Berlinale Tag 5 Beziehungs-StripteaseSeite 2/2

Liebe, Freundschaft, Arbeit, Krieg, Ausbeutung: Die Berlinale setzt auch in diesem Jahr wieder die großen Themen ins Zentrum des Wettbewerbs. Und selbst ein Film wie Oren Movermans meisterhafte Irakkriegsaufarbeitung The Messenger erzählt neben dem eigentlichen Thema von Freundschaft und Liebe.

Zusammen mit Hans-Christian Schmids Sturm ist The Messenger der bislang offensichtlichste Anwärter auf einen Preis bei diesem Festival. Woody Harrelson und Ben Foster waren selten überzeugender auf der Leinwand zu sehen. Oren Moverman, der israelische Filmemacher mit Wohnsitz in New York, hat einen Kriegsfilm ohne Kriegsbilder gedreht und einen großen Schauspielerfilm. Es ist ein Abgesang auf die Ära Bush und den " war against terror “. Die Narben des Irakkriegs haben sich in The Messenger bis ins Privatleben durchgefressen.

In diesem Amerika liegt die Welt niemandem mehr zu Füßen. Will (Ben Foster) kehrt zwar als Held zurück, aber nichts mehr ist wie zuvor. Seine Freundin steht kurz vor der Hochzeit mit einem anderen und die Verletzungen, die seinen Körper zieren, sind nicht nur äußerlich.

Zusammen mit Captain Tony Stone (Woody Harrelson) soll er seine letzten Monate Dienst als " Messenger " ableisten: Er soll den Angehörigen von Soldaten die Nachricht vom Tod ihrer Ehepartner, Söhne oder Töchter überbringen und zugleich seinen Weg zurück ins Leben finden.

Zwischen den beiden Männern, dem älteren Stone und dem traumatisierten Will, entspinnt sich eine zarte Freundschaft. Beide sind sie auf unterschiedliche Art Gestrandete eines Krieges, der nicht der ihre war. Moverman fängt dies in klaren, schön kadrierten Einstellungen ein. Auch hier ist alles sonnendurchflutet und doch von einer Traurigkeit, die über das Spiel der Akteure weit hinausweist.

 
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