Film Die Liebe, ein SchattenspielSeite 2/2
Klugerweise verzichtet der Film, wie das Buch, auf jede rückblendende Nachstellung der Nazizeit. So entsteht der Horror stärker im Kopf. Atmosphärisch dicht wirken dabei die historischen Nachkriegs-Settings, vom vorbeihoppelnden Goggomobil bis zur Straßenbahn mit Holzsitzen, Messinggriffen. Schwächer geraten dagegen die Studentenszenen aus der 68er-Zeit, trotz Bruno Ganz als kauzigem Professor. Auch die Bilder eines KZ-Besuchs, mit blitzenden Verbrennungsöfen, die ein ästhetisiertes Auschwitz suggerieren, gehören zu den hollywoodesken Ausrastern, ebenso wie die vieles verschmalzende Musik.
Am Ende übergibt der gealterte Michael Berg (nunmehr der blasse Profi Ralph Fiennes) Hannas letzten Gruß einer KZ-Überlebenden in New York. Die stellt die Teedose aus der Erbschaft der Täterin ausgerechnet neben das Foto ihrer ermordeten Verwandten. So steht es nicht im Buch. Es ist das fragwürdige Schlussbild eines sonst über Abgründen glückhaften Films.
Freitag, 6. Februar, 12 und 19.30 Uhr (Berlinale Palast), 7. 2., 12 Uhr (Friedrichstadtpalast), 22.30 Uhr (Urania). Kinostart am 26. 2.
- Datum 26.02.2009 - 10:58 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Ein glanzvoll und schamhaft verführerischer Film, der weh tut - ... mit der appetitlich nackten Erotik der Winslet - und dem Stacheldrahtgewirr der Schuld, die nicht nur auf das Stichwort 'Auschwitz' reduziert ist.
Dass die Hanah Schmitz als deutches Finale ein Grab mit Namen auf der Steinplatte bekommt durch den Juristen Michael Berg - und er seiner Tochter, die Überraschungen liebt, von seiner Unfähigkeit erzählen wird, der KZ-Aufseheruin während der Haftzeit persönlich zu begegnen, ist schmerzhaft wahr.
Es gibt nichts Verlorenes... - wenn man sich der Liebe oder dem Schicksal (oder beidem, wenn es einen hart trifft) stellt.
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