einen Punkt setzen und morgen würde sich die Welt genauso weiterdrehen wie in den vergangenen zehn Jahren, aber jetzt wird es besonders interessant: Die Verluste der Banken und die Kreditausfälle in Zusammenhang mit den sinkenden Immobilienpreisen in den USA haben die Menschen derart verunsichert, dass sie sich beim Konsum zurückhalten, weil sie um ihre Arbeitsplätze fürchten und dadurch, dass sie so handeln, gefährden sie ihre Arbeitsplätze viel stärker.

    Es ist eigentlich noch einfacher:

    In den USA, aber auch in D, gehen (insbesondere in der letzten Dekade) die Einkommen und das Vermoegen der einzelnen Bevoelkerungsgruppen stark auseinander: ein kleiner Anteil der Bevoelkerung wird immer reicher und ein grosser Teil immer aermer. Gleichzeitig ist der reale Produktivitaetsfortschritt nur noch im 1% Bereich, die Reichen koennen viel Geld sparen, das sie gewinnbringend anlegen wollen, die Armen wuerden gerne konsumieren. Da Geldanlagen in realen Investitionsguetern nicht sehr profitabel sind (-> geringer Produktivitaetsfortschritt), werden vorwiegend Kredite an die Armen gegeben. Die freuen sich natuerlich, weil sie damit vermeintlich reich sind. Durch Zinszahlungen und Kredittilgung wird man aber nicht reicher. Ergo wird es immer unwahrscheinlicher, dass die Kredite zurueck- oder gar nur die Zinsen gezahlt werden koennen. Wenn sich das dann rumspricht ist die Krise da.

    Einziges Gegenmittel: Einkommen und Vermoegen gerechter verteilen. Angriffspunkte: Einkommenssteuer progressiver machen, Mindestlohn einfuehren, Hartz4 erhoehen (eh ein Witz im Vergleich zu den Milliardenbetraegen an die Banken), Vermoegenssteuer einfuehren, Staatsquote erhoehen (und gerechte Loehne zahlen)

    Die Armen wuerden sofort konsumieren, die Reichen werden aber einen Grossteil der Steuergeschenke (Konjunkturpaket II) gewinnbringend anlegen (--> naechste Krise)

    • vlad
    • 29.01.2009 um 18:52 Uhr

    Eigentlich könnte man hier einen Punkt setzen und morgen würde sich die Welt genauso weiterdrehen wie in den vergangenen zehn Jahren, aber jetzt wird es besonders interessant: Die Verluste der Banken und die Kreditausfälle in Zusammenhang mit den sinkenden Immobilienpreisen in den USA haben die Menschen derart verunsichert, dass sie sich beim Konsum zurückhalten, weil sie um ihre Arbeitsplätze fürchten und dadurch, dass sie so handeln, gefährden sie ihre Arbeitsplätze viel stärker.

    Es ist eigentlich noch einfacher:

    In den USA, aber auch in D, gehen (insbesondere in der letzten Dekade) die Einkommen und das Vermoegen der einzelnen Bevoelkerungsgruppen stark auseinander: ein kleiner Anteil der Bevoelkerung wird immer reicher und ein grosser Teil immer aermer. Gleichzeitig ist der reale Produktivitaetsfortschritt nur noch im 1% Bereich, die Reichen koennen viel Geld sparen, das sie gewinnbringend anlegen wollen, die Armen wuerden gerne konsumieren. Da Geldanlagen in realen Investitionsguetern nicht sehr profitabel sind (-> geringer Produktivitaetsfortschritt), werden vorwiegend Kredite an die Armen gegeben. Die freuen sich natuerlich, weil sie damit vermeintlich reich sind. Durch Zinszahlungen und Kredittilgung wird man aber nicht reicher. Ergo wird es immer unwahrscheinlicher, dass die Kredite zurueck- oder gar nur die Zinsen gezahlt werden koennen. Wenn sich das dann rumspricht ist die Krise da.

    Einziges Gegenmittel: Einkommen und Vermoegen gerechter verteilen. Angriffspunkte: Einkommenssteuer progressiver machen, Mindestlohn einfuehren, Hartz4 erhoehen (eh ein Witz im Vergleich zu den Milliardenbetraegen an die Banken), Vermoegenssteuer einfuehren, Staatsquote erhoehen (und gerechte Loehne zahlen)

    Die Armen wuerden sofort konsumieren, die Reichen werden aber einen Grossteil der Steuergeschenke (Konjunkturpaket II) gewinnbringend anlegen (--> naechste Krise)

    • politz
    • 29.01.2009 um 18:21 Uhr

    "Die Unternehmen blicken wieder positiv in die Zukunft." Das ist eine grobe Falschaussage. Der Teilindikator Geschätserwartungen befindet sich nach wie vor auf dem tiefsten jemals verzeichneten Stand. Die überwältigende Zahl der Unternehmen erwartet, dass sich die Lage in den sechs Monaten weiter verschlechtern wird. Ein Anstieg der Geschäftserwartungen ist ohne Belang, solange diese per Saldo negativ sind. Es geht überhaupt nicht darum, ob sich die Erwartungen weiter verschlechtern, sondern ob sich die Geschäftslage verschlechtert. Bleibt diese weiter im Keller, und das signalisieren alle Indikatoren, ist die Krise nicht vorbei. Im Gegenteil: Sie wird sich laut ifo-Index in den nächsten sechs Monaten nochmals massiv verschärfen. Bis die Output-Lücke geschlossen ist, die durch die Wirtschaftskrise gerissen wurde, wird noch etliche Zeit vergehen. Das wird niemals vor 2011 stattfinden. Und solange steigt die Arbeitslosigkeit kontinuierlich an.

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    Volle Zustimmung.

    Hinzuzusetzen wäre lediglich noch, daß die Krise uns wesentlich länger verfolgen dürfte als bislang angenommen, ich persönlich rechne mindestens mit 4 bis 5 Jahren.
    Und wenn sie vorüber ist? Richtig, dann haben wir als nächstes die Inflation am Hals - woher kommt die? Richtig, vom exorbitanten deficit spending, von der noch weiter zunehmenden Ausweitung der Geldmenge, also genau das, womit man die derzeitige Krise ursprünglich ausschlämmen wollte.

    Vermutlich wird die nächste Dekade nicht die goldenste.

    Volle Zustimmung.

    Hinzuzusetzen wäre lediglich noch, daß die Krise uns wesentlich länger verfolgen dürfte als bislang angenommen, ich persönlich rechne mindestens mit 4 bis 5 Jahren.
    Und wenn sie vorüber ist? Richtig, dann haben wir als nächstes die Inflation am Hals - woher kommt die? Richtig, vom exorbitanten deficit spending, von der noch weiter zunehmenden Ausweitung der Geldmenge, also genau das, womit man die derzeitige Krise ursprünglich ausschlämmen wollte.

    Vermutlich wird die nächste Dekade nicht die goldenste.

  3. Volle Zustimmung.

    Hinzuzusetzen wäre lediglich noch, daß die Krise uns wesentlich länger verfolgen dürfte als bislang angenommen, ich persönlich rechne mindestens mit 4 bis 5 Jahren.
    Und wenn sie vorüber ist? Richtig, dann haben wir als nächstes die Inflation am Hals - woher kommt die? Richtig, vom exorbitanten deficit spending, von der noch weiter zunehmenden Ausweitung der Geldmenge, also genau das, womit man die derzeitige Krise ursprünglich ausschlämmen wollte.

    Vermutlich wird die nächste Dekade nicht die goldenste.

    Antwort auf "Irreführung"
    • vlad
    • 29.01.2009 um 18:52 Uhr

    Eigentlich könnte man hier einen Punkt setzen und morgen würde sich die Welt genauso weiterdrehen wie in den vergangenen zehn Jahren, aber jetzt wird es besonders interessant: Die Verluste der Banken und die Kreditausfälle in Zusammenhang mit den sinkenden Immobilienpreisen in den USA haben die Menschen derart verunsichert, dass sie sich beim Konsum zurückhalten, weil sie um ihre Arbeitsplätze fürchten und dadurch, dass sie so handeln, gefährden sie ihre Arbeitsplätze viel stärker.

    Es ist eigentlich noch einfacher:

    In den USA, aber auch in D, gehen (insbesondere in der letzten Dekade) die Einkommen und das Vermoegen der einzelnen Bevoelkerungsgruppen stark auseinander: ein kleiner Anteil der Bevoelkerung wird immer reicher und ein grosser Teil immer aermer. Gleichzeitig ist der reale Produktivitaetsfortschritt nur noch im 1% Bereich, die Reichen koennen viel Geld sparen, das sie gewinnbringend anlegen wollen, die Armen wuerden gerne konsumieren. Da Geldanlagen in realen Investitionsguetern nicht sehr profitabel sind (-> geringer Produktivitaetsfortschritt), werden vorwiegend Kredite an die Armen gegeben. Die freuen sich natuerlich, weil sie damit vermeintlich reich sind. Durch Zinszahlungen und Kredittilgung wird man aber nicht reicher. Ergo wird es immer unwahrscheinlicher, dass die Kredite zurueck- oder gar nur die Zinsen gezahlt werden koennen. Wenn sich das dann rumspricht ist die Krise da.

    Einziges Gegenmittel: Einkommen und Vermoegen gerechter verteilen. Angriffspunkte: Einkommenssteuer progressiver machen, Mindestlohn einfuehren, Hartz4 erhoehen (eh ein Witz im Vergleich zu den Milliardenbetraegen an die Banken), Vermoegenssteuer einfuehren, Staatsquote erhoehen (und gerechte Loehne zahlen)

    Die Armen wuerden sofort konsumieren, die Reichen werden aber einen Grossteil der Steuergeschenke (Konjunkturpaket II) gewinnbringend anlegen (--> naechste Krise)

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    Kommentar 1.

    Die Vorschläge sind gut. Das Problem ist nur, dass niemand sie umsetzen wird. Es gibt zu viele Interessenlagen (auch das ist nicht neu) und das Kapital setzt die Maßstäbe (auch das ist nicht neu).

    Dass der Mittelstand langsam verschwindet ist auch nicht neu. Die USA sind uns nur zehn bis fünfzehn Jahre voraus.

    Also, wie schon gesagt, alle Prognosen können richtig oder falsch sein, aber was hilft uns das? (Ich resigniere nicht aber realistisch bleiben ist besser als die beiden anderen Extreme)

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    • TyRell
    • 29.01.2009 um 19:36 Uhr

    Das ist doch nicht mehr realistisch, weil wir in einem globalen Wettbewerb uns es nicht erlauben können, ein Fels in der Brandung zu sein, indem wir den "sozial-marktwirtschaftlichen Wohlfahrtsstaat" bilden.

    Wenn Sie wirklich wollen, dass die Arbeitslosenzahl und die Gerechtigkeitslücke bekämpfen, dann fängt man bei der Wurzel des Problems an. Konkret bedeutet das, dass wir eine massive Ausweitung der finanziellen Mittel für Bildungseinrichtungen (Kitas, Kindergärten, Grundschulen, weiterführende Schulen, Universitäten und private Einrichtungen) durchführen und Kosten auf Seiten der Transferleistungen senken.

    Um die Arbeitnehmerzahl zu erhören senken wir die Lohnnebenkosten eines Arbeitnehmers für Unternehmen. Bei der aktuellen Belastung, kosten je zwei Arbeitnehmer den Durchschnittslohn eines dritten Arbeitnehmers. Die Krise müssten wir nutzen, um gestärkt aus ihr heraus zu gehen und diesen Wandel schaffen wir nur durch handeln. Mein Plädoyer wäre der Umstieg von einer Transfernation in eine Forschungsnation:

    - Massive Ausweitung der Forschungsgelder
    - Massive Ausweitung der Zuschüsse für Bildungseinrichtungen
    - Einheitlicher Mehrwertsteuersatz bei 8%
    - 3-Gliedriges-Steuersystem: 5%, 10%, 20%
    - Keine Steuern auf bewegliches Vermögen (Wertpapiere, Gemälde usw.)
    - Keine Erbschaftssteuer
    - Abschaffung der KFZ-Steuer
    - Abschaffung der Ökosteuer
    - Abschaffung des Solidaritätszuschlags
    - Abschaffung der Pflegeversicherung
    - Abschaffung der Arbeitslosenversicherung
    - Einheitliche Unternehmenssteuer bei 15%
    - Deregulierung und Entbürokratisierung
    - Aufsicht von Banken verstärken

    Mit diesem Paket würde die Arbeitslosenzahl nahe 0% liegen. Der Konsum würde nahezu explodieren. So etwas könnte man vielleicht Konjunkturpaket nennen und das wäre eine Antwort auf die Wirtschaftskrise. Dieser Wandel braucht aber Mut und Tatkraft und ich traue das einer schwerfälligen und derart konservativen Politik, wie der in Deutschland, nicht zu.

    Kommentar 1.

    Die Vorschläge sind gut. Das Problem ist nur, dass niemand sie umsetzen wird. Es gibt zu viele Interessenlagen (auch das ist nicht neu) und das Kapital setzt die Maßstäbe (auch das ist nicht neu).

    Dass der Mittelstand langsam verschwindet ist auch nicht neu. Die USA sind uns nur zehn bis fünfzehn Jahre voraus.

    Also, wie schon gesagt, alle Prognosen können richtig oder falsch sein, aber was hilft uns das? (Ich resigniere nicht aber realistisch bleiben ist besser als die beiden anderen Extreme)

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    • TyRell
    • 29.01.2009 um 19:36 Uhr

    Das ist doch nicht mehr realistisch, weil wir in einem globalen Wettbewerb uns es nicht erlauben können, ein Fels in der Brandung zu sein, indem wir den "sozial-marktwirtschaftlichen Wohlfahrtsstaat" bilden.

    Wenn Sie wirklich wollen, dass die Arbeitslosenzahl und die Gerechtigkeitslücke bekämpfen, dann fängt man bei der Wurzel des Problems an. Konkret bedeutet das, dass wir eine massive Ausweitung der finanziellen Mittel für Bildungseinrichtungen (Kitas, Kindergärten, Grundschulen, weiterführende Schulen, Universitäten und private Einrichtungen) durchführen und Kosten auf Seiten der Transferleistungen senken.

    Um die Arbeitnehmerzahl zu erhören senken wir die Lohnnebenkosten eines Arbeitnehmers für Unternehmen. Bei der aktuellen Belastung, kosten je zwei Arbeitnehmer den Durchschnittslohn eines dritten Arbeitnehmers. Die Krise müssten wir nutzen, um gestärkt aus ihr heraus zu gehen und diesen Wandel schaffen wir nur durch handeln. Mein Plädoyer wäre der Umstieg von einer Transfernation in eine Forschungsnation:

    - Massive Ausweitung der Forschungsgelder
    - Massive Ausweitung der Zuschüsse für Bildungseinrichtungen
    - Einheitlicher Mehrwertsteuersatz bei 8%
    - 3-Gliedriges-Steuersystem: 5%, 10%, 20%
    - Keine Steuern auf bewegliches Vermögen (Wertpapiere, Gemälde usw.)
    - Keine Erbschaftssteuer
    - Abschaffung der KFZ-Steuer
    - Abschaffung der Ökosteuer
    - Abschaffung des Solidaritätszuschlags
    - Abschaffung der Pflegeversicherung
    - Abschaffung der Arbeitslosenversicherung
    - Einheitliche Unternehmenssteuer bei 15%
    - Deregulierung und Entbürokratisierung
    - Aufsicht von Banken verstärken

    Mit diesem Paket würde die Arbeitslosenzahl nahe 0% liegen. Der Konsum würde nahezu explodieren. So etwas könnte man vielleicht Konjunkturpaket nennen und das wäre eine Antwort auf die Wirtschaftskrise. Dieser Wandel braucht aber Mut und Tatkraft und ich traue das einer schwerfälligen und derart konservativen Politik, wie der in Deutschland, nicht zu.

  4. Redaktion

    Liebe Leser,

    danke für die kritischen Hinweise. Der ifo-Index war tatsächlich zu positiv interpretiert. Ich habe das jetzt geändert und hoffe, die aktuelle Formulierung ist eindeutig.

    Viele Grüße,
    Alexandra Endres
    Redaktion ZEIT ONLINE

    • Piepe
    • 29.01.2009 um 19:06 Uhr

    vermeiden ist.
    Und diese den Steuerzahler 30 bis 80 Milliarden Euro jährlich kosten wird.
    Sollte der Steuerzahler dafür politische Zugeständnisse von der Elite einhandeln. 30 - 80 Milliarden Euro hören sich viel an.
    Aber wenn das BIP um 5 % sinkt, kostet dies uns einen Wohlstandsverlust von über 150 Milliarden Euro.
    Die 30 - 80 Milliarden Euro sind nicht allein durch eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes zu finanzieren, sondern nur durch eine Mehrwertsteuererhöhung.
    Da diese kleine Einkommen besonders belastet und die Bad Bank vor allem die großen Vermögen rettet
    sollten diese in Zukunft auch zur Finanzierung der Sozialversicherungen herangezogen werden.
    Ausnahmslos alle Einkommensarten werden sozialversicherungspflichtig ohne Beitragsbemessungsgrenze.
    Die Aldi - Brüder können es sich leisten 50 Millionen in die Rentenversicherung und 50 Millionen in die Krankenversicherung einzuzahlen.
    Ihnen bleiben immer noch 800 Millionen Euro Einkommen jährlich.
    Ich denke allen Bundesbürgern ist an mehr sozialer Sicherheit und sicheren Rentenzahlungen und einem guten Gesundheitssystem gelegen.
    Und an einem fairen Ausgleich der zu tragenden Lasten der Finanzkrise.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich kann ihnen nur recht geben. Die Beitragsbemessungsgrenzen und die privaten Krankenversicherungen sind unsozial und müßen abgeschafft werden. Die besserverdienenden nehmen den Arbeitern, also denen die wirklich arbeiten und nicht nur davon reden, Geld weg um sich zu bereichern. Das war schon immer so und wird sich auch nicht ändern lassen.

    Da die Arbeitnehmer immer weniger verdienen und es immer weniger Arbeitsplätze gibt wird die Last die jeder einzelne "Otto Normalverbraucher" zu tragen hat immer höher, wären die Last der Besserverdienenden nicht anwächst, da es die Beitragbessungsgrenzen gibt. Gerade diese "soziale" Schicht deren Reichtum immer mehr anwächst beteiligt sich nicht am Allgemeinwohl, will aber auch die Einrichtung der Allgemeinheit in Anspruch nehmen. Zu den Einrichtungen gehören Polizei, Feuerwehr, Beamte, öffentlichen Gebäuden Straßen und Autobahnen etc..

    Ohne Beitragsbessungsgrenzen wären viele Probleme auf einen Schlag gelöst. Das wäre der Weg aus der Krise, aber wer hört schon auf uns...

    ...das stimmt zwar alles, was Sie schreiben. Aber: ich habe keine Lust mehr zu zahlen. Es reicht. Soll eben der Wohlstand sinken - mit 5% Rückgang, wäre er etwa auf dem Niwo von vor 4 Jahren. Wir sind nicht verhungert. Es ist eine himmelschreiende Sauerei, wie mit dem Geld anständiger Menschen verfahren wird. Was wir hier erleben ist die Absurdität der Perversion. Ich zahle meine Steuern, dafür, daß es der Allgemeinheit gut geht und das Einkommen gerechter verteilt wird. Ich zahle meine Steuern NICHT dafür, daß es selbstverschuldet in Schieflage geratene Banken rettet, deren Eigentümer an der Krise ebenso schuld sind wie ihre Manager. Keine Bad Bank, keine Staatsbürgschaften und Konjunkturpakete können einen nachhaltigen Abschwung auch nur entschärfen. Es wurde virtuelles Geld aus dem Nichts erschaffen. Dieses virtuelle Geld muß nun real vernichtet werden und das ist gut so. Halt nein. Das WÄRE gut so, denn das geschieht ja nicht. Statt dessen wird das virtuelle Geld durch echte Schulden verdrängt und bald ist die nächste Krise da. Vermutlich dann aber auch die letzte.

    Ich kann ihnen nur recht geben. Die Beitragsbemessungsgrenzen und die privaten Krankenversicherungen sind unsozial und müßen abgeschafft werden. Die besserverdienenden nehmen den Arbeitern, also denen die wirklich arbeiten und nicht nur davon reden, Geld weg um sich zu bereichern. Das war schon immer so und wird sich auch nicht ändern lassen.

    Da die Arbeitnehmer immer weniger verdienen und es immer weniger Arbeitsplätze gibt wird die Last die jeder einzelne "Otto Normalverbraucher" zu tragen hat immer höher, wären die Last der Besserverdienenden nicht anwächst, da es die Beitragbessungsgrenzen gibt. Gerade diese "soziale" Schicht deren Reichtum immer mehr anwächst beteiligt sich nicht am Allgemeinwohl, will aber auch die Einrichtung der Allgemeinheit in Anspruch nehmen. Zu den Einrichtungen gehören Polizei, Feuerwehr, Beamte, öffentlichen Gebäuden Straßen und Autobahnen etc..

    Ohne Beitragsbessungsgrenzen wären viele Probleme auf einen Schlag gelöst. Das wäre der Weg aus der Krise, aber wer hört schon auf uns...

    ...das stimmt zwar alles, was Sie schreiben. Aber: ich habe keine Lust mehr zu zahlen. Es reicht. Soll eben der Wohlstand sinken - mit 5% Rückgang, wäre er etwa auf dem Niwo von vor 4 Jahren. Wir sind nicht verhungert. Es ist eine himmelschreiende Sauerei, wie mit dem Geld anständiger Menschen verfahren wird. Was wir hier erleben ist die Absurdität der Perversion. Ich zahle meine Steuern, dafür, daß es der Allgemeinheit gut geht und das Einkommen gerechter verteilt wird. Ich zahle meine Steuern NICHT dafür, daß es selbstverschuldet in Schieflage geratene Banken rettet, deren Eigentümer an der Krise ebenso schuld sind wie ihre Manager. Keine Bad Bank, keine Staatsbürgschaften und Konjunkturpakete können einen nachhaltigen Abschwung auch nur entschärfen. Es wurde virtuelles Geld aus dem Nichts erschaffen. Dieses virtuelle Geld muß nun real vernichtet werden und das ist gut so. Halt nein. Das WÄRE gut so, denn das geschieht ja nicht. Statt dessen wird das virtuelle Geld durch echte Schulden verdrängt und bald ist die nächste Krise da. Vermutlich dann aber auch die letzte.

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