Pius-Brüder Mit dem Rücken zum VolkSeite 3/3
Auf Kassette gibt es neben etlichen Lefebvre-Predigten auch den Vortrag "Die sexuelle Befreiung als Steigbügelhalter der Rebellion" zu kaufen. Auch Schriften des 1954 heilig gesprochenen, von den Pius-Brüdern verehrten antimodernistischen Papstes Pius X. und des hochmittelalterlichen Scholastikers Thomas von Aquin werden feilgeboten. Für die Pius-Brüder und ihre Anhänger war die Aufklärung der Beginn aller Verderbnis der modernen Welt: Liberalismus, Gewissensfreiheit, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung der Frauen, sexuelle Revolution … Mit dem Zweiten Vatikanum hätten viele dieser "Irrtümer" auch in der katholischen Kirche Einzug gehalten, glauben sie. Die Pius-Brüder sprechen verächtlich vom "Jahr 89" der katholischen Kirche - gemeint ist die Französische Revolution.
Nach außen gibt sich die Gemeinschaft recht modern. Die Homepage des Seminars im Internet ist professionell gestaltet. Der Inhalt zeigt jedoch mehr als deutlich, wie rückwärtsgewandt die Lefebvre-Leute denken. Etwa wenn von der Notwendigkeit eines katholischen Bekenntnisstaates geschrieben wird oder von der "gesunden" Familie als Stütze der Gesellschaft. Zu Papst Benedikt finden die Pius-Brüder eher versöhnliche Worte. Er sei ein "Hoffnungsschimmer für die Überwindung der tiefen Krise, welche die Kirche erschüttert".
Im Internet findet man auch die Seite einer Familie Grohe , die sich selbst zu den Anhängern der Traditionalisten zählt. Dort wird indes heftig Klage geführt über die "drakonische Überregulierung" des Tagesablaufs in dem Seminar und eine "regelrechte Entmündigung" der Priesteramtsanwärter. Anstelle "sinnvoller Askese" trete "sinnloser Stress". Die Abschottung der Seminaristen erinnere an eine "Kleinkinderbewahranstalt". An Schulen der Pius-Brüder seien Schläge und andere menschenunwürdige Behandlungen an der Tagesordnung. So würden Kinder "in Ermangelung von Duschen kollektiv mit dem Schlauch" abgespritzt.
Die Familie Grohe hat auch einen Antwortbrief von Pater Franz Schmidberger, dem Deutschland-Chef der Bruderschaft, ins Netz gestellt. Darin nennt Schmidberger die Vorwürfe eine "schwere Rufschädigung", die objektiv den "Tatbestand der schweren Sünde" erfülle. Die Familie Grohe solle die Anwürfe unverzüglich zurücknehmen, andernfalls forderte Schmidberger die Grohes auf, "unsere Gottesdienste nicht mehr aufzusuchen und die Spende der Sakramente von uns nicht mehr zu erbitten".
Außer dem Zentrum der Pius-Brüder gibt es in Zaitzkofen eine normale katholische Kirche. Ihr Pfarrer heißt Joseph Vattathara und hat sechs Gemeinden zu betreuen. "Ich habe nichts mit denen zu tun", sagt er. Vattathara kommt aus Indien, ein Umstand, den die latent bis offen rassistischen Pius-Brüder sicher als Gipfel der Verderbnis interpretieren würden, die nach ihrer Ansicht die katholische Kirche ergriffen hat.
- Datum 08.05.2009 - 09:02 Uhr
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>Zu Bischof Williamson und seinen Äußerungen über die Nichtexistenz der Gaskammern hat der Mann auch eine Meinung. "Wenn man mal in Dachau war oder in Flossenbürg, weiß man, dass das Irrsinn ist."<
Zu Dachau in Wikipedia (mit all der gebotenen Zurueckhaltung, was den Wahrheitsgehalt betrifft):
>Es kam im Lager, selbst zu Kriegsende, zu keiner Massentötung durch Gas. Dies wird auch von ehemaligen Häftlingen berichtet: „Als sich nach der Fertigstellung [der Gaskammer] die Befürchtungen, es würde zu Massentötungen kommen, nicht bewahrheiteten, […]“[58]. Ob einzelne Personen oder eine kleine Gruppe durch Zyklon B bzw. anderes Gas zu Tode kamen, ist nicht beweisbar.<
Das Wort "Gas" taucht im Wikipedia-Artikel zu Flossenbuerg nicht auf.
>Vattathara kommt aus Indien, ein Umstand, den die latent bis offen rassistischen Pius-Brüder sicher als Gipfel der Verderbnis interpretieren würden, die nach ihrer Ansicht die katholische Kirche ergriffen hat.<
Beleg bitte?
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß der Distriktobere der Piusbruderschaft in Deutschland, Pater Franz Schmidberger, ausgerechnet der Nazipostille ,,Junge Freiheit'' ein Interview gegeben hat , in dem er die päpstliche Entscheidung rechtfertigt. (Anmerkung: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl und tragen Sie zu einer differenzierten Argumentation bei. Der Link wurde entfernt. Die Redaktion/jk)
Wenn der Papst, wie man hört, hereingelegt wurde und nichts von Williamsons Aussagen wußte, wer hat dann Schmidtberger hereingelegt?
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Alle reden von künstlicher Intelligenz - und wir kämpfen täglich gegen natürliche Dummheit.
Von der natürlichen Dummheit sind Sie womöglich auch selbst nicht ganz frei.
Schmidberger weist im Interview nur darauf hin, daß die Aufhebung der Exkommunikation mit Williamsons politischn Ansichten nicht im Zusammenhang steht.
Weiter erkennt er auf Hitlers Judenverfolgung zu sprechen und verurteilt sie auch.
Was wollen Sie mit Ihrem diffamierenden Kommentar eigentlich bewirken?
Das achte Gebot "Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider Deinen Nächsten" ist m.E. auch für nichtchristliche Journalisten und Blogger verbindlich.
Wieder mal eine Qualifizierung, die offensichtlich nicht belegt werden muss. Diffamierung reicht.
Von der natürlichen Dummheit sind Sie womöglich auch selbst nicht ganz frei.
Schmidberger weist im Interview nur darauf hin, daß die Aufhebung der Exkommunikation mit Williamsons politischn Ansichten nicht im Zusammenhang steht.
Weiter erkennt er auf Hitlers Judenverfolgung zu sprechen und verurteilt sie auch.
Was wollen Sie mit Ihrem diffamierenden Kommentar eigentlich bewirken?
Das achte Gebot "Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider Deinen Nächsten" ist m.E. auch für nichtchristliche Journalisten und Blogger verbindlich.
Wieder mal eine Qualifizierung, die offensichtlich nicht belegt werden muss. Diffamierung reicht.
Zaitzkofen liegt im Landkreis Regensburg und damit nicht in Niederbayern, sondern in der Oberpfalz. Bitte um Berichtigung.
Der Artikel ist durchzogen von einer diffamierenden Tendenz.
Lassen Sie mich das an ein paar Beispielen demonstrieren:
1) Die Nonnen "dürfen nix sagen" -- Ach so? Ich sage Ihnen, daß das längst allgemeiner Standard ist, nicht nur bei Post und Bahn. "Wenden Sie sich an unseren Pressesprecher". Wenn die ZEIT einen hausinternen Skandal wird es doch genauso so sein, daß die Mitarbeiter einen Maulkorb verpaßt bekommen.
2) Tja, und warum haben Sie, Herr Etscheit, denn dann nicht einfach mit Herrn Schmidberger einen Termin zum Interview vereinbart? In amerikanischen Zeitungen stehen oft Sätze wie: "XY war telefonisch nicht erreichbar / hat nicht zurückgerufen / hat Interviewwünsche abgelehnt".
So etwas sollten sich deutsche Journalisten auch einmal angewöhnen, dann weiß man wenigstens warum die Gegenseite nicht auch zu Wort kommt.
3) Der Mann sagt, "Wenn man in Dachau war, dann weiß man, daß das Schwachsinn ist". -- Ja was denn nun? Bezeichnet der Mann die Leugnung des Holocausts als Schwachsinn, oder seine Anerkennung als Tatsache?
Oder ging es vielleicht darum, ihm das Wort im Munde herumzudrehen? Da bitte ich schon um Aufklärung.
4) Wirklich übel ist der letzte Satz, wo Sie den Piusbrüdern einfach mal so aufs gratewohl Rassismus unterstellen. Denn wer so weltfremd und stockkonservativ ist, muß ja wohl auch Rassist sein, oder nicht?
Wissen Sie denn nicht, daß die katholische Kirche die mit Sicherheit am wenigsten rassistische von allen monotheistischen Religionsgemeinschaften ist und ihr Menschen aller Rassen angehören? Und daß das auch für die Priesterbruderschaft gilt? Recherchieren Sie mal ein bißchen und Sie werden schnell feststellen, daß es die Traditionalisten auch in Afrika und Indien gibt.
5) "Mit dem Rücken zum Volk": Ja, bei den Traditionalisten guckt der Mann da vorne an die Wand. Ganz genau wie das in der gesamten katholischen Kirche auch 1000 Jahre lang üblich war, bis 1965. Und das war wohl auch besser so. Denn seitdem sich die Priester umgedreht haben und den Leuten ins Gesicht gucken und sie dann auch noch auf Deutsch anreden, sind sie alle weggelaufen. In den 1950er Jahren waren die Kirchen voll, heute sind sie leer -- bestimmt kein Anlaß für die Konzilskirche, sich selber der Volksnähe zu rühmen! Und damit kommen wir auch zur Frage, warum der bayerische Dorfpfarrer inzwischen aus Indien kommt: Das liegt doch nicht daran, daß die offizielle Amtskirche weniger "latent rassistisch" wäre, sondern daran, daß es in Deutschland eben einfach keinen Priesternachwuchs mehr gibt. Deswegen holt man sie aus dem Ausland.
Nur die Piusbrüder, die haben Nachwuchs.
Und sehen Sie: DAS ist der Grund, warum Benedikt sie jetzt wieder zurückholen will. Weil er (und viele andere auch) eingesehen haben, daß das Konzil ein großer FEHLER war und die Kirche in die Sackgasse geführt hat. Das die Gläubigen (im Unterschied zur Redaktion von ZEIT, SPIEGEL, etc.) eben gar keine "weltoffene Kirche" wollen, sondern eine, deren Vertreter sich nich dafür schämen, daß sie an Gott glauben!
(Konziliare Pfarrer tragen ja neutrale Kleidung, sie wollen ja "nicht auffallen", diese Feiglinge.)
6) Und schauen Sie sich doch mal bei den anderen Religionen an, bei den Protestanten, den Juden, den Moslems. Überall das gleiche Bild: Den liberalen Gemeinschaften laufen die Leute weg, den Fundamentalisten laufen sie nach. Besonders deutlich sieht man diesen Trend bekanntlich in den USA bei den evangelikalen Bibelfundamentalisten. Die haben vielleicht volle Kirchen. Die ultraliberalen deutschen evangelischen Landeskirchen sterben dagegen aus.
7) Diese Pius-Brüder sind also gar nicht so weltfremd. Das scheint nur so, wenn man St. Pauli für die "Welt" hält. Die Piusbrüder sehen die Welt als Ganzes, dazu gehören auch die Milliarden Menschen in Afrika, Amerika und Asien. Und von denen denken die meisten längst nicht so liberal, aufgeklärt und demokratisch wie so ein deutscher Qualitätsjournalist gerne wäre.
8) Im übrigen möchte ich klarstellen, daß ich nicht an Gott glaube und die Pius-Brüder mir nicht sympathisch sind. Aber ein Recht auf faire Berichterstattung haben auch sie.
Mag sein, dass Radikale größeren Zulauf haben als gemäßigte Religionen. Der erste gedankliche Fehler liegt in der Gleichsetzung des Wortes "Zulauf" mit "Zustimmung". Radikale Glaubensgemeinschaften haben vielleicht vollere Kirchen, aber die gemäßigten Religionen haben auch sehr viel mehr Kirchen, die sie füllen können. Die Zustimmung der Gesellschaft zur christlichen Religion ist nach wie vor verbreitet, was man von radikalen Gruppierungen nicht behaupten kann.
Die zweite Verwunderlichkeit liegt in dem nahegelegten Schluss, die Kirche müsse radikaler werden, um mehr Gläubige an die Kirche zu binden (deswegen sei das zweite vatikanische Konzil ein Fehler gewesen, wird behauptet) Wie lustig ist das denn? Ist es Aufgabe der Kirche jedem Trend nachzurennen? Seit wann? Die katholische Kirche tut sich doch eher dadurch hervor, dass sie gesellschaftlich notwendige überfällige Reformen nicht einführt, mit der Begründung, sie sei Hüterin des Mysteriums (das es offenbar nötig hat die Ohren immer mal wieder vor der Vernunft zu verschließen).
Zitat aus Ihrem Posting: "Ja, bei den Traditionalisten guckt der Mann da vorne an die Wand. Ganz genau wie das in der gesamten katholischen Kirche auch 1000 Jahre lang üblich war, bis 1965. Und das war wohl auch besser so. Denn seitdem sich die Priester umgedreht haben und den Leuten ins Gesicht gucken und sie dann auch noch auf Deutsch anreden, sind sie alle weggelaufen. [...]"
Das sollte der Kirche dann aber doch zu denken geben, wenn die Gemeinde ihr Gesicht nicht erträgt... es wieder abzuwenden scheint nicht die naheliegende Lösung.
Was die rührende Rede über verwaiste Landpfarreien angeht: Wenn Frauen Priester werden dürfen, wäre die Besetzung kein Problem. Um nur ein Beispiel für eine naheliegende Lösung zu nennen. Aber wenn es Ihnen erfolgsversprechender erscheint radikaler zu werden, kann der Papst genauso gut bei Heidi Klum auftreten, um die katholische Kirche aus ihrer Krise zu führen.
Mag sein, dass Radikale größeren Zulauf haben als gemäßigte Religionen. Der erste gedankliche Fehler liegt in der Gleichsetzung des Wortes "Zulauf" mit "Zustimmung". Radikale Glaubensgemeinschaften haben vielleicht vollere Kirchen, aber die gemäßigten Religionen haben auch sehr viel mehr Kirchen, die sie füllen können. Die Zustimmung der Gesellschaft zur christlichen Religion ist nach wie vor verbreitet, was man von radikalen Gruppierungen nicht behaupten kann.
Die zweite Verwunderlichkeit liegt in dem nahegelegten Schluss, die Kirche müsse radikaler werden, um mehr Gläubige an die Kirche zu binden (deswegen sei das zweite vatikanische Konzil ein Fehler gewesen, wird behauptet) Wie lustig ist das denn? Ist es Aufgabe der Kirche jedem Trend nachzurennen? Seit wann? Die katholische Kirche tut sich doch eher dadurch hervor, dass sie gesellschaftlich notwendige überfällige Reformen nicht einführt, mit der Begründung, sie sei Hüterin des Mysteriums (das es offenbar nötig hat die Ohren immer mal wieder vor der Vernunft zu verschließen).
Zitat aus Ihrem Posting: "Ja, bei den Traditionalisten guckt der Mann da vorne an die Wand. Ganz genau wie das in der gesamten katholischen Kirche auch 1000 Jahre lang üblich war, bis 1965. Und das war wohl auch besser so. Denn seitdem sich die Priester umgedreht haben und den Leuten ins Gesicht gucken und sie dann auch noch auf Deutsch anreden, sind sie alle weggelaufen. [...]"
Das sollte der Kirche dann aber doch zu denken geben, wenn die Gemeinde ihr Gesicht nicht erträgt... es wieder abzuwenden scheint nicht die naheliegende Lösung.
Was die rührende Rede über verwaiste Landpfarreien angeht: Wenn Frauen Priester werden dürfen, wäre die Besetzung kein Problem. Um nur ein Beispiel für eine naheliegende Lösung zu nennen. Aber wenn es Ihnen erfolgsversprechender erscheint radikaler zu werden, kann der Papst genauso gut bei Heidi Klum auftreten, um die katholische Kirche aus ihrer Krise zu führen.
zelebriert wird ist nicht meine Sache; wenn die Katholiken lataeinische Messen wollen warum nicht. Wenn sie wieder ein bischen mehr Tradition wollen ,warum nicht.
Ich gehe nicht mehr in die protestantische Kirche weil mir die Feierlichkeit die es in der kath.Kirche noch gibt fehlen.
Ueber die Politik des Vatikan kann man sich wundern aber im Grunde interessiert mich das nicht. Denn der Papst gibt fuer mich nicht den Ton an.
Von der natürlichen Dummheit sind Sie womöglich auch selbst nicht ganz frei.
Schmidberger weist im Interview nur darauf hin, daß die Aufhebung der Exkommunikation mit Williamsons politischn Ansichten nicht im Zusammenhang steht.
Weiter erkennt er auf Hitlers Judenverfolgung zu sprechen und verurteilt sie auch.
Was wollen Sie mit Ihrem diffamierenden Kommentar eigentlich bewirken?
Das achte Gebot "Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider Deinen Nächsten" ist m.E. auch für nichtchristliche Journalisten und Blogger verbindlich.
... davon verstehen wir armen Leser nix: Wenn man nämlich bei Google Maps "Zaitkofen" eingibt, kommt als erstes Ergebnis das niederbayerische Zaitzkofen, darunter erst das hier richtige bei Regensburg.
... bekommt man schon den Eindruck, daß es nur sehr vordergründig um die tridentinische Messe, hintergründig aber um sehr viel mehr, nämlich um ein anderes Welt- und Menschenbild, um einen anderen Staat geht. Wenn jemand die Gewissensfreiheit, um nur ein Beispiel zu nennen, quasi als Teufelswerk brandmarkt, so ist doch klar, wohin die Reise gehen soll: Zurück in eine Zeit, da der Klerus jeden einzelnen Gläubigen vom Wochenbett bis zur Bahre am ganz kurzen Gängelband des schlechten Gewissens hatte, damit der Plebs nicht aufmüpfig wurde und die Herren unter sich bleiben und machen konnten, was sie wollten. Das machen sie zwar heute auch noch, sind aber doch dank Aufklärung et cetera doch ein bißchen mehr unter Beobachtung und brauchen dank weggebrochener "Legitimierung" ihres Tuns seitens eines komplizenhaft agierenden Klerus zumindest hie und da ein Quentchen kriminelle Energie anstelle des Verweises auf das Gottgnadentum ihres Standes und ihrer Herrschaft. Und wenn ich dann noch die grenzdementen Ergüsse über das nahe Weltenende sehe, wird mir schon ein wenig bang bei dem Gedanken, daß diese Piusbrüder auch Schulen betreiben und junge Menschen beeinflussen.
Sie haben mehr Recht als Sie denken!
Mit dem, was Sie beschreiben, kommen wir dem Problem allmählich näher.
Alles was Sie sagen stimmt.
Darum -- und nicht etwa um irgendwelche Holocaust-Geschichten -- geht es.
Aber in Wirklichkeit betrifft das eben nicht nur diese "Splittergruppe" (die inzwischen keine mehr ist), sondern die Katholische Kirche insgesamt. Die war nie und ist auch jetzt keine menschenfreundliche, weltoffene, demokratische Organisation.
Das war nur die Lebenslüge des deutschen "Establishments" (blödes Wort, mir fällt kein besseres ein). Dazu zähle ich all die katholische Prominenz aus Wirtschaft und Gesellschaft, die sich in katholischen Organisationen betätigt, und, last not least, politische Parteien (keineswegs nur die CDU).
Katholisch war politisch voll korrekt und absolut pflegeleicht. Man konnte öffentlich überall als bekennender Katholik herumlaufen, ohne dadurch zu irgendetwas verpflichtet zu sein (von der Kirchensteuer mal abgesehen).
Ja, und die katholischen Priester laufen seit 40 Jahren ja auch nur noch in Zivil herum, um der liberalen Mehrheitsgesellschaft den schockierenden Anblick eines Menschen zu ersparen, der seine Überzeugung schon in der Kleidung kundtut.
Das haben sich nur noch Punker und Schwule getraut.
Jetzt aber scheint Papst Benedikt-16 einen Kurswechsel anzusteuern: Zurück in die 1950er Jahre, als die katholische Kirche in Europa soviel Ansehen und Einfluß hatte wie niemals vorher oder nachher!
Kein Wunder, daß das katholische Establishment in Deutschland vor Schmerz aufjault! Sie sehen Konflikte voraus, auch für sich persönlich. Stellen Sie sich mal vor: Da ist jemand katholischer CDU-Bürgermeister und bekennender Katholik, und plötzlich fragen ihn seine Kinder, ob er eigentlich an ein Leben im Jenseits glaubt. Ob er glaubt, daß Ehebruch eine Todsünde ist und man dafür in die Hölle kommt. Und ob die Hostie im Gottesdienst wirklich in den Leib Christi gewandelt wird.
Auch auf politischer Ebene müßte dann die C-Partei ihren Wählern erklären, ob sie die Vorgaben des Papstes nun umzusetzen beabsichtigt. Und warum sie sich sonst eigentlich noch "christlich" nennt... Frau Merkel könnte auf einem Parteitag gefragt werden, ob sie eigentlich an Gott glaubt, und wann sie das letzte Mal in einer Kirche war.
Klar, daß sie das auf Gott komm raus lieber vermeiden wollen.
Da platzt eine Lebenslüge unserer politischen Klasse: Die bisherige, für beide Seiten so vorteilhafte Verquickung von Staat und Kirche (zwei privilegierte Obrigkeitskirchen und zahllose gedultete Schmuddelsekten) könnte dann nicht mehr einfach so weiterbestehen.
Sie haben mehr Recht als Sie denken!
Mit dem, was Sie beschreiben, kommen wir dem Problem allmählich näher.
Alles was Sie sagen stimmt.
Darum -- und nicht etwa um irgendwelche Holocaust-Geschichten -- geht es.
Aber in Wirklichkeit betrifft das eben nicht nur diese "Splittergruppe" (die inzwischen keine mehr ist), sondern die Katholische Kirche insgesamt. Die war nie und ist auch jetzt keine menschenfreundliche, weltoffene, demokratische Organisation.
Das war nur die Lebenslüge des deutschen "Establishments" (blödes Wort, mir fällt kein besseres ein). Dazu zähle ich all die katholische Prominenz aus Wirtschaft und Gesellschaft, die sich in katholischen Organisationen betätigt, und, last not least, politische Parteien (keineswegs nur die CDU).
Katholisch war politisch voll korrekt und absolut pflegeleicht. Man konnte öffentlich überall als bekennender Katholik herumlaufen, ohne dadurch zu irgendetwas verpflichtet zu sein (von der Kirchensteuer mal abgesehen).
Ja, und die katholischen Priester laufen seit 40 Jahren ja auch nur noch in Zivil herum, um der liberalen Mehrheitsgesellschaft den schockierenden Anblick eines Menschen zu ersparen, der seine Überzeugung schon in der Kleidung kundtut.
Das haben sich nur noch Punker und Schwule getraut.
Jetzt aber scheint Papst Benedikt-16 einen Kurswechsel anzusteuern: Zurück in die 1950er Jahre, als die katholische Kirche in Europa soviel Ansehen und Einfluß hatte wie niemals vorher oder nachher!
Kein Wunder, daß das katholische Establishment in Deutschland vor Schmerz aufjault! Sie sehen Konflikte voraus, auch für sich persönlich. Stellen Sie sich mal vor: Da ist jemand katholischer CDU-Bürgermeister und bekennender Katholik, und plötzlich fragen ihn seine Kinder, ob er eigentlich an ein Leben im Jenseits glaubt. Ob er glaubt, daß Ehebruch eine Todsünde ist und man dafür in die Hölle kommt. Und ob die Hostie im Gottesdienst wirklich in den Leib Christi gewandelt wird.
Auch auf politischer Ebene müßte dann die C-Partei ihren Wählern erklären, ob sie die Vorgaben des Papstes nun umzusetzen beabsichtigt. Und warum sie sich sonst eigentlich noch "christlich" nennt... Frau Merkel könnte auf einem Parteitag gefragt werden, ob sie eigentlich an Gott glaubt, und wann sie das letzte Mal in einer Kirche war.
Klar, daß sie das auf Gott komm raus lieber vermeiden wollen.
Da platzt eine Lebenslüge unserer politischen Klasse: Die bisherige, für beide Seiten so vorteilhafte Verquickung von Staat und Kirche (zwei privilegierte Obrigkeitskirchen und zahllose gedultete Schmuddelsekten) könnte dann nicht mehr einfach so weiterbestehen.
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