Wahl in Israel Demoskopen rechnen mit knappem Ergebnis

Der frühere Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und sein konservativer Likud-Block könnten die heutige Parlamentswahl gewinnen - allerdings wohl nur knapp

Erfolgreicher Wahlkämpfer: Benjamin Netanjahu liegt in den Umfragen mit seiner Likud-Partei knapp vorn

Erfolgreicher Wahlkämpfer: Benjamin Netanjahu liegt in den Umfragen mit seiner Likud-Partei knapp vorn

Rund fünf Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, bei der israelischen Parlamentswahl an gut 9500 Wahlurnen landesweit ihre Stimme abzugeben. Mit ersten Prognosen wurde direkt nach ihrer Schließung um 22 Uhr (21 Uhr MEZ) gerechnet. Die offiziellen Ergebnisse sollen dann am Mittwoch folgen.

Die Polizei wurde aus Furcht vor möglichen Anschlägen und zur Sicherung der Wahl in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Im arabischen Umn el-Fahm musste sie bereits eingreifen - allerdings nicht gegen militante Palästinenser. Die Polizei hinderte den rechtsextremen jüdischen Aktivisten Baruch Marsel daran, die Stadt zu betreten. Er sei kurz vor der Ortschaft festgenommen worden, weil er in den Augen der Polizei seine eigene und die öffentliche Sicherheit gefährde. Marsel von der ultrarechten Nationalen Union hatte darauf bestanden, in der arabischen Stadt Vorsitzender in einer örtlichen Wahlstation zu sein. Dies werteten arabische Einwohner als Provokation und betonten, sie würden Marsel notfalls mit Gewalt daran hindern, nach Umm el-Fahm zu kommen.

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Die israelischen Wähler müssen ein Jahr vorzeitig an die Urnen, weil die bestehende Regierungskoalition im Zuge der polizeilichen Ermittlungen gegen den scheidenden Ministerpräsidenten Ehud Olmert wegen Korruptionsverdachts auseinandergebrochen war.

Zur Auswahl stehen 33 Listen. Knapp in Führung liegt nach letzten Umfragen die rechtsorientierte Likud-Partei des Oppositionsführers Benjamin Netanjahu, nur knapp gefolgt von der Regierungspartei Kadima von Außenministerin Zipi Liwni. Experten rechnen am Ende mit einem Rechtsruck, da die Einwandererpartei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) des aus der Sowjetunion zugewanderten Ultranationalisten Awigdor Lieberman als dritte Kraft mit bis zu 21 der 120 Sitze in der Knesset rechnen kann.

Abgeschlagen auf Platz vier folgt dann die sozialdemokratische Arbeitspartei, die Israels Politik jahrzehntelang dominiert hatte. Deren Chef, Verteidigungsminister Ehud Barak, war zuvor noch parteiübergreifend für die Kriegsführung im Januar im Gaza-Streifen gelobt worden.

Leser-Kommentare
  1. Liebe Zeit-Redaktion!
    Eine Bitte: Wäre es möglich, mal zutreffende politische Bezeichnungen zu verwenden?
    liberal-ultranationalistisch-konservativ-was meinen Sie denn?

    Meretz=Partnerpartei der deutschen LINKE
    Labour=Sozialdemokraten
    Kadima=Liberal, gebildet aus sozialdemokratischen und Likud-Anhängern
    Likud=Partnerpartei der CDU
    Israel Beitenu=Name und Vorbild: Putin, Partei der russischen Einwanderer

    die religiösen Parteien, meist antizionistisch, haben Sie gar nicht auf der Karte
    die verschiedenen arabischen Parteien auch nicht.
    Zu beachten ist aber auch, dass die Hälfte der Araber sozialdemokratisch, Kadima oder sogar den Likud wählt.
    Und dann gibt es noch Shas, die Partei der Wähler mit nordafrikanischen Migrationshintergrund!

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