Irrwitz der Woche Keine Kündigung unter dieser Nummer!
Sie wollen Ihren Handyvertrag kündigen und zu einem günstigeren Anbieter wechseln? Viel Spaß! Mark Spörrle hat es versucht - und ist an hämischen Hotline-Agenten gescheitert
Meine Liebste und ich haben unsere Handyverträge bei verschiedenen Anbietern, was auf die Dauer höllisch teuer ist. Schon vor Jahren beschloss meine Liebste deshalb, ihren Vertrag zu kündigen und zu meinem Vertragsanbieter zu wechseln, zumal die Konditionen ihres Handyvertrags noch aus der Frühphase der Mobiltelefonie stammten.
"Sie haben Pech", sagte der Hotline-Agent, den sie in der Leitung hatte. "Wenn Sie jetzt kündigen, können Sie erst im Mai nächsten Jahres aus dem Vertrag aussteigen."
"Aber das sind noch 15 Monate!", protestierte meine Liebste entsetzt.
"Stimmt", sagte der Agent. "Aber gestern lief Ihre aktuelle Kündigungsfrist ab. Bis dahin hätten sie schon in drei Monaten aussteigen und sogar Ihre Nummer mitnehmen können."
"Oh nein!", rief meine Liebste. "Kann man da wirklich nichts mehr machen?"
Der Agent überzeugte sie, dass es das Beste war, in einen angeblich attraktiveren einjährigen Folgevertrag zu wechseln, aus dem sie kinderleicht aussteigen und sogar ihre Nummer mitnehmen kann - vorausgesetzt, sie kündigte bis zum nächsten 31. Januar.
"Warte nicht so lange", beschwor ich sie, kaum hatte sie aufgelegt. "Kündige diesen Vertrag sofort!"
"Warum?", fragte meine Liebste irritiert. "Ich habe ihn doch eben erst abgeschlossen."
"Weil du dann die Frist nicht mehr versäumen kannst", sagte ich. "Und dann, in einem Jahr, endlich frei bist und zu meinem Telefonanbieter wechseln kannst."
Meine Liebste versprach, sich zu kümmern.
Meine Liebste ist allerdings eine vielbeschäftigte Frau, und so dauerte es etwas länger. Genauer, bis zum nächsten 1. Februar. Ein Datum, dessen Bedeutung meiner Liebsten erst klar wurde, als ihr der Hotline-Agent mitteilte, dass sich ihr Vertrag gestern automatisch um ein weiteres Jahr verlängert hatte. Aber sie konnte noch in einen angeblich attraktiveren, zum nächsten 1. Februar kündbaren einjährigen Folgevertrag wechseln.
"Warum hast du nicht wenigstens diesmal sofort gekündigt?" rief ich. "Jetzt bist du noch ein weiteres Jahr bei diesem völlig überteuerten Telefonanbieter gefangen, sollen daraus wieder zwei werden? Drei? Zehn? Du musst sofort anrufen und kündigen, bitte!"
Der erste Hotline-Agent versprach, zurückzurufen, er sei gerade beschäftigt und das System überlastet. Er rief nicht zurück. Ein anderer Agent versprach gleichfalls, zurückzurufen. Auch er meldete sich nicht. Als ein dritter versprach, zurückzurufen, nahm ich meiner Liebsten den Hörer aus der Hand. "Ein Missverständnis", säuselte ich, "es geht nicht um eine Kündigung, nein, wir wollen den Vertrag verlängern."
"Sie haben Glück", rief der Agent, "im Moment geht das System wieder hervorragend!"
Er wurde sehr wortkarg, als ich ihm die Vertragskündigung eröffnete und um eine Bestätigung bat.
- Datum 14.05.2009 - 10:01 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ich sehe das Problem des Autors nicht. Seine Freundin hat zwei Mal die Kündigungsfristen verpasst, offenbar weil sie nicht gewillt war, sich entweder das Ende der Kündigungsfrist in ihren Kalender zu schreiben oder aber sofort zu kündigen. Das ist kaum das Verschulden das Anbieters.
Was die Probleme mit der Hotline anbelangt, hätte man sich auch da viel Ärger ersparen können: Kündigung schriftlich per Einschreiben abschicken, falls keine Kündigungsbestätigung kommt, einmalig nachhaken und wenn der Anbieter den Vertrag dann immer noch nicht beenden will, ab Ende des Vertragszeitraums einfach die Lastschriften widerrufen. Wenn der Anbieter mag, kann er dann ja gerne den Rechtsweg bestreiten, auf jeden Fall liegt der Ball in seinem Feld.
Und welche Geschichte werden wir an dieser Stelle nächste Woche auf Zeit online lesen? Vielleicht "Meine Freundin hat vergessen ihre Einkäufe zu bezahlen und jetzt wird sie vom bösen, bösen Kaufhausdetektiv belästigt?" Ich bin gespannt.
ist klar im Vorteil. Ihr Tipp, Herr Spoerle, den Vertrag sofort zu kündigen, ist der sicherste. Der Gedanke, dies über eine Hotline zu machen, eher sinnfrei. Das sollte aber eigentlich klar sein, insbesondere, nachdem man einen Blick in den Vertrag geworfen hat.
Aber es ist leichter, die Dunkelheit zu verfluchen, als ein Licht anzuzünden...
ist klar im Vorteil. Ihr Tipp, Herr Spoerle, den Vertrag sofort zu kündigen, ist der sicherste. Der Gedanke, dies über eine Hotline zu machen, eher sinnfrei. Das sollte aber eigentlich klar sein, insbesondere, nachdem man einen Blick in den Vertrag geworfen hat.
Aber es ist leichter, die Dunkelheit zu verfluchen, als ein Licht anzuzünden...
Jeder Vertragsbeginn ist äußerst angenehm, alles läuft von alleine und erst die Zuvorkommenheit! Schon schön.
Jede Kündigung welche ja ein ganz normaler Vorgang ist wird zum Horror.
Man kommt nicht an die richtige Adresse, Schreiben gehen verloren, bei Anruf fühlt man sich jemand der nur jedes zweite Wort versteht und glaubt man, endlich alles geklärt zu haben kommt Post mit einer Mahnung.
Ich hatte z.B. weitere Abbuchungen und diese zurück geholt. Ich bekam Rechnungen in PDF Format einzusehen auf meinem Account den es nicht mehr gab, bei Telefonaten hörte ich nur Unsinn, so als wäre ich ein Kind welches das nicht versteht und dann kommen Mahnungen.
Kann man Kündigungen bei Telefon- und Internetanbietern nur noch über Anwälte schaffen? Warum wird da kein Einhalt geboten? Was macht Opa wenn er das nicht mehr braucht und los werden möchte?
Gibt es Stellen an welche man sich wenden kann außer Veröffentlichungen?
Warum ist es nicht eine tolle Werbung, auch Kündigungen zu akzeptieren? Es würde sich schnell verbreiten und bestimmt letztendlich gute Umsätze bringen, das muss doch auch mal gesehen werden.
Kennen Sie den frischen Besitzer eines Mobiltelefons, dass nur deshalb erworben wurde, weil es einen integrierten Navigator besitzt und der - um Kosten zu sparen - Kartenmaterial direkt über das mobile Internet runterläd?
Oder den Vater, der seinem zehnjährigen Sohn ein Handy mit Vertrag besorgt und sich dann stundenlang bei der Hotline des Anbieters darüber aufregt, wer denn "so einen Schweinkram" seinen Sohn als MMS zusendet - für den er auch noch Geld zahlen soll?
Topmanager schicken ihre Assistentinen vor, wenn die Kosten für die nächtliche Datennutzung auf Dienstreisen Controller auf die Idee bringen, firmenintern das Standrecht einzuführen.
Und im Zweifel findet sich immer ein auf Scheidungsrecht spezialisierter Rechtsanwalt, dessen kanzleieigene Gesetzessammlung noch den Stand des Telegraphiezeitalters wiedergibt und die "mit Nichtwissen" für ihre ahnungslosen Mandanten das Zustandekommen der Verbindungskosten anfechten.
Es ist erschreckend, wie wenige volljährige Mitbürger sich Verträge, Allgemeine Geschäftsbedingungen und Tarifbedingungen durchlesen, bevor sie sich mit einer Unterschrift für Jahre an einen Vertrag binden. Es reicht in der Regel, wenn man bei Männern mit einem kleinen technischen Schnickschnack plus "Navi" und "E-Mail-Push-Service" vor deren Nase rumwedelt - und alles nur für einen Euro!
Bei Frauen muss man schon geschliffene Glasperlen von Swarowski drauflegen.
Und Gebrauchsanweisungen lesen?!
Der Irrsinn im "Kundenservice" von Telekommunikationsunternehmen" hat eine Kehrseite und die zeitigt sich in der geballten Unbedarftheit der Kunden. Beides scheint in einer nervenzerfetzenden Sybiose gegenseitig zu immer neuen Dimensionen aufzuschaukeln.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Nichts im Leben gibt es wirklich billig. Zumindest keinen guten Kundenservice - und auch keine gute Kunden.
... schreiben zu lernen?
... schreiben zu lernen?
Ich habe seit Jahren einen Presse-Vertrag bei Debitel. Vor ein paar Tagen wurde ich davon in Kenntnis gesetzt, daß ich jetzt den Vertrag verlängern könnte. Ich freute mich über ein neues Handy, tickerte mich durch die Prozedur und ... -- wurde aufgefordert, einen neuen Tarif auszusuchen, der sehr viel ungünstiger war als mein seit Jahren bestehender Pressetarif.
Das nenne ich: Betrug, denn mir wurde eine Verlängerung (d.h. Fortsetzung zu den gegebenen Bedingungen) angeboten, und was es schließlich war, war eine Änderungskündigung.
Ich werde den Teufel tun, diesen Pressetarif zu änderungskündigen. Sollen sie sich ihre Handys in den Mastdarm stecken.
Es muß um ein Mobilfunkunternehmen schon arg schlimm stehen, wenn sie auf einmal versuchen, auch noch Multiplikatorenverträge, die sie vor wenigen Jahren noch den Journalisten hinterhergeworfen haben, jetzt in Deckungsbeitragsverträge zwangsumwandeln zu wollen.
Armselig. Sehr armselig.
sich sachkundig zu machen?
Wer zwingt Sie denn, einen Vertrag "änderungszukündigen"? (Ist das ein gebräuchliches Wort? Lernt man solche Wörter in Redaktionen? Und wenn ja, welchen?)
Unser Alltag ließe sich in weiten Teilen durch Rechtsnormen beschreiben. Die meisten Dinge, die getan oder unterlassen werden, lassen sich unter einem Tatbestandsmerkmal subsummieren und haben reale Rechtsfolgen. Angefangen vom Einschalten der Kaffeemaschine über das Ablästern über Kollegen bis zur abendlichen Müllentsorgung.
Die wenigsten Menschen machen sich allerdings auch nur ansatzweise dies klar oder setzen sich mit den elementarsten rechtlichen Grundlagen auseinander.
Ein Vertragsschluss wie auch eine Vertagsänderung bedarf der gegenseitig übereinstimmenden Willenserklärung der Vertragspartner. Wenn Sie Ihren Vertrag nicht "ändrungskündigen" lassen wollen, dann müssen Sie das auch nicht. Wenn Ihnen die Bedingung für eine Vertragsverlängerung nicht gefällt, zwingt Sie niemand, eine Vertragsverlängerung vorzunehmen.
Lesen Sie sich einfach die Allgemeinen Geschäftsbedingungen durch und kündigen Sie entsprechend der Vereinbarung fristgerecht.
sich sachkundig zu machen?
Wer zwingt Sie denn, einen Vertrag "änderungszukündigen"? (Ist das ein gebräuchliches Wort? Lernt man solche Wörter in Redaktionen? Und wenn ja, welchen?)
Unser Alltag ließe sich in weiten Teilen durch Rechtsnormen beschreiben. Die meisten Dinge, die getan oder unterlassen werden, lassen sich unter einem Tatbestandsmerkmal subsummieren und haben reale Rechtsfolgen. Angefangen vom Einschalten der Kaffeemaschine über das Ablästern über Kollegen bis zur abendlichen Müllentsorgung.
Die wenigsten Menschen machen sich allerdings auch nur ansatzweise dies klar oder setzen sich mit den elementarsten rechtlichen Grundlagen auseinander.
Ein Vertragsschluss wie auch eine Vertagsänderung bedarf der gegenseitig übereinstimmenden Willenserklärung der Vertragspartner. Wenn Sie Ihren Vertrag nicht "ändrungskündigen" lassen wollen, dann müssen Sie das auch nicht. Wenn Ihnen die Bedingung für eine Vertragsverlängerung nicht gefällt, zwingt Sie niemand, eine Vertragsverlängerung vorzunehmen.
Lesen Sie sich einfach die Allgemeinen Geschäftsbedingungen durch und kündigen Sie entsprechend der Vereinbarung fristgerecht.
... schreiben zu lernen?
Einfach mal ein unverbindlicher juristischer Tipp:
§ 309 Nr. 9 c.) BGB regelt die Unwirksamkeit von Kündigungsfristen länger als drei Monate nach stillschweigender Verlängerung beispielsweise eines Mobilfunkvertrages, d.h. niemand muss nach einer (stillschweigenden) Verlängerung des Vertrages zwölf Monate warten bis er ordentlich kündigen kann, sondern an dessen Stelle tritt eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Also selbst wenn Mobilfunkunternehmen in ihren AGB sechs, neun oder zwölf Monate lange Kündigungsfristen vorsehen, sind diese durch § 309 Nr. 9 c.) BGB auf jeden Fall unwirksam!
Und immer schriftlich (einfach brieflich reicht aus!) an die Hauptniederlassung, dann dürfte nichts schiefgehen ;)
dürfte sie nicht stillschweigend sein
Oder?
dürfte sie nicht stillschweigend sein
Oder?
dürfte sie nicht stillschweigend sein
Oder?
im Zeitalter des Neoliberalismus generell schwierig. Mein Tipp : Einschreiben mit Rückantwort an die Zentrale des Unternehmens. Das kostet zwar ein paar Teuros, es erspart aber Ärger. Normale Briefe mit Kündigungsbegehren wandern nämlich einfach in den Papierkorb.
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