Chemieindustrie BASF will weitere Jobs streichen
Wegen der Finanzkrise bereitet der Chemieriese seine weltweit 95.000 Mitarbeiter auf Einsparungen vor. "Es sieht rabenschwarz aus", sagte Konzernchef Hambrecht der ZEIT
"Wir werden uns in Europa, Amerika und auch in Asien von weniger effizienten Anlagen trennen müssen", sagte Hambrecht. "Wo und wie viele Jobs das kostet, kann ich nicht sagen, die Krise ist nicht zu Ende", fügte er hinzu. Man könne "nicht jeden, der an einer Stelle nicht mehr gebraucht wird, irgendwo anders auf der Welt einsetzen".
Eine Vorzugsbehandlung für Arbeitsplätze in Deutschland schloss er aus: "Unsere Mitarbeiter in China oder anderswo sind mir genauso wichtig wie die in Deutschland."
Selbst im größten Werk Ludwigshafen, das via Standortsicherungsvertrag eigentlich bis Ende 2010 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt sein sollte, verhandelt das Management offenbar mit den Betriebsräten über Einsparungen bei den rund 37.000 Stellen. "Eine solche Vereinbarung enthält Öffnungsklauseln für Notfälle", sagte Hambrecht. Träfen die ein, müsse man nach "gemeinsamen Lösungen" suchen. Kurzarbeit sei in einem Chemieunternehmen mit seinen kontinuierlichen Produktionsprozessen nur begrenzt hilfreich, deshalb müsse man in der Krise "auch drastischere Maßnahmen ergreifen".
Hambrecht erklärte, er hoffe zwar auf Stabilisierung der Lage, wenn die Kunden ihre Lagerbestände abgebaut hätten. "Die Elektronikbranche ist weltweit eingebrochen, und die Autoindustrie hat ihr Tal noch nicht erreicht. Wenn diese wichtigen Kunden plötzlich nur noch die Hälfte bestellen, gibt es wenig Alternativen. Momentan sieht es rabenschwarz aus."
Der größte Chemiekonzern der Welt hatte im November erstmals auf die Krise reagiert und gut ein Viertel der Produktion heruntergefahren.
Das komplette Interview mit Jürgen Hambrecht lesen Sie in der neuen Ausgabe der ZEIT. Ab Donnerstag am Kiosk.
- Datum 01.04.2009 - 12:48 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Liebe Zeit Online,
die Angaben in diesem Artikel fassen das tatsächliche Interview mit Herrn Hambrecht nur stark verkürzt zusammen. Diese bewußte Zuspitzung wäre noch zu akzeptieren. Leider enthält der Beitrag auch Aussagen, die nicht den Inhalten des Interviews entsprechen. So werden am BASF-Standort Ludwigshafen keine Gespräche zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat über Stelleinsparungen geführt. In Ludwigshafen gilt nach wie vor eine Standortvereinbarung, die betrieblich bedingte Kündigungen bis Ende 2010 ausschließt. Die Arbeiternehmervertetung ist darüber informiert, dass in Kürze Verhandlungen über eine Anschlussvereinbarung aufgenommen werden. Die Falschaussage in Ihrem Beitrag ist ärgerlich und kann bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu Verunsicherung führen. Wir hoffen, dass dies nicht der Zweck der zugespitzen und falschen Darstellung war.
Michael Grabicki
Pressesprecher BASF SE
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