Bankenkrise Weitere 10 Milliarden Euro für Hypo Real Estate
Der Sonderfonds zur Rettung der Banken (Soffin) gewährt die Summe als Garantie, teilte der angeschlagene Immobilienfinanzierer mit. Gerettet ist die HRE damit noch nicht
Der zusätzliche Garantierahmen soll bis zum 12. Juni gelten. Damit hat die Hypo Real Estate (HRE) seit Oktober bereits 102 Milliarden Euro an Kapitalhilfen und staatlichen Garantien erhalten. Die Gespräche über die Gewährung längerfristiger und umfassender Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität seien aber noch nicht abgeschlossen, teilte der Konzern mit.
Wegen der dramatischen Lage wird seit Wochen über einen Einstieg des Staates bei dem Unternehmen diskutiert. Dazu wollen sich Vertreter des Soffin noch in dieser Woche mit dem Großaktionär des Konzerns an einen Tisch setzen. Die Investorengruppe um Christopher Flowers sei erstmals zu Gesprächen eingeladen worden und nehme das Angebot an, sagte ein Sprecher des Investors. Durch eine Einigung mit Flowers, der rund 25 Prozent der Anteile hält, könnte der Einstieg des Staates deutlich erleichtert werden.
- Datum 04.05.2009 - 11:02 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 7
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Durch eine Einigung mit Flowers, der rund 25 Prozent der Anteile hält, könnte der Einstieg des Staates deutlich erleichtert werden.
Welche Anteile? Wieviel sind denn 25% negatives Eigenkapital? Wirtschaftlich betrachtet gehört die HRE doch längst dem Bund, das muss nur noch juristisch nachvollzogen werden.
kann man sich an die Kommentare der Neoliberalen erinnern, die jedes staatliche (gemeinschaftliche) Handeln verteufelten und sich dabei nur allzu gerne auf die Wirtschafts-"Wissenschaften" beriefen, die zum Religionsersatz mutierten. Das Wort "Wirtschaftsweise" drückt es aus.
Doch - was bleibt nun als politische Basis der Republik?
Es bleibt ein ökonomistischer (nicht: ökonomischer) Nihilismus mit stark realsatirischen Zügen, weil nicht erkannt werden soll und darf, dass der Kaiser nackt ist. Z.B. darf man nicht wirklich öffentlich benennen, dass es für bestimmte Berufe einfach keine Arbeitsplätze gibt. Das ist ein ökonomistisch-nihilistisches Tabu. Daher muss es in dieser falschen Logik immer irgendwie am Subjekt liegen, wenn es zu keiner regulären Arbeitsaufnahme kommt. Es darf gar nicht am System liegen. Deswegen wird Bewerbungstraining mit sog. "Sozialberatung" verbunden. Man braucht aber keine Sozialberatung, sondern Systemberatung. Die "Sozialberatung" geht davon aus, das korrigieren zu können., was das Subjekt falsch macht. Aber das Subjekt macht gar nichts falsch. Das Brechen des ökonomistisch-nihilistischen Tabus entzieht der "Sozialberatung" den Boden, die damit zur Lachnumnmer wird. Denn die Sozialberater sind die Unteroffiziere des Systems, werden also aus der Staatsschatulle des nackten Kaisers bezahlt. Wenn die "Sozialberatung" am Ende ist, ist das System real am Ende. Doch: "Was zum Untergang verurteilt ist und am Abgrund steht, das muss man noch stoßen!" (frei nach Nietzsche). Das ist eine große politische Aufgabe und sollte daher zum Verdienst werden:
Die Hofnarren werden es auch nicht mehr richten können (s. TV: Dschungelcamp).
rheinelbe
Wenn die Gesamtsumme der Verbindlichkeiten den Wert seines Vermögens übersteigt ist ein Unternehmen insolvent und muss Konkurs anmelden. Dabei werden die fälligen und auch die bisher nicht fälligen Verbindlichkeiten berücksichtigt. Sollte das unterbleiben, so ist man in minutenschnelle beim Straftatbestand von Kunkursverschleppung angekommen.
Von Rechtsbeugung koennte da ja nun wirklich keine Rede mehr sein.
Flowers hat seinen Anteil damals für über 20€/Aktie gekauft. Heute liegt der Kurs bei 1,20€. Ohne die mittlerweile über 100 Milliarden aus dem Rettungsfonds könnte der Großaktionär die Aktien zum Tapezieren nehmen. Jetzt lässt er sich großzügig zu Gesprächen herab und es sollte niemanden wundern, wenn dort ein für ihn vorteilhafter Deal zustande käme. Freie Marktwirtschaft at it´s best, ist ja nur Staatsknete ...
... wann eigentlich der Punkt gekommen ist, an dem man damit beginnen wird, zu erklären, wofür die Steuergelder im Detail eigentlich verwendet wurden, wer sie genehmigt hat, weshalb und in welchem Umfang sie genehmigt wurden. Was muss eigentlich noch alles passieren bzw. wieviel Geld muss eigentlich noch verbrennen?!
*Wie* unwirksam bzw. teuer diese "Finanzspritzen" sind, kann doch nicht wirklich übersehen werden, oder sollte man sich täuschen?!
Vor allem würde mich mal interessieren, was dieser finanzielle Aktionismus für eine Auswirkung auf zukünftige (vor allem auch private) Renten haben wird...
Bei derart enormen Beträgen versagt in der Tabellenkalkulation schon mal die Summen-Funktion. Rechnet denn wirklich niemand nach, wie viel gutes Geld dieser, im wahrsten Sinne des Wortes, Bad-Bank nach geworfen wird? Es gibt natürlich keine Alternativen.
Ich dachte immer, ein wesentliches Merkmal des Kapitalismus wäre es, dass Probleme mit zu geringer Professionalität durch die Marktkräfte bereinigt werden.
Das Ende der Geschichte ist heute schon absehbar: die betroffenen Banken gehen trotz Sonderfonds und anderer Unterstützungen pleite und das Geld, das keiner hatte - denn es handelt sich um Geld, das sich der Staat geliehen hat - gehört wieder jemanden, leider aber nicht mehr dem Staat. Macht ja nichts, es hat ihm sowieso nie gehört. Das ist die Erfindung des Jahrhunderts: der inverse - oder soll ich sagen: perverse - Banküberfall.
Wie wäre es, liebe Volkswirte, sagen Sie doch schon mal den Staatsbankrott für 2011 voraus. Dann haben Sie in ihrem Leben wenigstens ein Ereignis von gesellschaftlicher Relevanz prophezeit und könnten diesmal mit Fug und Recht behaupten: "das haben wir schon 2009 gesagt". Sie dürfen auch gerne verschweigen, dass dazu niemand das Black-Scholes-Meton-Modell verstehen noch eine der anderen - ach so relevanten, weil mit der Realentwicklung korrelierenden - volkswirtschaftlichen Theorien begreifen muss, sondern lediglich in der Lage sein sollte, die Grundrechenarten zu berrschen.
Das Niveau der Wirtschaftspolitik nähert sich dem von Verkaufsgesprächen auf Kaffeefahrten in erschreckendem Maße an.
Unser Leben ist das, was unsere Gedanken aus ihm machen. (M. Aurel)
Ja warum hat "sie" den keine Lust zurueckzutreten ?
1. Haben WIR sie gewaehlt
2. kann sie sich garnicht bewegen , wie die Krise zeigt.
3. wie soll sie rueckwaerts treten wenn sie es noch nicht
mal vorwaerts kann.
4. Wuerde sie zuruecktreten kaemen andere "Pfeifen" dran,
5. kriegt sie bei der Europawahl sowieso eines auf den "Deckel"
Ich tippe auf 38%
6. Wiederholt sich der Trend vom Juni auch im September.
ALSO WAS MACHEN WIR NUN: dummerweise weiss ich es nicht !
habe vergessen, das sollte einen Antwort auf den qualifizierten
KOMMENTAR 7 ***** sein, danke, arno
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