US-Kongress Obamas unversöhnliche Opposition
Kein einziger Republikaner hat für den milliardenschweren Rettungsplan des US-Präsidenten gestimmt. Die Konservativen wollen am liebsten zurück in die achtziger Jahre

© Jonathan Ernst/Getty Images
Barack Obama hat versucht, die Republikaner auf seine Seite zu ziehen. Aber ihre Zustimmung zum Konjunkturpaket bekam er nicht
War am Ende alles vergebliche Liebesmüh? Um die Opposition auf seinen 820 Milliarden Dollar schweren Rettungsplan für die Wirtschaft einzustimmen und um vor der ersten Abstimmung so viele konservative Abgeordnete wie möglich in sein Lager hinüberzuziehen, hatte Barack Obama die Republikaner im Kongress tagelang umgarnt und umschmeichelt. Am Abend vor seiner Vereidigung lud er zu einem Festmahl für seinen Konkurrenten John McCain, in der ersten Amtswoche bat er namhafte Konservative ins Weiße Haus, er ließ seine engsten Wirtschaftsberater und seinen Stabschef werbend ausschwärmen und erstattete dem Kongress selber Besuch, um sich mit ihm grundsätzlich gewogenen republikanischen Senatoren und Abgeordneten auszutauschen.
Doch die vielen Schmeicheleinheiten halfen nicht, kein einziger republikanischer Parlamentarier stimmte am Mittwoch dem Rettungsplan zu, selbst elf Demokraten gingen von der Fahne. Obamas Abstimmungssieg (244 zu 188) ist allein der gewaltigen demokratischen Übermacht im Abgeordnetenhaus zu verdanken. So hatte sich der neue Präsident seinen Auftakt im Kongress nicht vorgestellt, schließlich ist er mit dem Versprechen angetreten, politische Gräben zuzuschütten und seine Politik auf breite, parteiübergreifende Mehrheiten zu gründen. Doch am Mittwoch blieben die alten Fronten unverrückt, standen sich Republikaner und Demokraten scheinbar wie eh und je unversöhnlich gegenüber.
Dennoch – es ist viel zu früh, von einem ersten Scheitern der neuen Versöhnungspolitik zu sprechen. Jetzt haben erst einmal die Senatoren das Wort und in ihrem Gremium verlaufen die Konfliktlinien nicht so deutlich. Gut möglich, dass sie den Rettungsplan an einigen Stellen ergänzen und ändern und so den Abgeordneten die Chance einräumen, bei einem erneuten Votum anders abzustimmen.
Außerdem steht die zweite Wochenhälfte ganz im Licht der republikanischen Erneuerung. Die Konservativen treffen sich im Washingtoner Hilton Hotel, um einen neuen Vorsitzenden zu küren und zu beraten, wie es mit ihnen in den nächsten Jahren weitergehen soll. Obamas Rettungsplan kommt da eigentlich zum falschen Zeitpunkt. Denn er rührt gewaltig am republikanischen Selbstverständnis und stellt viele liebgewonnene Glaubenssätze auf den Kopf. Schon der 700 Milliarden Dollar teure Sanierungsplan für die Finanzindustrie, noch unter George W. Bush entworfen, traf die meisten Republikaner ins Mark. Schließlich hatten sie ihrem Wahlvolk jahrzehntelang gepredigt, dass der Staat sich aus der Wirtschaft heraushalten solle, dass der Markt sich am besten selber regulieren könne, dass Regierungseinmischung nur Chaos stifte, den Verwaltungsapparat aufblähe und schnurstracks in den Sozialismus führe.
Obamas Rettungsplan stellt nun wieder die Gewissensfrage. Die meisten Republikaner lebten bislang in der Überzeugung, allein Steuersenkungen kurbelten die Wirtschaft an. Je mehr Geld der Bürger und die Unternehmen in ihrer Tasche hätten, so ihr Credo, desto mehr würden sie konsumieren und investieren, desto besser gehe es den Familien und den Betrieben. Steuergeld für die Infrastruktur, für Straßenbau und Schulreparaturen, für frühkindliche Erziehung und das Gesundheitswesen, für alternative Energiequellen und den öffentlichen Transport waren und sind für sie immer noch Ausdruck linker Verschwendungssucht und deshalb des Teufels.
- Datum 29.04.2009 - 09:33 Uhr
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- Serie opi
- Quelle ZEIT ONLINE
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Gut, daß diese Schnarchzapfen so eindeutig in die Schranken gewiesen wurden. Wer nicht in der Lage ist, seine Pläne geänderten Realitäten anzupassen, braucht sich nicht zu wundern, daß er irgendwann auf verlorenem Posten steht.
Ich möchte mal behaupten, Amerika wäre mit einem früheren Regierungswechsel einiges erspart geblieben.
Zetti
Die ewig gestrigen Republikaner haben die USA und die restliche Welt in den letzten 8 Jahren derart ins Unglück und den Ruin getrieben, daß man davon ausgehen sollte, daß die US Bürger in den nächsten 10 Jahre diese Partei ignorieren.
2 billionen dollar neue Schulden für ne bad Bank, 830 MIA Stimulous packacke für irgendwas und nichts ? Auch und gerade muß man Herrn Obama auf die FINGER klopfen. In Deutschland , ohne eine parlamentarische Kontrolle der Regierung , FDP, GRÜNE , und LINKE was solls und dann noch der FRAKTIONSZWANG ( das GEWISSEN der Abgeordneten spiel keine Rolle) SOLLTE MAN LIEBER DEN MUND HALTEN. PS Die Angela Merkel WOHLFÜHLMEDIEN; ZU DENEN AUCH DIE ZEIT zählt überfliege ich nur noch, ich weiss sowieso was man will. RETTET DAS SYSTEM; KOSTE ES WAS ES WOLLE , ES GIBT NICHTS BESSERES.
Na ja, den Mund halten.... ich weiß nicht. Was für ein System wollen Sie? Könne Sie bitte einen Vorschlag machen, damit man darüber diskutieren kann?
Na ja, den Mund halten.... ich weiß nicht. Was für ein System wollen Sie? Könne Sie bitte einen Vorschlag machen, damit man darüber diskutieren kann?
Na ja, den Mund halten.... ich weiß nicht. Was für ein System wollen Sie? Könne Sie bitte einen Vorschlag machen, damit man darüber diskutieren kann?
Ich finde es schon etwas leichtfertig, wenn so getan würde, als wäre die Lösung für das Problem so offensichtlich und die "ewig gestrig gebliebenden Reps" sind selbst dran schuld, wenn sie das nicht sehen. Tatsächlich ist es doch eine durchaus höchst fragwürdige und riskante Maßnahme, wenn so viel Geld vom Staat (das ja wieder nur aus Schulden besteht) in ein Konjunkturpaket gestopft wird. Das kann, wenn es nicht funktioniert, ordentlich in die Hose gehen. Und es gibt absolut keine Garantie, dass es funktioniert. Das darf man einfach nicht vergessen.
R.M.
Gut gesagt! Aber ich glaube die lernen so schnell aus ihren Fehlern nicht. Man siehts ja an der Reaktion auf Obamas Vorschlag. Abgewatscht und schon wieder oben auf! Dabei haben die Herrn Rep's den ganzen Mist unter ihrem durchgeknalltem Oberhäuptling erst verursacht.
@zetti & maxi04
"Ich möchte mal behaupten, Amerika wäre mit einem früheren Regierungswechsel einiges erspart geblieben.
Zetti"
"Die ewig gestrigen Republikaner haben die USA und die restliche Welt in den letzten 8 Jahren derart ins Unglück und den Ruin getrieben,..."
Ich würde Ihnen erst einmal vorschlagen sich etwas besser zu informieren
anstatt sich gleich in ein Republikanerbashing einzulassen.
Fakt ist, daß der Beginn der ganzen Misere mit Carter und dann mit Clinton
war als die den 'Urban Renewal Act' erlassen / verschärft hatten.
Dieser Act hat die Banken dazu gezwungen minderbemittelten Bevölkerungs gruppen mortgages zu bewilligen. Obama war auch darin verwickelt als er als Anwalt für ACORN City Corp verklagte und damit gezwungen hat mortgages an zahlungsunfähige Kunden zu geben.
Bush und McCain hatten seit 2002 mehrfach versucht Fannie Mae und Freddie Mac zu überholen wurden aber von Barney Frank (D) und Chris Dodd (D) als Rassisten und Krisenbeschwörer hingestellt.
Fannie und Freddie (beide werden von Dems geleitet) haben dann die 'bad
mortgages' aufgekauft und gebündelt weiterverkauf. Alles weitere wissen wir.
ja. So, wo sehen Sie hier die Republikaner am Hebel.
Gerd, Chicago
seiner eigenen Amtszeit nur noch 1,5 Billionen Schulden machen? Von diesem Geld floss doch nicht alles in den Krieg, die Waffenindustrie und auch nicht alles in die Vermeidung von Arbeitslosigkeit oder den Aufbau von einem besseren Gesundheitssystem. Davon flossen riesige Summen mit Sicherheit auch in die Wirtschaft. Aber verhindert hat das offensichtlich nichts. Und Schuld ist der Clinton daran, dass der Bush nichts hatte verhindern können? Noch so'n Witz, bitte!
seiner eigenen Amtszeit nur noch 1,5 Billionen Schulden machen? Von diesem Geld floss doch nicht alles in den Krieg, die Waffenindustrie und auch nicht alles in die Vermeidung von Arbeitslosigkeit oder den Aufbau von einem besseren Gesundheitssystem. Davon flossen riesige Summen mit Sicherheit auch in die Wirtschaft. Aber verhindert hat das offensichtlich nichts. Und Schuld ist der Clinton daran, dass der Bush nichts hatte verhindern können? Noch so'n Witz, bitte!
seiner eigenen Amtszeit nur noch 1,5 Billionen Schulden machen? Von diesem Geld floss doch nicht alles in den Krieg, die Waffenindustrie und auch nicht alles in die Vermeidung von Arbeitslosigkeit oder den Aufbau von einem besseren Gesundheitssystem. Davon flossen riesige Summen mit Sicherheit auch in die Wirtschaft. Aber verhindert hat das offensichtlich nichts. Und Schuld ist der Clinton daran, dass der Bush nichts hatte verhindern können? Noch so'n Witz, bitte!
@Lebeding
Wenn Sie einmal genau lesen würden worauf ich geantwortet habe,
würden Sie nicht so unpassend darauf reagieren.
Ich will Sie aber nicht davon abhalten zu lachen, es soll ja gesund sein. Haben Sie ein schönes Wochenende.
Gerd, Chicago
@Lebeding
Wenn Sie einmal genau lesen würden worauf ich geantwortet habe,
würden Sie nicht so unpassend darauf reagieren.
Ich will Sie aber nicht davon abhalten zu lachen, es soll ja gesund sein. Haben Sie ein schönes Wochenende.
Gerd, Chicago
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