Sicherheitskonferenz Viele Tassen Tee: Amerikas neue Strategie in Afghanistan
Amerika will keine neuen Kampftruppen von Deutschland - aber Aufklärer, Pioniere, Polizisten. Erfolg soll ein regionaler Ansatz bringen, von Indien bis Russland
Am interessantesten wurde es auf der 45. Münchner Sicherheitskonferenz, die einst viel einprägsamer „Wehrkunde-Tagung“ hieß, zum Schluss während der Debatte über Afghanistan. An ihr nahmen der Schwergewichte wie der amerikanische Sicherheitsberater James Jones, der Oberkommandierende David Petraeus, der Sondergesandte Richard „ The Bulldozer “ Hoolbrooke, Afghanistans Präsident Karsai und der deutsche Außenminister teil.
Tags zuvor hatte die Bundeskanzlerin in München noch einmal die deutsche Sprachregelung betont: keine zusätzlichen deutschen Kräfte für Afghanistan, deren Obergrenze Berlin gerade erst auf 4500 angehoben hatte. Merkel wie auch Jung verwiesen (erleichtert) auf die Tatsache, dass die neue Regierung in Washington keine weiteren Kampftruppen angefordert habe.
Die Aufforderung, mehr in Afghanistan zu tun, kam trotzdem, allerdings auf subtilere Weise vom Viersterne-General Petraeus, der das U.S. Central Command (wozu auch der Größere Nahe Osten gehört) von Tampa in Florida aus leitet. Er wolle andere Staaten nicht nur um Kampftruppen bitten, sagte er. Es gehe auch um Militärpolizisten, Pioniere, Aufklärung, Transport- und Angriffshubschrauber, um Ausbilder, Berater und finanzielle Ressourcen.
Der den Deutschen so lieb gewordenen Vorstellung, wonach Entwicklung und Aufbau Sicherheit schaffe, schob er höflich einen Riegel vor: Security comes first . „Erst, wenn Sicherheit herrscht, kommen all die anderen Dinge wie Entwicklung, Wohlstand und Wirtschaftswachstum zum Tragen.“
Dann der elegante Schlenker Richtung Berlin: „Ich applaudiere dem deutschen Verteidigungsminister Jung, der die Wirtschaftshilfe und die Polizistenausbildung aufstocken will.“ Ganz knapp zusammengefasst lautet die neue Strategie also: „Wir brauchen mehr Isaf- und mehr afghanische Truppen“ (Isaf steht für International Security Assistance Force ).
- Datum 23.04.2009 - 13:46 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Offensichtlich kennt sich der Westen immer noch viel zu wenig aus in den Bergen zwischen Iran und Pakistan. Ein Land namens Afghanistan scheint überhaupt nur auf der Landkarte zu existieren. In Wirklichkeit hat man es mit einer Vielzahl oft miteinander verfeindeter Stammesfürsten und Kriegsherren zu tun. Jahrhundertelang haben westliche Besatzungsmächte vergeblich versucht, sie alle mittels einer zentralen Regierung unter einen Hut zu bringen. Die Briten setzten sogar einen "König" ein, dessen Palastreste noch heute zu sehen sind.
Vielleicht wäre es deshalb wirklich besser, jeden einzelnen der Potentaten separat zu behandeln und damit den Tatsachen etwas näher zu kommen. Die Amerikaner sind offensichtlich bereit, im Notfall Karzai durch die Maschen fallen zu lassen, wenn die Realität es erfordert.
Ich frage mich wie Deutschland oder präziser Frau Merkel reagieren wird wenn Obama die ersten zaghaften Anfragen nach deutschen Truppen stellt...Scheckbuchdiplomatie wird da nicht mehr soviel helfen und von Frau Merkel selber erwarte ich erst einen grossen Eiertanz und eine wochenlange Hinhaltetaktik und dann letzlich die Stunde der Wahrheit....
Endlich mal richtige Wort aus dem Munde eines Amerikaners: Respekt, Zuhören und Verhandeln. Das Land ist kontrollierbar - wie die Geschichte zeigt - und die Afghanen sind keine Barbaren, die keine Einigkeit finden. Mann soll sie nur mit Respekt behandeln, ihnen zuhören und verhandeln.
Neue Strategien in Afghanistan. Wie kann man Probleme angehen, wenn man nur auf einen Teil des Problemzieles pointiert. Ein kompaktes Afghanistan existiert nicht. Die einzelnen Machtzentren sind different und diffus. Eine einheitliche Vorgehenweise tangiert hier nur wenige Ziele. Nur eine filigrane ortsadaptierte Politik wird die einzelnen Territorialmachtzentren verstehbar und eine dem Westen nützlich ersehnte Beziehung ermöglichen.
Ohne Ausweitung der politischen Interventionen in Pakistan hinein und erst im selben Atemzuge aus dem Iran auftauchend wird keine Kontrolle zu erzielen sein.
Nur durch ehrliche Hilfe und eben nicht Waffengewalt wird die Bevölkerung in diesen Regionen zu einer friedlichen Beziehung überzeugt werden können.
Das eheste Potential zur Verwirklichung dazu ist wahrscheinlich nicht amerikanisch.
Ein Afrikanischer Desport in Den Haag -
Anklagepunkte:
* Bewusstes Belügen der UNO
* Illegaler Einmarsch in zwei soveränen Staaten
* Anweisung zur Folter
* Anweisung zur Haft ausserhalb jegliches internationalen Rechs
* Einsatz von geächteten Waffen gegen die Zivilbevölkerung
* Ermöglichung von Söldnerdiensten in bisher unbekannten Ausmassen
Der Amerikanische Präsident und seine Spezis:
* Bewusstes Belügen der UNO
* Illegaler Einmarsch in zwei soveränen Staaten (Iraq, Afghanistan)
* Anweisung zur Folter
* Anweisung zur Haft ausserhalb jegliches internationalen Rechs
* Einsatz von geächteten Waffen gegen die Zivilbevölkerung (Streubomben, Minen)
* Ermöglichung von Söldnerdiensten in bisher unbekannten Ausmassen (BlackWater)
Die einen kommen ins Gefängnis, die anderen wollen dich zum mitmachen animieren. Schickt den G.W. endlich nach Den Haag.
Sie tun sich etwas schwer mit der Kurswende der US-Aussenpolitik umzugehen, die deutschen transatlantischen Großmachtstrategen, die vor allem unter Journalisten offenbar viele Anhänger haben: seit vielen Monaten schon predigten sie uns: wir sollten uns ja nicht freuen auf einen Präsidenten Obama. Er würde uns schon die Daumenschrauben anlegen und uns Feiglingen und Drückebergern beibringen, wie man Afghanen massakriert im Namen der Sicherheit und der westlichen Zivilisation!
Nun hat er sie enttäuscht: keine Aufforderung an deutsche Tornadopiloten, endlich verwinkelte Bergnester im Hindukusch oder pakistanische Siedlungsgebiete (sämtlich durch Al Qaida-Terroristen infiltriert) chirurgisch mit Bombenteppichen unschädlich zu machen.
Stattdessen hören wir nun aus dem Mund amerikanischer Militärs und von Pentagon-Chef Gates die Argumente der Kritiker des Afghanistan-Engagements, die unsere Journalisten so gern als Defaitismus vom Tisch fegten, wenn Gates erklärt, Kampfeinsätze, die mit zivilen Opfern verbunden sind, seien kontraproduktiv. Wenn Petaeus uns andeutet, der Kampf in Afghanistan sei möglicherweise gar nicht zu gewinnen. Zitat: "Afghanistan has been known over the years as the graveyard of empires. We cannot take that history lightly." Afghanistan also als Friedhof für Supermächte - nicht anders, als wir schon von Peter Scholl-Latour hören konnten.
http://www.washingtonpost...
Die Sichtweise, die nun durchklingt beim Pentagon-Chef und seinen Militärs, entspricht weitgehend der, die der Carnegie Think-Tank formuliert http://carnegieendowment.... "Focus and Exit". Festgestellt wird (wieder hören wir Scholl-Latour und andere Kritiker), dass allein die Anwesenheit ausländischer Truppen afghanischen Widerstand provoziert.
Im Pentagon resultiert daraus nun Bedenklichkeit, dass es Sinn macht, die Truppenstärke zu erhöhen http://www.politico.com/n... .
Die Entscheidung für die von Obama bereits befürwortete Aufstockung wurde von Gates bereits verschoben: erst wolle man eine neue Strategie ausarbeiten. www.huffingtonpost.com/20... .
Solche Dinge erfährt man von den neokonservativen Großmachtstrategen unter den deutschen Journalisten natürlich nicht: hier wartet man noch auf den Marschbefehl "germans to the front!"
Was wir hier natürlich auch nicht erfahren, ist, was der Chef der weltweit größten Nachrichtenagentur AP zu sagen hatte: zur globalen Propagandamaschine, die das Pentagon unter Bush und Rumsfeld aufgebaut hat: mit 27.000 Mitarbeitern und einem Etat von 4,7 Milliarden - um die Öffentlichkeit im Ausland zugunsten der US-Großmachtstrategien zu beeinflussen, zur psychologischen Kriegsführung weltweit, zum Lancieren von Meinungen und Presseartikeln usw..
http://www.huffingtonpost...
http://www.newsweek.com/i...
Wenn die Mittel dieser Propagandamaschine demnächst gestoppt werden sollten oder umgeschichtet, dann können wir wohl gespannt darauf sein, wie Berichterstattung und Kommentar in der deutschen Presse ein neues Bild annehmen.
Ergänzend zum vorangegangenen Beitrag mit einem Ausblick auf ein Ende des Afghanistan Einsatzes:
http://latimesblogs.latim...
Nur ein Drittel der Amerikaner befürworten eine Aufstockung der Truppen. Knapp genausoviel wollen lieber Truppen abziehen.
Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung von Gates zu verstehen, die Truppenverstärkung zu verschieben bis zur Überarbeitung der Afghanistan-Strategie.
Wenn er ausserdem die Propagandamittel umlenkt, mit denen bisher der Militäreinsatz befürwortet wurde, dann ist wenig wahrscheinlich, dass die NATO-Träume von der Ausweitung der Kampfeinsätze in Erfüllung gehen.
Hingegen rückt ein stilles Begraben dieses imperialen Abenteuers im Lauf der kommenden 1 - 2 Jahre in Sichtweite.
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