Koma-Patientin in Italien Rennen gegen die Zeit
Das oberste Gericht hatte erlaubt, die Apparate abzuschalten, die Eluana Englaro seit 17 Jahren am Leben erhalten. Berlusconi will das per Eilgesetz rückgängig machen

© Christophe Simon/AFP/Getty Images
Menschen demonstrieren gegen Silvio Berlusconi: Er will mit einem Eilgesetz verhindern, dass die Komapatientin Eluana Englaro sterben darf
Er sei enttäuscht und es sei unbegreiflich: "all diese politischen Wirren, um einen Menschen umzubringen“, so kommentierte Kardinal Renato Raffaele Martino, Präsident des vatikanischen Rats für Recht und Frieden, dass Eluana Englaros künstliche Ernährung beendet wird und sie tatsächlich sterben soll. "Eluana lebt, hat ein Recht auf Leben, und die politische Gemeinschaft muss dieses mit allen Mitteln unterstützen."
Zuvor hatte Monsignor Elio Sgreccia, ehemaliger Präsident der vatikanischen Akademie für das Leben, die Entscheidung des Ministerrats begrüßt, im Eilverfahren ein Gesetz ins Parlament einzubringen, um die Geräte wieder einschalten zu lassen.
Denn Ministerpräsident Silvio Berlusconi will genau das durchsetzen. "Ich müsste mich ja der unterlassenen Hilfeleistung bezichtigen, wenn wir nicht alles in unserer Macht stehende getan hätten, um Eluanas Tod zu verhindern“, begründete Berlusconi das Dekret. Wahrscheinlich wird die Vorlage am Donnerstag, den 12. Februar durch die Kammern gegangen sein. Falls dann die Geräte wieder eingeschaltet werden, ist jedoch nicht gesagt, dass die Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr noch lebensrettend ist.
Seit 17 Jahren liegt die 38-jährige Eluana Englaro im Wachkoma. Die Patientin war in der vergangenen Woche aus einer Klinik in ein Altersheim in Udine gebracht worden, wo am Freitag die schrittweise Sterbehilfe eingeleitet worden war. Sollten die Geräte nicht wieder angeschaltet werden, könnte die 38-Jährige im Laufe der nächsten zwei Wochen sterben, prognostizierten die Ärzte.
Zuvor hat die Regierung Berlusconi bereits ein Dekret erlassen, mit dem die Unterbrechung der künstlichen Ernährung Eluanas verboten würde, solange es keine Gesetzgebung zur Sterbehilfe gibt. Doch Staatspräsident Giorgio Napolitano weigerte sich, die Anordnung zu unterzeichnen. Ohne Unterschrift des Staatspräsidenten kann das Dekret nicht in Kraft treten.
"Eluana ist nicht hirntot, sondern ein Mensch, der autonom atmet und theoretisch Kinder bekommen könnte", sagte Berlusconi. Wenn Napolitano nicht unterzeichnen wolle, müsste eben das Parlament eingreifen.
- Datum 10.02.2009 - 07:01 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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ein Trauerspiel, der Präsident eines westlichen Landes gönnt einem unheilbaren Menschen keinen würdevollen Tod.
Da wird auf Nebenschauplätzen heftigst um die unsinnigen Äußerungen eines britischen Brüder Pius- Bischofs gestritten, das Kirchenrecht und andere Formalien vorgeschützt und kapiert nicht, was in diesem Vatikan wirklich gedacht wird. Kardinal Martino spricht anlässlich des Todes der seit 17 Jahren im Wachkoma liegenden Eluana von Mord, sie hätte ja nach Berlusconi noch Kinder bekommen können. Stimmt, die hätten die Opfer der kirchlichen Inquisition und Kreuzzüge nicht mehr bekommen. Nicht weniger pervers die Ansichten des zukünftigen Weibischofs Maria Wagner, Homosexuelle könnten "geheilt" werden. Hat der Herr Wagner da einschlägige Erfahrungen? Naturkatastrophen wie den Wirbelsturm Kathrina, hält er für Gottesstrafen für Homosexuelle, Prostituierte und Abtreibungsbefürworter. Wer wird bitte gerade mit den verheerenden Buschbränden in Australien bestraft, Herr Wagner?
R. Sebastian
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