ZEIT-ONLINE-Kolumnist Philipp Lahm Der Oli Kahn in ihm
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 Die Marke Philipp Lahm ist "verantwortungsbewusst, fair, vorbildhaft"

Neulich hat sie in der Zeitung gelesen, dass der FC Barcelona 30 Millionen Euro für ihren Sohn bezahlen wolle. Sie arbeitet seit 25 Jahren vormittags in einem Schreibwarenladen und nachmittags für den FT Gern. Manchmal gehe sie mit Philipp noch gemeinsam einkaufen, sagt sie. Er schaue dann immer auf den Preis.

Der Agentur, die sich um Philipps Karriere kümmert, ist diese Art viel wert. Die Mitarbeiter sind froh, dass er lieber mit den alten Kumpels vom FT Gern ein paar Tage in den Skiurlaub fährt und nicht mit "irgendwelchen Schickimickifreunden aus dem Dschungelcamp im P1 rumhängt". Sie haben Philipp zur Marke gemacht.

Im Powerpoint-Deutsch ihrer "Markenstrategie“ heißt es: Die Marke Philipp Lahm sei "verantwortungsbewusst, fair, vorbildhaft, verlässlich, sympathisch, down to earth, lebensfroh, pfiffig, leistungsorientiert, talentiert, willensstark, reflektiert". Diese Eigenschaften sollen helfen, passende Sponsoren zu finden. Sie sind ein Produkt des Geschäfts, das der Fußball heute ist.

In einer Ecke des Sportlerheims des FT Gern kann man noch etwas von der Ursprungsidee lesen. In einem silbernen Rahmen hängt dort eine Urkunde des DFB. Wie bei vielen Vereinen achtet niemand richtig auf den Text. Fußball sei "ein geeignetes Mittel zur Erziehung der jungen Menschen zur Persönlichkeit und zur Mitverantwortung", steht da.

Wenn Philipp heute mit dem Audi des FC Bayern vorfährt, passt seine Mutter auf: Autogramme, Fotos oder Presse will hier keiner haben. Philipp kommt noch oft hierher, und die Gerner sagen, das solle auch so bleiben.

Bei den Sommerfesten des Vereins ist Philipp immer dabei. Viele Fotos an den Wänden zeigen die feiernden Gerner. Und dann ist da an der Wand auch noch dieses Bild, der Moment des Schusses, an den sich Fußball-Deutschland gern erinnert. 9. Juni 2006, Eröffnungsspiel gegen Costa Rica: Lahm kommt von links, umkurvt zwei Gegenspieler, schießt mit rechts: "In den Winkel! Ein unglaublich schönes Tor!", schrie der Fernsehreporter damals.

Nach dem Spiel bekam Philipp einen Anruf. Sein Opa sagte, er sei froh, dass er das noch erleben durfte.

 
Leser-Kommentare
    • JaO
    • 04.11.2009 um 21:14 Uhr

    Schöner Artikel, eine Korrektur von meiner Seite: Philipps Traumtor gegen Costa Rica, das das Sommermärchen einläutete, fiel an meinem 19. Geburtstag, einen Tag vor meiner Abitur-Übergabe, dem 09. Juni 2006, als ich gerade auf dem Weg in die Arena auf Schalke war um Polen-Ecuador zu gucken :)

    • JaO
    • 06.11.2009 um 13:32 Uhr

    Philipps Traumtor gegen Costa Rica, das das Sommermärchen 2006 einläutete, fiel am 09. Juni 2006, meinem 19. Geburtstag, auf dem Weg zum Spiel Polen vs. Ecuador in der Arena auf Schalke.

  1. Ich wollte einen Kommentar schreiben, zum Modell, aber ich lasse es.

  2. Wichtiger wäre nach gefühlten 100 Stunden mal wieder eine Flanke der Extraklasse.

    Es muss ja nicht gleich aus vollem Lauf sein, wie bei Dani Alvez.

    Einfach nur mal zur Grundlinie durchziehen und eine gute Flanke schlagen.

    Na ja, vielleicht ja schon morgen in Manchester...

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