Stellenwechsel Scientology-Gegnerin Caberta geht im Ärger

Die bekannteste Sekten-Bekämpferin Deutschlands will aufhören. Ursache ihres Wechsels soll Ärger über akute Personalnot sein. Die Hamburger Innenbehörde wiegelt ab.

Die bekannteste Sekten-Bekämpferin Deutschlands, Ursula Caberta, will aufhören. Die Leiterin der Arbeitsgruppe Scientology der Hamburger Innenbehörde hat sich um eine neue Aufgabe in der Sozialbehörde beworben. Caberta soll verärgert über mangelnde Unterstützung ihrer Vorgesetzten sein, heißt es laut Bild aus ihrem Umfeld. Zwei der vier Planstellen in Cabertas Abteilung sind seit Monaten nicht besetzt gewesen. Die Personalnot erschwere es der Dienststelle, ihrem behördlichen Auftrag zu erfüllen, sagt Caberta.

Die Hamburger Innenbehörde bestätigt, dass die Sektenbeauftragte um eine Versetzung gebeten habe. "Frau Caberta hat vor einiger Zeit signalisiert, dass sie sich nach 16,5 Jahren innerhalb der Hamburger Verwaltung beruflich verändern will, sagte ein Sprecher ZEIT ONLINE. “Derzeit werden verwaltungsintern – immer in enger Absprache mit Frau Caberta -– Gespräche geführt, die aber noch nicht abgeschlossen sind." Ob die Stelle der Sektenbeauftragten nach einem Wechsels Cabertas neu besetzt werde, ließ der Sprecher offen.

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Das System Scientology ist auch in Deutschland weit verzweigt und in Organisationen mit vorgeblichem Sozialcharakter aufgegliedert. "Narconon" heißt ein Verein, der vorgibt, Drogenmissbrauch zu bekämpfen, ein anderer, "Criminon", kümmert sich laut eigener Aussage um ehemalige Kriminelle. Die Gruppe "Professionelles Lernen" lockt mit Schülernachhilfe.

Ursula Caberta, die die bislang einzige staatliche Beratungsstelle ihrer Art für Scientology-Aussteiger geleitet hat, weiß aus jahrelanger Erfahrung, was hinter diesen vermeintlich sozialen Angeboten steht: Ökonomisches Wachstum und Machterweiterung der Bewegung. Von den Anwerbungsversuchen bis zu den Prozeduren der Hirnwäsche - Caberta legte in ihren Büchern detailliert dar, wie das System Scientology funktioniert.

Politiker aus Hamburg und Bayern fordern seit Jahren ein Verbot von Scientology. Die Erkenntnisse des Verfassungsschutzes reichen jedoch nicht aus, um die Organisation verbieten zu lassen. Gerade darum ist die intensive Aufklärungsarbeit wichtigster Bestandteil bei der Bekämpfung von Scientology.

Caberta gilt bundesweit als Kennerin der internationalen Sektenszene. Die frühere SPD-Bürgerschaftsabgeordnete leitet die Arbeitsgruppe Scientology seit 16 Jahren. Sie hat zahlreichen Scientologen zu einem Ausstieg verholfen und mehrere Fachbücher, unter anderem das "Schwarzbuch Scientology", veröffentlicht. Scientlogy versuchte stets, die Aufklärungsarbeit Cabertas zu behindern und mit teils juristischen Mitteln gegen die Hamburger Verwaltung vorzugehen.

 
Leser-Kommentare
  1. Vorbeugende Untersuchungen (Vorsorge) müssen in den meisten Fällen selbst bezahlt werden. Aber wenn dann eine Krankheit wegen fehlender Vorsorge-Untersuchung eintritt und damit viel höhere Kosten entstehen, dann spielt das keine Rolle.

    So sieht es jetzt hier aus. Es ist nicht so wichtig herauszufinden ob man einer Sekte Straftatbestände nachweisen kann und damit die Möglichkeit des Verbotes hat, kostet ja Geld. Aber wieviel Geld wird es kosten wenn eine Sekte sich so stark etabliert hat, dass ein Verbot zu spät kommt?

    Ist ja nicht so wichtig ....

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    • hagego
    • 09.02.2009 um 14:31 Uhr

    Hoffentlich ist Hamburgs Erstem Bürgermeister Ole von Beust wirklich klar, wenn er in Hamburg verlöre, ginge Frau Caberta tatsächlich von Bord!

    Eigentlich habe ich diesem CDU-Bürgermeister eine ganz besondere Antenne für derart heikle Jobs zugetraut.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • hagego
    • 09.02.2009 um 16:28 Uhr

    Korr., zweite Zeile: ... wen ...

    • hagego
    • 09.02.2009 um 16:28 Uhr

    Korr., zweite Zeile: ... wen ...

    • hagego
    • 09.02.2009 um 16:28 Uhr

    Korr., zweite Zeile: ... wen ...

    Antwort auf "Schade!"
  2. Die Arbeit von Frau Caberta (natürlich auch der anderen Scientology-Aufklärer) kann man gar nicht hoch genug bewerten - Nach meiner unerheblichen Meinung hat Frau Caberta ihre Pflicht mit Bravour erfüllt - und mit ihrem hochinformativen "Schwarzbuch Scientology" gekürt - welches ich nur jedem Interessierten empfehlen kann...

    Allerdings könnte ich es auch sehr gut nachvollziehen, wenn sie nach all den Jahren im "einsamen Kampf" gegen die SeaOrg&Co. ihrer Rolle der "Ruferin in der Wüste" überdrüssig wäre?!

    Ich bewundere die Motivation, sich über Jahre tagtäglich öffentlich (und somit zwangsläufig auch immer wieder juristisch...) mit der nervtötenden Scientology auseinanderzusetzen! Ich möchte gar nicht wissen, wieviele nervige und zeitraubende Gerichtsprozesse - auch privat - diese "Heldin des Volkes" bereits führen "durfte" und noch führt!?

    Meine Anerkennung hat Frau Caberta in jedem Fall - nun ist es an der Stadt Hamburg dieses wertvolle Werk weiterzuführen - oder es sterben zu lassen...
    Hoffentlich erkennt die Stadt, was für eine wertvolle Institution Frau Camberta geschaffen hat?!

    Ist diese hamburger Aufklärungsstelle nicht ein bundesweites Unikum? Könnte man nicht Zuschüsse vom Bund für die Scientology-Aufklärung erhalten - und die Institution dann bundesweit operieren lassen? Also Wachstum statt Tod!?

    Aufklärung über gefährliche Sekten im Allgemeinen - und Scientology im Besonderen - wird immer wichtiger. Die Arbeit von Frau Caberta hat nicht grundlos begonnen - und ich bin mir sicher, daß sie durch ihre Arbeit mehr als eine Seele vor der harten Lektion "Scientology - einmal Hirnwäsche und zurück" bewahrt hat. Dafür gebührt Frau Caberta eigentlich das Bundesverdienstkreuz!

    Da der Anlaß zu ihrer Arbeit immer noch unvermindert gegeben ist, sollte die Aufklärungsstelle vernünftigerweise auch zukünftig weitergeführt werden.

    __________________________________________________________

    Und außerdem meine ich, daß Deutschland sich bei China um die Freilassung des rechtmäßigen Panchen Lama, Gedün Choekyi Nyima, der 1995 verschleppt wurde, bemühen sollte - so dieser noch lebt!?

  3. Autor Peter Semenczuk

    Ich antworte als ein 74-jähriger überkonfessioneller Wiedergeburtschrist und habe nach meiner 47-jähriger Leben-Jesu-Forschung feststellen müssen, das ein Sektenbeauftragter, gleich in welchem Land, nur einer sein kann, der die rechte Hand Gottes und Jesu Christi sein kann.
    "Hütet euch von den, von Menschen gemachten "Frommen" dieser Erde,
    die den wahren und lebendigen Gott, der allezeit gegenwärtig ist,
    in den Himmel verfrachtet haben,
    auf dass sie dem einzelnen natürlichen und unwissenden Menschen sagen,
    was fromm und gerecht ist vor Gott", - natürlich gegen Bezahlung"!
    Christus sagt:
    "Siehe, ich stehe vor der Herens- Tür und klopfe an.
    So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun,
    zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl/ wahre Eucharistie
    mit ihm halten und er mit mir".

    • Anonym
    • 10.02.2009 um 10:35 Uhr

    Die Masse kehrt kaum ein in die Hallen dieser Gemeinschaft. Wie so oft ist es ein Problem Deutschlands und seiner Aufpasser.
    Wenn die menschen ihre Ohren und Augen aufreissen, brauchen sie keine Befürchtungen vor dem Unheil haben.
    Ich könnte ja noch ein paar Glaubensrichtungen aufzeigen, die den Menschen viel ernstere Probleme bereiten werden.
    Wer aber mit Blindheit geschlagen ist wird nicht erkennen, wer mit schlechter Absicht hinter einem steht.

    Herzlichst
    Auf ein Wort

    • Rolf 1
    • 11.02.2009 um 19:38 Uhr

    Es wäre ein riesiger Verlust, wenn Frau Caberta aufhört.

    Ist den Lesern auch bekannt, dass jeder Bürger Online Petitionen beim Bundestag einreichen kann über seine Verbesserungsvorschläge .

    Jeder kann für Petition stimmen oder auch nur lesen oder diskutieren .

    Hier eine Petition zum Thema " Strafen nach dem Strafgesetzbuch - "Religiöser Missbrauch", die noch bis zum 17.3.09 zu lesen ist.
    Über 700 Personen habe diese Petition schon gelesen und über 130 dafür bestimmt, das endlich etwas für die Opfer von Sekten getan werden kann.

    Hier die Petition:
    https://epetitionen.bunde...

    Hier die Diskussionen:
    https://epetitionen.bunde...

    Und hier der Link für alle anderen Petitionen des Bundestages, die noch nicht bearbeitet wurden.

    https://epetitionen.bunde...

  4. Als zunächst bedauerlich ist einzuschätzen, dass die *Aufklärungstelle Scientology Kirche HH* die Arbeit beenden - und ihre Büroräume infolgedessen schließen muss.
    Dieses Büro zu schließen ist eher die geeignete Maßnahme, als ein Verbot dieser Kirchengemeinde zu erwirken.
    Denn ist wider unseres Wissens k e i n e "brainwash-organisation" - gegründet 1954, wo wohl...USA.
    Wie sollen Haushaltslöcher aufgrund verloren gegangener Steuergelder erklärt werden?
    Dass Frau Caberta nach 17 Jahren erfolgreichen Wirkens einen Büroraum bei der Innenbehöde bekommt (für welchen Job auch immer), erscheint nur recht und billig.
    Gleichwohl ist zu begrüßen, dass nun ein Regierungstreuer Mitarbeiter des Verfassungsschutzes als Berater anstelle Frau Cabertas tätig wird.

    Fragwürdig erscheint jedoch bei genauerem Hinschauen:
    Verfassungsschutz, warum?

    Schließlich haben wir es in mit einer "Kirche" die weltweit laut eigener Aussage immerhin gut 11 Millionen Anhänger zählt, zu tun.
    Diese staatl. legitimierte Kirche mit ihrem wundervollen Logo (nein, es sieht nicht fürchterlich aus, dieses "Kreuz"...) hat es nicht verdient, vom deutschen Verfassungsschutz ins Visier genommen zu werden. Warum denn auch?
    Sie bietet ihren Mitgliedern Zuflucht, Halt und Wärme - auch im Geiste und Sinne Gottes.
    Freie Meinungsäußerung (GG!),was interne Gepflogenheiten und Gebaren innerhalb der Kirchgemäuer angeht, wird mitnichten anhand von Störfeuern begegnet.
    Fortsetzung folgt...

    Mikamochael^^^

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