Waldbrände in Australien "Das Problem ist der Mensch"

Buschbrände sind nichts Ungewöhnliches. Doch der Mensch hat sie zur unkontrollierbaren Bedrohung gemacht. Ein Gespräch mit dem Waldbrandexperten Johann Goldammer

Ein Buschbrand wütet in einer kleineren Schlucht nahe Kinglake, etwa 100 Kilometer nordöstlich von Melbourne. Die Brände in Australien haben schon mehr als 130 Menschen getötet

Ein Buschbrand wütet in einer kleineren Schlucht nahe Kinglake, etwa 100 Kilometer nordöstlich von Melbourne. Die Brände in Australien haben schon mehr als 130 Menschen getötet

ZEIT ONLINE : Herr Goldammer, der Südosten Australiens steht in Flammen. Die Brände haben seit dem Wochenende so viele Menschenleben gefordert, wie keine anderen Brände zuvor in der jüngeren Geschichte des Kontinents. Wer oder was ist schuld an dieser Katastrophe?

Johann Goldammer : Mehrere Dinge sind hierbei entscheidend. Zum einen ist das Land derzeit extrem brennbereit. Seit Monaten herrschen im Südosten Australiens eine hohe Trockenheit und Temperaturen teilweise bis über 40 Grad Celsius. Da genügen Blitzschläge, um einen Brand zu entfachen. Zum anderen ist Brandstiftung seit Jahren ein riesiges Problem. Immer wieder stecken Menschen mit krimineller Energie vorsätzlich Wälder, Busch- und Grasland an.

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ZEIT ONLINE : Es sieht so aus, als seien die Brände weitaus verheerender als sonst. Wieso?

Goldammer : Solche Brände sind zunächst nichts Ungewöhnliches. Wie auch in den USA und weiteren Ländern erleben wir sie jedes Jahr aufs Neue. Das Problem ist auch nicht, dass der Busch brennt. Das passiert seit Millionen von Jahren und ist ganz natürlich. Aufgrund der Klimaveränderungen nehmen die Feuer zu und wir sehen sie zunehmend über das ganze Jahr verteilt. Das eigentliche Problem liegt darin, dass der Mensch im Busch siedelt. Die Leute ziehen aus den Großstädten raus aufs Land und bauen sich dort Holzhäuser. Das ist ein regelrechter Trend geworden. Sie richten sich einen schönen grünen Vorgarten ein, mit Bäumen und Büschen, die Schatten spenden. Sie denken aber nicht darüber nach, wie unglaublich gefährlich dieses idyllische Grün werden kann.

ZEIT ONLINE : Warum?

Goldammer : Das Ganze ist in trockenen Zeiten sehr rasch entflammbar und heizt die Brände zusätzlich an. Die Ausbreitung der Feuer wird besonders über den Funkenflug getrieben. Durch den Wind werden glühende Borkenreste kilometerweit getragen. Regnen diese auf die Holzdächer und die ausgetrockneten Vorgärten, steht schnell alles in Flammen. Solche Brände geraten schnell außer Kontrolle. Selbst die größten Wasserbomber reichen da nicht mehr aus.

ZEIT ONLINE : Angesichts der Brände, die in Australien jährlich wüten, verwundert es, dass immer noch so viele Häuser dort so leicht entflammbar sind.

Goldammer : Die Diskussion, wie man sich besser auf Brände vorbereiten kann, ist da, aber ich sehe die Ergebnisse nicht. In Kalifornien ist man jetzt auf dem Vormarsch. Auch in Südfrankreich gibt es Vorschriften, welche Pflanzen und Vegetation unbedingt aus Vorgärten und Umgebung entfernt werden sollten. In Australien gilt da eher eine Philosophie, die dem Bürger sagt: "Lass Dich nicht reglementieren." Jetzt sehen wir aber, dass dies lebensgefährlich werden kann. Die Einsicht scheint zu keimen, dass es so nicht gehen kann.

Leser-Kommentare
  1. Letzter Satz .... Das Problem ist nur, dass in vielen dieser Regionen nun Menschen wohnen – in Holzhäusern mit Vorgärten, die bei Trockenheit zu einer tödlichen Gefahr werden können....

    Das Problem sind nicht die Vorgärten (wie im Text gesagt sind die Pflanzen im Vorgarten schuld) sondern die Holzhäuser (wie übrigens auch in den USA).

    Also sollte die Regierung (Land, Stadt ..) Holzhäuser verbieten oder die Besiedlung im Grünen (mitten im Wald ... wie in den USA). Dann ist das Problem Holzhaus mit Vorgarten schon mal erledigt.

    Zum Thema Brandstiftung kann nur ein Gesetz helfen, dass brandgerodete (aus welchen Gründen auch immer) Flächen die nächsten 20 Jahre nicht bebaut werden dürfen (ich glaube Griechenland hat oder plant so etwas). Dann ist das Thema Brandstiftung auch erledigt.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

  2. ... muß man eigentlich abgefackelt haben, um als anerkannter "Waldbrandexperte" zu gelten? Was es bei uns für lecker dotierte Pöstchen gibt. Kein Wunder, daß keiner mehr was anständiges arbeiten will ...

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    Herr Artois, ich verstehe Ihren Kommentar nicht.

    Herr Goldammer leitet laut der unten genannten Quelle am Max-Planck-Institut in Freiburg eine Forschungsgruppe spezifisch zu Bränden und deren ökologischen Auswirkungen. Wohl aufgrund dieser Arbeit wird er auch häufig nach Empfehlungen für öffentliches Handeln gefragt. Der Begriff "Experte" scheint mir hier durchaus zutreffend, und (ich weiß ja nicht was sie so arbeiten) ich denke nach gängigen Maßstäben ist diese Arbeit sowohl wünschenswert als auch "anständig". Sie als "lecker dotiertes Pöstchen" und nicht "anständig" zu bezeichnen, finde ich recht vermessen. Oder habe ich irgendwie den Witz nicht verstanden?

    Quelle: http://www.fire.uni-freib...

    ......ignorantes und dummes Geschwätz ist das, weiter nichts!

    [Anmerkung: Bitte formulieren Sie Kritik sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

    Herr Artois, ich verstehe Ihren Kommentar nicht.

    Herr Goldammer leitet laut der unten genannten Quelle am Max-Planck-Institut in Freiburg eine Forschungsgruppe spezifisch zu Bränden und deren ökologischen Auswirkungen. Wohl aufgrund dieser Arbeit wird er auch häufig nach Empfehlungen für öffentliches Handeln gefragt. Der Begriff "Experte" scheint mir hier durchaus zutreffend, und (ich weiß ja nicht was sie so arbeiten) ich denke nach gängigen Maßstäben ist diese Arbeit sowohl wünschenswert als auch "anständig". Sie als "lecker dotiertes Pöstchen" und nicht "anständig" zu bezeichnen, finde ich recht vermessen. Oder habe ich irgendwie den Witz nicht verstanden?

    Quelle: http://www.fire.uni-freib...

    ......ignorantes und dummes Geschwätz ist das, weiter nichts!

    [Anmerkung: Bitte formulieren Sie Kritik sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

  3. Herr Artois, ich verstehe Ihren Kommentar nicht.

    Herr Goldammer leitet laut der unten genannten Quelle am Max-Planck-Institut in Freiburg eine Forschungsgruppe spezifisch zu Bränden und deren ökologischen Auswirkungen. Wohl aufgrund dieser Arbeit wird er auch häufig nach Empfehlungen für öffentliches Handeln gefragt. Der Begriff "Experte" scheint mir hier durchaus zutreffend, und (ich weiß ja nicht was sie so arbeiten) ich denke nach gängigen Maßstäben ist diese Arbeit sowohl wünschenswert als auch "anständig". Sie als "lecker dotiertes Pöstchen" und nicht "anständig" zu bezeichnen, finde ich recht vermessen. Oder habe ich irgendwie den Witz nicht verstanden?

    Quelle: http://www.fire.uni-freib...

    • lef
    • 09.02.2009 um 21:48 Uhr

    es wird zu viel auf "Holzhäuser" als Ursache Gewicht gelegt.
    Auch massive Häuser brennen, wenn ein Wald drumrum richtig brennt.

    Richtig ist, dass Ausdünnung eines Waldes nötig ist und waldschonendes Unterholzfeuer ermöglicht - in der Mark Brandenburg ist direkt von der A2 aus zu sehen, dass selbst Fichtenwäder ausbrennen können, ohne die Bäume selbst zu zerstören (schwarze Rinden im 4m-Bereich von der Wurzel aus).

    Besiedlung mit Wochenendhäusern ist dann kein Problem, wenn die Bewohner den Wald ringsum pflegen - allerdings ist das Mehraufwand. Versichern und abwarten ist einfacher.
    Deswegen: Nur kein Mitleid mit abgebrannten Hausbesitzern - die haben es selbst zu verantworten.
    Warum immer noch keine entsprechenden Gesetze geschaffen werden (z.B. Besiedlung nur mit Zwangsauflagen, keine Umnutzung nach Bränden ff)? Ist das wirklich nur ein Lobby-Problem?

    Von Spanien hörte ich, dass Waldbrände dort früher seltener waren, weil die Menschen früher mehr Holz gesammelt haben. Gas oder Heizöl ist heute eben billiger. Ebenso scheint ein Waldbrand billiger zu sein, als die Bezahlung von Arbeitskräften, die den Wald pflegen? Die Folgen trägt ja die nächste Generation!

    • 3rosen
    • 10.02.2009 um 2:27 Uhr

    hier entsteht der Eindruck, dass es in Australien keine Richtlinien und Gesetze gibt, die das Bauen in feuergefährdeter Umgebung regeln. Das ist allerdings nicht ganz richtig - es gibt klare Vorgaben für jedes Bauvorhaben abhängig davon welchem Risiko der Bauplatz ausgesetzt ist. Diese schliessen das Verbot leicht brennbarer Materialien, sogenannte "Asset Protection Zones" - Zonen um Gebäude, die nicht oder nur in eingschränktem Masse bepflanzt und von Brennbarem freigehalten werden müssen und Sprinkleranlagen für das ganze Haus ein.

    Mitleid für Hausbesitzer, deren Hab und Gut abgebrannt ist, ist durchaus angebracht - vor allem wenn man bedenkt, dass in Australien selbst dicht besiedelte Gebiete feuergefährdet sind (wie es im Januar im Norden Sydney's der Fall war) und wir hier nicht nur von Leuten sprechen, die ihr Haus mitten im Wald errichtet haben.
    Ich habe grosses Mitgefühl für jeden, der sein zu Hause in Waldbränden verloren hat. In einem Fall haben Bekannte ihr nur ihr Haus retten können, jedoch ihren Weinberg - Lebenswerk und Einkommensquelle - verloren.

    Und obwohl man die Evakuierungspolitik natürlich in Frage stellen muss, wird das Ausmass der Katastrophe vielleicht verständlicher, wenn man gelesen hat, dass sich Feuer in manchen Gebieten bis zu 50km in 30 Minuten fortbewegt haben.

  4. ......ignorantes und dummes Geschwätz ist das, weiter nichts!

    [Anmerkung: Bitte formulieren Sie Kritik sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

  5. Renè Artois fragt sich und die Leser in seinem Kommentar: Wieviele Quadratkilometer Wald muß man eigentlich abgefackelt haben, um als anerkannter Waldbrandexperte zu gelten? Was es bei uns für lecker dotierte Pöstchen gibt. Kein Wunder, dass keiner mehr was anständiges arbeiten will ...."
    Und Derartiges darf oder sollte nicht als "ignorantes und dummes Geschwätz" apostrophiert werden? Was bitte ist an dieser Kritik zu diesen - im Übrigen meiner Überzeugung nach absolut sinnlosen und daher überflüssigen Äußerungen >u n s a c h l i c h< ??? Ich kann das wirklich nicht nachvollziehen .... :-(

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    À propós "Pöstchen" – wußten Sie schon, daß es in diesem unserem Flickenteppich ein – man muß sich das auf der Zunge zergehen lassen: "Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)" gibt. Das wär' doch auch was für einen Professor, der das "erforscht", was jedermann einfach beobachten (und sich danach richten) kann (z. B. Funkenflug).
    Na ja, so lange es noch ein paar Dumme gibt, die Steuern zahlen, mag das ja alles angehen.

    À propós "Pöstchen" – wußten Sie schon, daß es in diesem unserem Flickenteppich ein – man muß sich das auf der Zunge zergehen lassen: "Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)" gibt. Das wär' doch auch was für einen Professor, der das "erforscht", was jedermann einfach beobachten (und sich danach richten) kann (z. B. Funkenflug).
    Na ja, so lange es noch ein paar Dumme gibt, die Steuern zahlen, mag das ja alles angehen.

  6. À propós "Pöstchen" – wußten Sie schon, daß es in diesem unserem Flickenteppich ein – man muß sich das auf der Zunge zergehen lassen: "Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)" gibt. Das wär' doch auch was für einen Professor, der das "erforscht", was jedermann einfach beobachten (und sich danach richten) kann (z. B. Funkenflug).
    Na ja, so lange es noch ein paar Dumme gibt, die Steuern zahlen, mag das ja alles angehen.

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