CSU-Verwirrspiel Glos demontiert sich selbst

Erst musste die CSU Michael Glos ins Wirtschaftsministerium zwingen. Jetzt darf er nicht gehen. Doch dass Glos bis zur Bundestagswahl im Amt bleibt, ist schwer vorstellbar.

Das Verwirrspiel, welches die CSU am Samstag aufführte, sucht seinesgleichen. Mitten in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten verkündet der Bundeswirtschaftsminister, er stelle sein Amt zur Verfügung. Und dann will ihn niemand gehen lassen, trotz der herben Kritik der vergangenen Monate. Sein Parteichef Horst Seehofer lehnte den Rücktrittswunsch glattweg ab.

Der Grund, den Glos für sein Ansinnen nannte, klingt, als sei der Minister völlig aus der Zeit gefallen: Er fühle sich ziemlich alt. Außerdem könne man so rechtzeitig vor der Bundestagswahl am 27. September einen Nachfolger aufbauen.

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Selbst wer bisher keine Zweifel an der Eignung des Ministers hatte, der musste jetzt nachdenklich werden. Denn ein solcher Schritt kann eigentlich nur als Eingeständnis der eigenen Unzulänglichkeit verstanden werden. Ein Minister, der so handelt, hält sich selbst offenbar für verzichtbar - oder zumindest für leicht ersetzbar.

Oder, schlimmer noch: Der Minister beweist abermals, dass er einfach kein Gefühl dafür hat, in welcher Lage sich das Land befindet. In normalen Zeiten mag der Hinweis auf Alter und Wahltermin dazu dienen können, sich eines ungeliebten Amtes zu entledigen. Doch nichts ist mehr normal.

Jedoch: Es gibt ein drittes Gedankenspiel, mit dessen Hilfe Glos’ Schritt erklärt werden könnte. Der Minister wollte gar nicht wirklich zurücktreten. Er wollte vielmehr Seehofer, der ihn in den vergangenen Wochen nicht immer gut behandelt hatte, zwingen, sich wieder hinter seinen Minister zu stellen.

Immerhin lehnte Seehofer den angebotenen Rückzug ja ab und rang sich vor Kameras den Satz ab: „Michael Glos hat mein Vertrauen“.

Leser-Kommentare
  1. Frau Merkel ist Kanzlerin, weil die CDU und die CSU eine Fraktion bilden. Würde die Partei mit den meisten Mandaten den Kanzler stellen, wäre es Schröder. Jetzt dementiert sich der Wirtschaftsminister aus der CDU/CSU selber. Man stelle sich mal vor, das gleiche wäre Schröder mit einem SPD-Minister passiert....

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    Dem lieben Herrn Schröder IST dasselbe mit einem (damaligen) SPD-Minister passiert. Er hieß LAFONTAINE...

    Dem lieben Herrn Schröder IST dasselbe mit einem (damaligen) SPD-Minister passiert. Er hieß LAFONTAINE...

  2. ...damit in eine Reihe mit den Herren Lafontaine und Gysi:

    Markige Sprüche wenn es um nichts geht, aber von der Fahne gehen wenn Handlungswille und Umsetzungsstärke gefragt sind.

    Schade, ich hätte mehr von ihm erwartet.

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    Ich finde Rücktritte aus inhaltlichen oder anderen Gründen überhaupt nicht ehrenrührig. Sie gehören zum Prozedere des jetzigen politischen Systems.
    Wenn das Gewissen eines Politikers sagt, diese Entscheidung oder die Richtung der Politik kann oder möchte ich nicht mittragen, dann ist das ein Zeichen von Lebendigkeit und Reflexion. Ein Zeichen, daß Machthunger nicht das ausschlaggebende Moment ist.

    Vor Jahren etwa trat eine Politikerin zurück, weil sie die neuen Abhörgestze nicht mit tragen konnte oder wollte. Sie verzichtete auf Macht und die weitere Minister-Karriere.
    Ein tolles Zeichen, ein Akt menschlicher und politischer Größe.

    Die Begrifflichkeit "Von der Fahne gehen", verrät doch, welch Geistes Kind sie sind und daß sie den demokratischen Prozess nie verstanden haben, daß sie diktatorisch und militärisch denken.

    Dieses blödsinnige Argument, das sie hier bringen, das gibt es ja im Dutzend billiger bei Konservativen, bei Leuten, die zu faul zur Reflexion sind. Denken kann ich in diesen Worten nicht erkennen.

    FG

    Ich finde Rücktritte aus inhaltlichen oder anderen Gründen überhaupt nicht ehrenrührig. Sie gehören zum Prozedere des jetzigen politischen Systems.
    Wenn das Gewissen eines Politikers sagt, diese Entscheidung oder die Richtung der Politik kann oder möchte ich nicht mittragen, dann ist das ein Zeichen von Lebendigkeit und Reflexion. Ein Zeichen, daß Machthunger nicht das ausschlaggebende Moment ist.

    Vor Jahren etwa trat eine Politikerin zurück, weil sie die neuen Abhörgestze nicht mit tragen konnte oder wollte. Sie verzichtete auf Macht und die weitere Minister-Karriere.
    Ein tolles Zeichen, ein Akt menschlicher und politischer Größe.

    Die Begrifflichkeit "Von der Fahne gehen", verrät doch, welch Geistes Kind sie sind und daß sie den demokratischen Prozess nie verstanden haben, daß sie diktatorisch und militärisch denken.

    Dieses blödsinnige Argument, das sie hier bringen, das gibt es ja im Dutzend billiger bei Konservativen, bei Leuten, die zu faul zur Reflexion sind. Denken kann ich in diesen Worten nicht erkennen.

    FG

  3. Ein Minister, der in seinem Terrain gerade in der Zeit, wo Lösungsstrategien und Konzepte für eine bessere Zukunft dringlicher sind als je zuvor, immer blasser wirkt, will sich jetzt, wie ein ertappter Lausbub durch die Hintertür davon machen. Ertappt, bekommt er jetzt das Vertrauen Seehofers "überreicht". Weis dieser Parteivorsitzende, was er damit offenbart?
    Immer wieder stockt der Atem, wenn solche ungewollten Offenbarungen zeigen, wie wenig politische Verantwortliche ihrer Aufgabe gewachsen sind. Große Töne werden jetzt zur Autobahn in die Peinlichkeit.
    Kassen umschichten sind keine Lösungen, sie zeigen nur die Verlegenheit der Akteure, denen offenbar keine zukunftweisenden Lösungen einfallen. Der Horizont der Gewinnmaximierung und inzwischen - Rettung reicht einfach nicht so weit.

  4. Parteien wollen nur ihre Funktionäre an die wichtigen Posten setzen, damit sie macht ausüben kann. Das wird scheinbar auf Kosten der Kompetenzanforderungen die das Amt mit sich bringt gemacht. Jetzt mag ich polemisch klingen, aber es scheint mir immer einleuchtender, das Parteien ein filter des Volkswillens sind. Die Stimme wird an eine Partei gegeben, aber was dann damit passiert ist vielleicht mehr im Sinne der Partei (damit sie im Machtgebaren mithalten kann), als im Sinne der Notwendigkeiten, die Land wie Volk in sich tragen.

    Das Kredo scheint folgendes zu sein: Wer es macht ist uns egal, Hauptsache es ist einer von uns, ob er es kann, die Frage stellt sich erst beim Rücktritt oder bei den Wahlen. Hier versagt einiges.

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    So ist es, und die CSU hat mit der Wirtschaftsminister - Posse nur ein klares Beispiel geliefert :
    1. wird extra fuer den bayerischen Landesfuersten das Ministerium aufgemotzt
    2. kneift der dann
    3. schickt man dann jemand aus derselben Partei dahin, ohne frisch einen kompetenten Kandidaten zu suchen
    4. beweist der dann in Zeiten, da er dann besonders benoetigt wird, soviel Unfaehigkeit, dass es den eigenen Leuten zu arg wird
    5. faellt ihm ein halbes Jahr vor Legislaturende ein, dass er 64 ist
    6. wendet er sich an den Landesfuersten, um abtreten zu duerfen, statt an die Kanzlerin
    7. laesst der ihn nicht, weil er kein Personal hat und die anderen sollen das Ministerium nicht bekommen
    Deutlicher kann die CSU nicht belegen, dass es ihr scheissegal ist, was in/mit der Republik passiert, Hauptsache, sie sind wichtig.
    Nun, die Europawahl wird es ja zeigen, wieviel Zustimmung diese "Partei" in der Republik erfaehrt!

    So ist es, und die CSU hat mit der Wirtschaftsminister - Posse nur ein klares Beispiel geliefert :
    1. wird extra fuer den bayerischen Landesfuersten das Ministerium aufgemotzt
    2. kneift der dann
    3. schickt man dann jemand aus derselben Partei dahin, ohne frisch einen kompetenten Kandidaten zu suchen
    4. beweist der dann in Zeiten, da er dann besonders benoetigt wird, soviel Unfaehigkeit, dass es den eigenen Leuten zu arg wird
    5. faellt ihm ein halbes Jahr vor Legislaturende ein, dass er 64 ist
    6. wendet er sich an den Landesfuersten, um abtreten zu duerfen, statt an die Kanzlerin
    7. laesst der ihn nicht, weil er kein Personal hat und die anderen sollen das Ministerium nicht bekommen
    Deutlicher kann die CSU nicht belegen, dass es ihr scheissegal ist, was in/mit der Republik passiert, Hauptsache, sie sind wichtig.
    Nun, die Europawahl wird es ja zeigen, wieviel Zustimmung diese "Partei" in der Republik erfaehrt!

  5. So ist es, und die CSU hat mit der Wirtschaftsminister - Posse nur ein klares Beispiel geliefert :
    1. wird extra fuer den bayerischen Landesfuersten das Ministerium aufgemotzt
    2. kneift der dann
    3. schickt man dann jemand aus derselben Partei dahin, ohne frisch einen kompetenten Kandidaten zu suchen
    4. beweist der dann in Zeiten, da er dann besonders benoetigt wird, soviel Unfaehigkeit, dass es den eigenen Leuten zu arg wird
    5. faellt ihm ein halbes Jahr vor Legislaturende ein, dass er 64 ist
    6. wendet er sich an den Landesfuersten, um abtreten zu duerfen, statt an die Kanzlerin
    7. laesst der ihn nicht, weil er kein Personal hat und die anderen sollen das Ministerium nicht bekommen
    Deutlicher kann die CSU nicht belegen, dass es ihr scheissegal ist, was in/mit der Republik passiert, Hauptsache, sie sind wichtig.
    Nun, die Europawahl wird es ja zeigen, wieviel Zustimmung diese "Partei" in der Republik erfaehrt!

  6. Es darf doch wohl nicht wahr sein: Herr GLOS wollte den Ministerposten garnicht, o.k. das rehabiliert vielleicht die Lahmarschigkeit mit der er sein
    Amt vollkommen ausfuellte. Waehrend OBAMA versucht und versuchte die allerbesten Leute fuer sein Kabinett zu finden, haben wir einen Wirtschaftsminister der in der Wirtschaftskrise das Handtuch wirft. Das passt ja genau in MERKEL's GRUSELKABINETT.
    Zu tode beleidigt weil man ihm zusteckte, dass er im Herbst nicht mehr
    auf die Liste kommt laeuft er davon wie einstens LA FONTAINE, wollen
    wir so eine Regierung nochmals ?ich meine 3 X NEIN !!!

  7. ich glaube, dass Herr Glos so seine Schwierigkeiten mit Herrn Seehofer hat. Er ist ein Mann Stoibers. Seehofer steht eigentlich für nichts - vielleicht für ein besonders übersteigertes Ego. Er hat die Gunst der Stunde genutzt, um sich an die Spitze der CSU zu manövrieren - programmatisch hat er nichts zu bieten.

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    würde ich Ihnen zustimmen - aber wenn die bayerischen Herrschaften derartig unverfroren ihre persönlichen Zerwürfnisse und Feindschaften auf dem Rücken der Allgemeinheit austragen, sollte man sie besser allesamt zwangspensionieren... Ein BUNDESMINISTER hat zuallererst Verantwortung gegenüber dem ganzen deutschen Volk. Im bayerischen (Kuriositäten)-Kabinett mag man sich ein solches Kasperltheater leisten können, aber dann sollen die Herrschaften bitte allesamt in München bleiben und den Rest des Landes nicht mit ihrer Unfähigkeit terrorisieren.

    würde ich Ihnen zustimmen - aber wenn die bayerischen Herrschaften derartig unverfroren ihre persönlichen Zerwürfnisse und Feindschaften auf dem Rücken der Allgemeinheit austragen, sollte man sie besser allesamt zwangspensionieren... Ein BUNDESMINISTER hat zuallererst Verantwortung gegenüber dem ganzen deutschen Volk. Im bayerischen (Kuriositäten)-Kabinett mag man sich ein solches Kasperltheater leisten können, aber dann sollen die Herrschaften bitte allesamt in München bleiben und den Rest des Landes nicht mit ihrer Unfähigkeit terrorisieren.

  8. Ich finde Rücktritte aus inhaltlichen oder anderen Gründen überhaupt nicht ehrenrührig. Sie gehören zum Prozedere des jetzigen politischen Systems.
    Wenn das Gewissen eines Politikers sagt, diese Entscheidung oder die Richtung der Politik kann oder möchte ich nicht mittragen, dann ist das ein Zeichen von Lebendigkeit und Reflexion. Ein Zeichen, daß Machthunger nicht das ausschlaggebende Moment ist.

    Vor Jahren etwa trat eine Politikerin zurück, weil sie die neuen Abhörgestze nicht mit tragen konnte oder wollte. Sie verzichtete auf Macht und die weitere Minister-Karriere.
    Ein tolles Zeichen, ein Akt menschlicher und politischer Größe.

    Die Begrifflichkeit "Von der Fahne gehen", verrät doch, welch Geistes Kind sie sind und daß sie den demokratischen Prozess nie verstanden haben, daß sie diktatorisch und militärisch denken.

    Dieses blödsinnige Argument, das sie hier bringen, das gibt es ja im Dutzend billiger bei Konservativen, bei Leuten, die zu faul zur Reflexion sind. Denken kann ich in diesen Worten nicht erkennen.

    FG

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    sind sicherlich gute Gruende fuer einen Ruecktritt, das sehe ich wie Sie, aber in diesem Fall sucht man ja wohl vergeblich nach so etwas.
    Wenn sich einer nach 3,5 Jahren hinstellt und sagt, er habe den Job nicht gewollt, dann muss er schon eine recht lange Leitung haben!
    Am besten, er tritt eine laengere Kur an, dann stoert er nicht in Berlin und im Herbst kommt eh ein FDPler an den Job.

    sind sicherlich gute Gruende fuer einen Ruecktritt, das sehe ich wie Sie, aber in diesem Fall sucht man ja wohl vergeblich nach so etwas.
    Wenn sich einer nach 3,5 Jahren hinstellt und sagt, er habe den Job nicht gewollt, dann muss er schon eine recht lange Leitung haben!
    Am besten, er tritt eine laengere Kur an, dann stoert er nicht in Berlin und im Herbst kommt eh ein FDPler an den Job.

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