Enthüllungsbuch Kouchner dementiert Korruptionsvorwurf
Der französische Außenminister bewertet ein Enthüllungsbuch als Versuch, ihn "politisch zu destabilisieren". Angeblich hat er in Afrika zweifelhafte Geschäfte gemacht
Bernard Kouchner hat den Vorwurf, er habe mit afrikanischen Diktatoren gemauschelt, energisch zurückgewiesen. "Es handelt sich um einen Versuch, mich politisch zu destabilisieren", sagte er der Zeitung Le Figaro . Ein am Mittwoch erschienenes Buch, in dem Kouchner heftig angegriffen wird, erregt in Frankreich große Aufmerksamkeit. "Wird das Buch den Minister stürzen?", titelte die Zeitschrift Nouvel Observateur am Donnerstag.
Kouchner dementierte, dass er öffentliche und private Interessen vermischt habe. Er habe auch kein Geld von afrikanischen Staatsmännern angenommen, betonte er.
Der Journalist Pierre Péan wirft ihm in seinem Buch vor, als Berater für das öffentliche Gesundheitswesen in Gabun und in Kongo-Brazzaville Geschäfte gemacht zu haben, während er zugleich im Auftrag der französischen Regierung in Afrika Krankenhauspartnerschaften organisiert habe.
"Ich habe innerhalb von drei Jahren monatlich weniger als 6000 Euro nach Abzug der Steuern verdient", betonte Kouchner. Er sei auf seine Arbeit als Berater stolz, da sie erstmals die Einführung einer Krankenkasse in einem afrikanischen Land zur Folge gehabt habe. Er habe ordnungsgemäß Steuern gezahlt und seine Beratertätigkeit eingestellt, als er das Ministeramt übernommen habe.
Kouchner gilt als einer der beliebtesten Politiker in Frankreich und ist seit Langem für sein humanitäres Engagement bekannt. So war er 1971 Mitbegründer der Organisation Ärzte ohne Grenzen, die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Seit Mai 2007 ist er im Kabinett Sarkozy Außenminister. Dafür wurde er von der Sozialistischen Partei Frankreichs ausgeschlossen.
- Datum 05.02.2009 - 18:47 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren