Thailand: Birma-Flüchtlinge auf See ausgesetzt
Ohne Essen, ohne Treibstoff: Vor der Insel Sumatra hat Indonesiens Marine 198 Bootsflüchtlinge aus Birma gerettet. Die erheben schwere Vorwürfe gegen thailändische Beamte

© STR/AFP/Getty Images
Die indonesische Küstenwache liest Flüchtlinge auf
Während ihrer 21-tägigen Odyssee auf See sind mindestens 22 der Flüchtlinge gestorben. Das Schiff habe keinen Motor gehabt, berichteten die Überlebenden. Seit sieben Tagen seien sie ohne Wasser und Lebensmittel gewesen.
Die Flüchtlinge gehören der muslimischen Minderheit der Rohingya an, die vom Militärregime in Birma verfolgt wird. 20 Menschen mussten wegen schweren Flüssigkeitsmangels ins Krankenhaus gebracht werden.
Die Gestrandeten sagten, sie seien von thailändischen Beamten misshandelt worden und später auf dem Meer in ihrem Boot ausgesetzt worden.
Im vergangenen Monat waren bereits 193 Bootsflüchtlinge aus Birma in Indonesien angekommen. Sie sollen nach Birma deportiert werden, nachdem das Militärregime zugesagt habe, sie würden nicht misshandelt. Die Flüchtlinge wehren sich dagegen, da sie um ihr Leben fürchten. Für Indonesien handelt es sich um Wirtschaftsflüchtlinge.
Die thailändische Marine soll im Dezember rund 1000 Flüchtlinge einfach auf das offene Meer gebracht und ausgesetzt haben. Das berichteten Überlebende, die Wochen später von der indischen und indonesischen Marine ausgemergelt in fast seeuntauglichen Booten gefunden wurden. Von vielen fehlt bis heute jede Spur.
Thailands Regierung hat Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen zurückgewiesen. Regierungschef Abhisit Vejjajiva ordnete aber eine Untersuchung an. Allerdings sollen die Nachforschungen von einer Militäreinheit geleitet werden, die maßgeblich für die Politik der Abweisung der Flüchtlinge verantwortlich ist.
Die Militärjunta in Birma hat die Rohingyas zu Staatenlosen erklärt, obwohl sie seit mindestens zwei Jahrhunderten dort ansässig sind. Etwa 250.000 Anhänger der muslimischen Minderheit leben in Bangladesch und geschätzte 20.000 von ihnen arbeiten illegal in Thailand.





Hi @ll
Keiner will sie haben.
Aus Birma sind sie geflohen, Thailand mochte sie wohl nicht haben und Indonesien eben sowenig.
Was tun?
Birma lässt sich prinzipiell nicht in die Karten schauen, Thailand besteht auf bedingungsloser Achtung seiner Staatsgrenzen und Indonesien bezeichnet sie als Wirtschaftsflüchtlinge für die es nicht aufkommen will.
Da liegt wohl einiges im argen da unten und nein, Deutschland/EU/whatever ist NICHT zuständig.
Gruss
Rene
Ich erinnere mich dunkel, dass in der Vergangenheit gelegentlich thematisiert wurde, dass die Nachbarstaaten von Birma eine wie auch immer geartete Intervention in diesem Land ausdrücklich nicht unterstützen.
Vor diesem Hintergrund sehe ich nicht, was die EU (oder Deutschland) tun könnte. Die Lösung kann auf jeden Fall nicht darin bestehen, dass überall, wo irgend welche Idioten wüten, die Bevölkerung Freifahrtscheine in irgend ein "Schlaraffenland" erhält. Die Probleme müssen schon vor Ort gelöst werden, und dazu müssten sich zuerst einmal die Nachbarstaaten bereit erklären.
... und bis dahin müssen eben noch ein paar hundert Menschen verdursten.
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Alle reden von künstlicher Intelligenz, aber wir kämpfen täglich gegen natürliche Dummheit.
... und bis dahin müssen eben noch ein paar hundert Menschen verdursten.
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Alle reden von künstlicher Intelligenz, aber wir kämpfen täglich gegen natürliche Dummheit.
Interessant ist, daß in diesem Falle die langjährige (über 200 Jahre) Ansässigkeit als Begründung für das Residenzrecht in Birma gilt. Bei den sonstigen Debatten um Einwanderung und Residenzrecht wird der Mangel an langjähriger Ansässigkeit nicht thematisiert - jedenfalls nicht von Seiten der Medien.
... und bis dahin müssen eben noch ein paar hundert Menschen verdursten.
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