Personalpolitik Papst ernennt Ultrakonservativen zum Weihbischof

Eine weitere Personalentscheidung Benedikts stößt auf Kritik: Der umstrittene österreichischen Priester Gerhard Wagner wird neuer Weihbischof der Diözese Linz.

Der 54-jährige Wagner, seit 1988 Pfarrer in Windischgarsten, hatte durch umstrittene Äußerungen Schlagzeilen gemacht. So warnte er die Jugendlichen vor den Harry Potter -Büchern von J.K. Rowlings, weil er darin "Satanismus" am Werk sah, und nannte den Hurrikan "Katrina", der New Orleans verwüstet hatte, eine Art göttliche Strafe für eine unmoralische Stadt. Nicht zufällig habe der Hurrikan die fünf Kliniken zerstört, in denen abgetrieben worden sei. "Ich bin einer, der die Konfrontation geradezu sucht", sagte Wagner am Samstag dem ORF-Fernsehen.

Die Ernennung löste in der Diözese Besorgnis aus. "Die Vorgangsweise ist wirklich eine Katastrophe", sagte der Pfarrer von Traun, Generaldechant Franz Wild, dem ORF. Er befürchte, dass der Diözese eine schwierige Zeit bevorsteht. Laut österreichischen Medien war die Entscheidung weder mit Wagners zukünftigem Vorgesetzten, dem Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz, noch mit Kardinal Christoph Schönborn akkordiert.

Zuvor hatten die Anfang der Woche bekanntgewordenen Pläne des Papstes, vier exkommunizierte Bischöfe, unter ihnen Williamson, zu rehabilitieren, zu einem schweren Zerwürfnis mit Vertretern des Judentums und zu massiver Kritik seitens katholischer Theologen geführt.

Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, sagte dem Spiegel , mit der Rehabilitierung von Bischof Williamson "einen Holocaust-Leugner gesellschaftsfähig gemacht" zu haben, sei "unverzeihlich". Dies zeige, dass der Papst "die Versöhnung mit den Juden, die seine Vorgänger vorangebracht haben, infrage stellt". Israel Meir Lau, ehemaliger Oberrabbiner Israels und Überlebender des Konzentrationslagers Buchenwald, fragt im Spiegel : "Wie kann ein solcher Lügner den Schutz und die Rehabilitierung des Führers der katholischen Kirche bekommen?"

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) zeigte Verständnis für die "Irritation und Betroffenheit der jüdischen Gemeinde". "Solche Äußerungen und Vorkommnisse gefährden den vom heutigen Papst und seinen Vorgängern ausdrücklich für unverzichtbar erklärten Dialog mit den jüdischen Organisationen", sagte Lammert dem Spiegel . Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch sagte dem Magazin: "Weder für Antisemitismus noch für die Leugnung des Holocaust gibt es Platz in der katholischen Kirche."

 
Leser-Kommentare
  1. Es ist kein Zeichen von Stärke, wenn ein Kirchenoberhaupt vor dem lauten Bellen ewig Gestriger einknickt und denjenigen, die die Grundregeln der Nächstenliebe nach Belieben für sich auf die Seite stellen, den Platz freimacht in einer Kirche, deren oberste Maxime die Zehn Gebote sind. Lateinamerikanische Geistliche sind bei ihrem schweren Kampf um die Verbreitung des christlichen Glaubens von Rom entweder im Stich gelassen worden oder mit überheblichen Belehrungen abgespeist worden.
    Die Aufgaben der Kirche sind keine Manövriermasse für den jeweiligen Vertreter des heiligen Stuhles.

  2. Die großen Weltreligionen sind verschiedene Wege auf denselben Berg, schreibt Williges Jäger, ein katholischer Priester und Zen-Meister. Auch Hans Küng arbeitet mit seinem Weltethos an diesem Ansatz, der viel versprechende Perspektiven für eine friedliche Zukunft auf unserer Erde bietet. Wo der Wahrheitsanspruch fällt, schwindet der Spielraum für Extremisten und heilige Kriege(r).

    Auf einem höchst besorgniserregenden Weg ist hingegen Papst Benedikt XVI. unterwegs, wenn er den Katholiken jetzt ein neues Karfreitagsgebet mit auf den Weg gibt, dass an antisemitische und antijudaistische Vorläufer anknüpft, die von 1570 bis 1970 galten. Mit gutem Grund ist dieses alte Gebet vom 2. vatikanischen Konzil abgeschafft worden. Dieser Vorgang markiert einen schlimmen Rückfall in den Beziehungen zwischen den beiden Weltreligionen. Anmaßend auch seine Äußerungen, die den evangelischen Kirchen das Recht auf den Status einer Kirche absprechen. Der Papst zelebriert damit einen Wahrheitsanspruch, der in vielen Bereichen Konflikt verschärfend wirkt. Hier werden keine Brücken gebaut, sondern uralte Gräben vertieft. Und während Jesus sich mit den Ausgestoßenen seiner Zeit, Zöllnern und Prostituierten, an einen Tisch gesetzt hat, will der Papst noch nicht einmal mit evangelischen Christen Abendmahl feiern.

    Jetzt rehabilitiert dieser Papst auch noch einen rechtsextremistischen Priester, der den Holocaust leugnet. War dieser Papst nie in Bergen Belsen, in Buchenwald oder in Auschwitz? Ist er sich nicht bewußt, wie verletztend diese Entscheidung wirkt? In welcher Tradition steht dieser unselige Papst eigentlich? Was treibt ihn? Die Wunden die dieser Papst aufreißt werden nur sehr langsam heilen. Deshalb sollte sich der Papst in aller Form bei den Menschen jüdischen Glaubens entschuldigen und zu den Äußerungen des rechtsextremistischen Priesters glasklar und persönlich Stellung nehmen.

    Stefan Wenzel MdL
    Niedersachsen

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    • Anonym
    • 02.02.2009 um 10:12 Uhr

    Sie haben ja großenteils Recht, vom Papst muss man mehr Fingerspitzengefühl verlangen. Insbesondere auch, weil die momentan debattierten Fehlentscheidungen die christliche Botschaft verdunkeln. Anscheinend nimmt man das im Vatikan sehenden Auges in Kauf. Für mich als Katholiken ist das enttäuschend.
    Allerdings sollte die Politik, also auch Sie, sich aus theologischen Problemen, z.B. gemeinsames Abendmahl, raushalten. Trennung von Staat und Kirche ist eben keine Einbahnstraße.
    Religiöse Toleranz bedeutet für mich, den fremden Glauben gelten zu lassen, ohne den eigenen aufgeben zu müssen. Niemand kann von den Christen verlangen, das Christentum gegen irgendeinen "Weltethos" auszutauschen. Unsere Demokratie basiert auf Kompromissen und Konsens, aber Religionen basieren auf einem Fundament der Überlieferung und des Glaubens.
    Man muss in dieser Debatte also gut trennen zwischen falscher Politik des Vatikan, die scharf zu kritisieren ist, und christlicher Glaubenslehre, die nicht Gegenstand dieser politischen Debatte sein kann, sondern allein Sache der Gläubigen und der Theologen ist.

    "Es war und ist eine Pflicht der Wahrheit, dem Recht derer gegenüber, die gelitten haben, eine Pflicht vor Gott, als Nachfolger von Johannes Paul II. und als Kind des deutschen Volkes hier zu stehen - als Sohn des Volkes, über das eine Schar von Verbrechern mit lügnerischen Versprechungen, mit der Verheißung der Größe, des Wiedererstehens der Ehre der Nation und ihrer Bedeutung, mit der Verheißung des Wohlergehens und auch mit Terror und Einschüchterung Macht gewonnen hatte, so dass unser Volk zum Instrument ihrer Wut des Zerstörens und des Herrschens gebraucht und missbraucht werden konnte", sagte er dort; http://www.tageschau.de/a...

    Hier behauptet der Papst, dass "eine Schar von Verbrechern" das deutsche Volk also fehl geleitet habe. Das klingt, als ob diese Schar sich wie falsche Propheten aufführten, gegen die ein ganzes Volk einfach nur machtlos war. - Ich nenne solch eine Darstellung Relativismus.

    In der gleichen Rede beklagt er sich darüber, dass Gott offensichtlich die Schreie der Ermordeten nicht hörte. Benedikt vergisst, dass es Pius XI. war, der die Juden, die vor den Toren des Vatikan auf ihr Elend und auf ihr Leid, die die Nazis ihnen zuführten, hatten aufmerksam machen wollen, zurück gewiesen hatte. Und er vergisst, dass derselbe Pius XI. mit dem Reichskonkordat den Katholiken in D. einen Maulkorb auferlegt und sie daran gehindert hatte, aktiv gegen die Nazi-Verbrecher vorzugehen. Und genau diesen Pius XI. will der Papst selig sprechen. Auch das kann nur zu Empörung führen.

    Es erstaunt mich nicht, dass selbst in dieser prachtvollen Kleidung, wie auf dem Foto im Artikel zu sehen ist, der Papst wie ein geduckter Mann mit schlechtem Gewissen erscheint, der seinen Blick von unten herauf nach oben richtet. Seine innerliche Größe und angebliche Gottesnähe erkennt man nicht auf diesem Foto.

    • Anonym
    • 02.02.2009 um 10:12 Uhr

    Sie haben ja großenteils Recht, vom Papst muss man mehr Fingerspitzengefühl verlangen. Insbesondere auch, weil die momentan debattierten Fehlentscheidungen die christliche Botschaft verdunkeln. Anscheinend nimmt man das im Vatikan sehenden Auges in Kauf. Für mich als Katholiken ist das enttäuschend.
    Allerdings sollte die Politik, also auch Sie, sich aus theologischen Problemen, z.B. gemeinsames Abendmahl, raushalten. Trennung von Staat und Kirche ist eben keine Einbahnstraße.
    Religiöse Toleranz bedeutet für mich, den fremden Glauben gelten zu lassen, ohne den eigenen aufgeben zu müssen. Niemand kann von den Christen verlangen, das Christentum gegen irgendeinen "Weltethos" auszutauschen. Unsere Demokratie basiert auf Kompromissen und Konsens, aber Religionen basieren auf einem Fundament der Überlieferung und des Glaubens.
    Man muss in dieser Debatte also gut trennen zwischen falscher Politik des Vatikan, die scharf zu kritisieren ist, und christlicher Glaubenslehre, die nicht Gegenstand dieser politischen Debatte sein kann, sondern allein Sache der Gläubigen und der Theologen ist.

    "Es war und ist eine Pflicht der Wahrheit, dem Recht derer gegenüber, die gelitten haben, eine Pflicht vor Gott, als Nachfolger von Johannes Paul II. und als Kind des deutschen Volkes hier zu stehen - als Sohn des Volkes, über das eine Schar von Verbrechern mit lügnerischen Versprechungen, mit der Verheißung der Größe, des Wiedererstehens der Ehre der Nation und ihrer Bedeutung, mit der Verheißung des Wohlergehens und auch mit Terror und Einschüchterung Macht gewonnen hatte, so dass unser Volk zum Instrument ihrer Wut des Zerstörens und des Herrschens gebraucht und missbraucht werden konnte", sagte er dort; http://www.tageschau.de/a...

    Hier behauptet der Papst, dass "eine Schar von Verbrechern" das deutsche Volk also fehl geleitet habe. Das klingt, als ob diese Schar sich wie falsche Propheten aufführten, gegen die ein ganzes Volk einfach nur machtlos war. - Ich nenne solch eine Darstellung Relativismus.

    In der gleichen Rede beklagt er sich darüber, dass Gott offensichtlich die Schreie der Ermordeten nicht hörte. Benedikt vergisst, dass es Pius XI. war, der die Juden, die vor den Toren des Vatikan auf ihr Elend und auf ihr Leid, die die Nazis ihnen zuführten, hatten aufmerksam machen wollen, zurück gewiesen hatte. Und er vergisst, dass derselbe Pius XI. mit dem Reichskonkordat den Katholiken in D. einen Maulkorb auferlegt und sie daran gehindert hatte, aktiv gegen die Nazi-Verbrecher vorzugehen. Und genau diesen Pius XI. will der Papst selig sprechen. Auch das kann nur zu Empörung führen.

    Es erstaunt mich nicht, dass selbst in dieser prachtvollen Kleidung, wie auf dem Foto im Artikel zu sehen ist, der Papst wie ein geduckter Mann mit schlechtem Gewissen erscheint, der seinen Blick von unten herauf nach oben richtet. Seine innerliche Größe und angebliche Gottesnähe erkennt man nicht auf diesem Foto.

  3. Ich golaube nicht, dass der Papst rechtfertigen muss vor Leuten, die außerhalb der Kath. Kirche stehen - und ob herr Korn nun weint oder nicht oder das Gespräch mit der Katholischen kirche abbricht oder nicht dürfte letztendlich nicht mehr als eine maginale Rolle spiele.
    Die öffentliche meinung von Leuten, die sowieso nicht bestandteil dieswer kir5che sind mus den papst nun wirklich nciht intereseen - und innerkirchlich herrscht ein streng hierarchisches system vor.
    Es scheinen einige hier zu vverwechseln ihre liberal-feischgespülten aufregerli, die möglicherweise in unserer politik einfluss nehmen könnten, mit dem, was solch ein gewäsch für den papst bedeuten dürfte.
    Der Mann ist mit einer der mächtigsten männer der Erde und wird demnächst herausfinden, ob es einen Gottt gibt oder nicht.
    Bis dahin wird er versuchen seine Kirche nach besten Wissen und Gewissen für die nächsten Generationen möglichst fit zu machen.
    Sogar ich als atheist muss sagen, dass es ihm wohl so gut es geht gelingt.
    Er setzt halt auf die funtamentalistische Karte, darum auch diese 'rechten' personalentscheidungen.
    Was macht denn in Europa Kirche aber nioch interessant? Liberales geblubbere bringt keine Leute in die Kirchen, schon lange nicht mehr - funtamentalistisches anscheinend schon noch.
    Wenn man nun noch zugrunde legt, dass am Klimawandel etwas dran ist und das zugleich in Europa wir über Zuwanderungen von Menschen aus einem immer mehr erstarkenden Islamistischen Kreis (nicht islam - islamistisch, funtamentalisistische religionsauffassungen) immer größere orthodoxe konservative Werte- und Moralvorstellungen bekommen, dann könnte es sehr gut sien, dass in 10-20 jahren die jetzigen orthodoxen, ja funtamentalistischen Personalentscheidungen des papstes innerhalb seiner Kirche die besten ausgangslage schaffen zur überwindung der Krisen die eben alnstehen aus den oben angedeuteten Problematiken.
    Ob jemand wie Wilhelmson den Holocaust relativiert oder leugnet dürfte für den papst keine ernsthafte Rolle spielen, wenn dabei mehrere hunderttauscende ultraorthodoxe gläubige Anhänger von Wilhelmson zurück in die kirche geschleust werden.
    Diese Entscheidungen, die uns erst einmal abstrus vorkommen, dürften auf langfristigen Überlegungen und Strategien des Vatikans beruhen - und nicht darauf, ob nun die Zeit oder der Spiegel und der Zentralrat nun das für schlecht oder nicht halten.

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    Es ist sicherlich richtig, dass der Papst als Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche zunächst nach Innen wirken muss.
    Des Weiteren wird gerne vergessen, dass theologisch gesehen die Mission der Nichtchristen, je nach Lehrmeinung sogar der Nichtkatholiken, ein Gebot der Nächstenliebe ist, da nur so das Seelenheil zu erlangen ist ("Kein Heil außerhalb der Kirche", Augustinus).
    Daher ist auch die Fürbitte "zu Gunsten" der Juden (für ihre Erleuchtung zum katholischen Glauben) nur konsequent und zeigt, dass der alte Dogmatikprofessor Ratzinger sich auch als Papst theologisch treu bleibt.
    Die Wiedereingliederung der Piusbruderschaft könnte daher ebenfalls als Akt der Barmherzigkeit (sie bemühen sich sozusagen um den rechten glauben, sind bloß etwas vom Weg abgekommen) gesehen werden.

    ABER: Diese Offenheit gibt es "nach links" nicht. Befreiungstheologen werden weiterhin mit Lehr- und Predigtverboten belegt (nicht da diese zuwider kirchlicher Lehren predigten, sondern da sie den sozialen Aspekt des Christseins zu sehr betonten). Diese Lehr- und Predigtverbote (analog für Eugen Drewermann und einige andere in Europa) sind de facto Berufsverbote.
    Die Priester der Piusbruderschaft hingegen üben ihre nicht autorisierten Priesterämter weiter aus, sogar Bischöfe, die nicht vom Papst ernannt wurden, werden innerhalb der Kirche akzeptiert. Bischöfe, die darüber hinaus wesentliche Ergebnisse des II. Vatikanischen Konzils - zu denen auch der respektvolle Umgang mit den Gläubigen anderer Konfessionen und monotheistischer Religionen (ohne völlige Aufgabe der Mission) gehört - negieren.

    Hier liegt eine wirkliche Gefahr für die Kirche: Sie vereint nämlich nicht, sondern spaltet. Sonderrechte für besonders konserative Traditionalisten hier, Maulkörbe für reformerische Kräfte dort. Und diese Wirkung geht nach Innen.

    • fricka
    • 02.02.2009 um 15:24 Uhr

    Orthographie entsetzlich. Nach 2 Sätzen : AUFHÖREN!!!!
    (Anmerkung: Bitte tragen Sie zur Diskussion bei. Die Redaktion/jk)

    Du Glaubs, aber ich weiss.

    Hallo Zagreus,
    Hier möchte ich Ihnen widersprechen:
    "Ich glaube nicht, dass der Papst rechtfertigen muss vor Leuten, die außerhalb der Kath. Kirche stehen... Die öffentliche meinung von Leuten, die sowieso nicht bestandteil dieser kirche sind mus den papst nun wirklich nicht interessieren - und innerkirchlich herrscht ein streng hierarchisches system vor."
    Das trifft mich als Evangelischen. Wenn die Katholische Kirche irgend eine Sekte wäre - klar. Aber wenn man ökumenisch gesonnen ist, darf und muss man sich an der Diskussion beteiligen

    Es ist sicherlich richtig, dass der Papst als Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche zunächst nach Innen wirken muss.
    Des Weiteren wird gerne vergessen, dass theologisch gesehen die Mission der Nichtchristen, je nach Lehrmeinung sogar der Nichtkatholiken, ein Gebot der Nächstenliebe ist, da nur so das Seelenheil zu erlangen ist ("Kein Heil außerhalb der Kirche", Augustinus).
    Daher ist auch die Fürbitte "zu Gunsten" der Juden (für ihre Erleuchtung zum katholischen Glauben) nur konsequent und zeigt, dass der alte Dogmatikprofessor Ratzinger sich auch als Papst theologisch treu bleibt.
    Die Wiedereingliederung der Piusbruderschaft könnte daher ebenfalls als Akt der Barmherzigkeit (sie bemühen sich sozusagen um den rechten glauben, sind bloß etwas vom Weg abgekommen) gesehen werden.

    ABER: Diese Offenheit gibt es "nach links" nicht. Befreiungstheologen werden weiterhin mit Lehr- und Predigtverboten belegt (nicht da diese zuwider kirchlicher Lehren predigten, sondern da sie den sozialen Aspekt des Christseins zu sehr betonten). Diese Lehr- und Predigtverbote (analog für Eugen Drewermann und einige andere in Europa) sind de facto Berufsverbote.
    Die Priester der Piusbruderschaft hingegen üben ihre nicht autorisierten Priesterämter weiter aus, sogar Bischöfe, die nicht vom Papst ernannt wurden, werden innerhalb der Kirche akzeptiert. Bischöfe, die darüber hinaus wesentliche Ergebnisse des II. Vatikanischen Konzils - zu denen auch der respektvolle Umgang mit den Gläubigen anderer Konfessionen und monotheistischer Religionen (ohne völlige Aufgabe der Mission) gehört - negieren.

    Hier liegt eine wirkliche Gefahr für die Kirche: Sie vereint nämlich nicht, sondern spaltet. Sonderrechte für besonders konserative Traditionalisten hier, Maulkörbe für reformerische Kräfte dort. Und diese Wirkung geht nach Innen.

    • fricka
    • 02.02.2009 um 15:24 Uhr

    Orthographie entsetzlich. Nach 2 Sätzen : AUFHÖREN!!!!
    (Anmerkung: Bitte tragen Sie zur Diskussion bei. Die Redaktion/jk)

    Du Glaubs, aber ich weiss.

    Hallo Zagreus,
    Hier möchte ich Ihnen widersprechen:
    "Ich glaube nicht, dass der Papst rechtfertigen muss vor Leuten, die außerhalb der Kath. Kirche stehen... Die öffentliche meinung von Leuten, die sowieso nicht bestandteil dieser kirche sind mus den papst nun wirklich nicht interessieren - und innerkirchlich herrscht ein streng hierarchisches system vor."
    Das trifft mich als Evangelischen. Wenn die Katholische Kirche irgend eine Sekte wäre - klar. Aber wenn man ökumenisch gesonnen ist, darf und muss man sich an der Diskussion beteiligen

  4. Als deutscher Katholik kann ich mich nur schämen für diesen Papst, der der fürchterliche Kardinal Ratzinger geblieben ist. Jesus würde es auch tun, wenn er noch unter uns wäre!

    Papst Benedict sollte sich mit seiner Musikprofessorin und Haushälterin, der er seit 1991 irgendwie verbunden ist und die heute offiziell im vatikanischen Staatssekretariat angestellt ist, eine ruhige Altersfreizeit gönnen. [...]

    Die Katholiken sollten den ehemaligen Kardinal Ratzinger zum Rücktritt zwingen. Es reicht nämlich! Er mißbraucht sein Amt, um, im Sinne einer persönlichen Motivation, 'unanständige' Ziele zu erreichen. Es verstößt, bewußt und mit großem Vorsatz, immer wieder gegen Grundsätze des Christentums. [...] Kein Mann des tiefen Glaubens.

    [Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Danke. /Die Redaktion pt.]

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    Mein Herr, man muss auch gönnen können. Wenn ein Mensch die zarte Hand einer Frau im Haus gewöhnt ist ( bis 1991 die liebe Schwester, die dann verstarb), möchte er sie nicht mehr missen. Ist doch sehr verständlich. Ist auch nicht verboten.

    Und man muss nicht immer so kleingeistige Gedanken haben.. Gehen Sie doch mal an die frische Luft, sonst mutieren Sie mir noch zu einem Giftzwerg! Was Gott verhüten möge... Es grüßt Sie in christlicher Barmherzigkeit der Zwergenkönig

    Mein Herr, man muss auch gönnen können. Wenn ein Mensch die zarte Hand einer Frau im Haus gewöhnt ist ( bis 1991 die liebe Schwester, die dann verstarb), möchte er sie nicht mehr missen. Ist doch sehr verständlich. Ist auch nicht verboten.

    Und man muss nicht immer so kleingeistige Gedanken haben.. Gehen Sie doch mal an die frische Luft, sonst mutieren Sie mir noch zu einem Giftzwerg! Was Gott verhüten möge... Es grüßt Sie in christlicher Barmherzigkeit der Zwergenkönig

    • FahadA
    • 01.02.2009 um 20:00 Uhr

    Der Papst, ein 81jaehriger Greis, ist ja regelmaessig ueberaktiv und (als typischer Vertreter seiner Nation) schadet eher als das er nuetzt. U.a. Fussnote ist der beruechtigten (und verlinkten) 'Regensburger Rede' von 2006 entnommen, die offenbar erst spaeter hinzugefuegt wurde.

    Controverse VII 2c; bei Khoury S. 142/143; Förstel Bd. I, VII. Dialog 1.5 S. 240/241. Dieses Zitat ist in der muslimischen Welt leider als Ausdruck meiner eigenen Position aufgefaßt worden und hat so begreiflicherweise Empörung hervorgerufen. Ich hoffe, daß der Leser meines Textes sofort erkennen kann, daß dieser Satz nicht meine eigene Haltung dem Koran gegenüber ausdrückt, dem gegenüber ich die Ehrfurcht empfinde, die dem heiligen Buch einer großen Religion gebührt. Bei der Zitation des Texts von Kaiser Manuel II. ging es mir einzig darum, auf den wesentlichen Zusammenhang zwischen Glaube und Vernunft hinzuführen. In diesem Punkt stimme ich Manuel zu, ohne mir deshalb seine Polemik zuzueignen.

    http://www.vatican.va/hol...

    Der Papst hatte den Byzantinischen Kaiser zitiert (man erinnere sich, er schwadronierte von Byzanz, bevor er Istanbul besuchte; dort angekommen betete er in Richtung Makkah; wir wissen aber nicht, was in seinem Herzen bewegt wurde), distanzierte sich dann aber spaeter vom Inhalt des Zitats (soviel ich weiss, kam mindestens eine Nonne um; ich glaube im Sudan, bin mir aber nicht sicher).

    • Zel
    • 02.02.2009 um 8:23 Uhr

    Es kann eigentlich nur noch eine Lösung geben-man muss die katholische Kirche verstaatlichen. Religionsexperten der Bundesregierung spielen schon mit dem Gedanken, die ganzen Bubenspieler, Frauenhasser und Nazis in eine Bad Church überzuleiten und die gesunden Anteile (also alle pro-forma Mitglieder, die bisher keine Zeit hatten um auszutreten, aber sowieso nicht mehr hingehen) in eine Staatskirche zu integrieren.

    (entfernt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Die Redaktion/jk) Der Iraner mit dem lustigen Namen, der immer gegen Israel wettert, der darf ja auch nicht rein ins Rei...äh Land.

    Welches Kreuz wird die Kirche demnächst verwenden, da gibt es ja durchaus Kreuze, die dem derzeitigen politischen Gefühl dieses Männerbundes eher liegen würden?

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    Zel !
    Das ist die beste Idee ! Das wäre wirklich eine Lösung.

    Zel !
    Das ist die beste Idee ! Das wäre wirklich eine Lösung.

  5. Typisch deutsch: Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Der Satz stammt zwar von keinem Papst, sondern ausgerechnet von Luther, aber er passt auch auf Prof. Dr. Ratzinger. Der ist ein außergewöhnlich kluger Mann, oder muss man inzwischen sagen: "War"? Er hat ein paar Exkommunizierte heim in den Schoß von Mama Kirche geholt. Das interessiert die Welt nicht besonders. Aber dass er den Holocaust-Leugner nicht aus dem Tempel jagt, das ist empörend und bringt dem amtierenden Papst nichts ein außer einem kalten Hauch der Verachtung.

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