Datenaffäre Mehdorn ist nicht mehr zu halten
Der Bericht der Bahn zur Datenaffäre zeigt: Im Konzern ist schon lange vieles faul. Er braucht einen neuen Chef – aber keinen, der von innen kommt. Ein Kommentar
"Alles, was wir bis heute wissen, liegt auf dem Tisch." Mit diesen Worten kommentierte Hartmut Mehdorn den Zwischenbericht des Bahn-Vorstands zur Datenaffäre. Ehrlicher wäre gewesen, er hätte gesagt: Es kommt noch mehr. Bis Ende März, wenn der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn sich turnusmäßig trifft, will Mehdorn die Öffentlichkeit endgültig über die Bespitzelung von Bahn-Mitarbeitern aufklären. Kaum jemand nimmt ihm noch ab, dass er es ernst meint damit.
Möglicherweise wird Mehdorn die Zeit auch gar nicht mehr haben, die er jetzt zur Aufklärung beansprucht. Verkehrsminister Tiefensee distanzierte sich am Dienstag deutlich vom Bahn-Chef. Er sei "mit dem Bericht von Hartmut Mehdorn nicht zufrieden", sagte er. Je weiter die Affäre fortschreitet, desto unwahrscheinlicher wird, dass Mehdorn seinen Posten behält. Zwar wird er freiwillig wohl kaum gehen. Doch selbst Sturkopf Mehdorn könnte zum Abschied gezwungen werden.
Mehdorn wusste gar nichts von den Vorgängen in seinem Konzern, sagen seine Verteidiger. Das ist kaum glaubwürdig. Und selbst wenn es so wäre: Allein Mehdorns Umgang mit der Datenaffäre ist ein Skandal. Kritiker bürstet er ab, Fehler werden von ihm und den Verantwortlichen des Konzerns – die ihm unterstehen – nur dann eingeräumt, wenn es gar nicht mehr anders geht. Dafür ist Hartmut Mehdorn verantwortlich, und deshalb sollte er gehen.
Nicht genehme Fragen hingegen versucht man bei der Bahn offenbar immer noch zu ignorieren. Abgeordnete des Bundestages jedenfalls beschwerten sich über Lücken des Zwischen-Untersuchungsberichts, kaum dass dieser vorlag. "Er wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet. Insbesondere bleibt offen, wer genau wofür die Verantwortung trägt", monierte auch Minister Tiefensee.
Die Bahn hält Kritiker hin, statt die Öffentlichkeit über ihre Fehler aufzuklären. Vielleicht glaubt das leitende Personal des Konzerns ja immer noch, man sei als ehemaliges Staatsunternehmen nicht an rechtliche Vorgaben und parlamentarische Gepflogenheiten gebunden. Das zeugt von jener Gutsherrenmentalität, welche die internen Spionageaktionen erst gedeihen ließ. Die Bahn spähte Mitarbeiter aus, als sei sie eine Behörde mit hoheitlichen Befugnissen. Die Staatsanwaltschaft schaltete man nicht ein, weil sie überlastet gewesen sei, heißt es nun in dem Zwischenbericht. Sehr rücksichtsvoll.
- Datum 10.02.2009 - 19:01 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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ist ja vielleicht noch nicht veröffentlicht. Wer weiß, was noch alles in den Archive der Bahn auf Entdeckung lauert. Solange die Bahn Skandale produziert braucht man Einen, auf den man alles ablädt. Solange wird es Mehdorn noch geben. Erst wenn die Bahn privatisiert ist und in "ruhigeren Gewässern segelt", erst dann wird jemand den Job überhaupt haben wollen.
Es ist doch unglaublich, was dieser Mann sich hier erlauben kann und wie die Politik darauf reagiert.
All das soll nicht darüber hinweg täuschen das die privatisierung, also der Verkauf, der DB lediglich sistiert ist. Mehdorn war zwar der Protagonist im Vordergrund der das Projekt vorangetrieben hat... doch künftig gilt es auch die Leute im Hintergrund zu beachten. Also die Vorgesetzten des DB Chefs... dem aktuellen als auch dem künftigen.
Es soll ja nicht sein das zu den Mrd. Krediten und Sicherheiten zu Gunsten der Buchverluste früherer Kapitalgeber bei nächster Opportunität noch mehr Volksvermögen verschachert wird...
Was sonst steht eigentlich noch an was Privatisierungen anbelangt?
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
"Die Bahn spähte Mitarbeiter aus, als sei sie eine Behörde mit hoheitlichen Befugnissen."
Man sieht, die Schäble´sche Demontage des Rechtsstaates trägt üppige Früchte auch in der Redaktion der ZEIT. Anders läßt sich diese Formulierung nicht verstehen. Dieser Mann, samt Hintermännern, ist Gift für eine demokratisch verfaßte Gesellschaft.
Obwohl, Deutschland hat aus bekannt niedrigen Beweggründen ja bis heute keine Verfassung.
Weiter heißt es: "Die Deutsche Bahn aber ist viel stärker Gefangene von Interessen der Politik. Das ist gut, wenn es darum geht, die öffentliche Verkehrs-Infrastruktur in Deutschland zu stärken."
Das ist dreist, das haut den stärksten Eskimo vom Schlitten.
Die vierte Gewalt ist eine Chimäre, längst verkommen zur unappetitlichen Marketingabteilung wirtschaftlicher Interessen.
Daß Tiefensee der spd angehört ist zwar Zufall, dennoch symptomatisch.
Ich wüsste nichts zu nennen.
Wenn man sich die Schlagzeilen rund um die Deutsche Bahn in den letzten Monaten ansieht so erscheint die Konzernspitze namentlich Herr Mehdorn völlig insuffizient.
Datenskandal, brüchige Achsen, missglückter Börsengang aber Millionensalär - wofür eigentlich ?
Wenn ich bzw. Otto Normalverbraucher meinen Job so elendig machte wäre ich schon längst bei Hartz IV gelandet.
Ich weiss, das Thema Managergehälter hängt bald zum Halse heraus aber es
ko..... ( Entschuldigung, aber es ist eben so ) immer mehr an und wird mehr und mehr zur Gefahr für den sozialen Frieden in diesem Land - verständlicherweise !
Im Verhalten gleicht Herr Mehdorn dem eines Verbrechers, der in seinem Prozess immer nur einräumt, was man ihm nachweisen kann.
Schlitohrigkeit gehört auch zu seinem Geschäft. Aber wenn er nicht erkennt, dass das Spiel aus ist beweist, dass er Situationen nicht realistisch einschätzen kann. Das macht ihn ungeeignet zur Führung eines Unternehmens wie die Bahn.
Und das Verhalten des >Eigners< des Unternehmens? Soll man nach der Volksweisheit urteilen, wie der Herr, so das Gescherr?
Wer will denn Politikern noch vertrauen?
Niemand!
Hartmut Mehdorn, tun Sie der Deutschen Bahn noch einen Gefallen und verlassen Sie auch das Abstellgleis, auf dem Sie aussitzen wollten, was nun - nach der Aufdeckung weiterer skandalöser Machenschaften innerhalb der DB - nicht mehr auszusitzen ist.
Ihr Traum vom Gang an die Börse wird für Sie persönlich Wirklichkeit werden, da Ihr Ausscheiden fürstlich (warum eigentlich?) honoriert werden wird.
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