Papst-DebatteMerkels falsche Einmischung

Die Wiederaufnahme eines Holocaust-Leugners in die Kirche sorgt für Empörung. Nun fordert die Kanzlerin eine Klarstellung des Papstes. Das hätte sie besser bleiben lassen

Unglaubliches geschieht derzeit in der katholischen Kirche: Der Papst nimmt vier ultratraditionalistische Bischöfe wieder in die katholische Kirche auf, darunter den Briten Richard Williamson, einen offenen Holocaust-Leugner – und nicht nur Juden schreien auf, sondern auch Katholiken empören sich weltweit, und das zu Recht. Selbst Bischöfe fordern von Benedikt XVI., die Ex-Exkommunikation zurückzunehmen, zumindest sich weit deutlicher von der antisemitischen Haltung Willamsons und der Anhänger seiner Pius-Bruderschaft zu distanzieren als bisher geschehen.

Äußerungen und Entscheidungen des Papstes sind also für viele Gläubige nicht mehr sakrosant. Klerus und Laien begehren auf, sie emanzipieren sich von der "Unfehlbarkeit" ihres geistigen Oberhauptes: eine – bei allem Ärger und Zorn über den Auslöser – sehr erfreuliche Entwicklung. Ob es Benedikt dazu bewegen wird, seinen Schritt zu überdenken, ist eine andere Frage. Aber immerhin sieht sich der Vatikan inzwischen genötigt, offen Fehler einzuräumen. Auch das ist ein Novum.

Nun schaltete sich aber auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Debatte ein. Und hier wird es bedenklich. Natürlich sind Deutsche und ist die deutsche Regierung aus gutem Grund äußerst sensibel, wenn es um die Leugnung des Völkermords an den Juden geht. Schließlich wurde dieses Menschheitsverbrechen durch Deutsche und im deutschen Namen begangen. Das Bestreiten des Holocausts steht deshalb hierzulande unter Strafe. Wer in Deutschland - wie Bischof Williamson - solche unsäglichen Lügen verbreitet, muss mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen.

Und natürlich erregen und empören sich gerade deutsche Christen besonders über die offenkundige Fehlentscheidung Benedikts, weil er ein "deutscher Papst" ist. Dennoch: Es ist und bleibt eine rein innerkirchliche Diskussion, in die sich die Politik nicht einmischen sollte.

Selbstredend steht es der Bürgerin und Christin Angela Merkel frei, sich an der Debatte zu beteiligen. Sie kann und darf ihr Befremden und ihre Kritik freimütig äußern. Aber als deutsche Kanzlerin kann sie zwar den iranischen Präsidenten Ahmadineschad scharf angreifen, wenn er den Holocaust abstreitet und Israel ausradieren möchte, doch nicht den Papst zu einer Klarstellung in einem innerkirchlichen Vorgang auffordern.

Kirche und Staat sind bei uns getrennt. Sie pflegen einen engen Dialog, aber mischen sich wechselseitig nicht in die jeweils ureigenen Angelegenheit ein, selbst wenn es hier - wie Merkel zu ihrer Verteidigung anführte - um eine "Grundsatzfrage" gehen mag. Die Äußerungen der Kanzlerin sind überdies wohlfeil, weil die Debatte längst im vollen Gange ist. Das heißt aber auch: Sie sind nicht nur unangebracht, sie waren auch völlig unnötig.

 
Leserkommentare
  1. aus Formgründen stumm bleiben???!

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    ... sondern weil dieses ganze Geschrei die Bedeutung der Religion doch nur aufwertet.
    Die Leugnung des Holocaustes ist inakzeptabel.
    Unabhängig davon, ob der jeweilige Holocaustleugner nun der katholischen Kirche angehört oder nicht.

    ... nicht nur aus Formgründen, sondern weil dieses ganze Geschrei die Bedeutung der Religion doch nur aufwertet.
    Die Leugnung des Holocaustes ist inakzeptabel.
    Unabhängig davon, ob der jeweilige Holocaustleugner nun der katholischen Kirche angehört oder nicht.

    Raushalten sollte sich die Politik aber AUCH aus Formgründen.
    Der wichtigste Formgrund ist der, daß die Entscheidung über Exkommunikation eine rein kirchenrechtliche Angelegenheit ist.
    Der Zugang zu den Sakramenten ist für gläubige Katholiken, die ihre Religion ernst nehmen, eine überaus wichtige Angelegenheit. Ihr Seelenheil kann davon abhängen!

    Lieber coldginfreheley, Sie werden einsehen, daß die Vertreter eines laizistischen Staates sich lieber nicht an einer Diskussion darüber beteiligten sollten, wen die Kirche zum Empfang des zum wirklichen, heilsspendenden Leib Christi gewandelten Brotes und zum wirklichen, heilsspendenen Blut Christi gewandelten Weißweines zulassen sollte und wen nicht.

    Was in der allgemeinen Hysterie vollkommen untergeht, ist, daß die Aufhebung der Exkommunikation zu Williamsons politischen Ansichten in keiner Beziehung steht.
    Er und die anderen von Lefebvre geweihten Bischöfe wurden 1988 aus einem ganz bestimmten Grund exkommuniziert -- wegen Ungehorsams gegenüber dem Papst. Und NICHT etwa aufgrund bestimmter theologischer oder politischer Ansichten!
    Und ob der Papst diesen Ungehorsam nun nach 20 Jahren nicht mehr für so gravierend hält, daß er die Schuldigen für ihr ganzes weiteres Leben von den heiligen Sakramenten auschließen will, dann ist das nun wirklich eine rein innerkirchliche Angelegenheit.

    Bis gestern hielt ich die Berichte von ZEIT-Forumsmitgliedern über verschwundene Kommentare für irreal. Als mein eigener Beitrag dermaßen schnell verschwand, daß ich mir nur noch verwundert die Augen rieb, glaubte ich zuerst an ein Versehen meinerseits. Jedoch konnte ich im Firefox-Cache Dateien zutagefördern, die eindeutig belegen, daß mein Kommentar am "03.02.2009 um 21:13" unter #37 als Antwort auf #10 vom ZEIT-Server wiedergegeben wurde.

    In unserem Deutschland kann man offensichtlich keine differenzierte Meinung über Sachthemen der eigenen Geschichte wie Holocaust und Antisemisimus äußern. Schade, daß wir nicht ein Recht zur freien Meinungsäußerung vergleichbar dem angloamerikanischen "Freedom Of Speech" haben.

    Gedankenverbrechen wie das "Leugnen" von historischen Zusammenhängen zu bestrafen, ist meineserachtens ein Anachronismus in einer aufgeklärten Gesellschaft von freien Bürgern (commons). Hier wird so getan, als sei ein Kapitalverbrechen passiert, was wohl eher auf sexuellen Mißbrauch Minderjähriger durch kirchliche Würdenträger zutrifft, welcher dagegen wenig thematisiert wird.
    _______________________________________________________
    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    Was ist eigentlich mit unseren Journalisten los, ob ZEIT oder FAZ, alle scheinen sie entrückt zu sein und sich päpstlicher als der Papst zu geben. Herr Greven irrt gewaltig in seinen beiden Feststellungen:
    1) "Dennoch: Es ist und bleibt eine rein innerkirchliche Diskussion, in die sich die Politik nicht einmischen sollte."
    2) "Aber als deutsche Kanzlerin kann sie zwar den iranischen Präsidenten Ahmadineschad scharf angreifen, wenn er den Holocaust abstreitet und Israel ausradieren möchte, doch nicht den Papst zu einer Klarstellung in einem innerkirchlichen Vorgang auffordern."
    Der Vatikan beansprucht alles Staatsrechte und ist somit auch ein souveräner Staat und als solcher ist der Papst eben doch auf einer Ebene wie Ahmadineschad und muss genauso eindeutig Kritik einstecken wie alle anderen auf unserer Erde. Es ist zwar verständlich, wenn sich der Vatikan in seiner Zwitterrolle als Staat und Kirche jeweils auf die ihm bequemste Rolle zurückziehen möchte und sich z.B. in diesem Fall nicht als Staat sondern als Kirche mit rein internen Angelegenheit sieht. Nur genau dies sollte ein kritischer Journalismus in der Lage sein zu erkennen und zu verdeutlichen, als dass er es als eigenste Aufgabe betrachtet den Papst in Schutz zu nehmen: der Vatikan kann sich selbst schützen.

    ... sondern weil dieses ganze Geschrei die Bedeutung der Religion doch nur aufwertet.
    Die Leugnung des Holocaustes ist inakzeptabel.
    Unabhängig davon, ob der jeweilige Holocaustleugner nun der katholischen Kirche angehört oder nicht.

    ... nicht nur aus Formgründen, sondern weil dieses ganze Geschrei die Bedeutung der Religion doch nur aufwertet.
    Die Leugnung des Holocaustes ist inakzeptabel.
    Unabhängig davon, ob der jeweilige Holocaustleugner nun der katholischen Kirche angehört oder nicht.

    Raushalten sollte sich die Politik aber AUCH aus Formgründen.
    Der wichtigste Formgrund ist der, daß die Entscheidung über Exkommunikation eine rein kirchenrechtliche Angelegenheit ist.
    Der Zugang zu den Sakramenten ist für gläubige Katholiken, die ihre Religion ernst nehmen, eine überaus wichtige Angelegenheit. Ihr Seelenheil kann davon abhängen!

    Lieber coldginfreheley, Sie werden einsehen, daß die Vertreter eines laizistischen Staates sich lieber nicht an einer Diskussion darüber beteiligten sollten, wen die Kirche zum Empfang des zum wirklichen, heilsspendenden Leib Christi gewandelten Brotes und zum wirklichen, heilsspendenen Blut Christi gewandelten Weißweines zulassen sollte und wen nicht.

    Was in der allgemeinen Hysterie vollkommen untergeht, ist, daß die Aufhebung der Exkommunikation zu Williamsons politischen Ansichten in keiner Beziehung steht.
    Er und die anderen von Lefebvre geweihten Bischöfe wurden 1988 aus einem ganz bestimmten Grund exkommuniziert -- wegen Ungehorsams gegenüber dem Papst. Und NICHT etwa aufgrund bestimmter theologischer oder politischer Ansichten!
    Und ob der Papst diesen Ungehorsam nun nach 20 Jahren nicht mehr für so gravierend hält, daß er die Schuldigen für ihr ganzes weiteres Leben von den heiligen Sakramenten auschließen will, dann ist das nun wirklich eine rein innerkirchliche Angelegenheit.

    Bis gestern hielt ich die Berichte von ZEIT-Forumsmitgliedern über verschwundene Kommentare für irreal. Als mein eigener Beitrag dermaßen schnell verschwand, daß ich mir nur noch verwundert die Augen rieb, glaubte ich zuerst an ein Versehen meinerseits. Jedoch konnte ich im Firefox-Cache Dateien zutagefördern, die eindeutig belegen, daß mein Kommentar am "03.02.2009 um 21:13" unter #37 als Antwort auf #10 vom ZEIT-Server wiedergegeben wurde.

    In unserem Deutschland kann man offensichtlich keine differenzierte Meinung über Sachthemen der eigenen Geschichte wie Holocaust und Antisemisimus äußern. Schade, daß wir nicht ein Recht zur freien Meinungsäußerung vergleichbar dem angloamerikanischen "Freedom Of Speech" haben.

    Gedankenverbrechen wie das "Leugnen" von historischen Zusammenhängen zu bestrafen, ist meineserachtens ein Anachronismus in einer aufgeklärten Gesellschaft von freien Bürgern (commons). Hier wird so getan, als sei ein Kapitalverbrechen passiert, was wohl eher auf sexuellen Mißbrauch Minderjähriger durch kirchliche Würdenträger zutrifft, welcher dagegen wenig thematisiert wird.
    _______________________________________________________
    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    Was ist eigentlich mit unseren Journalisten los, ob ZEIT oder FAZ, alle scheinen sie entrückt zu sein und sich päpstlicher als der Papst zu geben. Herr Greven irrt gewaltig in seinen beiden Feststellungen:
    1) "Dennoch: Es ist und bleibt eine rein innerkirchliche Diskussion, in die sich die Politik nicht einmischen sollte."
    2) "Aber als deutsche Kanzlerin kann sie zwar den iranischen Präsidenten Ahmadineschad scharf angreifen, wenn er den Holocaust abstreitet und Israel ausradieren möchte, doch nicht den Papst zu einer Klarstellung in einem innerkirchlichen Vorgang auffordern."
    Der Vatikan beansprucht alles Staatsrechte und ist somit auch ein souveräner Staat und als solcher ist der Papst eben doch auf einer Ebene wie Ahmadineschad und muss genauso eindeutig Kritik einstecken wie alle anderen auf unserer Erde. Es ist zwar verständlich, wenn sich der Vatikan in seiner Zwitterrolle als Staat und Kirche jeweils auf die ihm bequemste Rolle zurückziehen möchte und sich z.B. in diesem Fall nicht als Staat sondern als Kirche mit rein internen Angelegenheit sieht. Nur genau dies sollte ein kritischer Journalismus in der Lage sein zu erkennen und zu verdeutlichen, als dass er es als eigenste Aufgabe betrachtet den Papst in Schutz zu nehmen: der Vatikan kann sich selbst schützen.

    • ziyou
    • 03.02.2009 um 19:13 Uhr

    Sie mag den Umgang mit Dalai und den Papst. ist doch in Ordnung. Tolle Symbolpolitik.
    Weiter so Angie.

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    Der Papst ist und der Dalai Lama wäre gerne Führer eines autokratischen Gottesstaates. Als Demokrat sollte man beide mit der Beißzange anfassen und dann gebührend kritisieren. Deshalb: Papstkritik = richtig, lustig Schalstauschen mit dem Dalai Lama im Kanzleramt = äußerst bedenklich.

    Der Papst ist und der Dalai Lama wäre gerne Führer eines autokratischen Gottesstaates. Als Demokrat sollte man beide mit der Beißzange anfassen und dann gebührend kritisieren. Deshalb: Papstkritik = richtig, lustig Schalstauschen mit dem Dalai Lama im Kanzleramt = äußerst bedenklich.

  2. ...des Autors Greven, wenn er mit Hinweis auf innerkirchliche Angelegenheiten und der Säkularisierung der Bundeskanzlerin eine Aufforderung zur Stellungnahme durch den (deutschen) Papst Benedikt untersagen will. Mit diesem Argument könnte es auch der Kirche untersagt werden, auf Verfehlungen in der Politik hinweisen zu dürfen. Wollen wir das wirklich? Mir ist der Dialog lieber, auch der kritische, der Gegensätze offenlegt, auch der unbequeme, dem man sich, wie in diesem Fall der Papst, lieber entziehen möchte. Frau Merkel stellt eine Frage. Und Herr Ratzinger antwortet. Oder nicht. Das ist ein zutiefst demokratischer Vorgang, dessen Verlauf interessanter sein dürfte als dessen gewünschte Nichtentstehung. "Frau Merkel, Sie haben Recht und ich trete zurück, denn ein solcher Fehler wie die Rehabilitation eines Holocaust-Leugners darf niemandem, erst Recht einem Deutschen nicht, unterlaufen, der in dieses Amt berufen wird." Stellen Sie sich diesen Satz einmal aus dem Munde von Papst Benedikt vor. Zu schön, um wahr zu sein ? Richtig. Deswegen wird die Antwort des Papstes um so interessanter. Oder sein Schweigen.

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    • th
    • 03.02.2009 um 20:34 Uhr

    ist eine religiöse Angelegenheit, und keine politische. Wie jede Religionsgemeinschaft kann auch die katholische Kirche Räuber und Mörder als Mitglieder akzeptieren, und damit noch lange nicht deren Handeln gutheissen.
    Das war schon immer so, und wird auch so bleiben, auch wenn es die Selbstgerechten nicht wissen wollen. Der Williamson ist nicht wegen Holokaust-Leugnung exkommuniziert worden, sondern wegen Ungehorsams, und nur das hat ihm der jetzige Papst verziehen. Williamson wird damit wieder zur Beichte und zum Abendmahl zugelassen, aber noch lange nicht als Bischof eingesetzt - das wäre nämlich tatsächlich ein Skandal.

    Natürlich kann auch die Kanzlerin für sich die Meinungsfreiheit in Anspruch nehmen.
    Aber klug ist es nicht. Wie schon Nr. 22 gesagt hat, gehören der Kirche auch Mörder und Kinderschänder an. Niemand wird wegen irgendeines Kapitalverbrechens exkommuniziert! (Dafür ist dann das jüngste GEricht im Jenseits zuständig (und natürlich die weltliche Justiz im Diesseits ;-)).
    Wenn der Staat der Meinung ist, daß Mörder nicht hart genug bestraft werden, dann muß er selber was unternehmen.

    Das Ungeheuerliche an Merkels Einmischung ist, daß sie dadurch den Eindruck erweckt, daß der deutsche Staat ein Mitspracherecht darüber beansprucht, wer in der katholischen Kirche Mitglied sein darf und wer nicht.
    Und das wäre ja, wenn es ernst gemeint wäre, eine nackte Attacke auf die Religionsfreiheit! Aber vermutlich weiß sie das selber nicht, diese ignorante Postprotestantin aus McPomm.
    Den Papst wird es nicht beeindrucken. Seine katholische Kirche existiert seit 2000 Jahren und hat schon ganz andere politischen Systeme überlebt.

    • th
    • 03.02.2009 um 20:34 Uhr

    ist eine religiöse Angelegenheit, und keine politische. Wie jede Religionsgemeinschaft kann auch die katholische Kirche Räuber und Mörder als Mitglieder akzeptieren, und damit noch lange nicht deren Handeln gutheissen.
    Das war schon immer so, und wird auch so bleiben, auch wenn es die Selbstgerechten nicht wissen wollen. Der Williamson ist nicht wegen Holokaust-Leugnung exkommuniziert worden, sondern wegen Ungehorsams, und nur das hat ihm der jetzige Papst verziehen. Williamson wird damit wieder zur Beichte und zum Abendmahl zugelassen, aber noch lange nicht als Bischof eingesetzt - das wäre nämlich tatsächlich ein Skandal.

    Natürlich kann auch die Kanzlerin für sich die Meinungsfreiheit in Anspruch nehmen.
    Aber klug ist es nicht. Wie schon Nr. 22 gesagt hat, gehören der Kirche auch Mörder und Kinderschänder an. Niemand wird wegen irgendeines Kapitalverbrechens exkommuniziert! (Dafür ist dann das jüngste GEricht im Jenseits zuständig (und natürlich die weltliche Justiz im Diesseits ;-)).
    Wenn der Staat der Meinung ist, daß Mörder nicht hart genug bestraft werden, dann muß er selber was unternehmen.

    Das Ungeheuerliche an Merkels Einmischung ist, daß sie dadurch den Eindruck erweckt, daß der deutsche Staat ein Mitspracherecht darüber beansprucht, wer in der katholischen Kirche Mitglied sein darf und wer nicht.
    Und das wäre ja, wenn es ernst gemeint wäre, eine nackte Attacke auf die Religionsfreiheit! Aber vermutlich weiß sie das selber nicht, diese ignorante Postprotestantin aus McPomm.
    Den Papst wird es nicht beeindrucken. Seine katholische Kirche existiert seit 2000 Jahren und hat schon ganz andere politischen Systeme überlebt.

  3. waren auch empört über die Sache mit dem Papst und diesem Willhelmsohn. Man sollte nicht den Holocaust leugnen, vor allem nicht den Holocaust! Das lernt man schon in der Schule, das es eine der Dinge ist, die besonders schlimm sind im Leben. Antisemitismus steht immer in der Zeitung auf der ersten Seite.
    Wir finden es gut, dass die Frau Merkel sich das nicht gefallen lässt. Unsereins kann da ja nix gegen machen, was soll denn der Rüdiger mit dem Papst reden? Aber die Frau Merkel, die ist ja elokwent und kann dem mal so richtig die Meinung sagen. Wir sind ja Deutsche und wir sind nicht nur Papst, sondern auch Merkel. Jawohl, wir sind Merkel! Wir sind Deutschland, wir sind Merkel, wir sind Antiantisemitismus! Und da fühlen wir uns auch wohl bei, dat soll uns keiner schlecht machen!

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    Jawohl, wir sind Merkel! Wir sind Deutschland, wir sind Merkel, wir sind Antiantisemitismus! Und da fühlen wir uns auch wohl bei, dat soll uns keiner schlecht machen!

    Unglücklicherweise passen die 500+ Kommentare, die innerhalb von drei Stunden zu diesem Thema bei der WELT eingegangen sind
    (http://www.welt.de/politi...)
    'nicht ganz' zu dieser These.

    Keine Ahnung ob das alles Katholiken waren oder nur die üblichen Angie-Hasser, auf jedenfall mal wieder ein richtiger Kommentar-Tsunami.

    ... und sich hinterher herausstellt, daß er in Wirklichkeit gar kein Alkohol im Blut hatte ... darf die Polizei ihm dann den Führerschein zurückgeben?

    Oder wäre das dann auch eine Stellungnahme für die Nazi-Ideologie?
    Zumal bei der heiklen Symbolik: "FÜHRER"-Schein...

    • ADoria
    • 03.02.2009 um 22:38 Uhr

    Sie meinen, dass mit dem Wilhelmsohn mußte so kommen, wegen dem Wilhelm sein´ Sohn?
    Das ist ganz schlimm. Also wenn jetzt nicht meine Kanzlerin - also ich und Angela - eskalieren, wird in Zukunft der Antiantisemitismus noch viel schlimmer. Nee besser. Oder?

    Ich, ich ... ich glaub´, ich bin überfordert.

    Herrlich, dieser Humor. Welche Gelassenheit, mit diesem Thema umzugehen. Die Herren Rüdiger und ich würde ich zu gern kennenlernen.

    Jawohl, wir sind Merkel! Wir sind Deutschland, wir sind Merkel, wir sind Antiantisemitismus! Und da fühlen wir uns auch wohl bei, dat soll uns keiner schlecht machen!

    Unglücklicherweise passen die 500+ Kommentare, die innerhalb von drei Stunden zu diesem Thema bei der WELT eingegangen sind
    (http://www.welt.de/politi...)
    'nicht ganz' zu dieser These.

    Keine Ahnung ob das alles Katholiken waren oder nur die üblichen Angie-Hasser, auf jedenfall mal wieder ein richtiger Kommentar-Tsunami.

    ... und sich hinterher herausstellt, daß er in Wirklichkeit gar kein Alkohol im Blut hatte ... darf die Polizei ihm dann den Führerschein zurückgeben?

    Oder wäre das dann auch eine Stellungnahme für die Nazi-Ideologie?
    Zumal bei der heiklen Symbolik: "FÜHRER"-Schein...

    • ADoria
    • 03.02.2009 um 22:38 Uhr

    Sie meinen, dass mit dem Wilhelmsohn mußte so kommen, wegen dem Wilhelm sein´ Sohn?
    Das ist ganz schlimm. Also wenn jetzt nicht meine Kanzlerin - also ich und Angela - eskalieren, wird in Zukunft der Antiantisemitismus noch viel schlimmer. Nee besser. Oder?

    Ich, ich ... ich glaub´, ich bin überfordert.

    Herrlich, dieser Humor. Welche Gelassenheit, mit diesem Thema umzugehen. Die Herren Rüdiger und ich würde ich zu gern kennenlernen.

  4. selten habe ich einen solch dümmlichen Kommentar zum Thema gelesen. Nicht nur fehlen ihm jegliche Argumente, es werden stattdessen ähnlich dogmatische Gründe vorgegeben, die zu eben dieser Situation geführt haben. Ich frage mich warum einer solchen unqualifizierten Meinung überhaupt ein Forum geboten wird. Die Äußerung der Kanzlerin war nicht nur angebracht, sondern eine Pflicht als Vertreterin der Deutschen Interessen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Und aus welchen Gründen ist Williamson denn exkommuniziert worden?

    Und wieso halten Leute wie Sie, die von Religion und Theologie absolut nix verstehen (wollen) und vermutlich gar nicht an Gott glauben, die Exkommunikation für ein sinnvolles Mittel der geistigen Auseinandersetzung mit Neonazis?

    Hat die weltliche Zivilgesellschaft dazu keine besseren Möglichkeiten?

    Anonsten können Sie ja gleich zum Allmächtigen Gott beten, daß er die Holocaustleugner im Jenseits mit ewigen Höllenstrafen quälen wird.

    (Von den Urhebern des Holocaust mal ganz abgesehen).

    Und aus welchen Gründen ist Williamson denn exkommuniziert worden?

    Und wieso halten Leute wie Sie, die von Religion und Theologie absolut nix verstehen (wollen) und vermutlich gar nicht an Gott glauben, die Exkommunikation für ein sinnvolles Mittel der geistigen Auseinandersetzung mit Neonazis?

    Hat die weltliche Zivilgesellschaft dazu keine besseren Möglichkeiten?

    Anonsten können Sie ja gleich zum Allmächtigen Gott beten, daß er die Holocaustleugner im Jenseits mit ewigen Höllenstrafen quälen wird.

    (Von den Urhebern des Holocaust mal ganz abgesehen).

    • WolfBu
    • 03.02.2009 um 19:45 Uhr

    Diesen Artikel hätte man besser bleiben lassen. Die Kanzlerin zeichnet sich sicher nicht durch größte Machereigenschaften aus. Wer in der Weltpolitik aber zwischen den Zeilen liest, weiß, dass von einem deutschen Staatschef eine Reaktion zu diesem Thema überall in der Welt erwartet wird. Wo ist eigentlich das Problem? Einmischung in innere Angelegenheiten? Kirche und Staat sind getrennt? Soll das ein Witz sein? Ich habe größte Schwierigkeiten, einen nicht kirchlich geführten Kindergarten für unseren Kleinen zu finden, in dem er nicht gleich religiös indoktriniert wird und einen Gott anzubeten hat. Kirchensteuer wird nach der Taufe automatisch von Staat einbehalten, man muß gezielt aus der Kirche austreten. Und arrogante und selbstgerechte Kleriker wie Herr Mixa mischen sich jeden Tag in unsere Gesellschaft ein und versuchen mir vorzuschreiben, wie ich zu leben und an welche Götter ich zu glauben habe. Vor allem: Welche Moral die richtige ist, denn die Moral resultiert angeblich nur aus christlichen Wurzeln. Ein Miteinanderentwurf von Barmherzigkeit und Liebe haben sich aber nicht die Christen ausgedacht, er ist Jahrtausende älter. Vor diesem Hintergrund der Kanzlerin das Recht streitig machen zu wollen, auch hochoffiziell Stellung zu nehmen, finde ich einfach unglaublich.

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    Sie haben vollkommen recht!
    Leider hat sich der deutsche Staat noch nicht so recht von der Kirche getrennt.
    Leider gilt in Deutschland die Kirche immer nicht nur als öffentliche, sondern als quasi-staatliche Einrichtung.
    Meiner Meinung nach sollte man diesen Zustand beenden, die Konkordate aufkündigen und die Kirchen in die Rechtsform eines eingetragenen Vereins überführen.
    Aber..... das ist eine ganz andere Debatte, ein ganz anderes Problem.
    Mit der Frage der Exkommunikation und Herrn Lefebvres "Ungehorsam" im Jahre 1988 hat das nix zu tun.

    Sie haben vollkommen recht!
    Leider hat sich der deutsche Staat noch nicht so recht von der Kirche getrennt.
    Leider gilt in Deutschland die Kirche immer nicht nur als öffentliche, sondern als quasi-staatliche Einrichtung.
    Meiner Meinung nach sollte man diesen Zustand beenden, die Konkordate aufkündigen und die Kirchen in die Rechtsform eines eingetragenen Vereins überführen.
    Aber..... das ist eine ganz andere Debatte, ein ganz anderes Problem.
    Mit der Frage der Exkommunikation und Herrn Lefebvres "Ungehorsam" im Jahre 1988 hat das nix zu tun.

  5. MAn hat und deutschen Jarelang immer wieder vorgehalten das wir die Verantwortung dafür tragen müssen was passiert ist. Deshalb sollten sie auch Deutsche Politiker ernst nehmen können und in der Welt sich ggen die Leugnung einsetzen egal wo und egal wann.

    Ich finde es richtig von der Politik hier ein klares Zeichen zu setzen das wir die Verantwotung ernst nehmen und nicht wie die Kirche dieses Kapitel der Geschicht leiber komplett vergessen.

    • xperi
    • 03.02.2009 um 19:51 Uhr

    Das ist keine innerkirchliche Angelegenheit sondern betrifft die gesamte Gesellschaft. Das Problem des Papstes ist, dass er es nicht zurücknehmen kann, weil er damit seine Unfehlbarkeit widerlegt. Man soll nicht denken, dass die katholische Kirche ihr mittelalterliches Weltbild abgelegt hat. Sie versteht es nur, es gut zu verbergen. Unter solchen Umständen, wie dieser Situation, wo ein normaler Politiker sich sofort revidiert hätte, wird es aber offenbar. Es wird niemals eine klare Aussage von einem Papst geben. Er muss obendrein noch die Unfehlbarkeit seiner Amtsvorgänger im Auge haben. Es werden nur Worthülsen kommen, aus denen man nicht mehr herauslesen kann, als man selbst hieneinlegt. Das meint meiner Meinung nach Frau Merkel, wenn sie klare Worte wünscht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • xperi
    • 03.02.2009 um 20:26 Uhr

    Der Papst sagte "Während ich erneut aus ganzem Herzen meine volle und unbestreitbare Solidarität für unsere Brüder, die Empfänger des Ersten Bundes, bekunde, wünsche ich, dass das Gedächtnis der Shoah die Menschheit dazu veranlassen möge, über die unvorhersehbare Macht des Bösen, wenn es das Herz des Menschen erobert, nachzudenken. Die Shoah sei für alle eine Mahnung gegen das Vergessen, gegen die Verneinung oder die Verharmlosung"

    Daraus kann man nicht mehr lesen, als man selbst hieneinlegt. Wer ist den hier "die Macht des Bösen", doch nicht etwa die Juden? Würde auf einem Nazi-Parteitag glatt durchgehen. Was sollen wir den nicht vergessen? Dass die Juden die "Christusmörder" sind? In der Zeit der Naziherrschafft hätte man das noch als Leisetreterei einigermaßen würdigen können. Aber Heute, 2009? Nein, das lässt sich wirklich nicht als Stellungnahme akzeptieren.

    Für alle, die es immer noch nicht wissen:

    Der Papst ist nach katholischer Lehre nicht unfehlbar. Er ist es nur in einer bestimmten Ausnahmesituation: Wenn er ex cathedra spricht. Die Äußerungen der letzten Wochen waren alle NICHT ex cathedra, denn dazu wären bestimmte Anforderungen und Formalien zu erfüllen. Also ist er in all diesen Äußerungen und Handlungen auch nach katholischer Lehre fehlbar.

    Vielleicht hilft Wikipedia weiter:
    http://de.wikipedia.org/w...

    Dies zur Sache.

    Auch vor diesem Hintergrund ist das Aufbegehren von Kardinal Lehman zu sehen.

    • xperi
    • 03.02.2009 um 20:26 Uhr

    Der Papst sagte "Während ich erneut aus ganzem Herzen meine volle und unbestreitbare Solidarität für unsere Brüder, die Empfänger des Ersten Bundes, bekunde, wünsche ich, dass das Gedächtnis der Shoah die Menschheit dazu veranlassen möge, über die unvorhersehbare Macht des Bösen, wenn es das Herz des Menschen erobert, nachzudenken. Die Shoah sei für alle eine Mahnung gegen das Vergessen, gegen die Verneinung oder die Verharmlosung"

    Daraus kann man nicht mehr lesen, als man selbst hieneinlegt. Wer ist den hier "die Macht des Bösen", doch nicht etwa die Juden? Würde auf einem Nazi-Parteitag glatt durchgehen. Was sollen wir den nicht vergessen? Dass die Juden die "Christusmörder" sind? In der Zeit der Naziherrschafft hätte man das noch als Leisetreterei einigermaßen würdigen können. Aber Heute, 2009? Nein, das lässt sich wirklich nicht als Stellungnahme akzeptieren.

    Für alle, die es immer noch nicht wissen:

    Der Papst ist nach katholischer Lehre nicht unfehlbar. Er ist es nur in einer bestimmten Ausnahmesituation: Wenn er ex cathedra spricht. Die Äußerungen der letzten Wochen waren alle NICHT ex cathedra, denn dazu wären bestimmte Anforderungen und Formalien zu erfüllen. Also ist er in all diesen Äußerungen und Handlungen auch nach katholischer Lehre fehlbar.

    Vielleicht hilft Wikipedia weiter:
    http://de.wikipedia.org/w...

    Dies zur Sache.

    Auch vor diesem Hintergrund ist das Aufbegehren von Kardinal Lehman zu sehen.

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