Priesteranwärter Ein Studium für Gott

Rund 870 junge Männer in Deutschland bereiten sich derzeit auf ihre Priesterweihe vor. Der 21-jährige Benedikt Gloger ist einer von ihnen. Ein Interview

Priesteranwärter Benedikt in Israel

Priesteranwärter Benedikt in Israel

ZEIT ONLINE: Herr Gloger, wie kamen Sie zu der Entscheidung, Priester zu werden?

Benedikt Gloger: In meiner Pfarrei bin ich Messdiener gewesen und habe dadurch schon früh den Glauben und die Kirche kennengelernt. Besonders beeindruckt hat mich der Weltjugendtag 2005 in Köln mit Papst Benedikt XVI. Zu sehen, wie Jugendliche in meinem Alter zusammen beten, singen und über ihren Glauben sprechen, hat mich begeistert. Diese Freude an Gott und am Glauben, die ich da empfunden habe, möchte ich nicht nur für mich behalten, sondern auch an andere Menschen weitergeben. Vor knapp zwei Jahren, direkt nach dem Abitur, bewarb ich mich dann im Priesterseminar in Trier.

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ZEIT ONLINE: Was reizt Sie an der Aufgabe als Priester?

Gloger: Vor allem, dass man Menschen hin zu Gott führen kann, also Gott den Menschen näher bringt. Dass man mit ihnen ihre Freude und Hoffnungen und auch ihre Nöte und Sorgen teilt. Dass man ihnen sagen und vorleben kann: Es gibt einen guten, liebenden Gott – und wer an diesen Gott glaubt, hat es leichter im Leben und kann glücklicher sein.

ZEIT ONLINE: Stammen Sie aus einem sehr religiösen Elternhaus?

Gloger: Das würde ich nicht sagen. Aber auf jeden Fall spielte und spielt der Glaube bei uns eine wichtige Rolle. Der Gottesdienstbesuch am Sonntag, Tisch- und Abendgebet und meistens eine Wallfahrt im Sommer gehören zum Familienleben einfach dazu.

ZEIT ONLINE: Wie haben Ihre Eltern reagiert, als Sie ihnen erzählten, dass Sie Priester werden wollen?

Gloger: Meine Eltern waren zuerst nicht so recht damit einverstanden. Dann haben sie aber gemerkt, dass es mein absoluter Wunsch ist, diesen Weg einzuschlagen. Mittlerweile sind sie froh darüber.

Leser-Kommentare
  1. Das:
    Der Gottesdienstbesuch am Sonntag, Tisch- und Abendgebet und meistens eine Wallfahrt im Sommer gehören zum Familienleben einfach dazu.
    klingt in meinen Ohren doch schon sehr religiös.
    Die ganzen Fragen/Antworten zum Zölibat fand ich dann aber doch sehr übertrieben. Da hätte mich Sozialarbeit & Co. doch wesentlich mehr interessiert. Verhältnis zu anderen Religionen. Solche Sachen.

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    • TDU
    • 07.02.2009 um 18:55 Uhr

    Da gibt es wesentlich strengeres religiöses Leben, als das dargestellte.

    Zur Sozialarbeit darf ich vielleicht sagen, dass ein intensives kundiges Gespräch über Religion und Gott, bei dem persönliche Motive und sogar Verzweiflung des Gesprächspartners eine Rolle spielen, ein sehr hartes Stück Sozialarbeit sein kann.

    • TDU
    • 07.02.2009 um 18:55 Uhr

    Da gibt es wesentlich strengeres religiöses Leben, als das dargestellte.

    Zur Sozialarbeit darf ich vielleicht sagen, dass ein intensives kundiges Gespräch über Religion und Gott, bei dem persönliche Motive und sogar Verzweiflung des Gesprächspartners eine Rolle spielen, ein sehr hartes Stück Sozialarbeit sein kann.

    • TDU
    • 07.02.2009 um 18:55 Uhr

    Da gibt es wesentlich strengeres religiöses Leben, als das dargestellte.

    Zur Sozialarbeit darf ich vielleicht sagen, dass ein intensives kundiges Gespräch über Religion und Gott, bei dem persönliche Motive und sogar Verzweiflung des Gesprächspartners eine Rolle spielen, ein sehr hartes Stück Sozialarbeit sein kann.

    Antwort auf "Nicht sehr religiös?"
  2. "Ein Studium für Gott" - wie man für Gott studieren kann.

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    Wenn man beispielsweise Germanistik studiert dann studiert man meist für Gottes Lohn...

    Wenn man beispielsweise Germanistik studiert dann studiert man meist für Gottes Lohn...

    • PGMN
    • 08.02.2009 um 0:10 Uhr

    "Ein Studium für Gott." Soll das etwa anerkennend klingen? Ich finde es merkwürdig, dass klerikale Dienste als Selbstaufopferung wahrgenommen werden. Wer sich einmal mit der Berufsauffassung des Renaissance-Klerus beschäftigt hat, weiß, dass klerikale Dienste bei weitem nicht immer etwas mit Selbstaufgabe zu tun hat. Dass es heute zumeist anders zugeht, weiß ich natürlich, aber würde man mir dieselben Tugenden zusprechen, würde ich mich ab sofort Napoleon nennen und versuchen, Andere an die Idee des französischen Kaiserreichs heranzuführen? Ich vermute mal, dass selbst Franzosen mich für nicht ganz dicht halten würden.
    Menschen an Gott heranführen? Wie wäre es mal anders herum? Die Bringschuld liegt bei den Gläubigen, den Rest der Menschheit von der Existenz Gottes, und, im Speziellen, von der Richtigkeit ihrer Religion zu überzeugen. Um einmal bei der obigen Analogie zu bleiben: Wenn ich mich Napoleon nenne, ist es meine Aufgabe, Andere von der Richtigkeit meiner Behauptung zu überzeugen, bevor ich ihnen Aufgaben in meinem neuen Kaiserreich zuteile.
    Insofern: Ein Studium für nichts.

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    ... kleinkariertes hab ich schon lange nicht mehr gehört.

    ... kleinkariertes hab ich schon lange nicht mehr gehört.

  3. "Insofern: Ein Studium für nichts."

    Und ähnlich sinnvoll wie Osterhasologie

  4. ... kleinkariertes hab ich schon lange nicht mehr gehört.

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    • TDU
    • 08.02.2009 um 11:58 Uhr

    Und das ist immer da, wo simple Logik als Ausweis höherer Erkenntnis in Anspruch genommen wird.

    • PGMN
    • 08.02.2009 um 14:20 Uhr

    ...unbegründete (nicht: ünbegründbare) Behauptung habe ich schon lange nicht mehr gehört.

    • TDU
    • 08.02.2009 um 11:58 Uhr

    Und das ist immer da, wo simple Logik als Ausweis höherer Erkenntnis in Anspruch genommen wird.

    • PGMN
    • 08.02.2009 um 14:20 Uhr

    ...unbegründete (nicht: ünbegründbare) Behauptung habe ich schon lange nicht mehr gehört.

    • TDU
    • 08.02.2009 um 11:58 Uhr

    Und das ist immer da, wo simple Logik als Ausweis höherer Erkenntnis in Anspruch genommen wird.

    Antwort auf "So was..."
    • PGMN
    • 08.02.2009 um 14:20 Uhr

    ...unbegründete (nicht: ünbegründbare) Behauptung habe ich schon lange nicht mehr gehört.

    Antwort auf "So was..."

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