Wirtschaftskrise Obama macht Druck beim Konjunkturpaket
Der US-Präsident beschwört den Kongress, sein Hilfsprogramm für die Konjunktur so rasch wie möglich zu verabschieden. Eine Probeabstimmung ergab jedoch nur eine äußerst knappe Mehrheit

© JIM WATSON/AFP/Getty Images
US-Präsident Barack Obama: Auf seiner ersten Pressekonferenz nach der Amtseinführung hat er den Druck auf den Kongress noch einmal verstärkt
Auf seiner ersten Pressekonferenz nach der Amtsübernahme vor drei Wochen wandte sich US-Präsident Barack Obama mit einem Appell an die Abgeordneten des Kongresses: Sollten sie die entscheidende Abstimmung zum Konjunkturprogramm an diesem Dienstag im Senat weiter verzögern oder gar verhindern, dann drohe eine weitere Abwärtsspirale mit Schäden, die möglicherweise nicht mehr umkehrbar seien. Möglichst bis zum Wochenende möchte er einen unterschriftsreifen Gesetzentwurf auf dem Tisch liegen haben.
"Jetzt ist ein Programm nötig, das in seiner Größe und Kühnheit den Herausforderungen durch die schwere Wirtschaftskrise entspricht", sagte der Präsident. Amerika könne sich kein "Posieren und Zanken" leisten, während Millionen Arbeitsplätze gefährdet seien Erneut warnte er damit vor parteipolitischem Streit, der angesichts des dringenden Handlungsbedarfs unverantwortlich sei. Der Plan sei nicht perfekt, räumte er ein. "Kein Plan ist es." Er könne nicht mit Sicherheit sagen, dass sich alles in dem Programm als so wirksam erweise wie erhofft. "Aber ich kann Ihnen mit völliger Sicherheit sagen, dass Untätigkeit diese Krise nur verschärfen wird - wie den Schmerz, den Millionen von Amerikaner fühlen."
Kurz zuvor hatte der Präsident im Ringen um die umfangreichste Konjunkturspritze in der amerikanischen Geschichte einen knappen Etappensieg errungen: Mit Unterstützung von allerdings nur drei Republikanern hatten am Montag 61 Senatoren dafür gestimmt, die Debatte über den Entwurf zu beenden und nunmehr darüber abzustimmen. Das war lediglich eine Stimme mehr als notwendig. Dennoch gilt damit eine Billigung des 827 Milliarden Dollar (636 Milliarden Dollar) umfassenden Programms in der kleineren Kongresskammer als sicher.
Allerdings muss der Senatsentwurf danach mit einer bereits zuvor vom Abgeordnetenhaus verabschiedeten Vorlage in Einklang gebracht werden. Angesichts tief greifender Differenzen zwischen Demokraten und Republikanern rechnet Washington mit äußerst harten Verhandlungen im Vermittlungsausschuss. Die Demokraten in der größeren Kongresskammer pochen noch immer auf deutlich mehr Geldspritzen für das Schulsystem, als es der Senatsentwurf vorsieht. Diesen Entwurf, der am Ende knapp 100 Milliarden Dollar weniger kostet als ursprünglich von der Obama-Regierung in ihren Plänen vorgesehen, hatte vergangene Woche eine Gruppe gemäßigter Demokraten und Republikaner tagelang beraten und schließlich als Kompromissvorschlag eingebracht. Die Konservativen setzten dabei unter anderem einen höheren Anteil von Steuererleichterungen durch.
- Datum 10.02.2009 - 18:51 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Ich bin ja gespannt was dabei heraus kommt... so für einen Zeitraum von 1-5 Jahren. Das sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite des Atlantik und nicht zu vergessen die beiden Grössen aus Asien, Indien und China.
Es zeigt sich doch deutlich das die Globalisierung keienswegs nur Vorteile bringt wie immer behauptet wird. Währen es ohne die Grenzüberschreitenden Verflechtungen lediglich einzelne Länder die betroffen währen, so sind es jetzt alle die sich mit den global gehandelten Derivaten die Finger verbrannt haben. Dies dank dem unkontrolliert möglichen Fluss von Kapital inkl. der immer fantastischer ausgestalteten Verpackungsmöglichkeiten von Krediten a la Matroshka System.
All das basiert primär auf den Handelsverträgen der WTO. Es müssen also die Inhalte und die sich daraus ergebenden Regeln und Konsequenzen anders und von anderen definiert werden.
Würde nicht mehr Fragmentierung auch Schutz vor der Gier und "Unachtsamkeit" anderer bieten? Gerade was die Exportorientierten Länder anbelangt sind diese, wie immer deutlicher zu erkennen ist, auf Kapitalkräftige Abnehmerländer angewiesen. Das schon als sträflich anzusehende Vernachlässigen der Binnenmärkte über 2 Jahrzehnte zeigt sich bereits in den sinkenden Aufträgen der Exportorientierten Branchen und dem stark steigenden Pool an Arbeitslosen.
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
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