Nationalspieler Mesut Özil Das türkisch-deutsche Streitobjekt
Mesut Özil ist ein Sohn türkischer Einwanderer. Er ist erstmals als deutscher Nationalspieler aufgelaufen. Beim türkischen Publikum stößt sein Debüt auf Unverständnis.
Die Debatte um Mesut Özil wolle einfach nicht enden, berichtete die türkische Zeitung Sabah am Dienstag. In den vergangenen Monaten war der 20-jährige Fußballer von Werder Bremen zu einem türkisch-deutschen Streitobjekt geworden. Am Mittwoch spielt Özil zum ersten Mal in der A-Nationalmannschaft von Bundestrainer Joachim Löw – damit entschied sich Özil gegen die türkische Mannschaft, deren Trainer Fatih Terim ebenfalls Interesse an ihm hatte.
Özils Entscheidung für den Bundesadler und gegen den Halbmond kam beim türkischen Publikum nicht überall gut an. Andere Söhne türkischer Familien in Deutschland, wie die Brüder Halil und Hamit Altintop, tragen schließlich das rot-weiße Nationaltrikot der Türkei. Dass Özil dennoch den Deutschen den Vorzug gab, stößt am Bosporus und bei den Türken in der Bundesrepublik vielfach auf Unverständnis. Nach vielen Beleidigungen sperrte Özil kürzlich sogar das Gästebuch auf seiner Homepage. Das wiederum ging so manchem türkischen Fan zu weit. "Sollen wir ihn denn zum Landesverräter ausrufen?", schrieb ein Leser von Sabah, der den Özil-Kritikern zu mehr Gelassenheit riet.
Obwohl Özil in Gelsenkirchen geboren wurde, in der "DJK Westfalia" mit dem Fußball begann und inzwischen als Profi in der Bundesrepublik sein Geld verdient, gilt er in den Augen vieler seiner Landsleute dank seiner Herkunft immer noch als Türke. Dahinter steht die weit verbreitete Ansicht, dass die Auslandstürken in der Bundesrepublik zur Türkei gehören – egal, wie lange sie dort schon wohnen. "Wir leben doch seit drei Generationen in Deutschland", verteidigte Özil seine Entscheidung in der türkischen Presse.
Ohnehin sollten sich die Türken mal ihre eigene Nationalmannschaft etwas genauer ansehen, sagt Ex-Stürmerstar Hakan Sükür, eine lebende Legende im türkischen Fußball. In der türkischen Elf spielt Mehmet Aurelio, der früher Marco Aurelio hieß und Brasilianer war. Als Aurelio vor drei Jahren eingebürgert und erstmals ins türkische Nationalteam berufen wurde, hagelte es ebenfalls Proteste der Nationalisten. Doch so sei es nun einmal im modernen Fußball, belehrt Sükür seine Landsleute.
So ganz kann sich aber auch Sükür offenbar nicht vom alten Denken freimachen. Özil sei zwar in Deutschland geboren und habe die deutsche Kultur übernommen, sagt der Altstar: "Aber er hat nie in Abrede gestellt, dass er Türke ist."
- Datum 11.02.2009 - 23:14 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 22
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








...denn sie denken und fühlen empirisch und nicht mit Rationalismus. Es ist sicherlich ein Ausdruck des türkischen negativen Selbstwertgefühls. Eigentlich brauchen die Türken, historisch und kulturell keine Fussballspieler um die türkischen Geselschaft aufzuwerten oder sogar zu retten. Aber das verstehen leider die wenigsten; auch nicht viele der Politiker in Ankara, die deren Volk auf den falschen trügerischen Weg des krankhaften Nationalismus führen. Mesut Özil ist, was er sein will: Deutscher. Und?
[Anm.: Bitte vermeiden Sie Pauschalisierungen, die von anderen als Beleidigung aufgefasst werden könnten. Danke. /Die Redaktion pt.]
alles Bedenkliche ist selbstredend deutsch - das ist die türkische Grundhaltung.
Schön zu sehen am Fall Kurnaz: Obwohl der nicht ein Mal deutsche Staatsbürgerschaft hatte, weigerte sich die Türkei, ihm zu helfen
Denn der war ja in Deutschland aufgewachsen und wenig nützlich für die Türkei.
Für so etwas ist gefälligst Deutschland (der deutsche Steuerzahler) zuständig.
In diesem Fall ist es natürlich anders - da fordert die Türkei nationale Interessen ein.
dann spielt er halt für Deutschland. Mit dem Hamit wären wir Europameister geworden.
Hier werden die Bruchlinien in unserer Gesellschaft sichtbar.
In welche Richtung wird sich diese Gesellschaft weiter entwickeln?
Wie naiv und auch menschenverachtend waren/sind die Menschen, die glaubten ein multikulturelle Gesellschaft hätte größere Potentiale als eine homogene Gesellschaft?
Na, damit hier keine Missverstaendnisse aufkommen: erklaeren Sie doch bitte einmal, was sie unter einer homogenen Gesellschaft verstehen!
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, muessten wir also erstmal alle Tuerken rauswerfen, dazu natuerlich auch Albaner, Araber, Russen, Polen,... ach Moment mal, die sind in der EU. Wird schwierig. Genauso mit den Italienern und Spaniern. Aber man kann ja austreten aus diesem menschenverachtenden Verbund.
Dann sind wir auch endlich die auslaendischen Wissenschaftler und Studenten los, und all die Probleme, die die hier verursachen!
Die Russlanddeutschen duerfen natuerlich bleiben, die sind homogen, sind ja deutsche. Und apropos Polen: Die ganzen Arbeiter, die im 19 Jahrhundert ins Ruhrgebiet gekommen sind? Auch raus! Alles nicht homogen! Ueber die Preussischen Hugenotten muessen wir kurz diskutieren. Die sehen aus wie wir, sprechen mittlerweile wie wir. Obwohl: das sind ja alles Protestanten! Oder doch die Katoliken? Alle zwangskonvertieren! Und am besten auch andere Parteien verbieten: SPD, Gruene und all diese Linken, diese Oekospinner und Gutmenschen! Genau, eine Partei reicht, alles homogen. Und die ganzen Haschspritzer und Stromgitarrespieler! Sonst sind das hier bald noch Zustaende wie in Amerika, [...]!
Oder habe ich sie da falsch verstanden?
[Gekürzt. Bitte bleiben Sie auch mit Ironie im Rahmen des guten Geschmacks. Danke. /Die Redaktion pt.]
Na, damit hier keine Missverstaendnisse aufkommen: erklaeren Sie doch bitte einmal, was sie unter einer homogenen Gesellschaft verstehen!
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, muessten wir also erstmal alle Tuerken rauswerfen, dazu natuerlich auch Albaner, Araber, Russen, Polen,... ach Moment mal, die sind in der EU. Wird schwierig. Genauso mit den Italienern und Spaniern. Aber man kann ja austreten aus diesem menschenverachtenden Verbund.
Dann sind wir auch endlich die auslaendischen Wissenschaftler und Studenten los, und all die Probleme, die die hier verursachen!
Die Russlanddeutschen duerfen natuerlich bleiben, die sind homogen, sind ja deutsche. Und apropos Polen: Die ganzen Arbeiter, die im 19 Jahrhundert ins Ruhrgebiet gekommen sind? Auch raus! Alles nicht homogen! Ueber die Preussischen Hugenotten muessen wir kurz diskutieren. Die sehen aus wie wir, sprechen mittlerweile wie wir. Obwohl: das sind ja alles Protestanten! Oder doch die Katoliken? Alle zwangskonvertieren! Und am besten auch andere Parteien verbieten: SPD, Gruene und all diese Linken, diese Oekospinner und Gutmenschen! Genau, eine Partei reicht, alles homogen. Und die ganzen Haschspritzer und Stromgitarrespieler! Sonst sind das hier bald noch Zustaende wie in Amerika, [...]!
Oder habe ich sie da falsch verstanden?
[Gekürzt. Bitte bleiben Sie auch mit Ironie im Rahmen des guten Geschmacks. Danke. /Die Redaktion pt.]
Wenn Menschen glauben, das eine "multikulturelle" Gesellschaft große Potentiale hat - was bitte ist daran menschenverachend? Und wie kommen sie auf das Wort "größere"? Hat das jemand behauptet? Und wo genau werden denn "hier "Bruchlinien unserer Gesellschaft sichtbar". Ihr Beitrag ist alles in allem sehr nebulös. Es gibt auch unter Deutschen sehr viele, die umgekehrt schreien, das Fußballer mit Migrationshintergrund, die nicht für Deutschland spielen, Verräter sind. Sie müssen nur mal diese angeblich von 10000er Menschen gelesenen Hassblogs wie PI usw. stöbern, da hören sie übelsten Rassismus und Menschenevrachtung pur. Da wird Fußballern mit türkischem oder arabischen Hintergurnd regelmäßig der Volksgerichtshof gemacht.
Wie Erdogan der Große bereits sagte, Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. So ist es folgerichtig, dass davon ausgegangen wird, dass ein in Deutschland geborener Deutscher mit türkischer Abstammung für die Tükei spielt.
Aber der Özil hat sich richtig entschieden. Deutschland ist seine neue Heimat, die neue Heimat seiner Eltern und erst recht die seiner möglichen Nachkommen, so hat er die einzig nachvollziehbare Entscheidung getroffen.
Na, damit hier keine Missverstaendnisse aufkommen: erklaeren Sie doch bitte einmal, was sie unter einer homogenen Gesellschaft verstehen!
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, muessten wir also erstmal alle Tuerken rauswerfen, dazu natuerlich auch Albaner, Araber, Russen, Polen,... ach Moment mal, die sind in der EU. Wird schwierig. Genauso mit den Italienern und Spaniern. Aber man kann ja austreten aus diesem menschenverachtenden Verbund.
Dann sind wir auch endlich die auslaendischen Wissenschaftler und Studenten los, und all die Probleme, die die hier verursachen!
Die Russlanddeutschen duerfen natuerlich bleiben, die sind homogen, sind ja deutsche. Und apropos Polen: Die ganzen Arbeiter, die im 19 Jahrhundert ins Ruhrgebiet gekommen sind? Auch raus! Alles nicht homogen! Ueber die Preussischen Hugenotten muessen wir kurz diskutieren. Die sehen aus wie wir, sprechen mittlerweile wie wir. Obwohl: das sind ja alles Protestanten! Oder doch die Katoliken? Alle zwangskonvertieren! Und am besten auch andere Parteien verbieten: SPD, Gruene und all diese Linken, diese Oekospinner und Gutmenschen! Genau, eine Partei reicht, alles homogen. Und die ganzen Haschspritzer und Stromgitarrespieler! Sonst sind das hier bald noch Zustaende wie in Amerika, [...]!
Oder habe ich sie da falsch verstanden?
[Gekürzt. Bitte bleiben Sie auch mit Ironie im Rahmen des guten Geschmacks. Danke. /Die Redaktion pt.]
ist eine Gesellschaft, in der sich einzelne Gruppen nicht abgrenzen.
So entsteht eine entgrenzte Gesellschaft, in der kulturelle unterschiede zu einer Bereicherung führen (=> Emergente Ordnung).
In Europa haben wir nur wenige Gruppen, die sich abgrenzen, aber es sind (leider) sehr große Gruppen (türkisch/arabische).
Die von Ihnen genannten Volksgruppen sind fast alle bereit, sich zu entgrenzen, bzw. zeigt die jüngere Geschichte Deutschlands, dass einige Gruppen sogar sehr bereit dazu sind und ALLE haben davon große Vorteile (klassisches Beispiel: die Immigranten aus Polen in das Ruhrgebiet Anfang des 20.Jhdt.)
Seit ca. 1970 ist in Europa ein großer Austausch von grenzüberschreitenden kulturellen Beiträgen zu sehen.
Das ist weit mehr als nur "Integration" oder gar "Assimilierung".
es ist der Aufbau einer historisch einmaligen neuen Gesellschaftsform (wie o.g.: es entstand eine Emergente Ordnung).
(Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch einige erfolgreiche Kulturen hierzulande sich eher nicht entgrenzen - z.B. japanische. Aber die sind sehr klein)
Können Sie mir erklären, warum jemand wie Özil sich für die türkische Mannschaft entscheiden sollte? Was kann der Grund dafür sein, ausser vielleicht nationalistischer Art? In Deutschland geboren, geprägt, geformt aufgewachsen usw. und dann noch für die Türkei spielen, oder wie stellen Sie sich das vor? Nein, dafür gibt es doch wirklich keinen Grund mehr.
Ich jedenfalls freue mich über die Entscheidung Özil's bzw. Löw's (ein klares Signal, würd ich mal sagen) und wünsche ihm viel Erfolg in der Elf - der Mannschaft sowieso.
ist eine Gesellschaft, in der sich einzelne Gruppen nicht abgrenzen.
So entsteht eine entgrenzte Gesellschaft, in der kulturelle unterschiede zu einer Bereicherung führen (=> Emergente Ordnung).
In Europa haben wir nur wenige Gruppen, die sich abgrenzen, aber es sind (leider) sehr große Gruppen (türkisch/arabische).
Die von Ihnen genannten Volksgruppen sind fast alle bereit, sich zu entgrenzen, bzw. zeigt die jüngere Geschichte Deutschlands, dass einige Gruppen sogar sehr bereit dazu sind und ALLE haben davon große Vorteile (klassisches Beispiel: die Immigranten aus Polen in das Ruhrgebiet Anfang des 20.Jhdt.)
Seit ca. 1970 ist in Europa ein großer Austausch von grenzüberschreitenden kulturellen Beiträgen zu sehen.
Das ist weit mehr als nur "Integration" oder gar "Assimilierung".
es ist der Aufbau einer historisch einmaligen neuen Gesellschaftsform (wie o.g.: es entstand eine Emergente Ordnung).
(Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch einige erfolgreiche Kulturen hierzulande sich eher nicht entgrenzen - z.B. japanische. Aber die sind sehr klein)
Können Sie mir erklären, warum jemand wie Özil sich für die türkische Mannschaft entscheiden sollte? Was kann der Grund dafür sein, ausser vielleicht nationalistischer Art? In Deutschland geboren, geprägt, geformt aufgewachsen usw. und dann noch für die Türkei spielen, oder wie stellen Sie sich das vor? Nein, dafür gibt es doch wirklich keinen Grund mehr.
Ich jedenfalls freue mich über die Entscheidung Özil's bzw. Löw's (ein klares Signal, würd ich mal sagen) und wünsche ihm viel Erfolg in der Elf - der Mannschaft sowieso.
der kommt
1. als Gast und geht wieder
2. als Flüchtling, auch der geht wieder - wenn die Fluchtsituation entfällt
3. als Einwanderer, um eine neue Heimat zu finden
4. als Eindringling, der Fremder bleiben und nicht gehen will.
Wie geht man als Inländer - ob mit oder ohne Migrationshintergrund - mit letzteren sinnvoll und konsequent um? Sicher ist eines: Wir reden dabei fast immer von Türken. Wie kommt das?
_________________________________________________
In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
ideologische Heimat hat: die FDP.…
______
4. als Eindringling, der Fremder bleiben und nicht gehen will
Jemand, der hier geboren wurde, ist also ein "Eindringling", ja?
Ein "Fremder" bleiben wollen:
Sind Sie dann im Unterschied dazu ein "Vertrauter"??? Ich kenne Sie nicht, Sie sind mir also "fremd". Soll ich Sie dann zum Gehen auffordern können??
Ab welchem Nicht-Fremdheitsgrad darf man denn bleiben, und wer bestimmt das?
Ihre unfairen Verallgemeinerungen, garniert mit der Halbwissen demonstrierenden Schlussbemerkung, dass es meist um Türken gehe, ärgern mich.
4. als Eindringling, der Fremder bleiben und nicht gehen will
Jemand, der hier geboren wurde, ist also ein "Eindringling", ja?
Ein "Fremder" bleiben wollen:
Sind Sie dann im Unterschied dazu ein "Vertrauter"??? Ich kenne Sie nicht, Sie sind mir also "fremd". Soll ich Sie dann zum Gehen auffordern können??
Ab welchem Nicht-Fremdheitsgrad darf man denn bleiben, und wer bestimmt das?
Ihre unfairen Verallgemeinerungen, garniert mit der Halbwissen demonstrierenden Schlussbemerkung, dass es meist um Türken gehe, ärgern mich.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren