Managergehälter Ein bisschen mehr Offenheit

Die Große Koalition will Manager zum Umdenken bewegen. Mit dem Vorschlag einer indirekten Begrenzung der Gehälter konnte sich die SPD aber nicht durchsetzen.

Es war CDU-Kanzlerin Angela Merkel selbst, die der Debatte vor gut einem Jahr den entscheidenden Anstoß gab. "Warum wird mit Geld überschüttet, wer auf ganzer Linie versagt hat?", empörte sie sich mit Hinblick auf hohe Managerabfindungen auf dem CDU-Parteitag in Hannover im Dezember 2007. Seither drängte die SPD, den Worten müssten auch Taten folgen. Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise, die nach übereinstimmender Ansicht nicht zuletzt von der Gier von Bankern und Managern ausgelöst wurde, erhöhte zusätzlich den Druck, bei der Gestaltung von Managergehältern aktiv zu werden.

Am Mittwoch nun hat die Koalitionsarbeitsgruppe, die mit der konkreten Umsetzung befasst war, ihre Arbeit abgeschlossen. In zentralen Punkten konnte sie allerdings keine Einigung erzielen.

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So konnte sich die SPD nicht damit durchsetzen, die steuerliche Abzugsfähigkeit der Vorstandsbezüge und Abfindungen von den Betriebsausgaben zu begrenzen. Dies hätte ein Anreiz sein können, keine Gehälter jenseits der festgelegten Grenze zu zahlen. Rechtlich wäre dies möglich gewesen. Die Union war jedoch vom Nutzen eines solchen Eingriffs nicht überzeugt. In den USA sei diese Regelung bereits getestet worden, heißt es aus der Unionsfraktion. Einziger Effekt sei jedoch gewesen, dass anstelle der Gehälter Boni und Optionen, die weiterhin voll absetzbar waren, gestiegen seien.

Nicht durchsetzen konnten sich die Sozialdemokraten bislang auch mit dem Vorhaben, die Unternehmensführung auf ein wie auch immer geartetes "Allgemeinwohl" zu verpflichten. Die Union sieht darin jedoch einen Verstoß gegen das marktwirtschaftliche Grundprinzip, wonach das öffentliche Interesse Sache des Staates sei, während Unternehmen nun mal dazu da seien, private Interessen zu verfolgen.

Am 4. März werden sich nun die Spitzenpolitiker beider Parteien im Koalitionsausschuss mit dem Thema beschäftigen. Die Union plädiert allerdings dafür, die strittigen Fragen auszuklammern und lieber die Punkte, über die Einigkeit besteht, schnell umzusetzen. Ein "Kuhhandel" solle vermieden werden.

Konsens besteht beispielsweise darüber, dass Manager Aktienoptionen künftig erst nach vier statt wie bisher nach zwei Jahren einlösen können sollen. Auf diese Weise soll in den Vorstandsetagen der großen Unternehmen langfristiges Denken gefördert werden. Allzu viel Lenkungswirkung sollte man davon aber wohl nicht erwarten. So wurde bei Lehman-Brothers, also der Bank, deren Zusammenbruch die gegenwärtigen Krise mit ausgelöst hat, über die Hälfte aller Boni in Aktien vergütet, die sogar eine Haltefrist von fünf Jahren hatten.

Leser-Kommentare

  1. "Einziger Effekt sei jedoch gewesen, dass anstelle der Gehälter Boni und Optionen, die weiterhin voll absetzbar waren, gestiegen seien."

    Warum kann der Gesetzgeber nicht einfach alle Bezuege von Vorstaenden versteuern, egal ob sie aus Gehaeltern, Abfindungen, Boni oder Optionen stammen?
    Wurde das in den USA auch schon getestet?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Steuerrecht keine geeigneten Mittel zur Hand gibt. Eher schon, dass es an einem politischen Willen, der ueber die jetzige Scheindebatte hinausgeht, mangelt.

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    und natürlich wie Zitat - Zwar gibt es solche Regelungen auch bisher schon, sie wurden allerdings wenig angewandt. -

    Wenn Regelungen bis jetzt nicht angewandt wurden was lässt uns dann von den neuen hoffen? Es sind mal wieder nur Wischi-Waschi-Regelungen, wenn man denn von Regelungen überhaupt sprechen kann, dabei herausgekommen und man muss kein Pessimist sein wenn man daraus schließt, dass sich nichts ändern wird.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    • NoG
    • 29.01.2009 um 23:02 Uhr

    bzw am gegenseitigen verstaendnis.
    der bestbezahlte angestellte der aktiengesellschaft bekommt sein geld auch wenn es nicht so gut laeuft und das ganze vielleicht auch noch an ihm liegt.
    dem politiker gehts da im prinzip genauso.

    vom verantwortungsgefuehl der akteure haengt das handeln ab.
    von mir aus koennen solche leute mit verantwortung viel geld verdienen.
    allerdings muessen sie mehr dafuer gerade stehen und nicht schon nach rel. kurzer zeit mit mittelpraechtigen leistungen im sozialen hort der oberschicht ankommen.
    die abgezockesten dieser leute fallen aber nie tief, obwohl dies ein privileg der talentiertesten sein muesste.

    die gehaelter in der politik (ohne die derzeitigen rentenregelungen) duerfen ruhig noch hoeher sein. dann gibt es halt nur eine lobby - das volk.
    und dieses muss direkter beteiligt werden.
    bedauerlicherweise ist wohl nicht mal die haelfte der bevoelkerung bereit, "sein leben" fuer eine der bekannten parteien zu geben.
    woran das wohl liegen wird?
    schlechte pr und lobbyarbeit?

    bei solchen gehaltsdebatten frage ich mich, welche rolle da gewerkschaften spielen.
    irgendwie haben die gar keine tiefegehende mediale praesenz mehr oder sind deren funktionaere mittlerweile auch schon aus der großen kaste der leicht armutsgefaehrdeten kaste "mittelschicht" nach oben gerutscht?

    eine gesellschaftliche spaltung laesst sich nur bis zu einem gewissen grad akzeptabel verkaufen.
    wenn die "grosse masse" in der armut irgendwann mal zusammenruecken sollte,
    brennt im januar sicherlich nicht nur der weihanchtsbaum.

    und natürlich wie Zitat - Zwar gibt es solche Regelungen auch bisher schon, sie wurden allerdings wenig angewandt. -

    Wenn Regelungen bis jetzt nicht angewandt wurden was lässt uns dann von den neuen hoffen? Es sind mal wieder nur Wischi-Waschi-Regelungen, wenn man denn von Regelungen überhaupt sprechen kann, dabei herausgekommen und man muss kein Pessimist sein wenn man daraus schließt, dass sich nichts ändern wird.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    • NoG
    • 29.01.2009 um 23:02 Uhr

    bzw am gegenseitigen verstaendnis.
    der bestbezahlte angestellte der aktiengesellschaft bekommt sein geld auch wenn es nicht so gut laeuft und das ganze vielleicht auch noch an ihm liegt.
    dem politiker gehts da im prinzip genauso.

    vom verantwortungsgefuehl der akteure haengt das handeln ab.
    von mir aus koennen solche leute mit verantwortung viel geld verdienen.
    allerdings muessen sie mehr dafuer gerade stehen und nicht schon nach rel. kurzer zeit mit mittelpraechtigen leistungen im sozialen hort der oberschicht ankommen.
    die abgezockesten dieser leute fallen aber nie tief, obwohl dies ein privileg der talentiertesten sein muesste.

    die gehaelter in der politik (ohne die derzeitigen rentenregelungen) duerfen ruhig noch hoeher sein. dann gibt es halt nur eine lobby - das volk.
    und dieses muss direkter beteiligt werden.
    bedauerlicherweise ist wohl nicht mal die haelfte der bevoelkerung bereit, "sein leben" fuer eine der bekannten parteien zu geben.
    woran das wohl liegen wird?
    schlechte pr und lobbyarbeit?

    bei solchen gehaltsdebatten frage ich mich, welche rolle da gewerkschaften spielen.
    irgendwie haben die gar keine tiefegehende mediale praesenz mehr oder sind deren funktionaere mittlerweile auch schon aus der großen kaste der leicht armutsgefaehrdeten kaste "mittelschicht" nach oben gerutscht?

    eine gesellschaftliche spaltung laesst sich nur bis zu einem gewissen grad akzeptabel verkaufen.
    wenn die "grosse masse" in der armut irgendwann mal zusammenruecken sollte,
    brennt im januar sicherlich nicht nur der weihanchtsbaum.

  2. und natürlich wie Zitat - Zwar gibt es solche Regelungen auch bisher schon, sie wurden allerdings wenig angewandt. -

    Wenn Regelungen bis jetzt nicht angewandt wurden was lässt uns dann von den neuen hoffen? Es sind mal wieder nur Wischi-Waschi-Regelungen, wenn man denn von Regelungen überhaupt sprechen kann, dabei herausgekommen und man muss kein Pessimist sein wenn man daraus schließt, dass sich nichts ändern wird.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    Antwort auf "Eine einfache Frage"
    • NoG
    • 29.01.2009 um 23:02 Uhr

    bzw am gegenseitigen verstaendnis.
    der bestbezahlte angestellte der aktiengesellschaft bekommt sein geld auch wenn es nicht so gut laeuft und das ganze vielleicht auch noch an ihm liegt.
    dem politiker gehts da im prinzip genauso.

    vom verantwortungsgefuehl der akteure haengt das handeln ab.
    von mir aus koennen solche leute mit verantwortung viel geld verdienen.
    allerdings muessen sie mehr dafuer gerade stehen und nicht schon nach rel. kurzer zeit mit mittelpraechtigen leistungen im sozialen hort der oberschicht ankommen.
    die abgezockesten dieser leute fallen aber nie tief, obwohl dies ein privileg der talentiertesten sein muesste.

    die gehaelter in der politik (ohne die derzeitigen rentenregelungen) duerfen ruhig noch hoeher sein. dann gibt es halt nur eine lobby - das volk.
    und dieses muss direkter beteiligt werden.
    bedauerlicherweise ist wohl nicht mal die haelfte der bevoelkerung bereit, "sein leben" fuer eine der bekannten parteien zu geben.
    woran das wohl liegen wird?
    schlechte pr und lobbyarbeit?

    bei solchen gehaltsdebatten frage ich mich, welche rolle da gewerkschaften spielen.
    irgendwie haben die gar keine tiefegehende mediale praesenz mehr oder sind deren funktionaere mittlerweile auch schon aus der großen kaste der leicht armutsgefaehrdeten kaste "mittelschicht" nach oben gerutscht?

    eine gesellschaftliche spaltung laesst sich nur bis zu einem gewissen grad akzeptabel verkaufen.
    wenn die "grosse masse" in der armut irgendwann mal zusammenruecken sollte,
    brennt im januar sicherlich nicht nur der weihanchtsbaum.

    Antwort auf "Eine einfache Frage"
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    • Isaidy
    • 30.01.2009 um 9:14 Uhr

    nicht die Höhe der Managergehälter wird als unverfroren empfunden, sondern, dass diese ausgezahlt werden und mit Boni und Aktienpaketen unterfüttert werden, auch wenn dem Manager überhaupt kein persönliches Riskiko bei Fehlentscheidungen oder desaströser Führung entsteht. Arbeitet einer hart und leitet ein Unternehmen mit persönlichem Einsatz und Erfolg, dann soll er gut und sehr gut verdienen. Aber Karren an die Wand zu fahren, Konzerne zu fusionieren, um abzusahnen und sie damit in riesige wirtschaftliche Probleme zu leiten, alles ohne jemals für Fehlentscheidungen selbst finanziell geradestehen zu müssen, sondern noch belohnt zu werden, das ist dem "kleinen Mann" nicht plausibel zu machen. Da entsteht dann der Eindruck, dass die machen können, was sie wollen, ohne auch nur im Entferntesten dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden, während wegen ihnen möglicherweise Hunderte ihren Job verlieren. Ich denke, niemand würde bei soliden mittelständischen Familienunternehmen auf die Idee kommen, deren Führungskräfte aufgrund ihrer Gehälter zu kritisieren. Dahinter stecken oftmals geschickter Aufbau, riesiger persönlicher Einsatz und Weitblick, was selbstverständlich zu honorieren ist. Nur Typen, deren vorrangigstes Wahrzeichen ist, dass sie sich selbst verkaufen können und deren vorrangistes Ziel zu sein scheint, sich die Taschen zu stopfen ohne dabei persönliches Risiko zu tragen, die stoßen sauer auf und lassen die Führungsspitzen vieler Konzerne so äußerst hässlich und unglaubwürdig aussehen.

    Die Gewerkschaften sind traditionell eng mit der SPD verflochten.
    Wäre das nicht so, hätte man Hartz4 nicht ohne Gegenwehr durchsetzen können.

    • Isaidy
    • 30.01.2009 um 9:14 Uhr

    nicht die Höhe der Managergehälter wird als unverfroren empfunden, sondern, dass diese ausgezahlt werden und mit Boni und Aktienpaketen unterfüttert werden, auch wenn dem Manager überhaupt kein persönliches Riskiko bei Fehlentscheidungen oder desaströser Führung entsteht. Arbeitet einer hart und leitet ein Unternehmen mit persönlichem Einsatz und Erfolg, dann soll er gut und sehr gut verdienen. Aber Karren an die Wand zu fahren, Konzerne zu fusionieren, um abzusahnen und sie damit in riesige wirtschaftliche Probleme zu leiten, alles ohne jemals für Fehlentscheidungen selbst finanziell geradestehen zu müssen, sondern noch belohnt zu werden, das ist dem "kleinen Mann" nicht plausibel zu machen. Da entsteht dann der Eindruck, dass die machen können, was sie wollen, ohne auch nur im Entferntesten dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden, während wegen ihnen möglicherweise Hunderte ihren Job verlieren. Ich denke, niemand würde bei soliden mittelständischen Familienunternehmen auf die Idee kommen, deren Führungskräfte aufgrund ihrer Gehälter zu kritisieren. Dahinter stecken oftmals geschickter Aufbau, riesiger persönlicher Einsatz und Weitblick, was selbstverständlich zu honorieren ist. Nur Typen, deren vorrangigstes Wahrzeichen ist, dass sie sich selbst verkaufen können und deren vorrangistes Ziel zu sein scheint, sich die Taschen zu stopfen ohne dabei persönliches Risiko zu tragen, die stoßen sauer auf und lassen die Führungsspitzen vieler Konzerne so äußerst hässlich und unglaubwürdig aussehen.

    Die Gewerkschaften sind traditionell eng mit der SPD verflochten.
    Wäre das nicht so, hätte man Hartz4 nicht ohne Gegenwehr durchsetzen können.

    • Isaidy
    • 30.01.2009 um 9:14 Uhr

    nicht die Höhe der Managergehälter wird als unverfroren empfunden, sondern, dass diese ausgezahlt werden und mit Boni und Aktienpaketen unterfüttert werden, auch wenn dem Manager überhaupt kein persönliches Riskiko bei Fehlentscheidungen oder desaströser Führung entsteht. Arbeitet einer hart und leitet ein Unternehmen mit persönlichem Einsatz und Erfolg, dann soll er gut und sehr gut verdienen. Aber Karren an die Wand zu fahren, Konzerne zu fusionieren, um abzusahnen und sie damit in riesige wirtschaftliche Probleme zu leiten, alles ohne jemals für Fehlentscheidungen selbst finanziell geradestehen zu müssen, sondern noch belohnt zu werden, das ist dem "kleinen Mann" nicht plausibel zu machen. Da entsteht dann der Eindruck, dass die machen können, was sie wollen, ohne auch nur im Entferntesten dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden, während wegen ihnen möglicherweise Hunderte ihren Job verlieren. Ich denke, niemand würde bei soliden mittelständischen Familienunternehmen auf die Idee kommen, deren Führungskräfte aufgrund ihrer Gehälter zu kritisieren. Dahinter stecken oftmals geschickter Aufbau, riesiger persönlicher Einsatz und Weitblick, was selbstverständlich zu honorieren ist. Nur Typen, deren vorrangigstes Wahrzeichen ist, dass sie sich selbst verkaufen können und deren vorrangistes Ziel zu sein scheint, sich die Taschen zu stopfen ohne dabei persönliches Risiko zu tragen, die stoßen sauer auf und lassen die Führungsspitzen vieler Konzerne so äußerst hässlich und unglaubwürdig aussehen.

  3. Während Kleinaktionäre jetzt zunehmend in den Sog der Zwangsenteignung geraten, kassieren die Verursacher der Krise mit astronomisch hohen Abfindungen, Boni etc. ab. Statt den kleinen Leuten ihre Ersparnisse abzunehmen bzw. deren hart verdiente Steuergelder zu verschwenden, sollte man endlich einmal ein Signal setzen. Wenn schon Enteignung, dann sollte man da anfangen, wo der Schaden verursacht wurde: bei den Bankmanagern selber. Diese sonnen sich aber weiterhin in ihrem gesetzlich geschützten Tollhaus. Enteignet man z. B. die Verantwortlichen bei der Hypo Real Estate, so werden sich andere Spieler in Zukunft besser überlegen, was sie machen. Ursache der Krise ist auch dieser gesetzliche Schutz, der am Verursacherprinzip vorbeigeht. Was hat den Vorstand und den Aufsichtsrat der Commerzbank dazu getrieben, die Dresdner Bank zu schlucken? Jeder Mensch von der Strasse hätte da besser entschieden. Jedenfalls kassieren diverse Persönlichkeiten der Dresdner Bank unglaubliche Abfindungen, so hoch, dass man sich fragen muss, was ein psychisch gesunder Mensch damit überhaupt anfangen soll.

  4. Die Gewerkschaften sind traditionell eng mit der SPD verflochten.
    Wäre das nicht so, hätte man Hartz4 nicht ohne Gegenwehr durchsetzen können.

    • gquell
    • 30.01.2009 um 11:17 Uhr

    Die Verflechtungen von Finanzwirtschaft und Politik sorgen dafür, daß die eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. Wenn unsere Politiker schon von Transparenz reden, dann sollen sie gefälligst erst einmal bei sich selbst anfangen:
    - Wieviel hat Herr Merz, bzw. seine Kanzlei, für die Verschleuderung der IKB erhalten?
    - Welche Politiker und "Sachverständige" erhalten Gelder direkt oder indirekt aus der Finanzwirtschaft (Rürup, Riester fallen mir spontan ein, bei Sinn weiß ich es nicht)?
    - Warum schmeißt Herr Steinbrück fast 100 Milliarden für auf den Caymen-Inseln und den Bermudas sitzenden Kapitaleigner der Hypo Real Estate raus?
    - Welche Tochtergesellschaften öffentlicher Finanzinstitute sitzen in der sogenannten "Steueroasen" - Kanalinseln, Lichtenstein, Caymen-Inseln, Bermudas, Singapur, Hongkong - und entziehen sich so deutscher Kontrolle?
    - Warum werden mit Staatshilfen nicht grundsätzlich das Verbot der Ausschüttung von Bonis, Optionen und Dividenden verbunden?

    Ich würde Staatshilfen grundsätzlich mit der Bedingung verknüpfen, daß in diesen Unternehmen, die staatliche Hilfen, z.B. Subventionen oder Bürgschaften, kein Mitarbeiter mehr als das 10fache des steuerfreien Existensminimums an Einkommen haben darf (also maximal 180.000,-EUR p.a.!). Und bei Unternehmen, die staatliche Hilfen erhalten, die mehr als 50% des Eigenkapitals betragen, muß ein gerichtlich bestellter, unabhängiger Zwangsverwalter eingesetzt werden.

    Wir Staatsbürger haben das Recht, zu erfahren, für welchen Zweck unsere Steuergelder verwendet werden. Der Bürger wird in jeder Lebenssituation von diesem Staat bevormundet, ausgespäht und überwacht - ihm wird grundsätzlich mißtraut. Wenn dieser Bürger aber die gleiche Transparenz vom Staat fordert, sind wir auf einmal wieder in der Feudalherrschaft. Ich erinnere mich noch an den Ausspruch von P. Steinbrück, der normale Bürger würde die Vorgänge der Hochfinanz gar nicht verstehen, deshalb braucht er auch nicht informiert zu werden. Das ist eine unverschämte Frechheit, um Klüngelwirtschaft und Geheimniskrämerei zu schützen. Wer sich seine Hypothek ausrechnen kann, der kann auch die Finanzströme und -vorgänge verstehen. Es ist nämlich gar nicht schwer, wenn man von einer unbeschränkten Gier der Beteiligten ausgeht. Wenn man etwas nicht versteht, muß man nur der Schleimspur des Geldes folgen. Ich habe eher den Eindruck, daß unser Finanzminister keine Ahnung hat, was wirklich vor sich geht. Er hat schon als Landespolitiker erfolgreich bewiesen, daß er die Finanzen eines Landes ruinieren kann.

    Wer sich fragt, warum unser "Geiz ist geil"-Staat (sofern es um die Ärmsten geht) auf einmal Hunderte von Milliarden ausgeben kann, der braucht sich nur nach den Profiteuren umzusehen ( laut Hypo Real Estate sitzen einige auf den Caymen-Inseln, z.B. die Orbis-Gruppe ). Es kann ja auch sein, daß die Entscheider selbst profitieren, wie Herr Merz.

  5. Die Vergütung des Vorstandes ist und bleibt Sache der Eigentümer. Ein solcher Vorschlag kann auch nur in einem Wahljahr kommen; die SPD versucht einmal mehr die Linke links zu überholen.

    Steuerlich sieht es doch so aus: jeder mehr als Vergütung ausgeschüttete Euro ist steuerlich besser als einbehaltene Unternehmensgewinne und Dividendenzahlungen an die Aktionäre. Aus steuerlicher Sicht hätte der Staat eigentlich ein Interesse an möglichst hohen Auszahlungen an den Vorstand (die Grenzsteuersätze sind schlicht höher als die Steuern auf Unternehmensgewinne und Dividenden).

    clever42
    bei den Bankmanagern selber.

    Die Krise kommt nicht von den "Bankmanagern". Die Krise ist entstanden durch Staatseingriffe bei der Kreditvergabe!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Warum muss der Saat bei der Hypo Real Estate einspringen?
    Weil Vorstand und Aufsichtsrat ihren Job nicht gemacht haben und ihr Tollhaus in Irland nicht kontrolliert haben.

    Warum muss der Staat bei der Commerzbank einspringen?
    Weil ..... Bankmanager unbedingt einen riesigen stinkenden Fisch verspeisen wollten.

    Die Beispiele kann man unbegrenzt fortsetzen. Was hat das mit Eingriffen des Staates bei der Kreditvergabe zu tun?

    ... ja ja, Sache der Eigentümer! Aber ist denn nicht inzwischen der Staat der Eigentümer?
    Ich als Steuerzahler finde, daß der Finanzminister künftig darauf achten sollte, Bürgschaften nur noch dann zu erteilen, wenn der Staat im Gegenzug auch Firmenanteile wie auch darüber hinausgehende Stimmrechte im Aufsichtsrat erhält.
    Und zwar so lange, bis die Bürgschaft wieder aufgehoben werden kann.

    In der Zwischenzeit kann man die Millionengehälter (oder zumindest 90 Prozent davon) auf ein Sperrkonto überweisen, damit der Staat im Bürgschaftsfall auf sie zurückgreifen kann.

    Warum muss der Saat bei der Hypo Real Estate einspringen?
    Weil Vorstand und Aufsichtsrat ihren Job nicht gemacht haben und ihr Tollhaus in Irland nicht kontrolliert haben.

    Warum muss der Staat bei der Commerzbank einspringen?
    Weil ..... Bankmanager unbedingt einen riesigen stinkenden Fisch verspeisen wollten.

    Die Beispiele kann man unbegrenzt fortsetzen. Was hat das mit Eingriffen des Staates bei der Kreditvergabe zu tun?

    ... ja ja, Sache der Eigentümer! Aber ist denn nicht inzwischen der Staat der Eigentümer?
    Ich als Steuerzahler finde, daß der Finanzminister künftig darauf achten sollte, Bürgschaften nur noch dann zu erteilen, wenn der Staat im Gegenzug auch Firmenanteile wie auch darüber hinausgehende Stimmrechte im Aufsichtsrat erhält.
    Und zwar so lange, bis die Bürgschaft wieder aufgehoben werden kann.

    In der Zwischenzeit kann man die Millionengehälter (oder zumindest 90 Prozent davon) auf ein Sperrkonto überweisen, damit der Staat im Bürgschaftsfall auf sie zurückgreifen kann.

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