NS-Verbrecher Rätsel um "Dr. Tod"
Der weltweit gesuchte KZ-Arzt Aribert Heim soll 1992 in Kairo gestorben sein. Nazi-Jäger reagieren allerdings skeptisch. Letzte Klarheit wird es vielleicht nie geben
Er war der meistgesuchte "noch lebende" NS-Kriegsverbrecher. Gemeinsame Recherchen der New York Times und des ZDF ergaben nun, dass der grausame KZ-Arzt Aribert Heim zuletzt unter dem Namen Tarek Farid Hussein in Ägypten lebte und am 10. August 1992 in Kairo starb. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg, das seit Jahren mit internationalem Haftbefehl nach Heim fandet, erklärte zunächst nur, die Erkenntnisse des ZDF deckten sich mit eigenen Ermittlungen. Weitere Informationen wurden noch für den heutigen Donnerstag angekündigt.
Die New York Times ( NYT ) schildert auf ihrer Online-Seite viele Details aus den letzten Lebensjahren des Mannes, der Aribert Heim gewesen sein soll: Regelmäßig sei er kilometerweit gelaufen, um die Al-Azhar-Moschee zu besuchen, er habe im berühmten Café Groppi oft Schokoladenkuchen gekauft und an Freunde geschickt, gern Süßigkeiten an die Kinder seiner Freunde verteilt. Er sei Hobby-Fotograf gewesen, habe es aber vermieden, selbst fotografiert zu werden.
Die Zeugen, die Tarek Farid Hussein auf Bildern als Heim erkannten, wollen von seiner Vergangenheit nichts gewusst haben. Heim soll als Lagerarzt in Sachsenhausen, Buchenwald und Mauthausen Hunderte Juden mit Gift- oder Benzin-Injektionen ermordet sowie Häftlingen ohne medizinischen Grund Organe entnommen haben. Zeitzeugen zufolge ließ der als "Dr. Tod" und "Schlächter von Mauthausen" bekannte Mediziner aus der gegerbten Haut von Juden einen Lampenschirm für den Lagerkommandanten herstellen und präparierte Schädel als Schreibtischdekorationen. Für seine Ergreifung sind mehrere Hunderttausend Euro Belohnung ausgesetzt.
Die Identität Heims mit dem Mann, den seine ägyptischen Freunde "Onkel Tarek" nannten, soll eine Aktentasche mit 100 Dokumenten beweisen, die das ZDF fand. Darunter seien die Kopie eines ägyptischen Passes, Anträge auf Aufenthaltsgenehmigungen, Kontoauszüge, persönliche Briefe und medizinische Unterlagen. Die NYT erwähnt auch einen mit Notizen versehenen deutschen Artikel über die Jagd nach Heim sowie einen Leserbrief, den dieser an den Spiegel schicken wollte.
Einige der Dokumente lauteten auf den Namen Heim, andere auf Farid. Amtliche Unterlagen wie der Antrag auf eine Aufenthaltsgenehmigung für Tarek Farid Hussein gäben als Geburtsdatum den 28. Juni 194 und als Geburtsort Radkersburg in Österreich an: Datum und Ort der Geburt von Aribert Heim.
Das Simon-Wiesenthal-Zentrum reagierte zurückhaltend: Die Berichte und Dokumente müssten nun von Experten geprüft werden, sagte Efraim Zuroff. Er leitet die "Operation Last Chance" zur Suche nach noch lebenden NS-Kriegsverbrechern und setzte Heim 2008 an die Spitze einer Liste der Meistgesuchten. Zuroff: "Da es eine ganze Reihe von Menschen gibt, die daran interessiert sind, uns davon zu überzeugen, dass Heim nicht mehr lebt, müssen wir auf solche Informationen mit etwas Skepsis und Vorsicht reagieren."
- Datum 05.02.2009 - 17:57 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Wie wahrscheinlich iste es, daß Heim noch lebt? Daß Zuroff dessen Tod bezweifelt ist verständlich, er würde ja die Existenzgrundlage seiner Organisation infrage stellen.
Die Geschichte erscheint mir wenig logisch ...
Wer in Ägypten regelmässiger Besucher der Azhar ist, lässt sich normalerweise nicht bei Groppi sehen, und umgekehrt.
Darüberhinaus ist die Ära der Pyramiden zwar schon länger vorbei, aber wer in Ägypten etwas auf sich hält, kauft trotzdem auch heute noch ein prestigeträchtigeres Grab für die Familie, wo auch ein enger Freund untergebracht werden würde, der Gefahr läuft, in einem Armenfriedhof zu enden.
Natürlich kann man sich fragen, ob die Verfolgung nach so vielen Jahren Sinn macht, aber solange noch Zeitzeugen leben, erscheint es mir nur rechtens, die Kriegsverbrecher weiter zu verfolgen.
Was sollte man denn heute noch tun wenn der alte Mann mit 90 noch leben wuerde, waere der etwa verhandlungsfaehig ? Verteidiger von Format haette er schnell bei dem zu erwartenden PRESSERUMMEL. was
mich stoert: wenn er einen Brief an LOTHAR SPAETH tatsaechlich abgesandt haette muesste doch dieser reagiert haben ?
Ich denke auch die Amerikaner wussten wenn sie vor sich haben, da wurde ein Deal gemacht was sonst.
Praxis in Baden-Baden, in dieser Kleinstadt kennt jeder jeden, "man" hat ihn vor der bevorstehenden Verhaftung gewarnt, zufaellig auch Baden-Wttbg. die Leute die ihn in der ADENAUER-AERA gewarnt haben sollte man suchen, die sind noch verhandlungsfaehig, er wohl nicht........!
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