CSU Seehofers Buberlpartei
Trau’ keinem über 45: Mit seinen jüngsten Personalentscheidungen setzt der CSU-Chef seine Verjüngung der Partei fort. Er vergrätzt damit allerdings nicht nur die Alten

© Fotos: Getty Images; Montage: ZEIT ONLINE Grafik
Seehofers Jungstars: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon und der neue CSU-General Alexander Dobrinth (von links nach rechts)
Immerhin, die Junge Union jubelte. Einer der ersten, der am Montag die personellen Neubesetzungen seiner Partei öffentlich kommentierte, war Stefan Müller, der Landesvorsitzende der bayerischen JU: Mit dem neuen Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (37 Jahre) und mit den beiden neuen Generalsekretären Alexander Dobrinth (38) und Dorothee Bär (30) führe der Parteichef Seehofer die "angekündigte Verjüngung" der Parteispitze konsequent fort, frohlockte Müller.
Tatsächlich haben die Jungen binnen weniger Monate viel Macht in der CSU übertragen bekommen. Der junge Freiherr, der am Dienstag den langgedienten Michael Glos ablöste, ist der jüngste Wirtschaftsminister, den die Republik je hatte. Zur Verfügung hätte auch der frühere Parteichef Erwin Huber gestanden, wird kolportiert. Huber hätte über mehr Fachkunde und über eine weit größere Regierungserfahrung verfügt. Allerdings ist er mit seinen 65 Jahren fast doppelt so alt wie Guttenberg. Zu Seehofers proklamierten Ziel der "Erneuerung der CSU" hätte ein Huber-Revival schlicht nicht gepasst.
Herrsche durch Verjüngung! So lässt sich die Führungsdevise zusammenfassen, die Seehofer zu seinem Amtsantritt vor gut 100 Tagen ausgegeben hat. Auch die Schlüsselposten in seinem bayerischen Landeskabinett vertraute er Politikern an, die kaum älter sind als Jahrgang 1970. Es ist das mit Abstand jüngste Kabinett in Bayerns Geschichte. Finanzminister ist der 40-jährige Georg Fahrenschon, Minister für Umwelt und Gesundheit der 41-jährige Markus Söder. "Wenn das kein Neuanfang ist, weiß nicht, was man noch machen soll", hatte Seehofer bei der Präsentation seiner jungen Mannschaft gesagt.
Seine Vorgänger "in der alten Regierung" hätten es lange Zeit versäumt, die Partei neu aufzustellen. Das sei nun seine Aufgabe, sagt Seehofer. Allerdings keine uneigennützige. Seehofer hofft nicht nur, dass die Frischzellenkur bei den Wählern gut ankommt. Er hofft auch, dass ihm die junge Garde die eigene Macht absichert. Seine "zwölf Apostel" nennt er die jung-ambitionierten Politiker gern. Einer von ihnen soll ihn in ferner Zukunft beerben. Bis dahin sollen sie für ihn arbeiten: Weil er sie gefördert hat, werden sie ihn loyal gegen Angriffe von außen verteidigen. Sie werden sich gegenseitig zu Höchstleistungen antreiben, weil Seehofer bewusst keinen Primus benannte.
Gleichzeitig wurde Seehofer so die alteingesessen CSU-Politiker im Handstreich los. Zu seinem Amtsantritt entließ der neue Ministerpräsident sämtliche Minister, die älter als 60 Jahre waren. Seine gleichaltrigen Rivalen war er damit erst einmal los. Zwar tobt die bayerische Senioren-Union wegen dieser "Altersdiskriminierung" bis heute, Seehofer hatte aber den gewünschten Effekt erreicht: Er war fortan der unumstrittene Star am Kabinettstisch, alle, die ihn seit Jahrzehnten kritisch beäugen, hatte er in die politische Rente geschickt.
Dieses Machtprinzip, gleichaltrige Kritiker kollektiv zu entsorgen und ambitionierten Nachwuchs zu fördern, ist nicht neu. Schon unter Franz Josef Strauß gelang in den siebziger Jahren einer Kohorte junger Bezirkschefs und Landesminister so der schnelle Aufstieg. Wie Strauß konnten sie sich teils bis zu zwei Jahrzehnte in ihren Ämtern halten, sicherten sich gegenseitig die Macht ab. Auch der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider umgab sich lieber mit talentierten Jungpolitikern als mit lauernden Platzhirschen. Seine FPÖ wurde mitunter "Buberlpartei" genannt, weil in Haiders Nähe häufig schicke, braun gebrannte Jungmänner zu sehen waren.
- Datum 25.02.2009 - 11:44 Uhr
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was das bringt. Chancen und Risiken halten sich die Waage.
Allerdings wird es Zeit, das in unserem Lande auch mal was riskiert wird, vor allem wenn der Schaden weniger in der Sache als vielmehr nur in der Reputation liegen würde, wenn das Personal noch mal ausgetauscht werden muss.
Eines der Probleme Deutschlands ist seine überalterte Politikergeneration. Die häufig immer noch die ideologischen Schlachten der vorletzten Dekade austragen, obwohl die Betroffenen längst andere Vorstellungen und Positionen einnehmen sowie das zu späte zurückziehen der älteren Generation, die sich nicht damit abfinden kann im Rentenalter angekommen zu sein.
Auch das Prinzip, das Seehofer als Senior konkurrenzlos geworden ist, ist eher positiv zu werten, denn es ist kaum zu erwarten, dass von seinen Altergenossen neue Impulse kommen. Außer Graben- und Machkämpfen wäre ohnehin nicht viel von den Älteren zu erwarten.
Die Jungen aber haben noch Zeit durch Leistung zu überzeugen, sofern sie grundsätzlich befähigt sind, es besteht halt noch keine Torschlusspanik hinsichtlich der weiterne Karriere. Außerdem sind sie einfach näher am Zeitgeschehen.
Auch die Geschichte zeigt, das für eine erfolgreiche Politik eine junge Mannschaft meistens die bessere Wahl ist. Ein Seniorchef genügt mit seine Erfahrungen für die Risiken vollkommen.
Egal was man von Seehofer ansonsten halten mag, diese Personalpolitik spricht eher für Klugheit in Sach- und Machtpolitik und kann Spielräume eröffnen jenseits des reinen Machtopportunismusses.
Berthold Grabe
"diese Personalpolitik spricht eher für Klugheit.."
Tut mir leid, mir erscheint es schlichtweg dumm, das Alter als oberstes Kriterium in der Personalpolitik zu machen : die Mischung macht's!
"es ist kaum zu erwarten, dass von seinen Altergenossen neue Impulse kommen"
ach so, aber er ist schon geeignet, bei gleichem Alter?
Fuer mich beinharte Machtpolitik, vollkommen losgeloest von irgendwelchen inhaltlichen Fragen, von Buerger-/Waehler-Interessen mal ganz abgesehen.
Ebenso faszinierend finde ich, dass er aus den bayerischen parteiinternen Revolutionen, Intrigen etc nichts lernen will : glaubt er wirklich, er sitzt so fest im Sattel? (Man hat ihn ja damals nicht gewollt, bei der Hiber/Beckstein-Wahl!).
Warten wir mal den Juni ab, bei 4,9% fuer die CSU wird uns wieder ein tolles Schauspiel geboten werden!
"diese Personalpolitik spricht eher für Klugheit.."
Tut mir leid, mir erscheint es schlichtweg dumm, das Alter als oberstes Kriterium in der Personalpolitik zu machen : die Mischung macht's!
"es ist kaum zu erwarten, dass von seinen Altergenossen neue Impulse kommen"
ach so, aber er ist schon geeignet, bei gleichem Alter?
Fuer mich beinharte Machtpolitik, vollkommen losgeloest von irgendwelchen inhaltlichen Fragen, von Buerger-/Waehler-Interessen mal ganz abgesehen.
Ebenso faszinierend finde ich, dass er aus den bayerischen parteiinternen Revolutionen, Intrigen etc nichts lernen will : glaubt er wirklich, er sitzt so fest im Sattel? (Man hat ihn ja damals nicht gewollt, bei der Hiber/Beckstein-Wahl!).
Warten wir mal den Juni ab, bei 4,9% fuer die CSU wird uns wieder ein tolles Schauspiel geboten werden!
"diese Personalpolitik spricht eher für Klugheit.."
Tut mir leid, mir erscheint es schlichtweg dumm, das Alter als oberstes Kriterium in der Personalpolitik zu machen : die Mischung macht's!
"es ist kaum zu erwarten, dass von seinen Altergenossen neue Impulse kommen"
ach so, aber er ist schon geeignet, bei gleichem Alter?
Fuer mich beinharte Machtpolitik, vollkommen losgeloest von irgendwelchen inhaltlichen Fragen, von Buerger-/Waehler-Interessen mal ganz abgesehen.
Ebenso faszinierend finde ich, dass er aus den bayerischen parteiinternen Revolutionen, Intrigen etc nichts lernen will : glaubt er wirklich, er sitzt so fest im Sattel? (Man hat ihn ja damals nicht gewollt, bei der Hiber/Beckstein-Wahl!).
Warten wir mal den Juni ab, bei 4,9% fuer die CSU wird uns wieder ein tolles Schauspiel geboten werden!
Es ist nun mal so, wenn man führen will oder auch muss, dann muss man auch die Konkurrenten auf die Plätze verweisen.
Das Alter ist da ein hervorragendes Mittel Abstand zu schaffen, vor allem bei notorischen Nörglern, wie Politiker es häufig sind. Das als Voraussetzung zu nehmen ist heißt ja noch bei weitem nicht, dass die Jüngeren weniger kompetent wären.
Die Geschichte zeigt, das es immer dann besser ist auf Jugend zu setzen, wenn ein erfahrener "Boss" zu viel ungestüm bremsen bzw. als Mentor fungieren kann.
Alte Leute, und da rede ich durchaus auch schon von meiner Generation 45 + sind schon zu vorsichtig oder zu erstarrt in alten Vorstellungen, um vorzupreschen. Sie sind gut fürs Bestandsgeschäft, als Mentoren, aber weniger gut, wenn es gilt Veränderungen und den damit verbundenen Stress getaltend durchzuhalten.
Vielleicht sollte man in den Parteien mal so was Ähnliches wie einen Ältestensrat einführen, der grundsätzlich aber von Ämtern ausschließt, aber nah genug dran ist, um Erfahrung verfügbar zu machen, wo Erfahrung gebraucht wird.
Berthold Grabe
Es ist nun mal so, wenn man führen will oder auch muss, dann muss man auch die Konkurrenten auf die Plätze verweisen.
Das Alter ist da ein hervorragendes Mittel Abstand zu schaffen, vor allem bei notorischen Nörglern, wie Politiker es häufig sind. Das als Voraussetzung zu nehmen ist heißt ja noch bei weitem nicht, dass die Jüngeren weniger kompetent wären.
Die Geschichte zeigt, das es immer dann besser ist auf Jugend zu setzen, wenn ein erfahrener "Boss" zu viel ungestüm bremsen bzw. als Mentor fungieren kann.
Alte Leute, und da rede ich durchaus auch schon von meiner Generation 45 + sind schon zu vorsichtig oder zu erstarrt in alten Vorstellungen, um vorzupreschen. Sie sind gut fürs Bestandsgeschäft, als Mentoren, aber weniger gut, wenn es gilt Veränderungen und den damit verbundenen Stress getaltend durchzuhalten.
Vielleicht sollte man in den Parteien mal so was Ähnliches wie einen Ältestensrat einführen, der grundsätzlich aber von Ämtern ausschließt, aber nah genug dran ist, um Erfahrung verfügbar zu machen, wo Erfahrung gebraucht wird.
Berthold Grabe
Zum Artikel mag ich gar nicht groß was schreiben. Nur zum Titel. Ich frage mich ernsthaft, warum der Autor diesen Titel wählte? Nähme man ihn ernst, müsst man vermuten, dass auch die CSU nun von einem homo/bi-sexuellen Parteichef geführt würde, der, ihm auch persönlich nahestehende junge Männer, in Führungspositionen der Partei hieven würde. Nichts anderes ließe die Anspielung an Haiders FPÖ/BZÖ vermuten. Nun dem ist offensichtlich nicht so! Dann soll es sich wohl um das Stilmittel der Ironie handeln, mit dem der Generationswechsel in der CSU beschrieben werden soll? Doch welcher Erkenntnisgewinn könnte dann dahinter stecken? Ich kann keinen erkennen. Es ist noch nicht mal lustig. Ehrlich gesagt es ist ziemlich peinlich, und dem Niveau der Zeit absolut nicht angemessen
Gerade wollte ich ansetzen, Herrn Schlieben darauf anzusprechen, da erschien Ihr Kommentar.
Auch wenn ich nun wirklich nichts mit Haider oder Seehofer am Hut habe, aber das ist wirklich ein bisschen geschmacklos und passt (wahrscheinlich) auch nicht!
Gerade wollte ich ansetzen, Herrn Schlieben darauf anzusprechen, da erschien Ihr Kommentar.
Auch wenn ich nun wirklich nichts mit Haider oder Seehofer am Hut habe, aber das ist wirklich ein bisschen geschmacklos und passt (wahrscheinlich) auch nicht!
Gerade wollte ich ansetzen, Herrn Schlieben darauf anzusprechen, da erschien Ihr Kommentar.
Auch wenn ich nun wirklich nichts mit Haider oder Seehofer am Hut habe, aber das ist wirklich ein bisschen geschmacklos und passt (wahrscheinlich) auch nicht!
Was Bangemann, Rexroth, Möllemann, Glos nach alten Redenrollen, die aufgepeppt wurden, vorgetratscht haben - zu "Wirtschaft" - das kann auch einer von G. - Verantwortlich sind sie alle nie gewesen für das, was sie als Gerrde, Gutachten oder Aufträge unter den Parteifreunden verteilt haben..
Es gibt keine Wirtschaft, die nicht geschmiert werden will, durch die Kehlen, durch die BWL-Nichtigkeiten, durch die Währungsverschiebungen, die Monate oder Jahre später einkassiert werden von den arbeitenden, lohnmäßig Abhängigen, mit ihren Beiträgen, den Steuern, den Groschen und Märkern, die Selbständigen oder Spekulanten nicht weh tun, weil sie schon wieder gerüstet sind für die nächsten Politverschraubungen.
Seit Friedrichs hatten wir eh' nur noch so Ministerattrappen und der Glos, kein Trauer-, war doch ein Strippenzieher, der in zweiten Reihe seine Effizienz unter Beweis gestellt hat.
Nun bekommen wir bis zur Bundestagswahl einen hochverzinslichen Schnellläufer von unserem Ingolstädter Audisten vor die Nase gesetzt.
Die Herrenausstatter wird's freuen.
Herr Seehofer, ich hätte da noch meine sehr kluge Enkelin zu empfehlen, die auch bald lesen und schreiben kann. Sie ist drei Jahre alt und somit bestens qualifiziert für Ihren Kindergarten!
... Texte lesen und verstehen zu können, bevor man sich zu deren Inhalt oder Intention äußert. Ihre Beiträge zeugen nicht davon, daß diese kognitiven Fähigkeiten bei Ihnen sehr ausgeprägt wären.
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