Energiewende Zurück zur Atomkraft in Schweden
Die Mitte-Rechts-Regierung in Stockholm hat den Bau von Kernkraftwerken beschlossen. In einer Volksabstimmung hatte sich die Bevölkerung 1980 gegen Atomstrom ausgesprochen

© Paul Madej/AFP/Getty Images
Etwa die Hälfte des schwedischen Stroms stammt aus Kernreaktoren
Die Koalition von Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt hat sich auf eine energiepolitische Wende geeinigt. Reinfeldts Regierung hatte bisher den Neubau von Atomkraftwerken ausdrücklich ausgeschlossen – seit fast 30 Jahren ist die Errichtung neuer Reaktoren in Schweden verboten.
Im Reichstag verfügt die Koalition über sieben Stimmen Mehrheit. Vor allem wegen des bisher grundsätzlichen Widerstandes gegen Atomkraft in der kleinen Zentrumspartei galt diese Mehrheit noch
nicht als endgültig gesichert. Reinfeldt begründete die Energiewende auch mit der derzeitigen Wirtschaftskrise. In dieser Lage zeige Schwedens Regierung "Führungs- und Entscheidungskraft". Davon werde auch Europa profitieren, da Schweden im zweiten Halbjahr 2009 die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt.
Im Jahr 2006 war es zu einem Störfall im schwedischen Kernkraftwerk Forsmark gekommen, weil nach einem Kurzschluss die Notstromversorgung ausgefallen war. Eine Katastrophe konnte abgewendet werden. Dennoch nahmen die Betreiber aus Sicherheitsgründen drei baugleiche Blöcke vom Netz.
In der Folge flammte die Diskussion über die weitere Nutzung von Atomenergie auch in Deutschland wieder auf. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte die Überprüfung der Notstromversorgung deutscher Atomkraftwerke.
Gleichzeitig haben in den vergangenen Jahren mehrere europäische Länder Pläne geäußert, neue Atomkraftwerke zu bauen, darunter Finnland, Frankreich, die USA und Großbritannien. Befürworter des Atomstroms sehen Kernkraft und regenerative Energien als Alternative zum knappen und teuren Öl.
Reinfeldts Regierung wolle nun neben dem Neubau von Reaktoren auch den Ausbau von Windkraft und anderen erneuerbaren Energien fördern, hieß es in Stockholm.
Schweden ist derzeit in der heimischen Stromerzeugung knapp zur Hälfte auf seine zehn Reaktoren in den drei Kraftwerken Oskarshamn, Ringhals und Forsmark angewiesen. In einer Volksabstimmung hatten die Schweden 1980 den Atomausstieg beschlossen. Zwei der ursprünglich 12 schwedischen Reaktoren, die beiden Blöcke in Barseback bei Malmö, sind inzwischen stillgelegt worden. Knapp die Hälfte der Elektrizität des Landes wird aber weiter aus Kernenergie gewonnen. Wasserkraft trägt mit etwa 50 Prozent zur Energieerzeugung bei.
- Datum 07.04.2009 - 18:15 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Warum nur immer dieser Kleinmut?
Reinfeldt begründete die Energiewende auch mit der derzeitigen Wirtschaftskrise. (hervorhebung von mir)
Reinfeldts Regierung wolle nun neben dem Neubau von Reaktoren auch den Ausbau von Windkraft und anderen erneuerbaren Energien fördern, hieß es in Stockholm.
(Warum, so fragt man sich m.a.W., kommt das "Zurück zur Atomkraft" immer so verschämt entschuldigend rüber?)
Herzlichst Crest
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