Katholische Kirche Merkel fordert Klarstellung von Papst Benedikt
Die Kanzlerin greift in die Debatte ein: Benedikt solle die Angelegenheit um den Holocaust-Leugner Williamson nicht im Raum stehen lassen. Der Vatikan räumt Fehler ein

© ARTURO MARI/AFP/Getty Images
Angela Merkel und Papst Benedikt bei einem Treffen Mitte September 2006 in München
Lange hatte sie gezögert, nun fand Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) klare Worte: Papst Benedikt XVI. müsse klarstellen, wie der Vatikan zur Diskussion um den Holocaust stehe. Dies sei aus ihrer Sicht "noch nicht ausreichend erfolgt". Wenn durch eine Entscheidung des Vatikans der Eindruck entstehe, dass der Holocaust geleugnet werden könne, dürfe dies nicht ohne Folgen im Raum stehen bleiben, sagte sie am Dienstag in Berlin. "Es geht darum, dass von Seiten des Papstes und des Vatikans sehr eindeutig klargestellt wird, dass es hier keine Leugnung geben kann." Sie bewerte im Allgemeinen keine innerkirchlichen Entscheidungen. Hierbei gehe es aber um eine Grundsatzfrage, betonte die Regierungschefin.
Entzündet hatte sich die Kontroverse an der Entscheidung Benedikts, die von seinem Vorgänger Johannes Paul II. vor 20 Jahren verfügte Exkommunikation von vier Bischöfen der ultrakonservativen Pius-Bruderschaft aufzuheben. Unter ihnen ist auch der Brite Richard Williamson, der den Völkermord der Nazis an sechs Millionen europäischen Juden und die Existenz von Gaskammern in den Vernichtungslagern offen leugnet. Die Entscheidung löste unter Überlebenden des Holocausts, progressiven Katholiken, US-Kongressabgeordneten und dem Zentralrat der Juden in Deutschland einen Sturm der Empörung aus.
Die Teilrehabilitierung der Bruderschaft sei "ein Signal für die Vergiftung und gegen die Versöhnung, für die Kälte und gegen jede Herzlichkeit", kritisierte der Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, den Vatikan. Benedikt XVI. müsse diese Entscheidung "klar und unzweideutig zurücknehmen". Neben der Holocaust-Leugnung müsse auch bedacht werden, dass die traditionalistische Piusbruderschaft fundamentalistisch, antisemitisch und reaktionär sei.
Auch aus den eigenen Reihen gerät Benedikt XVI. zunehmend unter Druck. Der für die Beziehungen zum Judentum zuständige Kardinal Walter Kasper warf dem Vatikan schlechtes Management und mangelnde Kommunikation vor. "Man hat da vorher im Vatikan zu wenig miteinander gesprochen und nicht abgecheckt, wo die Probleme auftreten könnten", sagte Kasper im deutschen Programm von Radio Vatikan. "Es hintendrein zu erklären, ist natürlich immer viel, viel schwieriger, als wenn man das vorher gleich gemacht hätte." Dabei nahm er auch Bezug auf ähnliche "Betriebsunfälle" des deutschen Pontifex - wie die Regensburger Rede, die 2006 durch ein Islam-Zitat Proteste in der islamischen Welt ausgelöst hatte.
- Datum 08.05.2009 - 09:02 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Als Bürgerin dieses Landes würde ich mir auch heute noch wünschen, dass meine Bundeskanzlerin (leider) Angela Merkel klare Worte findet, dass der Irak Krieg falsch war. Bis heute hat sie sich nicht von der Befürwortung distanziert.
"Wer den Holocaust leugnet, hat keinen Platz in der katholischen Kirche", erklärte der Münchner Erzbischof Reinhard Marx.
Da bin ich ja mal gespannt, wann die katholische Kirche ihr Glaubensbekenntnis entsprechend überarbeitet. Denn bislang schliessen sich "Holocaust-Leugnung" und christlicher Glaube nicht aus. Aber was nicht ist, das kann ja noch werden ;) Und dass Frau Merkel sich in die Debatte einschaltet: Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem!
Frau Bundeskanzlerin Merkel und Herr Bundespräsident Köhler:
Ich fordere Sie auf, Ihren Staatsbürger Joseph Ratzinger zur Ordnung zu rufen!
Der Mann blamiert unser Land in der ganzen Welt! Ich schäme mich, sein Landsmann zu sein.
Wird wirklich mal Zeit für eine Klarstellung von den beiden. Was die so alles als Staatsbürger haben und auch noch stolz drauf sind....wiederlich
Ich hoffe nur mein nicht wählender Nachbar verlangt jetzt von mir keine Klarstellung. Wahrscheinlich beschäme ich ihn weil ich solche Leute gewählt habe, die jetzt eine Klarstellung von einem verlangen für das was ein anderer gesagt hat. Ich würde sagen ein Teufelskreis.
Langsam wird es aber echt lächerlich mit dieser künstlichen Aufgeregtheit. Nie was zu irgendetwas sagen, dann aber auf jeden blöden Zug aufspringen auf dem die medialen Fähnchen in die richtige Richtung wählen.
Wenn wir schon einmal dabei sind, gab es eigentlich mal eine Klarstellung von Frau Merkel oder sogar eine Entschuldigung für die Entgleisungen Oettingers(z.B.Trauerrede) und wieso ist der eigentlich noch einer ihrer Bischö.....ähhh Ministerpräsdenten?
Scham wäre allenfalls angebracht angesichts der grotesken Ankaßung, das deutsche Staatsoberhaupt und die deutsche Regierung sollten das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche "zur Ordnung rufen". Bei allem Wohlwollen, auch Dummheit und Dreistigkeit haben ihre Grenzen!
Wird wirklich mal Zeit für eine Klarstellung von den beiden. Was die so alles als Staatsbürger haben und auch noch stolz drauf sind....wiederlich
Ich hoffe nur mein nicht wählender Nachbar verlangt jetzt von mir keine Klarstellung. Wahrscheinlich beschäme ich ihn weil ich solche Leute gewählt habe, die jetzt eine Klarstellung von einem verlangen für das was ein anderer gesagt hat. Ich würde sagen ein Teufelskreis.
Langsam wird es aber echt lächerlich mit dieser künstlichen Aufgeregtheit. Nie was zu irgendetwas sagen, dann aber auf jeden blöden Zug aufspringen auf dem die medialen Fähnchen in die richtige Richtung wählen.
Wenn wir schon einmal dabei sind, gab es eigentlich mal eine Klarstellung von Frau Merkel oder sogar eine Entschuldigung für die Entgleisungen Oettingers(z.B.Trauerrede) und wieso ist der eigentlich noch einer ihrer Bischö.....ähhh Ministerpräsdenten?
Scham wäre allenfalls angebracht angesichts der grotesken Ankaßung, das deutsche Staatsoberhaupt und die deutsche Regierung sollten das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche "zur Ordnung rufen". Bei allem Wohlwollen, auch Dummheit und Dreistigkeit haben ihre Grenzen!
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Der Hintergrund dieser kindischen Auseinandersetzung ist natürlich nicht, dass der römische Papst durch die Aufhebung der Exkommunikation eines einzigen, idiotischerweise die Shoa in Abrede stellenden Bischofs auch nur im Entferntesten die Ermordung der Juden in der Nazizeit in Frage gestellt hätte (von den 3000 anderen Bischöfen werden gerontologisch oder sonstwie bedingt sicher viele noch närrischere Thesen aufstellen), es geht selbstverständlich auch nicht um eine wissenschaftlich zu falsifizierende oder zu verifizierende These, sondern es geht darum, dass die inzwischen längst mit Dogmen, Priestern, Tabus und Sakramenten zur Religion ausgebildete Holocaust-Überlieferung mit allen Mitteln die totale gesellschaftliche Dominanz beansprucht, insbesondere auch über jede andere Religion.
Wird wirklich mal Zeit für eine Klarstellung von den beiden. Was die so alles als Staatsbürger haben und auch noch stolz drauf sind....wiederlich
Ich hoffe nur mein nicht wählender Nachbar verlangt jetzt von mir keine Klarstellung. Wahrscheinlich beschäme ich ihn weil ich solche Leute gewählt habe, die jetzt eine Klarstellung von einem verlangen für das was ein anderer gesagt hat. Ich würde sagen ein Teufelskreis.
Langsam wird es aber echt lächerlich mit dieser künstlichen Aufgeregtheit. Nie was zu irgendetwas sagen, dann aber auf jeden blöden Zug aufspringen auf dem die medialen Fähnchen in die richtige Richtung wählen.
Wenn wir schon einmal dabei sind, gab es eigentlich mal eine Klarstellung von Frau Merkel oder sogar eine Entschuldigung für die Entgleisungen Oettingers(z.B.Trauerrede) und wieso ist der eigentlich noch einer ihrer Bischö.....ähhh Ministerpräsdenten?
ein Kampf der Giganten
Wer sich in der Wende geübt hat, der wird wissen wollen, wie sich der Mainstream entwickeln wird und dabei ausschließlich auf weltliche Machtkonstellationen blicken. Dabei ruht der Blick nur auf die vordergründige Macht des Geldes, der Massen und eventuell auch der Waffen - völlig übersehen wird die Sachlogik oder das Gefüge des Notwendigen. Denn Wahrheitsanspruch haben meistens nur Einzelne, die dann auch schnell in der Versenkung der Ex-Kommunikation verschwinden sollen - so ist das gängige Denkschema der politisch Etablierten. Die Sachlogik fordert, dass kein religiöses oder ideologisches Dogma unter Strafandrohung weltweit gegen jeden Bürger der Erde durchgesetzt werden darf. Was der Einzelne für wahr hält, ist seine Angelegenheit, die er bei Gelegenheit dann in Diskussionen verteidigen oder revidieren sollte.
@ Ratzinger:de hebraeis nihil et sit bene.
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