Island Deutschen Kaupthing-Sparern droht Totalverlust

Islands Präsident verweigert eine Entschädigung durch die verstaatlichte Bank. Der Streit um die Einlagen scheint damit aber noch nicht beendet zu sein

Eine Filliale der isländischen Kaupthing-Bank: Deren deutschen Kunden sollen nach dem Willen des isländischen Ministerpräsidenten nicht entschädigt werden

Eine Filliale der isländischen Kaupthing-Bank: Deren deutschen Kunden sollen nach dem Willen des isländischen Ministerpräsidenten nicht entschädigt werden

Islands Staatspräsident Olafur Ragnar Grimsson hat sich vehement gegen eine Entschädigung deutscher Sparer durch die Kaupthing-Bank ausgesprochen. "Die Deutschen müssen begreifen, dass die Menschen hier alles verloren haben". Vor diesem Hintergrund sei es den isländischen Steuerzahlern nicht zu vermitteln, dass sie jetzt auch noch für die Verluste deutscher Sparer aufkommen müssten.

Außerdem sei er "überrascht von den Forderungen unserer Freunde im Ausland", sagte das Staatsoberhaupt. Es sei ungerecht, dass ausländische Anleger erwarteten, dass Island die ganze Last allein trage, die weltweite Finanzkrise sei eben nicht nur eine isländische Angelegenheit. "Verantwortlich für den Bankencrash ist vielmehr das europäische Bankensystem, das dringend reformiert werden muss".

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Angelockt von hohen Zinsversprechungen hatten etwa 30.000 deutsche Sparer bei der Kaupthing-Bank insgesamt 330 Millionen Euro angelegt. Im Oktober 2008 stand Island wegen der weltweiten Finanzkrise plötzlich kurz vor einer Staatspleite und musste neben zwei weiterern Banken auch die Kaupthing verstaatlichen. Seit dem ist das Vermögen der Bank eingefroren, deutsche Anleger bemühen sich bislang vergeblich um eine Auszahlung.

Allerdings hatte der Kaupthing-Zwangsverwalter vergangene Woche auf einer Gläubigerversammlung den Sparern Hoffnung gemacht. Kaupthing verfüge derzeit schon über 80 Prozent der insgesamt nötigen 330 Millionen Euro, sagte er. Deshalb wolle das Geldhaus "so schnell wie möglich" in Absprache mit der deutschen Bankaufsicht Bafin mit den Auszahlungen beginnen.

 
Leser-Kommentare
  1. Folgende Informationen sollten beachtet werden ...
    http://www.direktbankverg...
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    Maßgebend für ausländische Töchter und Niederlassungen in Deutschland ist ob sie dem deutschen Einlagensicherungsfonds angehören. Das ist bei Niederlassungen, die nicht dem deutschen Recht unterliegen, oft nicht der Fall.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    [Anm.: Bitte vermeiden Sie Mehrfachpostings, um die Vielfältigkeit der verschiedenen Threads zu bewahren. Danke. /Die Redaktion pt.]

    • jokjok
    • 10.02.2009 um 11:02 Uhr

    Der isländische Staatspräsident in dieser Frage gar nicht zuständig. Insofern ist seine Meinung relativ unerheblich. Ich schlage eigene Recherchen in dieser Angelegenheit vor.

  2. Hier kann man sehr schön sehen, welches Umdenken noch stattfinden muss, damit die Staaten/Gesellschaften/Systeme aus der Blasenökonomie endlich herauskommen:

    "Entschädigung deutscher Sparer"

    Es geht um die Entschädigung deutscher Investoren, nicht von Sparern. Sparer wollen Geld zurücklegen - Investoren wollen es "arbeiten" lassen. Ich habe keinen Funken Mitleid mit denen, die ihr Geld unbedingt zu 8 statt 4 Prozent Zinsen "sparen" wollten. Die grundsätzlichen Zusammenhänge zwischen Rendite-und-Risiko sollte jeder kennen, der sein Geld zur Bank oder sonstwohin trägt - Rendite für einen selbst und das Risiko für alle anderen .. so legt man den Grundstein für Revolutionen.

    Und schon schliesst sich der Kreis, man ist wieder beim Fehler im Geldsystem: Geld arbeitet nicht.

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    Das hätte "Sparen != Anlegen" heissen müssen ...

    Ich komme aus dem Finanzsektor und habe "sehen" müssen, dass die Beratung sowohl bei öffentlichen wie auch privaten Geldinstituten teilweise miserabel ist. Ein Grund dafür ist mangelnde Ausbildung und ein anderer der Druck "von oben" bestimmte Anlagen "an den Mann" zu bringen.

    Was gebraucht wird ist eine Zertifizierung der "Anlageberater" und eine schriftliche Bestätigung des Kunden, dass er über Risiken aufgeklärt wurde.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    wieder mal die Personifizierung des Sozialneides. Glücklicherweise ist Mitleid kein Steuerungsinstrument für Geldangelegenheiten (Selbst dem Schnorrer in der Bahn gibt man ja nicht aus Mitleid - dem geht es nämlich i. d. R. besser als einem selbst - sondern um sich selbst zu erheben).
    [Anmerkung: Bitte bleiben Sie sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

    Im Falle Island ist es recht einfach.

    A) Die Sprüche des Island-Chefs sind aus Hochmut geboren und Hochmut kommt vor dem Fall.

    B) Die Bank ist verstaatlicht worden, der Staat hat also das Rechtssubjekt und somit auch die Verbindlichkeiten übernommen.

    B)1) Selbst wenn die Isländer außer ihren Trollen "alles" verloren haben, stellt das isländische Territorium eine sehr interessante Immobilie dar, deren Vermarktung zur Schuldentilgung durchaus verlangt werden kann. Oder

    B)2) Die Isländer haben Schulden und müssen diese abarbeiten, mit Zins und Zinseszins. Das müssen wir Deutsche schließlich auch. Die Merkel-Steinbrück-Milliarden haben wir ja nicht von den Amerikanern oder anderen, denen wir analog Island sagen könnten "Wir ham nüscht mehr. Ihr könnt Eure Forderungen wegschmeißn.", sondern bei den eigenen Banken geborgt. Dass die mit dem Geld, dass sie uns borgten, selber gerettet werden wollen/sollen/müssen ist dabei nur bedingt lustig, denn sie werden es zurück verlangen. Mit Zins und Zinseszins. So kriegen sie es einmal von der Regierung geschenkt (jetzt) und nochmal von uns zurückgezahlt (später). Eine Möglichkeit für Island wäre auch noch

    B)3), nämlich die Übernahme der Entschädigung deutscher Sparer durch den deutschen Staat. Der wiederrum könnte ausländische Verbindlichkeiten wie Nettozahlungen an die EU, oder Waffenlieferungen an befreundete Staaten oder Wiederaufbauhilfen an andere befreundete Staaten, denen soeben die Infrastruktur mit deutschen Waffen zerschmissen wurde, durch das Austeilen isländischer Schuldscheine ersetzen. Nun, das wird vielleicht nicht lange helfen und ich weiß auch leider nicht, wie teuer so ein U-Boot mit Trägersystemen für Kernwaffen - sowas spenden wir ja wohl nach Israel - ist. Aber mindestens eines könnte man doch durch die 300 Mio Euro, die die Isländer von deutschen Konten empfangen und versaubeutelt haben, ersetzen lassen, oder?

    Nicht verzagen, Geld findet immer einen Weg!

    Das hätte "Sparen != Anlegen" heissen müssen ...

    Ich komme aus dem Finanzsektor und habe "sehen" müssen, dass die Beratung sowohl bei öffentlichen wie auch privaten Geldinstituten teilweise miserabel ist. Ein Grund dafür ist mangelnde Ausbildung und ein anderer der Druck "von oben" bestimmte Anlagen "an den Mann" zu bringen.

    Was gebraucht wird ist eine Zertifizierung der "Anlageberater" und eine schriftliche Bestätigung des Kunden, dass er über Risiken aufgeklärt wurde.

    Gruß, Bernd
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    wieder mal die Personifizierung des Sozialneides. Glücklicherweise ist Mitleid kein Steuerungsinstrument für Geldangelegenheiten (Selbst dem Schnorrer in der Bahn gibt man ja nicht aus Mitleid - dem geht es nämlich i. d. R. besser als einem selbst - sondern um sich selbst zu erheben).
    [Anmerkung: Bitte bleiben Sie sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

    Im Falle Island ist es recht einfach.

    A) Die Sprüche des Island-Chefs sind aus Hochmut geboren und Hochmut kommt vor dem Fall.

    B) Die Bank ist verstaatlicht worden, der Staat hat also das Rechtssubjekt und somit auch die Verbindlichkeiten übernommen.

    B)1) Selbst wenn die Isländer außer ihren Trollen "alles" verloren haben, stellt das isländische Territorium eine sehr interessante Immobilie dar, deren Vermarktung zur Schuldentilgung durchaus verlangt werden kann. Oder

    B)2) Die Isländer haben Schulden und müssen diese abarbeiten, mit Zins und Zinseszins. Das müssen wir Deutsche schließlich auch. Die Merkel-Steinbrück-Milliarden haben wir ja nicht von den Amerikanern oder anderen, denen wir analog Island sagen könnten "Wir ham nüscht mehr. Ihr könnt Eure Forderungen wegschmeißn.", sondern bei den eigenen Banken geborgt. Dass die mit dem Geld, dass sie uns borgten, selber gerettet werden wollen/sollen/müssen ist dabei nur bedingt lustig, denn sie werden es zurück verlangen. Mit Zins und Zinseszins. So kriegen sie es einmal von der Regierung geschenkt (jetzt) und nochmal von uns zurückgezahlt (später). Eine Möglichkeit für Island wäre auch noch

    B)3), nämlich die Übernahme der Entschädigung deutscher Sparer durch den deutschen Staat. Der wiederrum könnte ausländische Verbindlichkeiten wie Nettozahlungen an die EU, oder Waffenlieferungen an befreundete Staaten oder Wiederaufbauhilfen an andere befreundete Staaten, denen soeben die Infrastruktur mit deutschen Waffen zerschmissen wurde, durch das Austeilen isländischer Schuldscheine ersetzen. Nun, das wird vielleicht nicht lange helfen und ich weiß auch leider nicht, wie teuer so ein U-Boot mit Trägersystemen für Kernwaffen - sowas spenden wir ja wohl nach Israel - ist. Aber mindestens eines könnte man doch durch die 300 Mio Euro, die die Isländer von deutschen Konten empfangen und versaubeutelt haben, ersetzen lassen, oder?

    Nicht verzagen, Geld findet immer einen Weg!

  3. Das hätte "Sparen != Anlegen" heissen müssen ...

    Antwort auf "Anlegen != Investieren"
  4. Ich komme aus dem Finanzsektor und habe "sehen" müssen, dass die Beratung sowohl bei öffentlichen wie auch privaten Geldinstituten teilweise miserabel ist. Ein Grund dafür ist mangelnde Ausbildung und ein anderer der Druck "von oben" bestimmte Anlagen "an den Mann" zu bringen.

    Was gebraucht wird ist eine Zertifizierung der "Anlageberater" und eine schriftliche Bestätigung des Kunden, dass er über Risiken aufgeklärt wurde.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    Antwort auf "Anlegen != Investieren"
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    Was gebraucht wird ist eine Zertifizierung der "Anlageberater" und eine schriftliche Bestätigung des Kunden, dass er über Risiken aufgeklärt wurde.
    Depotinhaber unterschreiben das. Käufer von Anlage- und Altersvorsorgeprodukten auch. Und trotzdem können sie noch bei Falschberatung klagen.

    Staatlich geprüfte Anlageberater gibt es. Die (rund 200) sind allerdings scheinbar nicht so beliebt, weil die auf Stunden- und nicht auf Provisionsbasis arbeiten. Der Durchschnittsbürger zahlt lieber intransparente 3000 Euro statt 500 für eine vermeintlich seriöse Beratung. Was natürlich trotzdem keine Garantie dafür ist, daß man über den Tisch gezogen wird, zumal kein privater Anbieter überhaupt provisionsfreie Produkte anbietet.

    Zum Thema Umdenken: die Grundeinstellung, Konsumverzicht (=Geldsparen) gäbe ein Anrecht auf Profit, ist falsch und in letzter Konsequenz fatal.

    Wenn Sie "aus dem Finanzsektor kommen" empfehle ich die Lektüre von Material, das man Ihnen während Ihrer Ausbildung oder Ihres Studiums vorenthalten hat. Silvio Gesell ist ein guter Anfang.

    Miserabel scheint mir noch beschönigend zu sein. Mein Eindruck ist eher, dass die Unerfahrenheit und Unsicherheit bestimmter Zielgruppen schonunglos ausgenutzt wird.

    Mein Vater, der absolut nichts vom Geldanlegen versteht, hat sich von einem "Berater" der Hamburger Sparkasse, kurz Haspa genannt, irgendein Derivat von JP Morgan aufschwatzen lassen. Sonst hat er sein Geld auf dem Sparbuch gehabt, und aus eigenem Antrieb hätte er es dort niemals heruntergenommen und in ein ziemlich intransparentes Papier gesteckt.

    Ich weiß nicht, mit welchen Verkaufsförder-Psycho-Tricks dieser "Berater" meinen Vater weichgekocht hat, aber das Ausmaß der Desinformation kann ich mir lebhaft vorstellen. Als ich mich telefonisch nach der Lehman-Pleite bei der Haspa nach dem Wert und dem Risikogehalt des Papieres erkundigte, wollte mich die Dame am Apparat mit der Auskunft abspeisen, dass es eine 100-prozentige Rückzahlungsgarantie gäbe, ohne von sich aus darauf hinzuweisen, dass es im Falle der Insolvenz von JP Morgan damit natürlich vorbei wäre.

    Die Arglosigkeit und Unerfahrenheit, besonders älterer Leute, wird von den Banken auf geradezu kriminelle Weise ausgenutzt. Man lädt sie zu einem Gesprächstermin ein, wo ihnen mit raffinierter Verkaufspsychologie "Finanzprodukte" angedreht werden, die sie überhaupt nicht durchschauen. Dann lässt man sie noch schnell einen Schrieb unterschreiben, dass sie ordentlich beraten und auf alle Risiken hingewiesen wurden, und der "Berater" hat seine Provision im Sack. Der arglose, mit derartigen Geschäften maßlos überforderte, Kunde glaubt sogar, er habe ein Papier seiner Hausbank gekauft. Und dann auch noch die 100-prozentige Rückzahlungsgaratie, was soll da schon passieren?

    Mein Vater hat ungeheures Glück gehabt, dass seine Papiere von JP Morgan und nicht von Lehman waren. Vielen Haspa-Kunden wurden auf diese Weise auch Lehman-Papiere verkauft. Insgesamt sind 3.700 Haspa-Kunden in den Genuss dieses Beratungserfolges gekommen. Die ersten Klagen sind eingereicht: Vgl. Hamburger Abendblatt: Lehman-Geschädigte: Erste Klage gegen Haspa
    In vielen anderen Banken und Sparkassen wird die "Beratung" ähnlich ausgesehen haben.

    Sicher gibt es auch andere Kundentypen. Leute, die für ein paar Renditepunkte mehr oder für irgendwelche Steuervorteile bereit sind, ihr Geld in die obskursten Anlagemodelle zu stecken, ohne dass man sie lange dazu überreden müsste.

    Mein Tipp: Investieren Sie nur in Papiere und Anlagemodelle, die Sie vollständig verstehen. Scheuen Sie sich auch nicht, Ihrem "Berater" rundheraus zu sagen, dass Sie die Anlage nicht verstehen und deshalb nicht kaufen werden. Der hat es ohnehin längst gemerkt, wenn Sie keine Ahnung haben.

    Was gebraucht wird ist eine Zertifizierung der "Anlageberater" und eine schriftliche Bestätigung des Kunden, dass er über Risiken aufgeklärt wurde.
    Depotinhaber unterschreiben das. Käufer von Anlage- und Altersvorsorgeprodukten auch. Und trotzdem können sie noch bei Falschberatung klagen.

    Staatlich geprüfte Anlageberater gibt es. Die (rund 200) sind allerdings scheinbar nicht so beliebt, weil die auf Stunden- und nicht auf Provisionsbasis arbeiten. Der Durchschnittsbürger zahlt lieber intransparente 3000 Euro statt 500 für eine vermeintlich seriöse Beratung. Was natürlich trotzdem keine Garantie dafür ist, daß man über den Tisch gezogen wird, zumal kein privater Anbieter überhaupt provisionsfreie Produkte anbietet.

    Zum Thema Umdenken: die Grundeinstellung, Konsumverzicht (=Geldsparen) gäbe ein Anrecht auf Profit, ist falsch und in letzter Konsequenz fatal.

    Wenn Sie "aus dem Finanzsektor kommen" empfehle ich die Lektüre von Material, das man Ihnen während Ihrer Ausbildung oder Ihres Studiums vorenthalten hat. Silvio Gesell ist ein guter Anfang.

    Miserabel scheint mir noch beschönigend zu sein. Mein Eindruck ist eher, dass die Unerfahrenheit und Unsicherheit bestimmter Zielgruppen schonunglos ausgenutzt wird.

    Mein Vater, der absolut nichts vom Geldanlegen versteht, hat sich von einem "Berater" der Hamburger Sparkasse, kurz Haspa genannt, irgendein Derivat von JP Morgan aufschwatzen lassen. Sonst hat er sein Geld auf dem Sparbuch gehabt, und aus eigenem Antrieb hätte er es dort niemals heruntergenommen und in ein ziemlich intransparentes Papier gesteckt.

    Ich weiß nicht, mit welchen Verkaufsförder-Psycho-Tricks dieser "Berater" meinen Vater weichgekocht hat, aber das Ausmaß der Desinformation kann ich mir lebhaft vorstellen. Als ich mich telefonisch nach der Lehman-Pleite bei der Haspa nach dem Wert und dem Risikogehalt des Papieres erkundigte, wollte mich die Dame am Apparat mit der Auskunft abspeisen, dass es eine 100-prozentige Rückzahlungsgarantie gäbe, ohne von sich aus darauf hinzuweisen, dass es im Falle der Insolvenz von JP Morgan damit natürlich vorbei wäre.

    Die Arglosigkeit und Unerfahrenheit, besonders älterer Leute, wird von den Banken auf geradezu kriminelle Weise ausgenutzt. Man lädt sie zu einem Gesprächstermin ein, wo ihnen mit raffinierter Verkaufspsychologie "Finanzprodukte" angedreht werden, die sie überhaupt nicht durchschauen. Dann lässt man sie noch schnell einen Schrieb unterschreiben, dass sie ordentlich beraten und auf alle Risiken hingewiesen wurden, und der "Berater" hat seine Provision im Sack. Der arglose, mit derartigen Geschäften maßlos überforderte, Kunde glaubt sogar, er habe ein Papier seiner Hausbank gekauft. Und dann auch noch die 100-prozentige Rückzahlungsgaratie, was soll da schon passieren?

    Mein Vater hat ungeheures Glück gehabt, dass seine Papiere von JP Morgan und nicht von Lehman waren. Vielen Haspa-Kunden wurden auf diese Weise auch Lehman-Papiere verkauft. Insgesamt sind 3.700 Haspa-Kunden in den Genuss dieses Beratungserfolges gekommen. Die ersten Klagen sind eingereicht: Vgl. Hamburger Abendblatt: Lehman-Geschädigte: Erste Klage gegen Haspa
    In vielen anderen Banken und Sparkassen wird die "Beratung" ähnlich ausgesehen haben.

    Sicher gibt es auch andere Kundentypen. Leute, die für ein paar Renditepunkte mehr oder für irgendwelche Steuervorteile bereit sind, ihr Geld in die obskursten Anlagemodelle zu stecken, ohne dass man sie lange dazu überreden müsste.

    Mein Tipp: Investieren Sie nur in Papiere und Anlagemodelle, die Sie vollständig verstehen. Scheuen Sie sich auch nicht, Ihrem "Berater" rundheraus zu sagen, dass Sie die Anlage nicht verstehen und deshalb nicht kaufen werden. Der hat es ohnehin längst gemerkt, wenn Sie keine Ahnung haben.

  5. wieder mal die Personifizierung des Sozialneides. Glücklicherweise ist Mitleid kein Steuerungsinstrument für Geldangelegenheiten (Selbst dem Schnorrer in der Bahn gibt man ja nicht aus Mitleid - dem geht es nämlich i. d. R. besser als einem selbst - sondern um sich selbst zu erheben).
    [Anmerkung: Bitte bleiben Sie sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

    Im Falle Island ist es recht einfach.

    A) Die Sprüche des Island-Chefs sind aus Hochmut geboren und Hochmut kommt vor dem Fall.

    B) Die Bank ist verstaatlicht worden, der Staat hat also das Rechtssubjekt und somit auch die Verbindlichkeiten übernommen.

    B)1) Selbst wenn die Isländer außer ihren Trollen "alles" verloren haben, stellt das isländische Territorium eine sehr interessante Immobilie dar, deren Vermarktung zur Schuldentilgung durchaus verlangt werden kann. Oder

    B)2) Die Isländer haben Schulden und müssen diese abarbeiten, mit Zins und Zinseszins. Das müssen wir Deutsche schließlich auch. Die Merkel-Steinbrück-Milliarden haben wir ja nicht von den Amerikanern oder anderen, denen wir analog Island sagen könnten "Wir ham nüscht mehr. Ihr könnt Eure Forderungen wegschmeißn.", sondern bei den eigenen Banken geborgt. Dass die mit dem Geld, dass sie uns borgten, selber gerettet werden wollen/sollen/müssen ist dabei nur bedingt lustig, denn sie werden es zurück verlangen. Mit Zins und Zinseszins. So kriegen sie es einmal von der Regierung geschenkt (jetzt) und nochmal von uns zurückgezahlt (später). Eine Möglichkeit für Island wäre auch noch

    B)3), nämlich die Übernahme der Entschädigung deutscher Sparer durch den deutschen Staat. Der wiederrum könnte ausländische Verbindlichkeiten wie Nettozahlungen an die EU, oder Waffenlieferungen an befreundete Staaten oder Wiederaufbauhilfen an andere befreundete Staaten, denen soeben die Infrastruktur mit deutschen Waffen zerschmissen wurde, durch das Austeilen isländischer Schuldscheine ersetzen. Nun, das wird vielleicht nicht lange helfen und ich weiß auch leider nicht, wie teuer so ein U-Boot mit Trägersystemen für Kernwaffen - sowas spenden wir ja wohl nach Israel - ist. Aber mindestens eines könnte man doch durch die 300 Mio Euro, die die Isländer von deutschen Konten empfangen und versaubeutelt haben, ersetzen lassen, oder?

    Nicht verzagen, Geld findet immer einen Weg!

    Antwort auf "Anlegen != Investieren"
  6. Da postuliert sich mit herausgeschobener Hühnerbrust wieder mal die Personifizierung des Sozialneides
    Es wird wirklich Zeit für eine Variante von Godwin's Law: "Die Wahrscheinlichkeit, daß während einer Diskussion im thematischen Umfeld der Finanzkrise ein Teilnehmer mit der Neidkeule erschlagen wird, ist 1."

    Liladebila, werden Sie auch noch brav ihre Zinsen einfordern, sobald (Geldmengenexplosion->Hyperinflation->Währungsreform) es unmittelbar und nicht mehr nur indirekt an die eigene Tasche geht? Oder sind die Wurzeln des Übels dann doch plötzlich interessant?

    Nicht verzagen, Geld findet immer einen Weg!
    Amen.

    erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.

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    die ich nicht beantworten kann. Ich bin kein ...experte auf solchen Gebieten, sondern Künstler. Und Geld habe ich somit auch nicht.

    die ich nicht beantworten kann. Ich bin kein ...experte auf solchen Gebieten, sondern Künstler. Und Geld habe ich somit auch nicht.

  7. Was gebraucht wird ist eine Zertifizierung der "Anlageberater" und eine schriftliche Bestätigung des Kunden, dass er über Risiken aufgeklärt wurde.
    Depotinhaber unterschreiben das. Käufer von Anlage- und Altersvorsorgeprodukten auch. Und trotzdem können sie noch bei Falschberatung klagen.

    Staatlich geprüfte Anlageberater gibt es. Die (rund 200) sind allerdings scheinbar nicht so beliebt, weil die auf Stunden- und nicht auf Provisionsbasis arbeiten. Der Durchschnittsbürger zahlt lieber intransparente 3000 Euro statt 500 für eine vermeintlich seriöse Beratung. Was natürlich trotzdem keine Garantie dafür ist, daß man über den Tisch gezogen wird, zumal kein privater Anbieter überhaupt provisionsfreie Produkte anbietet.

    Zum Thema Umdenken: die Grundeinstellung, Konsumverzicht (=Geldsparen) gäbe ein Anrecht auf Profit, ist falsch und in letzter Konsequenz fatal.

    Wenn Sie "aus dem Finanzsektor kommen" empfehle ich die Lektüre von Material, das man Ihnen während Ihrer Ausbildung oder Ihres Studiums vorenthalten hat. Silvio Gesell ist ein guter Anfang.

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    Ich bin seit etwa 20 Jahren im Bereich Performance-/Risiko-Analysen tätig und Fachliteratur und Eilmeldungen von BaFin, EZB und Rating-Agenturen sind mein "tägliches Brot".

    Es geht nicht um staatlich geprüfte Anlageberater (Agenturen) sondern um die Mitarbeiter von Sparkassen und Banken. Gehen Sie doch mal zu einer Sparkasse oder Bank-Filiale und fragen den Berater nach dem Rating von griechischen Staatsanleihen > Griechenland, Staatsanleihe, Euro < muss "AAA" sein. Wenn Ihnen jemand "A-" sagt, dann haben Sie Glück gehabt. Das habe ich mit "zertifizierten" Beratern gemeint, nicht die Profis.

    Es gibt auf vielen Kauf- und Verkaufs-Abrechnungen einen Satz der heißt z.B. "Transaktion erfolgte ohne Beratung". Damit wird kundgetan, dass der Kunde wusste was er tat.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

    Ich bin seit etwa 20 Jahren im Bereich Performance-/Risiko-Analysen tätig und Fachliteratur und Eilmeldungen von BaFin, EZB und Rating-Agenturen sind mein "tägliches Brot".

    Es geht nicht um staatlich geprüfte Anlageberater (Agenturen) sondern um die Mitarbeiter von Sparkassen und Banken. Gehen Sie doch mal zu einer Sparkasse oder Bank-Filiale und fragen den Berater nach dem Rating von griechischen Staatsanleihen > Griechenland, Staatsanleihe, Euro < muss "AAA" sein. Wenn Ihnen jemand "A-" sagt, dann haben Sie Glück gehabt. Das habe ich mit "zertifizierten" Beratern gemeint, nicht die Profis.

    Es gibt auf vielen Kauf- und Verkaufs-Abrechnungen einen Satz der heißt z.B. "Transaktion erfolgte ohne Beratung". Damit wird kundgetan, dass der Kunde wusste was er tat.

    Gruß, Bernd
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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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