Vorwürfe gegen Kouchner Außenminister mit vielen Neidern
Bernard Kouchner ist Frankreichs populärster Minister. Nun heißt es, er habe von Beraterverträgen mit afrikanischen Diktaturen profitiert. Sein politisches Aus?
Kaum eine Woche vergeht, in der nicht irgendein Mitglied der französischen Regierung wackelt. Diesmal ist es der Außenminister Bernard Kouchner, der sich gegen Vorwürfe verteidigen muss, öffentliche und private Interessen miteinander vermischt zu haben. Was im Falle anderer Minister eine rein innerfranzösische Angelegenheit geblieben wäre, interessiert dieses Mal die Weltpresse - was dem Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy missfallen dürfte.
Das soeben erschienene Buch Le monde selon K. ( Die Welt wie K. sie sieht ) ist eine politische Attacke gegen den Arzt und Politiker Kouchner, über deren Inhalt noch zu reden sein wird. Was ihm zurzeit am meisten zu schaffen macht, ist der darin enthaltene Vorwurf, millionenschwere Beraterverträge mit afrikanischen Diktatoren eingefädelt zu haben. Und zwar zu einer Zeit, da Kouchner nicht mehr Gesundheits- und noch nicht Außenminister, wohl aber Chef einer staatlichen Gesundheitsorganisation war. Für ihn sei einiges abgefallen, heißt es, für gute Freunde erst recht.
Dann bildete Sarkozy seine Regierung, Kouchner und seine Freunde zogen ins Außenministerium - sollen aber gleichwohl noch ausstehende Zahlungen in bedeutender Höhe bei den Herrschern über Gabun und den Kongo angemahnt haben.
Kouchner bemüht sich jetzt um Schadensbegrenzung. Das ist schwierig, denn je mehr er spricht, desto höher steigt das Thema auf der Skala der Aufmerksamkeit. Im Élysée wird das sehr genau beobachtet. Schließlich ist der Mitgründer der "Ärzte ohne Grenzen" eine Säule, auf der die Regierung ruht. Nicht, dass er als Außenpolitiker sonderlich auffiele, die wichtigsten Dossiers werden im Präsidentenpalast verfolgt und nicht im Quai d’Orsay, aber Kouchner ist eines der Symbole der sogenannten "Ouverture", der politischen Öffnung, mit der Sarkozy seine Präsidentschaft der Reformen strategisch gegen links absichern wollte.
Der seit Jahrzehnten, weltweit und vor allem stets sichtbar für humanitäre Belange engagierte Kouchner gehört zu jenen Beutestücken, die Sarkozy der sozialistischen Partei entrissen hat, und ist vielleicht das am schönsten funkelnde unter ihnen. Kouchners Popularität überstrahlt die aller seiner Ministerkollegen, die des Premiers und des Präsidenten sowieso. Und das, obwohl seine Umgebung unter seiner Arroganz leidet und, wie das meist gut informierte Blatt Le Canard enchainé schreibt, auch unter seiner Unkenntnis mancher außenpolitischer Themen.
Dass jemand wie er Böswillige anzieht, ist nur logisch. Am Image eines Mannes zu kratzen, der wie von einem Heiligenschein umgeben auftritt - was für eine Versuchung! Ihr sind schon etliche erlegen, die in Veranstaltungen, Blogs und Blättern auf angeblich dunkle Seiten der Lichtgestalt hingewiesen hatten, etwa auf das Gutachten, dass Kouchner für den französischen Erdölriesen Total verfasst hatte: Darin wird, gegen Honorar, dem Konzern bescheinigt, in Birma keine Zwangsarbeiter beschäftigt zu haben.
- Datum 05.02.2009 - 18:47 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Wenn all das stimmt, kann man fürs politische Abtreten ja schon mal beten. ABer ist es damit getan? Kommen in solchen Fällen auch in Frankreich keine weiteren kriminologischen Ermittlungen hinterher? Evtl. mit auch juristischen und keinesfalls nur politischen Folgen? ....
Generell:... Es bleibt immer wieder neu der Schmerz beim Volk allerorten: DIe Großen lässt man laufen... mit samt ihrem prächtig ergaunerten Geschmeide...
Und nicht nur das: Man empfängt sie nach einiger Zeit auch gern wieder auf politischen oder gesellschaftlichen Bühnen, dealt mit ihnen, lässt sich gegenseitig weitere Vitamin B-Spritzen zukommen und tut so, als sei schon immer alles in Ordnung gewesen.
Ist es ja auch. So ist die Ordnung seit Jahrtausenden. Wenn die Korruption und Verbrechen nur groß genug sind, ist die Strafe um so kleiner, falls es überhaupt eine gibt.
Gut, dass es genug kleine Verbrecher gibt, an deren Schandtaten wir unser Mütchen dann kühlen können. Mögen sie uns nie abhanden kommen, damit wir uns nicht eines Tages echt mal auf die wahren Täter stürzen müssen
Bernard Kouchner hat leider keine politische Würde. Er hat den Krieg in Irak unterstützt, seine Frau ist eine berühmte politische Fernsehmoderatin, er hat Sarkozys konservative Regierung mitgemacht, obwohl er sich als "Sozialist" bezeichnet. Diese Polemik ist keine Streit zwischen Gaullisten und Pro-Amerikanern, sondern eine Sache der politischen Ehrlichkeit.
Sarkozys sog. Öffnungspolitik hat völlig gescheitert .Sie hat nur die amoralischsten unter den Sozialisten zu sich gebracht. Leider ist die sozialistische Partei so gut wie stumm. Noch eine Runde mit Sarkoleon in 2012 ?
Inmitten schwellt die Wut des Volkes. Die Regierung kommt kaum zurecht mit der Krise. Wer weiß, was noch passieren kann...
wo bleibt der Bericht über die Unverschämtheiten des Sarkozy gegen die Briten und noch schlimmer die Beleidigung der Tschechen.
Danke für den Ansporn. Ich arbeite ja eh' schon das Wochenende durch :-)
Danke für den Ansporn. Ich arbeite ja eh' schon das Wochenende durch :-)
Danke für den Ansporn. Ich arbeite ja eh' schon das Wochenende durch :-)
Mein Wochenende ist mir heilig. Aber es täte schon Not, nachdem ich nun einen Fünfer in Mathe bekommen habe.
Mein Wochenende ist mir heilig. Aber es täte schon Not, nachdem ich nun einen Fünfer in Mathe bekommen habe.
Mein Wochenende ist mir heilig. Aber es täte schon Not, nachdem ich nun einen Fünfer in Mathe bekommen habe.
liegt in der Assoziation.
Was würde denn aus der Organisation Ärzte ohne Grenzen werden, wenn das ganze Elend Afrikas nicht mehr bestehen würde.
Hat Kouchner mit seinen "Beratungen" etwa in diese Richtung wirken wollen oder glaubt irgendwer, ein geistig halbwegs gesunder Mensch könne sich vorstellen, auf die elitären Despoten, Terroristen und Diktatoren Afrikas konstruktiv im Sinne der Beseitigung des Elends und der Not einwirken zu können.
Da ist doch wohl vielmehr die entente elitaire des französischen Eliteschulen und Universitäten am Werke, so nach dem Modell der kommunistischen Seilschaften, des amerikanischen Systems sculls & bones, oder des deutschen Chor- und Burschenschaftssystems. Da kennt man sich und man reicht einander die "kleinen Geschenke", die das Leben so angenehm machen, bei den kleinen gesellschaftlichen Empfängen, die das Leben so angenehm machen, um die Kontakte zu pflegen, die das Leben als Führungselitemitglied erleichtern und angenehmer machen.
Das ist da wirkliche Verhängnis, das in dieser Nachricht enthalten ist.
nicht mehr. Simbabwe war früher einmal ein blühendes Land (Rhodesien). Die Kornkammer Afrikas etc.pp
Dann kam Mugabe und seitdem geht es bergab. Gibt es denn keinen Willen bei der Bevölkerung derartige Diktatoren einfach abzusetzen?!
Dann erübrigten sich auch nach und nach die Probleme, die aus derart rückständigen Zuständen direkt hervorgehen.
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