Astronomie "Zweite Erde" entdecktSeite 2/2

Dennoch werten Experten die Entdeckung als Durchbruch. "Damit ist bewiesen, dass man mit CoRoT im Prinzip solche erdähnlichen Planeten finden kann", lobt Jakob Staude vom Max-Planck-Institut für Astronomie. "Und das ist genau das, was man sich von dem Weltraumteleskop erhofft hat." Der 2006 gestartete CoRoT-Satellit – ein Projekt der französischen Raumfahrtbehörde CNES unter Beteiligung von Deutschland, Österreich, Belgien, Spanien und Brasilien – soll nämlich 120.000 Sterne überwachen und gezielt nach jenen Helligkeitsschwankungen suchen, die auftreten, wenn ein Planet vor diesen fernen Sonnen vorbeizieht.

Dabei geht es nicht nur um einzelne Funde, sondern um die grundlegende Frage, wie häufig überhaupt Planeten außerhalb unseres Sonnensystemen anzutreffen sind. Ist unsere Erde ein Ausnahmefall – oder eher kosmologische Normalität? Um das zu beantworten, muss man mehr finden als große, leicht zu ortende Gasriesen. Doch kleinere Sternbegleiter machen sich eben kaum bemerkbar, was die Suche extrem mühsam gestaltet. Dass nun tatsächlich die Ortung eines erdgroßen Planeten gelang, hat auf dem CoRoT-Symposium in Paris dementsprechend große Begeisterung hervorgerufen. "CoRoTs Schlüsselfund stößt das Tor zu den erdähnlichen Welten bei anderen Sternen weit auf", jubeln die Forscher.

Damit haben die Europäer sogar den Amerikanern ein Schnippchen geschlagen, die im März ihre Raumsonde Kepler ins All schießen wollen und diese vorab priesen als "die erste Nasa-Mission, die erdgroße Planeten entdecken kann". Diesen Erfolg darf nun die Forschergruppe von der Thüringer Landessternwarte für sich verbuchen.

Für Häme sieht Günther Wuchterl dennoch keinen Anlass. "Kepler und CoRoT ergänzen sich sehr gut." Denn die CoRoT-Sonde nimmt ihre Untersuchungsobjekte jeweils nur 150 Tage lang in den Blick. Um aber einen Planeten zweifelsfrei nachzuweisen, muss man mindestens drei seiner Umläufe (sogenannte Transits) um seine Sonne beobachten. CoRoT kann also allenfalls Planeten finden, deren Umlaufdauer maximal 50 Tage dauert. Der Kepler-Satellit dagegen soll sehr viel mehr Geduld aufbringen und Umlaufdauern bis zu einem Jahr beobachten. Solche Planeten könnten dann als "noch erdähnlicher" gefeiert werden.

Um allerdings die fundamentale Frage – Ist da draußen jemand? – zu beantworten, bedarf es mehr als nur des Nachweises von erdgroßen Steinkugeln, die im rechten Abstand um fremde Sonnen kreisen. Dazu müsste man auch deren Licht untersuchen und darin freien Sauerstoff finden können. Erst dann wäre klar, dass außerhalb der Erde Photosynthese stattfindet – und damit Leben möglich ist. Für die Planetenforscher bleibt also noch einiges zu tun. Günther Wuchterl freut sich schon darauf: "Wir leben in extrem spannenden Zeiten."

 
Leser-Kommentare
  1. Die "Einschläge" kommen immer näher!

    Es bedarf keiner großen hellseherischen Fähigkeiten mehr um behaupten zu können, dass wir innerhalb der nächsten zwei, drei Jahrzehnte tatsächlich belebte Himmelskörper außerhalb unseres Sonnensystems werden bestaunen können.

    Im Gegensatz dazu wird die kopernikanische Wende wie ein laues Lüftchen wirken.

    Ich freue mich schon darauf den Vatikan zappeln und stottern zu sehen: "Explain This!" :-))

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    Eigentlich braucht man ja nicht auf so etwas zu reagieren, aber wo steht geschrieben, dass es auf anderen Planeten kein Leben geben kann? Es gibt sogar recht interessante Theorien darüber ob es in unserem Sonnensystem überhaupt intelligentes Leben gibt, ausser solches, das unserer Definition von Intelligenz entspricht.;-)

    • Kometa
    • 03.02.2009 um 16:59 Uhr


    "Nihil es enim simul invetum et perfectum."

    Übersetzen Sie sich das mal mit einem Teleskop oder einem Wunderbrenner. - Was für Angebereien: einen Kopernikus abhalftern; wissen, was ein "blaues Lüftchen" ist - und den "Vatikan" verschrecken... - der keine Aussagen mehr macht zu astronomischen Blitzmeldungen und auch zu keinen "Erscheinungen".

    Eigentlich braucht man ja nicht auf so etwas zu reagieren, aber wo steht geschrieben, dass es auf anderen Planeten kein Leben geben kann? Es gibt sogar recht interessante Theorien darüber ob es in unserem Sonnensystem überhaupt intelligentes Leben gibt, ausser solches, das unserer Definition von Intelligenz entspricht.;-)

    • Kometa
    • 03.02.2009 um 16:59 Uhr


    "Nihil es enim simul invetum et perfectum."

    Übersetzen Sie sich das mal mit einem Teleskop oder einem Wunderbrenner. - Was für Angebereien: einen Kopernikus abhalftern; wissen, was ein "blaues Lüftchen" ist - und den "Vatikan" verschrecken... - der keine Aussagen mehr macht zu astronomischen Blitzmeldungen und auch zu keinen "Erscheinungen".

  2. Die nächste Galaxie ist wohl nicht nur ein paar hundert Lichtjahre entfernt.

    Sollte wohl heißen, fern unseres Sonnensystems.

    :-)
    (Anmerkung: Wir haben die Unterzeile nun etwas weniger missverständlich formuliert. Die Redaktion/jk)

    • TyRell
    • 03.02.2009 um 15:56 Uhr

    Eine frohe Botschaft! Aber wir sollten uns eher auf die Reise dorthin freuen:

    1 Lichtjahr = 9,4 Billionen Kilometer

    Gehen wir von 250 Lichtjahren aus, bekomme ich schon Schwierigkeiten bei der Darstellung der Nullen.

    9.400.000.000.000 x 250 = 2.350.000.000.000.000km. Hierfür legen wir die durchschnittliche Raumgeschwindigkeit zugrunde: 30.000km/h, um die Reisezeit zu berechnen (...).

    2.350.000.000.000.000km : 30.000km/h = 78.333.333.333,3h

    78.333.333.333,3 : 24 = 3.263.888.888,9 Tage

    3.263.888.888,9 : 365 = 8.942.161,4 Jahre

    Ein Mehrgenerationenschiff, wovon wir von einer Generation von 30 Jahren ausgehen, würde also:

    298.072,05 Generationen benötigen.

    Kurze Aussage: Bei der derzeitigen Technologie, würden ein Spaceshuttle ca. 9 Millionen Jahre brauchen, um diesen Planeten zu erreichen.

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    Wäre es nicht besser, dass DIE uns mal besuchen.

    Wer sagt denn, dass bei 30.000 km/h Schluss ist?:-)

    bei so vielen Kilometern bleibt doch jede Menge Zeit und Platz zum beschleunigen. Dumm nur dass man dann auch wieder abbremsen muss.

    Vielleicht mit einem ausgedehnten Swing-By Manöver?

    Aber bei hohen Geschwindigkeiten kommen ja noch relativistische Effekte ins Spiel. Die Zeit auf der Erde läuft dann langsamer als an Bord, und dann müssten wir wieder ewig auf eine Antwort warten, oder so ähnlich... mein Kopf dreht sich:-)

    Hat jemand den Film WALL-E gesehen? Wenn das Generationenschiff so top ausgestattet ist, kann der Flug doch sogar Spass machen, egal wie lange er dauert:-)

    Und wenn die Leute dann dort angekommen sind, entdecken Sie, dass Sie von einem Raumschiff neuerer Bauart mit einem viel besseren Antrieb überholt wurden;-)

    Aber mal ernsthaft:

    Es wäre wunderschön, wenn das Universum auch ästhetisch Sinn machen würde, wenn Leben, und damit Symmetrie auf einem Mikrolevel ( = z.B. DNA)die Regel wäre.

    Um diesen Gedanken zu genießen, braucht man nicht in die Ferne aufzubrechen.

    • hagego
    • 03.02.2009 um 16:23 Uhr

    @ TyRell

    In unserer immer globaler, zugleich aber auch komplexer werdenden Welt hat beinahe alles mit allem zu tun. Deshalb möchte ich auf einen kleinen Denkfehler in Ihrer Rechnung aufmerksam machen: Wenn Hartmut Mehdorn die Achsen des Bösen an den Intercity-Raumschiffen der Deutschen Bahn repariert hat, verringert sich die Reisedauer der oben beschriebenen Reise zur Erde II beträchtlich.

    Vorausetzung wäre allerdings, dass Mehdorn nicht, wie dunnemals die Kirche, Scheibe mit Kugel verwechselt. Wir sprechen also einerseits von einer Bremsscheibe, andererseits von einem Kugellager.

    Auf geht's!

    PS:
    So viele Nullen wie in Ihrer Beispielsrechnung, finden sich ja kaum im Deutschen Bundestag.

    Naja, sagen wir mal so: Wenn der Antrag heute noch rausgeht ist der bis dahin bestimmt schonmal im Rechtsausschuß, Hand drauf!

    Wäre es nicht besser, dass DIE uns mal besuchen.

    Wer sagt denn, dass bei 30.000 km/h Schluss ist?:-)

    bei so vielen Kilometern bleibt doch jede Menge Zeit und Platz zum beschleunigen. Dumm nur dass man dann auch wieder abbremsen muss.

    Vielleicht mit einem ausgedehnten Swing-By Manöver?

    Aber bei hohen Geschwindigkeiten kommen ja noch relativistische Effekte ins Spiel. Die Zeit auf der Erde läuft dann langsamer als an Bord, und dann müssten wir wieder ewig auf eine Antwort warten, oder so ähnlich... mein Kopf dreht sich:-)

    Hat jemand den Film WALL-E gesehen? Wenn das Generationenschiff so top ausgestattet ist, kann der Flug doch sogar Spass machen, egal wie lange er dauert:-)

    Und wenn die Leute dann dort angekommen sind, entdecken Sie, dass Sie von einem Raumschiff neuerer Bauart mit einem viel besseren Antrieb überholt wurden;-)

    Aber mal ernsthaft:

    Es wäre wunderschön, wenn das Universum auch ästhetisch Sinn machen würde, wenn Leben, und damit Symmetrie auf einem Mikrolevel ( = z.B. DNA)die Regel wäre.

    Um diesen Gedanken zu genießen, braucht man nicht in die Ferne aufzubrechen.

    • hagego
    • 03.02.2009 um 16:23 Uhr

    @ TyRell

    In unserer immer globaler, zugleich aber auch komplexer werdenden Welt hat beinahe alles mit allem zu tun. Deshalb möchte ich auf einen kleinen Denkfehler in Ihrer Rechnung aufmerksam machen: Wenn Hartmut Mehdorn die Achsen des Bösen an den Intercity-Raumschiffen der Deutschen Bahn repariert hat, verringert sich die Reisedauer der oben beschriebenen Reise zur Erde II beträchtlich.

    Vorausetzung wäre allerdings, dass Mehdorn nicht, wie dunnemals die Kirche, Scheibe mit Kugel verwechselt. Wir sprechen also einerseits von einer Bremsscheibe, andererseits von einem Kugellager.

    Auf geht's!

    PS:
    So viele Nullen wie in Ihrer Beispielsrechnung, finden sich ja kaum im Deutschen Bundestag.

    Naja, sagen wir mal so: Wenn der Antrag heute noch rausgeht ist der bis dahin bestimmt schonmal im Rechtsausschuß, Hand drauf!

  3. 4. Tja...

    Wäre es nicht besser, dass DIE uns mal besuchen.

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    • TyRell
    • 03.02.2009 um 16:52 Uhr

    Vielleicht sollten wir einen Kompromiss eingehen und uns in der Mitte treffen. Dann wären es nur noch 4,5 Millionen Jahre.

    Zu einem vorherigen Kommentar: Die meisten Schiffe erreichen nur 30.000km/h. Warum eigentlich? In einem Raum ohne Reibung (vorausgesetzt Gravitation kann umgegangen werden, indem man großen Massen fern bleibt) müsste doch die Endgeschwindigkeit unendlich sein?

    Sind Astrophysiker unter uns?

    • TyRell
    • 03.02.2009 um 16:52 Uhr

    Vielleicht sollten wir einen Kompromiss eingehen und uns in der Mitte treffen. Dann wären es nur noch 4,5 Millionen Jahre.

    Zu einem vorherigen Kommentar: Die meisten Schiffe erreichen nur 30.000km/h. Warum eigentlich? In einem Raum ohne Reibung (vorausgesetzt Gravitation kann umgegangen werden, indem man großen Massen fern bleibt) müsste doch die Endgeschwindigkeit unendlich sein?

    Sind Astrophysiker unter uns?

  4. Eigentlich braucht man ja nicht auf so etwas zu reagieren, aber wo steht geschrieben, dass es auf anderen Planeten kein Leben geben kann? Es gibt sogar recht interessante Theorien darüber ob es in unserem Sonnensystem überhaupt intelligentes Leben gibt, ausser solches, das unserer Definition von Intelligenz entspricht.;-)

    Antwort auf "JAWOHL!"
  5. Wer sagt denn, dass bei 30.000 km/h Schluss ist?:-)

    bei so vielen Kilometern bleibt doch jede Menge Zeit und Platz zum beschleunigen. Dumm nur dass man dann auch wieder abbremsen muss.

    Vielleicht mit einem ausgedehnten Swing-By Manöver?

    Aber bei hohen Geschwindigkeiten kommen ja noch relativistische Effekte ins Spiel. Die Zeit auf der Erde läuft dann langsamer als an Bord, und dann müssten wir wieder ewig auf eine Antwort warten, oder so ähnlich... mein Kopf dreht sich:-)

    Hat jemand den Film WALL-E gesehen? Wenn das Generationenschiff so top ausgestattet ist, kann der Flug doch sogar Spass machen, egal wie lange er dauert:-)

    Und wenn die Leute dann dort angekommen sind, entdecken Sie, dass Sie von einem Raumschiff neuerer Bauart mit einem viel besseren Antrieb überholt wurden;-)

    Aber mal ernsthaft:

    Es wäre wunderschön, wenn das Universum auch ästhetisch Sinn machen würde, wenn Leben, und damit Symmetrie auf einem Mikrolevel ( = z.B. DNA)die Regel wäre.

    Um diesen Gedanken zu genießen, braucht man nicht in die Ferne aufzubrechen.

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    Die relativistischen Effekte bewirken, dass die Zeit an Bord langsamer tickt als die Zeit auf der Erde, nicht andersrum. Dafür müsste man aber noch einiges beschleunigen. Wenn ich mich recht erinnere liegt der Faktor bei 99% der Lichtgeschwindigkeit so etwa bei 7, was dann die paar hundert Lichtjahre in der Lebensdauer eines Menschen überbrückbar machen würde (Zeit zum Beschleunigen und Abbremsen nicht mitgerechnet). Allerdings würden erst zukünftige Generationen von Forschern die Ergebnisse übermittelt bekommen. Die Quantentechnik sollte dann ja soweit sein, dass sich Informationen ohne Zeitverzögerung übermitteln lassen.

    Die relativistischen Effekte bewirken, dass die Zeit an Bord langsamer tickt als die Zeit auf der Erde, nicht andersrum. Dafür müsste man aber noch einiges beschleunigen. Wenn ich mich recht erinnere liegt der Faktor bei 99% der Lichtgeschwindigkeit so etwa bei 7, was dann die paar hundert Lichtjahre in der Lebensdauer eines Menschen überbrückbar machen würde (Zeit zum Beschleunigen und Abbremsen nicht mitgerechnet). Allerdings würden erst zukünftige Generationen von Forschern die Ergebnisse übermittelt bekommen. Die Quantentechnik sollte dann ja soweit sein, dass sich Informationen ohne Zeitverzögerung übermitteln lassen.

    • hagego
    • 03.02.2009 um 16:23 Uhr

    @ TyRell

    In unserer immer globaler, zugleich aber auch komplexer werdenden Welt hat beinahe alles mit allem zu tun. Deshalb möchte ich auf einen kleinen Denkfehler in Ihrer Rechnung aufmerksam machen: Wenn Hartmut Mehdorn die Achsen des Bösen an den Intercity-Raumschiffen der Deutschen Bahn repariert hat, verringert sich die Reisedauer der oben beschriebenen Reise zur Erde II beträchtlich.

    Vorausetzung wäre allerdings, dass Mehdorn nicht, wie dunnemals die Kirche, Scheibe mit Kugel verwechselt. Wir sprechen also einerseits von einer Bremsscheibe, andererseits von einem Kugellager.

    Auf geht's!

    PS:
    So viele Nullen wie in Ihrer Beispielsrechnung, finden sich ja kaum im Deutschen Bundestag.

  6. Naja, sagen wir mal so: Wenn der Antrag heute noch rausgeht ist der bis dahin bestimmt schonmal im Rechtsausschuß, Hand drauf!

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