Datenskandal bei der Bahn Für Mehdorn war Spitzelei "Übereifer"

Der Bahnchef tut in einem internen Rundbrief so, als wolle er sich bei den Mitarbeitern entschuldigen. Dabei rechtfertigt er nur wieder sein Vorgehen

Bahnchef Hartmut Mehdorn: Ein Rundbrief an die "lieben Kolleginnen und Kollegen"

Bahnchef Hartmut Mehdorn: Ein Rundbrief an die "lieben Kolleginnen und Kollegen"

In einem Brief an die Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG, der ZEIT ONLINE vorliegt, hat sich Hartmut Mehdorn für die Spitzelaktion gerechtfertigt. Das Schreiben, gerichtet an die "Lieben Kolleginnen und Kollegen", wirkt wie eine Entschuldigung, ohne eine zu sein.

In der Öffentlichkeit sei ein Bild von der Bahn gezeichnet worden, schreibt Mehdorn, "das mich zutiefst bestürzt". Es entstehe der Eindruck, bei der Deutschen Bahn herrsche ein Klima des Misstrauens, Mitarbeiter würden bespitzelt und ausspioniert. "Das ist absolut nicht zutreffend! Ich sage das in dieser Deutlichkeit, und daran sollte auch nicht der geringste Zweifel aufkommen."

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Der Bahnchef rechtfertigt die Rasterfahndung von 173.000 Mitarbeitern erneut damit, dass man nur versuche, "gegen das Übel Korruption" zu kämpfen. Im Übrigen mache er seinen Job "unverändert gern" und sei stolz auf die Frauen und Männer "in unseren Führerständen, in unseren Zügen, auf unseren Bahnhöfen, in unseren Speditionen, in unseren Werkstätten, in unseren Verwaltungen oder wo auch immer".

Warum er bei der Suche nach Korruption auch jeden Lokführer und jeden Werkstattmitarbeiter durchleuchten ließ, erklärt er jedoch nicht. Nur so viel: Der Vorwurf sei "schlichtweg falsch", der Vorstand hätte jeden Mitarbeiter unter Generalverdacht gestellt.

Leser-Kommentare
  1. 250.000 Euro Strafe fuer einen 800.000 Euro Auftrag.
    Wieso darf so jemand weiterhin seinen Job behalten?

  2. Mehdorn herrscht, als wäre die Bahn sein Werk.
    Er hat den Auftrag, Volkseigentum an Interessierte zu verscherbeln. Wenn das geschieht, wird es weit unter dem tatsächlichen Wert sein. Währenddessen verschlechtert sich der Service, der Preis und die Sicherheitslage. Man muss ja fit für den Börsengang werden
    Da gibt es viele, die sich bereichern wollen. Norbert Hansen ist nur einer von ihnen, eher ein kleiner Fisch, aber er wurde fürstlich belohnt für seine Dienste.
    Diese Clique, die sich zu Lasten des Steuerzahlers mästet, fürchtet sich höllisch vor dem Verlust der Pfründe.
    Die "Korruptionsbekämpfung" war Mehdorn Versuch, die Person zu finden, die ihn anonym wegen Steuerhinterziehung angezeigt hat.

  3. Eine Wette macht hier keinen Sinn ...
    .. weil wohl niemand dagegen wetten wird.

    Mehdorn wird nichts geschehen, genausowenig wie den Vorständen und Aufsichtsräten der Landesbanken und der KfW. Jemand wie Tiefensee wird vielleicht seinen Finger heben (müssen) und sagen "Ach Du schlimmer Bube Du" und das wird es sein.

    Wir sind in Deutschland heute soweit, dass ab einem bestimmten "Bekanntheitsgrad" Narrenfreiheit herrscht und es bestätigt auch das Peter-Prinzip (Jeder wird solange befördert bis er die Stufe der eigenen Inkompetenz erreicht hat).

    Armes Deutschland.....

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

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    Leider haben Sie Recht!

    Leider haben Sie Recht!

  4. 4. Genau!

    Leider haben Sie Recht!

    • wpev
    • 04.02.2009 um 12:40 Uhr

    Nun will da jemand ein Unternehmen vor Korruption schützen... bekannter Ausplünderung Einhalt gebieten. Da werden Steuergelder gestohlen!!!

    Und wie heimtückisch... ganz geheim wird das durchgeführt!

    Der Bestohlene wird zum Kriminellen gemacht... bravo Deutschland! Vermutlich sollte dieser "Sozialstaat" den Dieben direkt einen Rechtsberater stellen... denn es wird ja nicht Korruption betrieben... sondern (das mir niemand lacht!) fürsorglich überprüft ob es ginge... für den Fall der natürlich völlig versehentlich angestrebten Selbstbereicherung. Oder? Denn Unternehmen wie die Bahn haben doch genug?

    Armes Deutschland, ja wirklich!

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