Banken-Rettungsplan So nicht, Herr Geithner!
Der Rettungsplan des US-Finanzministers ist nichts weiter als Stückwerk. Wirtschaftspolitisch legt der neue, gefeierte Präsident Obama einen Fehlstart hin. Ein Kommentar

© KAREN BLEIER/AFP/Getty Images
Der amerikanische Finanzminister Tim Geithner will den Privatsektor dazu animieren, den Banken ihre faulen Wertpapiere abzukaufen
Wenn Historiker in einigen Jahren die Geschichte der Finanzkrise schreiben werden, werden sie den 10. Februar 2009 vielleicht als jenen Tag bezeichnen, an dem aus einer Rezession eine Depression, aus einer Krise eine Katastrophe wurde. Am gestrigen Dienstag nämlich stellte der neue amerikanische Finanzminister Timothy Geithner sein mit Spannung erwartetes Bankenrettungspaket vor. Groß sollte es sein, aus einem Guss und entschlossen.
Klein ist es geworden, Stückwerk und zögerlich. Mit einem ganzen Bündel an hochtechnischen, aber größtenteils wirkungslosen Maßnahmen versucht die amerikanische Regierung zu kaschieren, dass sie keine Antwort auf die Schieflage im Finanzsektor hat. Das Schlimme daran ist, dass Geithner natürlich weiß, was zu tun wäre, sich aber aus polittaktischen Gründen zurückhält. Ähnlich wie beim Konjunkturpaket, das sich Barack Obama von den Republikanern zurechtstutzen ließ, wagen die Demokraten nicht den großen Wurf. Wirtschaftspolitisch legt der neue, gefeierte Präsident einen gewaltigen Fehlstart hin.
Zur Erinnerung: Geithner will mittels eines komplizierten Fonds den Privatsektor dazu animieren, den Banken ihre faulen Wertpapiere abzukaufen. Das Problem ist aber, dass die meisten dieser Papiere nichts mehr wert sind. Kein Investor wird sie den Banken für einen angemessenen Preis abkaufen. Ansonsten wäre das schon längst geschehen.
Wenn der Kreditfluss wieder in Gang kommen soll, muss also der Staat ran. Das hat allerdings weitreichende politische Konsequenzen. Denn die Regierung kann den Banken diese Papiere erstens zu einem überhöhten Preis abkaufen. Sie würde also eine Bad Bank gründen, eine staatliche Giftmülldeponie. Das ist unpopulär, denn die Verluste würden sozialisiert, der Steuerzahler übernimmt die Risiken, die Banken sind hingegen fein raus. Oder sie kann zweitens die Kapitalpuffer der Banken so auffüllen, dass diese die Lasten wieder selbst schultern können. Weil aber Kapital in der Regel nur gegen Aktienbeteiligungen bereit gestellt wird, hieße das, die Institute zu verstaatlichen.
Aus ökonomischen und gerechtigkeitstheoretischen Gründen spricht viel für die zweite Lösung. Sie würde endlich anerkennen, dass weite Teile des amerikanischen Finanzsystems nach allen gängigen Kriterien schlicht insolvent sind. Wenn sie erst einmal die Kontrolle über die Banken hat, könnte die Regierung im Finanzsektor aufräumen. Die guten Banken würden wieder privatisiert, die schlechten abgewickelt. Es ist davon auszugehen, dass auch einige der großen Adressen an der Wall Street in die zweite Kategorie fallen. Zwar will Geithner auch die Mittel für die Rekapitalisierung aufstocken und die Banken auf Herz und Nieren prüfen. Aber das ist nicht das zentrale Element seines Plans.
Es ist sicher nicht angenehm für eine Regierung, einen ganzen Wirtschaftssektor zu verstaatlichen. Gerade in Amerika. Aber es ist die sauberste Lösung, so haben es auch die Schweden einst erfolgreich gemacht. Desillusionierend ist insbesondere die Begründung, mit der Obama diesen Weg ablehnt. Auf seiner ersten Pressekonferenz kam der Präsident auf das schwedische Modell zu sprechen – um es dann mit dem Argument, es gebe in den USA eben "andere Traditionen" zurückzuweisen. Das ist nicht Ökonomie, sondern Ideologie. Solche Töne bestimmten die Debatte in Washington in den vergangenen acht Jahren. Es fällt schwer, an einen Neuanfang zu glauben.
- Datum 04.05.2009 - 11:02 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Das US Aussenhandelsdefizit ist im freien Fall- und wird Barak schoen zur Hilfe eilen. Es gibt halt noch den wenig ideologischen Unterschied zwischen Krona und Dollar...
Herr Geithners Pläne erhärten zumindest einen Verdacht, und zwar, wessen politischer Einfluss tatsächlich maßgebend sein dürfte. Das sind die Federal Reserve vom Staate New York und die Banken Elite der USA. Insoweit alles beim Alten. Irgendwie deprimierend aber auch logisch.
Tobias N. / München
"Das ist nicht Ökonomie, sondern Ideologie."
Wo ist der Unterschied? Es geht um die Ideologie des Marktes, des Kapitalismus.
Wirtschafts"wissenschaft" ist Unfug. Methodisch kennzeichnet die Wissenschaft ein gesichertes, in einen Begründungszusammenhang von Sätzen gestelltes und damit intersubjektiv kommunizierbares und nachprüfbares Wissen, das bestimmten wissenschaftlichen Kriterien (z.B. Allgemeingültigkeit, Systematisierbarkeit) folgt.
Das trifft auf Wirtschafts"wissenschaft" nicht zu. Der Nobelpreis wurde denn auch an Wissenschaftler vergeben, die völlig konträre Auffassungen, Ideen, Ideologien vertraten.
Das hat ja jeden echten (also nicht wirtschafts-) wissenschaftler stutzig gemacht, dass die us-ideologie so gut mit der religion einhergeht. Drei moeglichkeiten. Entweder die us-ideologen sind religioese heuchler. Dann halten sie ihre waehler fuer dumm, religioes und damit unwissenschaftlich strukturiert. Oder zweitens sie sind selber echt religioes. Dann sind sie selber unwissenschaftlich. Drittens. Beides trifft zu.
Der anspruch die alleinseligmachende wahrheit zu sein wird ja deshalb behauptet um konkurrenz auszuschalten. Echter wettstreit nach art der wissenschaft haette die ideologie schon laengst entlarvt. Man muss ja nur sich unsere elite anschauen wie gendankenlos sie die us-ideologe repetiert hat und wie einfach damit ihre gehirne von dieser ideologie infiziert wurden.
Das selbe gilt fuer alle totalitaeren religionen (a la: christentum, judentum (weniger), islam, ...). Das judentum vielleicht weniger das es sich ja nicht extensiviert (keine mission).
Das hat ja jeden echten (also nicht wirtschafts-) wissenschaftler stutzig gemacht, dass die us-ideologie so gut mit der religion einhergeht. Drei moeglichkeiten. Entweder die us-ideologen sind religioese heuchler. Dann halten sie ihre waehler fuer dumm, religioes und damit unwissenschaftlich strukturiert. Oder zweitens sie sind selber echt religioes. Dann sind sie selber unwissenschaftlich. Drittens. Beides trifft zu.
Der anspruch die alleinseligmachende wahrheit zu sein wird ja deshalb behauptet um konkurrenz auszuschalten. Echter wettstreit nach art der wissenschaft haette die ideologie schon laengst entlarvt. Man muss ja nur sich unsere elite anschauen wie gendankenlos sie die us-ideologe repetiert hat und wie einfach damit ihre gehirne von dieser ideologie infiziert wurden.
Das selbe gilt fuer alle totalitaeren religionen (a la: christentum, judentum (weniger), islam, ...). Das judentum vielleicht weniger das es sich ja nicht extensiviert (keine mission).
... der soll sie gefälligst auch wieder auslöffeln!
Ich habs schon mal gepostet und ich wiederhole mich ungerne, aber in diesem Fall tu ich´s.
Vermögensstatus der 1000 (oder 10.000) größten Finanzinstitutionen und Stiftungen weltweit erheben.
Status Ultimo 2003 und Status Ultimo 2008 saldieren. Der Vermögenszuwachs fällt zu 80 % dem Staat zu, oder kann vom Staat mittels Zwangshypotheken belegt werden, oder dient als Stabilisierungspool für Währungen, Budgets, Bad Banks usw. Dann und nur dann, kann auch der Steuerzahler herangezogen werden um Risiken abzufedern.
Enteignung, Rückfall in kommunistisches Denken, illegal ??? - Mitnichten, sondern lediglich ein gerechter Lösungsansatz für das größte monetäre Verbrechen das je gegen die Menschheit (aus Dummheit, Gier, Unerfahrenheit aber auch aufgrund fehlgeleiteten Wohlwollens) begangen wurde. - Und das der Weg von monetären zu menschlichen Verbrechen nicht weit ist - das lehrt uns ja die Geschichte!
Wir stehen - als Weltbürger des beginnenden 21. Jahrhunderts - und ich wüsste nicht warum ich als Deutscher, Franzose, Österreicher, Amerikaner, Chinese, Nigerianer, Australier oder was weiß ich wer, denken sollte vor nie dagewesenen Problemen.
- Die reale und gigantische Finanzkrise!
- Die potentielle aber um nichts weniger gigantische Klimakrise!
- Eine grundsätzliche Krise im Denken und Handeln sowohl in politischer, als auch sozialer und gesellschaftlicher Sicht!
Es erscheint mir so klar wie nur irgendwas, dass sich diese Probleme nicht voneinander losgekoppelt lösen lassen!
Wer heute protektionistische Geldgeschenke an die Autoindustrie verteilt, sorry, aber so jemand hat weniger als nichts kapiert!
Wer die Risken von Bad Banks hauptsächlich den BürgerInnen umhängen will, sorry, hat genauso viel kapiert wie protektionistische Autoretter.
Wer immer noch denkt, Sparen heißt, genau so weiterwirtschaften wie bisher, detto.
Wer immer noch glaubt, eine abgehobene Klientel von teils nichts anderem als Wirtschaftskriminellen (man nennt sie auch oft CEO´s, Aufsichtsratsmitglieder, Fondsmanager usw.) müsste nicht zur Verantwortung gezogen zu werden, detto ...
Ein Lösungsansatz könnte sein, die kleinkarrierten, nationalstaatlichen sogenannten Rettungspakete zu überdenken. Es gibt keine Alternative zu einer vernetzten, globalen Wirtschaft mehr - also müssen auch alle Lösungsansätze global gedacht und umgesetzt werden.
Wie man die individuellen Interessen soweit entschärft und in globales Handeln transformiert, ist zugegeben, aber nicht ganz einfach ...
Auch gebe ich gerne zu, daß meine Denkansatz, dem Staat sehr viel Macht zuzugestehen, einige erhebliche Fehler aufweist.
1. Mangelnde Identifizierung mit den Zielen der Rettungsaktion
2. Mangelnde Kontrollmöglichkeiten, denn der Staat hat bisher in der Kontrolle versagt, wer kontrolliert nun also den versagt habenden Staat ?
3. Unüberblickbarkeit von global angelegten Lösungsansätzen
Wie wäre das zu entschärfen?
Nun, ähnlich den aktuellen Hedge Funds, könnten sogenannte Rettungs-Funds oder First-Aid-Funds ermöglicht werden. Soll heißen, individuelle Lösungsansätze werden propagiert, vom Staat gefördert, begleitend kontrolliert und umgesetzt.
Natürlich spielen monetäre Benefits eine Reihe. Optionenprogramme die an die Entwicklung des eigenen Unternehmens oder Vorhabens gekoppelt sind, sollten jedoch schlichweg verboten werden. - Ein Orientieren an gesamtwirtschaftlichen Benchmarks, Branchenindizes oder sozialen Kennziffern erscheint mir da viel zielführender!
Die Weltwirtschaft wurde von einer Krankheit befallen, die schon lange in den internen Kreisläufen gelauert hat. Nun geht es nicht darum, den Organismus mit Medikamenten (Bankenrettung, Konjunkturpakete usw.) rasch wieder hochzuputschen, sondern man sollte darüber nachdenken, wie unser Wirtschaften in 3 -5 oder langfristig in 10 - 15 Jahren aussehen soll.
Verantwortungsvolles Wirtschaften kann nicht losgelöst gesehen werden, davon wie individuelle Arbeitsverhältnisse aussehen sollen, wie medizinische Versorgung abläuft usw. Aber es muß auch die Frage gestellt werden, wie sozial ein Sozialstaat werden darf, damit er sich nicht selbst zugrunde richtet.
Macht es wirklich weiter Sinn, in individuelle, fossile Antriebstechnologien zu investieren. Macht es Sinn wieder zu Atomkraft zurückzukehren, deren Kosten-Nutzungsrechnung ein hervorragendes Beispiel dafür darstellt, wie allzu gerne wir bereit sind uns selbst anzulügen.
Eine globale, abgestimmte Strategie zur Umrüstung des gesamten Planeten auf erneuerbare Energien ist für mich die Idee der Stunde - die klarerweise nicht von mir stammt, sondern über Jahre und Jahrzehnte von Menschen die schon früh erkannt haben, daß wir umdenken müssen - entwickelt wurde.
Dies würde Investitionsprogramme auslösen, die Wohl den Umfang von Billionen von Dollar, Euros, Schweizer Franken und Renmimbi erreichen würden.
Wir können uns das nicht leisten ? - Mag sein, aber wir müssen es uns leisten ...
Ich denke wir würden sämtliche Managementressourcen, Denkressourcen, Arbeitskräfteressourcen usw. dieser Welt benötigen um derartiges umsetzen zu können. Es würden sich wohl vielle Diskussionen über gerechte Umverteilung erübrigen, da der Kuchen von allen gebacken und von allen verzehrt werden würde ...
Wir müsen auch Abstand davon nehmen, daß wir von einzelnen Personen, seien sie auch noch so begabt, Lösungsansätze erwarten, die alles und das sofort lösen können! - Das gibts nicht mehr!
Diese Welt hat einen Grad an Komplexizität erreicht, der es uns nie wieder möglich machen wird, an Individuen all unserer Hoffnungen zu transferieren und von ihnen Beglückung oder gar Erlösung zu erlangen. - Das sehe ich aber als gute Nachricht!
Die Zeit des Übernehmens indididueller Verantwortung und eines Agierens im Sinne der Wohlentwicklung der gesamten Welt, die Zeit des Glaubens an individuelle Freiheit, die aber stets eingebettet sein muß in die Interessenslage der Gesamtheit ist eindeutig gekommen.
Die Krise lösen? - Jederzeit, aber nicht mit Ideen und Handlungsweisen von gestern!
Grüße Bettina
Ein fantastischer Kommentar, Bettina Körn ! Mit ähnlichen Argumenten plädiere ich in meinen eigenen Kommentaren ständig für
Carl Friedrich von Weizsäckers "Weltinnenpolitik für das 21. Jahrhundert",
für Ernst Ulrich von Weizsäckers "Erdpolitik"
http://www.sonnenseite.co...
Eine globale Steuer auf das Kapital - ohne interglobale "Fluchtmöglichkeiten" (Steuerparadiese usw.) - könnte zur "weltinnenpolitischen" oder "erdpolitischen" Lösung der von Ihnen noch einmal aufgezählten Weltprobleme durch ein Neues Denken entscheidend beitragen.
Sehr geehrte Frau Bettina Körner-Wulf,
hier noch eine Ergänzung:
Dirk Solte hat in seinem Buch "Weltfinanzsystem am Limit", das schon im Titel die Krise des Weltfinanzsystems vorwegnahm, eine
globale Mehr-Geld-Steuer als Therapiemöglichkeit vorgeschlagen,
die den Trend von "die Reichen werden immer reicher" und die "Armen immer ärmer" global umkehren und die Finanzierung der Lösung der Weltprobleme ermöglichen könnte.
Sehr geehrte Frau Körner-Wulff,
im Einklang mit Ihrem Kommentar scheint mir
"Albert Einsteins Brief an die 10 Millionen Reichsten auf unserem Planeten"
zur Einrichtung eines "Weltrettungsfonds" zu sein. Aus diesem "Weltrettungsfonds",
gespeist durch die Zugewinne der Reichen aus den letzten Jahren, könnten sogar
"Bad Banks" und die Millennium-Ziele, Klimaziele usw. finanziert werden.
40 000 Milliarden Dollar Vermögen bei den 10 Millionen Reichsten warten darauf,
endlich zur Lösung der Weltprobleme beitragen zu dürfen:
http://www.sonnenseite.co...
Diesen Kommentar würde ich 1 zu 1 unterschreiben.
klingen sehr wohlfeil und ausgemacht heilsnahe, sind aber jenseits des luftleeren Raumes, aus dem sie stammen und auf den sie zielen, nicht ernsthaft dazu angetan, zu einer Lösung beizutragen.
"Diese Welt hat einen Grad an Komplexizität [sic] erreicht, der es uns nie wieder möglich machen wird, an Individuen all unserer Hoffnungen zu transferieren und von ihnen Beglückung oder gar Erlösung zu erlangen."
Hier haben Sie in der Tat Recht, was Sie aber trotzdem nicht davon abhält, irrige Folgerungen abzuleiten. Der Grad an Komplexität hat sich durchaus im Laufe der Zeit immerfort erhört, aber weshalb trauen sie darum ausgerechnet dem Kollektiv soviel zu? Der Staat oder andere Gremien, in denen viele zusammensitzen, wird ja auch von Menschen besetzt, nicht wahr? Wenn sie Menschen also als Privatpersonen so wenig Einsicht und Nachhaltigkeit zutrauen, woher nehmen Sie dann den Glauben, daß diese Menschen schlagartig von Weitsicht und Selbstlosigkeit angefallen werden, sowie man sie in ein Gremium setzt? Das ist schlichtweg nicht schlüssig.
Gerade die Zunahme der Komplexität beweist doch, daß es nicht nur einem eizelnen Individuum unmöglich ist, zu plausiblen Lösungen für alle zu kommen, sondern auch einer wie auch immer gearteten "Zentrale".
Die Lösung dafür liegt daher eher im Gegenteil: Wenn sich die vielen Individuen dazu entschließen, im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten und ihres Einflußbereiches zu handeln und tätig zu werden und sich gerade eben nicht darauf verlassen, daß eine Zentralstelle ihnen das Denken abnimmt, werden wir zu besseren Anätzen gelangen.
Wer die zunehmende Komplexität der Welt handhaben will, muß zunächst einmal anerkennen, daß es sie gibt, und im zweiten Schritt dazu übergehen, sie "verteilt" zu behandeln, und nicht zentral.
Denn genau das wäre ein "Rezept von gestern", das Sie (zurecht!) im letzten Satz Ihres Beitrags abgelehnt haben.
Es wird also in Zukunft gerade eben nicht auf einen Ausbau der Zentralisierung ankommen, von der sich nur Leute Erfolg versprechen können, die bereit sind, sich von jeder Verantwortung selbst freizusprechen. Es wird im Gegenteil verstärkt auf das Individuum ankommen. Das ist natürlich eine Zumutung für jeden, der der irrigen Ansicht ist, es würde zwangsläufig alles leichter werden - und gerade, weil das viele nicht wahrhaben wollen, fällt es ihnen nicht schwer, alle Verantwortung und Kompliziertheit einer übergeordneten Instanz anzuvertrauen, die die Dinge regeln soll.
Genau das aber funktioniert in Zukunft immer weniger.
Ein fantastischer Kommentar, Bettina Körn ! Mit ähnlichen Argumenten plädiere ich in meinen eigenen Kommentaren ständig für
Carl Friedrich von Weizsäckers "Weltinnenpolitik für das 21. Jahrhundert",
für Ernst Ulrich von Weizsäckers "Erdpolitik"
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Eine globale Steuer auf das Kapital - ohne interglobale "Fluchtmöglichkeiten" (Steuerparadiese usw.) - könnte zur "weltinnenpolitischen" oder "erdpolitischen" Lösung der von Ihnen noch einmal aufgezählten Weltprobleme durch ein Neues Denken entscheidend beitragen.
Sehr geehrte Frau Bettina Körner-Wulf,
hier noch eine Ergänzung:
Dirk Solte hat in seinem Buch "Weltfinanzsystem am Limit", das schon im Titel die Krise des Weltfinanzsystems vorwegnahm, eine
globale Mehr-Geld-Steuer als Therapiemöglichkeit vorgeschlagen,
die den Trend von "die Reichen werden immer reicher" und die "Armen immer ärmer" global umkehren und die Finanzierung der Lösung der Weltprobleme ermöglichen könnte.
Sehr geehrte Frau Körner-Wulff,
im Einklang mit Ihrem Kommentar scheint mir
"Albert Einsteins Brief an die 10 Millionen Reichsten auf unserem Planeten"
zur Einrichtung eines "Weltrettungsfonds" zu sein. Aus diesem "Weltrettungsfonds",
gespeist durch die Zugewinne der Reichen aus den letzten Jahren, könnten sogar
"Bad Banks" und die Millennium-Ziele, Klimaziele usw. finanziert werden.
40 000 Milliarden Dollar Vermögen bei den 10 Millionen Reichsten warten darauf,
endlich zur Lösung der Weltprobleme beitragen zu dürfen:
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Diesen Kommentar würde ich 1 zu 1 unterschreiben.
klingen sehr wohlfeil und ausgemacht heilsnahe, sind aber jenseits des luftleeren Raumes, aus dem sie stammen und auf den sie zielen, nicht ernsthaft dazu angetan, zu einer Lösung beizutragen.
"Diese Welt hat einen Grad an Komplexizität [sic] erreicht, der es uns nie wieder möglich machen wird, an Individuen all unserer Hoffnungen zu transferieren und von ihnen Beglückung oder gar Erlösung zu erlangen."
Hier haben Sie in der Tat Recht, was Sie aber trotzdem nicht davon abhält, irrige Folgerungen abzuleiten. Der Grad an Komplexität hat sich durchaus im Laufe der Zeit immerfort erhört, aber weshalb trauen sie darum ausgerechnet dem Kollektiv soviel zu? Der Staat oder andere Gremien, in denen viele zusammensitzen, wird ja auch von Menschen besetzt, nicht wahr? Wenn sie Menschen also als Privatpersonen so wenig Einsicht und Nachhaltigkeit zutrauen, woher nehmen Sie dann den Glauben, daß diese Menschen schlagartig von Weitsicht und Selbstlosigkeit angefallen werden, sowie man sie in ein Gremium setzt? Das ist schlichtweg nicht schlüssig.
Gerade die Zunahme der Komplexität beweist doch, daß es nicht nur einem eizelnen Individuum unmöglich ist, zu plausiblen Lösungen für alle zu kommen, sondern auch einer wie auch immer gearteten "Zentrale".
Die Lösung dafür liegt daher eher im Gegenteil: Wenn sich die vielen Individuen dazu entschließen, im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten und ihres Einflußbereiches zu handeln und tätig zu werden und sich gerade eben nicht darauf verlassen, daß eine Zentralstelle ihnen das Denken abnimmt, werden wir zu besseren Anätzen gelangen.
Wer die zunehmende Komplexität der Welt handhaben will, muß zunächst einmal anerkennen, daß es sie gibt, und im zweiten Schritt dazu übergehen, sie "verteilt" zu behandeln, und nicht zentral.
Denn genau das wäre ein "Rezept von gestern", das Sie (zurecht!) im letzten Satz Ihres Beitrags abgelehnt haben.
Es wird also in Zukunft gerade eben nicht auf einen Ausbau der Zentralisierung ankommen, von der sich nur Leute Erfolg versprechen können, die bereit sind, sich von jeder Verantwortung selbst freizusprechen. Es wird im Gegenteil verstärkt auf das Individuum ankommen. Das ist natürlich eine Zumutung für jeden, der der irrigen Ansicht ist, es würde zwangsläufig alles leichter werden - und gerade, weil das viele nicht wahrhaben wollen, fällt es ihnen nicht schwer, alle Verantwortung und Kompliziertheit einer übergeordneten Instanz anzuvertrauen, die die Dinge regeln soll.
Genau das aber funktioniert in Zukunft immer weniger.
Das hat ja jeden echten (also nicht wirtschafts-) wissenschaftler stutzig gemacht, dass die us-ideologie so gut mit der religion einhergeht. Drei moeglichkeiten. Entweder die us-ideologen sind religioese heuchler. Dann halten sie ihre waehler fuer dumm, religioes und damit unwissenschaftlich strukturiert. Oder zweitens sie sind selber echt religioes. Dann sind sie selber unwissenschaftlich. Drittens. Beides trifft zu.
Der anspruch die alleinseligmachende wahrheit zu sein wird ja deshalb behauptet um konkurrenz auszuschalten. Echter wettstreit nach art der wissenschaft haette die ideologie schon laengst entlarvt. Man muss ja nur sich unsere elite anschauen wie gendankenlos sie die us-ideologe repetiert hat und wie einfach damit ihre gehirne von dieser ideologie infiziert wurden.
Das selbe gilt fuer alle totalitaeren religionen (a la: christentum, judentum (weniger), islam, ...). Das judentum vielleicht weniger das es sich ja nicht extensiviert (keine mission).
Ein fantastischer Kommentar, Bettina Körn ! Mit ähnlichen Argumenten plädiere ich in meinen eigenen Kommentaren ständig für
Carl Friedrich von Weizsäckers "Weltinnenpolitik für das 21. Jahrhundert",
für Ernst Ulrich von Weizsäckers "Erdpolitik"
http://www.sonnenseite.co...
Eine globale Steuer auf das Kapital - ohne interglobale "Fluchtmöglichkeiten" (Steuerparadiese usw.) - könnte zur "weltinnenpolitischen" oder "erdpolitischen" Lösung der von Ihnen noch einmal aufgezählten Weltprobleme durch ein Neues Denken entscheidend beitragen.
Sehr geehrte Frau Bettina Körner-Wulf,
hier noch eine Ergänzung:
Dirk Solte hat in seinem Buch "Weltfinanzsystem am Limit", das schon im Titel die Krise des Weltfinanzsystems vorwegnahm, eine
globale Mehr-Geld-Steuer als Therapiemöglichkeit vorgeschlagen,
die den Trend von "die Reichen werden immer reicher" und die "Armen immer ärmer" global umkehren und die Finanzierung der Lösung der Weltprobleme ermöglichen könnte.
ist dieser Solte. [...] Die Reichen werden nur relativ reicher und die Armen nur relativ ärmer.
[Gekürzt. Bitte unterlassen Sie persönliche Angriffe. Danke. /Die Redaktion pt.]
ist dieser Solte. [...] Die Reichen werden nur relativ reicher und die Armen nur relativ ärmer.
[Gekürzt. Bitte unterlassen Sie persönliche Angriffe. Danke. /Die Redaktion pt.]
Sehr geehrte Frau Körner-Wulff,
im Einklang mit Ihrem Kommentar scheint mir
"Albert Einsteins Brief an die 10 Millionen Reichsten auf unserem Planeten"
zur Einrichtung eines "Weltrettungsfonds" zu sein. Aus diesem "Weltrettungsfonds",
gespeist durch die Zugewinne der Reichen aus den letzten Jahren, könnten sogar
"Bad Banks" und die Millennium-Ziele, Klimaziele usw. finanziert werden.
40 000 Milliarden Dollar Vermögen bei den 10 Millionen Reichsten warten darauf,
endlich zur Lösung der Weltprobleme beitragen zu dürfen:
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