Bahn-Spitzelei Mehdorns Jagd nach MaulwürfenSeite 2/2
Gegenüber den eigenen Angestellten war die Informationspolitik noch rüder. Keiner der Betroffenen sei nach Abschluss der Verfahren benachrichtig worden, halten die Datenschützer in ihrem Protokoll fest. Dies habe die Bahn nicht für erforderlich gehalten, "da die zu Unrecht Verdächtigten anschließend nicht benachteiligt worden wären".
Was Wunder, dass inzwischen Spekulationen existieren, Mehdorns scheinbare Flucht nach vorn sei in Wahrheit ein Vertuschungsversuch: Der Bahnchef hatte am Freitag erklärt , man habe vorsorglich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, um die Vorwürfe klären zu lassen. Was immerhin wie die Bemühung aussieht, nun redlich zu handeln.
Allerdings hat dieser Schritt einen interessanten Nebeneffekt. An den Spitzeleien beteiligte Bahnmitarbeiter dürften dann nicht mehr an Gesprächen bei Datenschützern und im Verkehrsausschuss des Bundestages teilnehmen. Dorthin immerhin sind die Leiter der Konzernrevision und der Konzernsicherheit kommende Woche geladen. FDP-Politiker Friedrich sagte dazu im Radiosender NDR-Info: "Ich fürchte, es wird ein Brief kommen, die beiden Herren dürfen nicht aussagen, weil staatsanwaltschaftliche Ermittlungen laufen..."
Die Bahngewerkschaften verlangten nach Bekanntwerden des Textes eine umgehende Sondersitzung des Bahn-Aufsichtsrates. Transnet-Chef Alexander Kirchner und GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel erklärten: "Die Empörung über die bislang bekannt gewordenen Details der 'Schnüffel-Affäre' ist nach wie vor groß. Die bisherigen Erklärungen reichen uns nicht aus. Es entspricht auch nicht den Tatsachen, dass die Mitglieder des Aufsichtsrates in der Vergangenheit informiert worden sind. Wir erwarten nach wie vor, dass der Konzernvorstand die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter endlich informiert."
- Datum 02.04.2009 - 11:37 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Der Mann, dessen Vorbild Napoleon ist ( und das erst meint ), lässt alle Mitarbeiter ausspionieren, um heraus zu finden, wer ihn anonym denunziert hat?
Unter dem Vorwand der Korruptionsbekämpfung wird viel öffentliches Geld ausgegeben, um eine private Angelegenheit zu klären?
Mehdorn darf sich offensichtlich alles leisten, obwohl der Bund noch Eigentümer der Bahn ist. Tiefensee ist als Verkehrsminister ein Totalversager oder hofft nach seiner politischen Karriere auf einen Aufsichtsratsitz bei der Bahn.
daß es eine private Polizei oder privaten Geheimdienst geben kann?
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Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
.. weil wohl niemand dagegen wetten wird.
Mehdorn wird nichts geschehen, genausowenig wie den Vorständen und Aufsichtsräten der Landesbanken und der KfW. Jemand wie Tiefensee wird vielleicht sein Finger heben (müssen) und sagen "Ach Du schlimmer Bube Du" und das wird es sein.
Wir sind in Deutschland heute soweit, dass ab einem bestimmten "Bekanntheitsgrad" Narrenfreiheit herrscht und es bestätigt auch das Peter-Prinzip (Jeder wird solange befördert bis er die Stufe der eigenen Inkompetenz erreicht hat).
Armes Deutschland.....
Gruß, Bernd
*** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***
Niemand, der schon einmal in regionalen Zügen der Bahn kontrolliert wurde, wundert sich über die autoritären Züge der Bahnverwaltung.
Mehdorn muss weg und der Weg endlich frei gemacht werden, für mehr private, konkurrierende Transportunternehmen.
Und ich sollte mir langsam ein Auto kaufen...
... bei der Geschäftsführung bzw. mit dieser gelebten Corporate Governance überhaupt noch existiert und Gewinn erwirtschaftet, ist in meinen Augen ein echtes Wunder!
profitabel zu fuehren, wuerde ich angesichts der angebotenen produkte und der quasi gesetzlich verankerten monopolstellung in den meisten der geschaeftsgebiete, nicht unbedingt als unmoeglich ansehen.
wenn jetzt nicht die erkenntnis kommt das ein anderer das genauso und besser machen kann, wann dann?
von tiefensee braucht man leider keinen großen wind zu erwarten.
wuerde sicherlich nicht mal auffallen, wenn dieser nicht mehr im amt ist.
profitabel zu fuehren, wuerde ich angesichts der angebotenen produkte und der quasi gesetzlich verankerten monopolstellung in den meisten der geschaeftsgebiete, nicht unbedingt als unmoeglich ansehen.
wenn jetzt nicht die erkenntnis kommt das ein anderer das genauso und besser machen kann, wann dann?
von tiefensee braucht man leider keinen großen wind zu erwarten.
wuerde sicherlich nicht mal auffallen, wenn dieser nicht mehr im amt ist.
Die Aktionen der Bahnführung verlagern sich immer mehr in einen schmutzigen Krieg um die Macht, wo Spitzel und Täuschungen eine immer massgeblichere Rolle spielen. Dem Horcher an der Wand bleibt am Ende nur der eine Vorteil - zu erfahren, dass seine Zeit bald abgelaufen ist.
Mehdorn kann mit dieser Spitzelstrategie vor allem seine Verdienste unbedeutend werden lassen. Diese versteckten Bedrohungen wird niemand wirklich in Schach halten können.
Durch das Einschalten der Staatsanwaltschaft hat Mehdorn jetzt möglicherweise einen weiteren Widersacher ausgeschaltet: die neugierige Presse. Denn aus den Akten eines laufenden Verfahrens dürfen die nicht mehr zitieren ;-)
Es kann also sein, dass dieser Zeit-Artikel für eine ganze Weile der Letzte dieser Art war...
Mehdorn hat die Daten von 173.000 Mitarbeitern weitergegeben, um feststellen zu lassen, ob Bahnmitarbeiter geschmiert wurden.
Zum ersten sind wahrscheinlich 1.000 und nicht 173.000 Mitarbeiter im Einkauf tätig. Diese Anzahl ist deshalb absolut unsinnig.
Zum zweiten sollen auch Kontodaten von Ehefrauen weitergegeben worden sein. Da frage ich mich natürlich, wie ein Arbeitgeber an die Kontodaten der Ehefrau kommt. Normalerweise wird man von seinem Arbeitgeber nicht nach diesen Daten gefragt. Ich nehme fest an, dass man diese auch nicht angeben muss.
Zum dritten sind auch die Lieferanten involviert, die einen Abgleichungslauf laufen ließen. Insofern steht nicht nur Hr. Mehdorn, sondern es stehen auch seine Lieferanten am Pranger.
Zum vierten hat normalerweise die korrumpierende Lieferfirma einen Vorteil bei einer Korruption. Warum sollte eine Lieferfirma der Bahn melden, welcher Bahnmitarbeiter Geld genommen hat, um den Auftrag der Bahn genau an diese Firma zu geben. Diese Quelle will man doch weiter nutzen. Deshalb ist diese ganze Aktion doch ziemlich sinnlos.
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