Vatikan-Debakel Der Papst handelt wie JesusSeite 2/2
Doch der Geifer, mit dem sich in diesen Tagen Journalisten auf den Papst stürzen, erinnert an eine Meute ausgehungerter Wölfe. Und ausgehungert sind diese Leute in der Tat. Vier Jahre lang konnten sie es nicht ertragen, dass ein Joseph Ratzinger nicht in das Bild passt, das sie von ihm gezeichnet hatten. Vier Jahre lang haben sie es totgeschwiegen, wenn er gegen Folter aufrief, den Turbokapitalismus geißelte, den Krieg im Irak und anderswo verurteilte, eine gerechte Verteilung der Güter forderte. Geschwiegen auch, wenn er in Wort und Tat den Dialog mit anderen christlichen Kirchen, den Muslimen, vor allem aber den "geliebten Brüdern" jüdischen Glaubens vorantrieb.
Deutschland schweigt. Deutschland bleibt gleichgültig. Kein Plädoyer für Benedikt. Im Gegenteil: Deutsche Kardinäle gehen mit ihm ins Gericht. Wohl keine andere Nation ist zu einer derartigen Ignoranz und Kaltherzigkeit gegenüber einem seiner größten Söhne fähig, dem ersten Deutschen seit 500 Jahren, den die internationale katholische Gemeinschaft für geeignet hält, die größte Kirche der Welt mit einer Milliarde Mitgliedern über die Schwelle einer schwierigen Zeit zu führen.
Jetzt ist die Gelegenheit da, die alten Keulen zu schwingen. Jetzt wird der Stab gebrochen. Jetzt wird abgerechnet. Es gibt keine Munition, also muss man etwas zusammenrühren. Ist da nicht ein neuer Weihbischof irgendwo in Österreich? Es genügt, ihn als "ultrakonservativ" zu bezeichnen, schon haben wir den Beleg für eine These. Ach, der Papst trägt gerne alte Hüte? Perfekt! Die Analyse: Reaktionärer Kurswechsel im Vatikan. Dass da vor wenigen Tagen in Würzburg von demselben Papst ein Weihbischof kreiert wurde, der als Pfarrer die Glocken seiner Kirche gegen neonazistische, antisemitische Aufmärsche hatte läuten lassen, passt, sorry, nicht ins Bild.
Es passt auch nicht ins Bild, daran zu erinnern, dass dieser Benedikt bei seinem ersten Deutschlandbesuch als erster Papst überhaupt eine jüdische Synagoge besuchte. Mit welch’ persönlicher Anteilnahme er in Auschwitz des Holocausts gedachte. Wie er nicht müde wurde, jegliche Form von Antisemitismus zu verurteilen. Oder dass, es liegt gerade ein paar Wochen zurück, unter diesem Papst erstmals ein Rabbiner eingeladen wurde, vor der Bischofssynode zu sprechen.
Peter Seewaldist Publizist und Buchautor, sein Spezialgebiet sind religiöse Themen. Mit dem heutigen Papst Benedikt und damaligen Kardinal veröffentlichte er 1996 das Buch "Salz der Erde" und später das Buch "Gott und die Welt".
- Datum 08.05.2009 - 09:02 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, 4.2.2009
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...vielen Dank dafür!
Im Grunde gilt in diesen Krawalltagen einer hysterisch um sich schnappenden Mittelmäßigkeit doch einmal mehr:
"Man höre doch nur auf den Klang, den ein Geist hat, wenn er redet: jeder Geist hat seinen Klang, liebt seinen Klang. Das dort zum Beispiel muss wohl ein Agitator sein, will sagen ein Hohlkopf, Hohltopf: was auch nur in ihn hineingeht, jeglich Ding kommt dumpf und dick aus ihm zurück, beschwert mit dem Echo der großen Leere." (Friedrich Nietzsche)
"Ich begreife nicht, wie eine reine Hand eine Zeitung berühren kann, ohne Krämpfe von Ekel zu bekommen." (Charles Baudelaire)
..., wenn er den Papst mit Jesus gleichstellt. "Die Aufhebung der Exkommunikation ist nichts Anderes als die ausgestreckte Hand" und wem entgegen: geistigen Brandstiftern, und Herr Seewald gibt sich hier noch päpstlicher als der Papst, indem er "die Aufgabe eines jeden Papstes" vorschreibt. "Ein Dialog mit ihnen, der den Namen verdient, kann nur ohne Vorbedingungen eröffnet werden" - ach ja, dass sollten Sie Ihrem Herrn Papst auch in sein Gebetsbuch schreiben, wenn es um Ökumene mit den Protestanten geht. Offenbar tut sich der Papst leichter damit Holocaust-Leugner einen Platz an seinem Tisch anzubieten, als dass er es anderen Christen gegenüber tun mag...
..., wenn er den Papst mit Jesus gleichstellt. "Die Aufhebung der Exkommunikation ist nichts Anderes als die ausgestreckte Hand" und wem entgegen: geistigen Brandstiftern, und Herr Seewald gibt sich hier noch päpstlicher als der Papst, indem er "die Aufgabe eines jeden Papstes" vorschreibt. "Ein Dialog mit ihnen, der den Namen verdient, kann nur ohne Vorbedingungen eröffnet werden" - ach ja, dass sollten Sie Ihrem Herrn Papst auch in sein Gebetsbuch schreiben, wenn es um Ökumene mit den Protestanten geht. Offenbar tut sich der Papst leichter damit Holocaust-Leugner einen Platz an seinem Tisch anzubieten, als dass er es anderen Christen gegenüber tun mag...
wie Jesus. Denn dann müsste er auch, ohne Hintergedanken an irgendeine kirchliche Einheit oder Vorbedingungen, Menschen aufnehmen, akzeptieren und tolerieren, die nicht seinem Weltbild entsprechen. Schwule, Frauen, Anders- und Nichtgläubige zum Beispiel. Aber vielleicht kommt das ja noch. Vielleicht sogar bald, in der Zeitrechnung des Vatikans. In der wirklichen Welt können da allerdings noch diverse Jahrhunderte ins Land gehen.
Hallo TomFynn,
meine Empfehlung ist bitte bitte genau zu prüfen an welcher Stelle Jesus "akzeptiert" hat und was er absolut nicht akzeptiert.
Jesus hat jeden Suchenenden, jeden "Sünder" geliebt, so tut er es auch heute. Aber er hat Sünde selbst und die Verfehlungen NIE akzeptiert. Und vor allem nicht die Menschen, die sich besonders blinkend, blitzend, scheinend und bunt religös allen zeigen!!
Und bitte bitte bitte, das Wort "Toleranz" im Duden bedeutet "dulden / ertragen", nicht nichts dagegen sagen oder es toll finden.
Es schokiert mich immer wieder was so oder so als Christentum bezeichnet wird, aber keiner nach Gott fragt, was er gesagt hat und was er uns überliefert hat (die Bibel).
Jeder ist in der Kirche willkommen, der glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist, uns am Kreuz erlöst hat und die Kirche als die Gemeinschaft der Gläubigen ins Leben gerufen hat. Und in dieser Kirche gibt es viele Heilige und viele Sünder und jeder kann Mitglied sein, der Ehebrecher, genauso wie der Holocoust Leugner. Die Kirche liebt ihre Mitglieder und wird deshalb nie ihre Sünden akzeptieren sondern immer zur Umkehr aufrufen.
Hallo TomFynn,
meine Empfehlung ist bitte bitte genau zu prüfen an welcher Stelle Jesus "akzeptiert" hat und was er absolut nicht akzeptiert.
Jesus hat jeden Suchenenden, jeden "Sünder" geliebt, so tut er es auch heute. Aber er hat Sünde selbst und die Verfehlungen NIE akzeptiert. Und vor allem nicht die Menschen, die sich besonders blinkend, blitzend, scheinend und bunt religös allen zeigen!!
Und bitte bitte bitte, das Wort "Toleranz" im Duden bedeutet "dulden / ertragen", nicht nichts dagegen sagen oder es toll finden.
Es schokiert mich immer wieder was so oder so als Christentum bezeichnet wird, aber keiner nach Gott fragt, was er gesagt hat und was er uns überliefert hat (die Bibel).
Jeder ist in der Kirche willkommen, der glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist, uns am Kreuz erlöst hat und die Kirche als die Gemeinschaft der Gläubigen ins Leben gerufen hat. Und in dieser Kirche gibt es viele Heilige und viele Sünder und jeder kann Mitglied sein, der Ehebrecher, genauso wie der Holocoust Leugner. Die Kirche liebt ihre Mitglieder und wird deshalb nie ihre Sünden akzeptieren sondern immer zur Umkehr aufrufen.
Es ist sehr beruhigend, zu erfahren, dass nicht alle Zeitungsmacher in die allgemeine Hysterie einstimmen. Interessant darüberhinaus, was in den letzten Wochen nicht für berichtenswert gehalten wurde.
Auch wenn in der RKK sicher noch vieles reformbedürftig ist, die derzeitige Stimmungsmache ist überflüssig und es ist mal wieder bezeichnend, wer auf dieser Welle mitschwimmt, um sich zu profilieren.
Hallo TomFynn,
meine Empfehlung ist bitte bitte genau zu prüfen an welcher Stelle Jesus "akzeptiert" hat und was er absolut nicht akzeptiert.
Jesus hat jeden Suchenenden, jeden "Sünder" geliebt, so tut er es auch heute. Aber er hat Sünde selbst und die Verfehlungen NIE akzeptiert. Und vor allem nicht die Menschen, die sich besonders blinkend, blitzend, scheinend und bunt religös allen zeigen!!
Und bitte bitte bitte, das Wort "Toleranz" im Duden bedeutet "dulden / ertragen", nicht nichts dagegen sagen oder es toll finden.
Es schokiert mich immer wieder was so oder so als Christentum bezeichnet wird, aber keiner nach Gott fragt, was er gesagt hat und was er uns überliefert hat (die Bibel).
Zitat: Aber er hat Sünde selbst und die Verfehlungen NIE akzeptiert. Und vor allem nicht die Menschen, die sich besonders blinkend, blitzend, scheinend und bunt religös allen zeigen!!Wie z.B. viele hohe kirchliche Würdenträger in ihrem Glanz und Pomp?! Wie z.B. das menschenverachtende Weltbild vieler erzkonservativer "Christen"?!
Zitat: Aber er hat Sünde selbst und die Verfehlungen NIE akzeptiert. Und vor allem nicht die Menschen, die sich besonders blinkend, blitzend, scheinend und bunt religös allen zeigen!!Wie z.B. viele hohe kirchliche Würdenträger in ihrem Glanz und Pomp?! Wie z.B. das menschenverachtende Weltbild vieler erzkonservativer "Christen"?!
Diesen klarsichtigen Worten von Peter Seewald muß kaum etwas hinzugefügt werden.
Die Menschen sollten erkennen, wie einseitig und selektiv die politische Wahrnehmung der Medienöffentlichkeit ist. Die immer wieder eingeforderte Öffnung und Toleranz der katholischen Kirche kann nur bedeuten, daß sie "katholikos", also das Ganze betreffend, allgemein gültig ist. Genau in diesem Sinne handelt Benedikt XVI.
Die Bezeichnung historischer Vorgänge mit einer Chiffre, die auf ein amerikanisches Fernsehspiel der 70er Jahre ("Holocaust") zurückgeht, zeigt, wie stark mythisiert und pseudoreligiös die Behandlung des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus geworden ist. Das Christentum nimmt seit 2000 Jahren (leider mit unrühmlichen Abweichungen im Mittelalter und der frühen Neuzeit) klar Stellung gegen Gewaltherrschaft, Unterdrückung und Mord; es ist aber nicht Aufgabe der Katholischen Kirche, nichtreligiöse Fragen zu Glaubensinhalten zu machen. Daß das schiefgeht, haben die Beispiele Galilei und Darwin gezeigt.
Herr Godeysen, den Begriff Holocaust auf einen Film zurück zu führen - sagen Sie mal - brennt Ihnen der Hut? Was für ein historisches Verständnis haben denn Sie?
Darf ich Sie außerdem darauf aufmerksam machen, daß der Papst nicht nur der unfehlbare Obertheologe ist, sondern auch Staatschef? Sich also sehr wohl auch nichtreligiösen Fragen zu widmen hat?
Auch Ihre Aussage, daß die kath. Kirche gegen Gewaltherrschaft, Unterdrückung und Mord eintritt, halte ich für einigermaßen lachhaft. Das macht sich z.B. besonders schön deutlich, wenn der Papst brasilianischen Indios erklärt, daß ihre gewaltsame Christianisierung ja eigentlich ihr innerster Wunsch gewesen sei.
Den Artikel von Peter Seewald hielt ich bis zur Lektüre Ihres Kommentars ebenso für klarsichtig - über Ihre Interpretationen muß ich mich aber mehr als wundern.
Herr Godeysen, den Begriff Holocaust auf einen Film zurück zu führen - sagen Sie mal - brennt Ihnen der Hut? Was für ein historisches Verständnis haben denn Sie?
Darf ich Sie außerdem darauf aufmerksam machen, daß der Papst nicht nur der unfehlbare Obertheologe ist, sondern auch Staatschef? Sich also sehr wohl auch nichtreligiösen Fragen zu widmen hat?
Auch Ihre Aussage, daß die kath. Kirche gegen Gewaltherrschaft, Unterdrückung und Mord eintritt, halte ich für einigermaßen lachhaft. Das macht sich z.B. besonders schön deutlich, wenn der Papst brasilianischen Indios erklärt, daß ihre gewaltsame Christianisierung ja eigentlich ihr innerster Wunsch gewesen sei.
Den Artikel von Peter Seewald hielt ich bis zur Lektüre Ihres Kommentars ebenso für klarsichtig - über Ihre Interpretationen muß ich mich aber mehr als wundern.
Irritierend ist, daß einem Sammelbecken nationalchauvinistischer, antidemokratischer und -semitischer Traditionalisten goldene Brücken gebaut bekommt. Vertreter der Gegenrichtung können nicht auf so viel Verständnis hoffen. Was sagt uns das über die herrschende Gesinnung im Vatikan?
Es geht der Kirche um Macht - und dort, wo diese Position angegriffen wird, schlägt die Kirche auch gnadenlos zu.
Der Vatikan selektiert die 'verlorenen Söhne'. Und das hat Methode
'Keep On Rocking In A Free World' (Neil Young)
Es geht der Kirche um Macht - und dort, wo diese Position angegriffen wird, schlägt die Kirche auch gnadenlos zu.
Der Vatikan selektiert die 'verlorenen Söhne'. Und das hat Methode
'Keep On Rocking In A Free World' (Neil Young)
...aber sollte das nicht eher neusprech heißen?
jesus kommt im übrigen erst in ein paar millionen jahren wieder, vielleicht war er nie da, vielleicht war er nie das, wofür er sich ausgegeben hat. vielleicht kommt er auch überhaupt nicht. darüber gibt es unterschiedliche meinungen.
dass die hiesigen meinungs-oligopolisten sich auf scheingefechte mit abgerockerten ideologen hereinlassen, zeugt eher von fehlgeleiteter themensetzung. die journalistische praxis der projektion, der verallgemeinerung von extrembeispielen etc. macht nun nicht nur bei der katholischen kirche halt.
die ideologien unserer zeit zu hinterfragen und qualitätsstandards für die eigene arbeit zu formulieren - das wäre die aufgabe der stunde.
aber vielleicht fehlt dafür der mumm. oder das entsprechende kleingeld.
hätte die katholische kirche die macht, würden alle kritiker am scheiterhaufen brennen. aber die protestantische "ethik" ist mir auch nicht viel sympathischer, weil ja hauptverantwortlich für die rein ökonomische ausrichtung der welt. spült diese ideologien das klo runter dann wird die welt schöner :}
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