Konjunktur Der Schock sitzt tiefSeite 2/2

Um die Unsicherheit  zu messen, erfanden die Ökonomen einen eigenen Index. Darin fließt unter anderem ein, wie stark die Börsenkurse schwanken und wie weit die Konjunktur-Prognosen der Institute voneinander abweichen. Das Ergebnis: Vor und in Abschwungphasen steigt die Unsicherheit steil an und beschleunigt so den Abschwung. Die Unsicherheit ist also nicht nur Folge der Krise, sondern auch eine ihrer Ursachen.

Aus vergangenen Krisen leiten die Forscher ab, dass dieser Effekt erheblich sein kann. Durchschnittlich 1,8 Prozent Wirtschaftsleistung gingen in den vergangenen Abschwüngen binnen zweier Quartale dadurch verloren, dass Unternehmen aus Angst vor der Zukunft Investitionen und Beschäftigung zurückfuhren. Dieser Unsicherheitsfaktor verschwand meist aber schnell wieder. Die Wachstumsraten schlugen kurz nach unten aus, um sich dann wieder zu erholen. 

Gegen die These der Stanford-Ökonomen lässt sich einwenden, dass die Ursachen der Krise weiterhin nicht beseitigt sind. In den USA fallen die Häuserpreise weiter, in den Bankbilanzen schlummern weiter schlechte Papiere. Der Nebel, um im Bild zu bleiben, ist heute also genauso dicht wie schon im Dezember, der Stillstand könnte zum Dauerzustand werden.

Außerdem liegt der Unsicherheitsindex heute nicht höher als während der zweiten Ölkrise Ende der siebziger Jahre. Gleichzeitig aber ist der Abschwung der Weltwirtschaft mittlerweile rasanter als damals. Das alles spricht aber dafür, dass der realwirtschaftliche Kern dieser Krise größer ist als in vergangenen Abschwüngen.

 
Leser-Kommentare
  1. Ach da die Oekonomen. All die vielen Glaskugeln, ähh Modelle, können halt schon verwirren und zu wiedersprüchlichen Diskussionen führen. Etliche Modelle hier, etliche Theorien da und noch viel mehr Diskussionen hier und da...

    Eine Theorie hat man ja intensiv versucht in den vergangen +20 Jahren zu perfektionieren, ja viele sind sogar immer noch mitendrin und hören nicht auf zu perfektionieren. Nun da für den ersten Schock schon mal der so verächtliche Staat eingesprungen ist um den Zusammenbruch zu bremsen... oder ist er gar Aufgehalten? Jetzt hat man Zeit sich auf dem Buckel der kommenden Arbeitslosen neue Strategien auszudenken wie man auch noch den letzten Rest der Theorie unters Volk bringen kann.

    Da kommt mir doch die 80:20 Regel in den Sinn. 80% erledigt man mit 20% Aufwand. Das waren die +20 Jahre Neoliberaler Gesinnung die uns allen als ultimativ verkauft/aufgewzungen wurde. Aber die letzen 20% die haben es in sich... um da auf 100% Perfektion zu kommen gibt es noch viel zu tun....

    Mal sehen wer sich da mit wessen Hilfe durchsetzt... Spin Spin Spin, my opinion is thin... but i need you to believe me.

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

  2. Warum müssen wir uns diese Diskussionen und Einschätzungen alle paar Tage wieder anhören, mit anderen Begründungen anderen Statistiken?

    In Frankfurt gibt es zur Zeit 7 Großbaustellen und dort wird trotz der vielen Krisen munter weitergebaut, in Köln sind 5 Großbaustellen und da wird auch munter weittergebaut. Komisch wo doch unsere Krisen das eigentlich nicht zulassen.

    Ich würde mich freuen wenn diese Schwarzmalerei basierend auf irgendwelchen Schätzungen und Statistiken endlich aufhören würde.

    Warten wir doch erst mal Realitäten ab.

    Gruß, Bernd
    *** Money helps the body to survive, but friends are needed to make the soul survive ***

  3. "Gleichzeitig aber ist der Abschwung der Weltwirtschaft mittlerweile rasanter als damals. Das alles spricht aber dafür, dass der realwirtschaftliche Kern dieser Krise größer ist als in vergangenen Abschwüngen."
    Oder es spricht einfach dafür, dass alles viel schneller geworden ist, die Wirtschaft, das Wachstum, der Abschwung und Aufschwung, die Kommunikation, die techn. Entwicklung....

  4. Schon Karl Kraus gab 1918 einer Glosse über die hoffnungslose Situation, den ironischen Titel Vor dem Endsieg

    Der kurze Text von damals paßt auch wieder heute: http://www.textlog.de/359...

    Völlig irrelevant sind die Analysen besagter Experten wenn sie konstatieren: "Der realwirtschaftliche Kern der Krise könnte weit kleiner sein, eine Erholung schneller kommen als gedacht."

    Herr Faigle, niemand bestreitet, daß die heraufdämmernde Katastrophe KEINEN "realwirtschaftlichen Kern" hat, es waren die Geld-Dealer, die -- von der Politik geduldet -- die Hütchenspiele mit Derivaten abgezogen haben und ihren Raub in die Steuerparadise der westlichen Welt verbrachten!

    Die Erholung hingegen kann nur gegen das bestehende Finanzsystem der Geld-Dealer erfolgen und nicht indem die Steuerzahler die Luftlöcher in den Bilanzen der Geld-Dealer auffüllen. Besser gründen wir Steuerzahler eine Bank für Wiederaufbau und geben der Realwirtschaft direkt Kredit!

    Um die Geld-Dealer sollte sich ein Sondergericht vergleichbar der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse kümmern. (Anmerkung: Bitte wahren Sie bei Vergleichen die Verhältnismäßigkeit. Die Redaktion/jk)

    Aber unsere "Volksvertreter" haben es bis heute nicht einmal für nötig befunden einen Untersuchungsausschuß einzuberufen um zu klären, wohin die halbe Billion an Volksvermögen verschwunden ist, so tief stecken die mit drin.

    Spätestens seit dem Anschluß der DDR, als die Westbanken die werthaltigen Papiere der Ostbanken auf Steuerzahlers Kosten rauben durften, schreiben die Bankster im Finanzministerium an den Gesetzen und Verordnungen mit. Daher wird "unsere" Regierung bis zum letzten Meineid das bestehende Finanzsystem verteidigen.

    Wir Bürger werden uns an Durchhalteparolen gewöhnen müssen...

    PS: Die einzige politische Bewegung, die unser Volk rechtzeitig vor dem wirtschaftlichen SuperGAU warnte, war ATTAC
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

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    Ich habe den ganzen Januar hindurch nichts anderes gemacht, als dem (amerikanischen) Staat seine kurzfristigen Anleihen bis über beide Ohren abzukaufen und gleichzeitig auf Termin seine langfristigen Schulden in Form von 30jährigen Anleihen zu verkaufen. In anderen Worten gebe ich dem Fiskus kurzfristig soviel Geld, wie er in all seiner blanken Dummheit zum Fenster rauswirft , und zwar in der Hoffnung darauf, daß er sich's langfristig gar nicht leisten kann.

    Und soll ich Ihnen etwas gestehen? Es klappt hervorragend. Darauf, daß der Staat nunmal nicht rechnen kann, kann man sich wie immer felsenfest verlassen.

    Gehöre ich nun eigentlich Ihrer Lesart nach auch vor's Kriegsverbrechertribunal? Vielleicht gar deswegen, weil ich aus purer Solidarität ebenso abgrundtief blöd bin wie der Fiskus, dem nun jeder landauf landab die Tür aufhält?

    Um die Geld-Dealer sollte sich ein Sondergericht vergleichbar der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse kümmern.

    Berliner, Du hast wirklich ein tolles Feindbild. (entfernt. Bitte bleiben Sie im Rahmen des guten Geschmacks. Die Redaktion/jk)

    So verfehlt ist der Vergleich nicht: die Anzahl der existenziell Betroffenen ist sogar durch diese Krise viel höher als während der 1000jährigen Greueltaten!

    Außerdem muss dieser Vorschlag nicht deshalb falsch sein, weil die Begründung auf einer sarkastischen Übertreibung beruht.

    Ich habe den ganzen Januar hindurch nichts anderes gemacht, als dem (amerikanischen) Staat seine kurzfristigen Anleihen bis über beide Ohren abzukaufen und gleichzeitig auf Termin seine langfristigen Schulden in Form von 30jährigen Anleihen zu verkaufen. In anderen Worten gebe ich dem Fiskus kurzfristig soviel Geld, wie er in all seiner blanken Dummheit zum Fenster rauswirft , und zwar in der Hoffnung darauf, daß er sich's langfristig gar nicht leisten kann.

    Und soll ich Ihnen etwas gestehen? Es klappt hervorragend. Darauf, daß der Staat nunmal nicht rechnen kann, kann man sich wie immer felsenfest verlassen.

    Gehöre ich nun eigentlich Ihrer Lesart nach auch vor's Kriegsverbrechertribunal? Vielleicht gar deswegen, weil ich aus purer Solidarität ebenso abgrundtief blöd bin wie der Fiskus, dem nun jeder landauf landab die Tür aufhält?

    Um die Geld-Dealer sollte sich ein Sondergericht vergleichbar der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse kümmern.

    Berliner, Du hast wirklich ein tolles Feindbild. (entfernt. Bitte bleiben Sie im Rahmen des guten Geschmacks. Die Redaktion/jk)

    So verfehlt ist der Vergleich nicht: die Anzahl der existenziell Betroffenen ist sogar durch diese Krise viel höher als während der 1000jährigen Greueltaten!

    Außerdem muss dieser Vorschlag nicht deshalb falsch sein, weil die Begründung auf einer sarkastischen Übertreibung beruht.

  5. Ich habe den ganzen Januar hindurch nichts anderes gemacht, als dem (amerikanischen) Staat seine kurzfristigen Anleihen bis über beide Ohren abzukaufen und gleichzeitig auf Termin seine langfristigen Schulden in Form von 30jährigen Anleihen zu verkaufen. In anderen Worten gebe ich dem Fiskus kurzfristig soviel Geld, wie er in all seiner blanken Dummheit zum Fenster rauswirft , und zwar in der Hoffnung darauf, daß er sich's langfristig gar nicht leisten kann.

    Und soll ich Ihnen etwas gestehen? Es klappt hervorragend. Darauf, daß der Staat nunmal nicht rechnen kann, kann man sich wie immer felsenfest verlassen.

    Gehöre ich nun eigentlich Ihrer Lesart nach auch vor's Kriegsverbrechertribunal? Vielleicht gar deswegen, weil ich aus purer Solidarität ebenso abgrundtief blöd bin wie der Fiskus, dem nun jeder landauf landab die Tür aufhält?

    Antwort auf "Vor dem Endsieg..."
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    ...aber, mit den Termingeschäften währen Sie doch schon am Anfang der beinahe endlosen Kombinationen von möglichen Derivaten die nicht mehr zu kontrollieren sind...

    Ein erstes, wenn auch nur leicht mit Zeit verpacktes, aber immerhin...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

    Meine Überlegung war, ob all diese Finanz-Schneeballsysteme legal und im Einklang mit der Verfassung entstanden sind:

    1) Eigentum verpflichtet
    2) Die Verfassungsorgane schützen unser Gemeinwesen (Eidesformel)

    Daß das Anfixen der Geld-Dealer mit Hokus-Pokus-Papieren reflexhaftes Suchtverhalten bei den Geld-Junkies auslöst ist nur menschlich.

    Aber wer glaubt wirklich, daß die USA ihre Bonds jemals zurückzahlt? Natürlich nicht, es werden neue aufgelegt --> ein Schneeballsystem.
    _______________________________________________________
    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    ...aber, mit den Termingeschäften währen Sie doch schon am Anfang der beinahe endlosen Kombinationen von möglichen Derivaten die nicht mehr zu kontrollieren sind...

    Ein erstes, wenn auch nur leicht mit Zeit verpacktes, aber immerhin...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

    Meine Überlegung war, ob all diese Finanz-Schneeballsysteme legal und im Einklang mit der Verfassung entstanden sind:

    1) Eigentum verpflichtet
    2) Die Verfassungsorgane schützen unser Gemeinwesen (Eidesformel)

    Daß das Anfixen der Geld-Dealer mit Hokus-Pokus-Papieren reflexhaftes Suchtverhalten bei den Geld-Junkies auslöst ist nur menschlich.

    Aber wer glaubt wirklich, daß die USA ihre Bonds jemals zurückzahlt? Natürlich nicht, es werden neue aufgelegt --> ein Schneeballsystem.
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  6. Um die Geld-Dealer sollte sich ein Sondergericht vergleichbar der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse kümmern.

    Berliner, Du hast wirklich ein tolles Feindbild. (entfernt. Bitte bleiben Sie im Rahmen des guten Geschmacks. Die Redaktion/jk)

    Antwort auf "Vor dem Endsieg..."
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    => Guantanamo Tribunal
    http://www.tagesschau.de/...

    Und die Amis sind doch nicht unsere Feinde ;)

    Was spricht also gegen ein ExtraTribunal für Finanzterroristen?
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

    => Guantanamo Tribunal
    http://www.tagesschau.de/...

    Und die Amis sind doch nicht unsere Feinde ;)

    Was spricht also gegen ein ExtraTribunal für Finanzterroristen?
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

  7. Was soll all der Pessimismus? - gesellschaftlich sind wir doch hervorragend "aufgestellt", um die Krisenjahre zu meistern! Wir haben in den guten Jahren alles für Bildung und für die Integration der Eingewanderten getan, und unsere Politiker genießen im - politisch hochinteressierten - Wahlvolk einen exzellenten Ruf wegen ihrer Fachkompetenz, der Nachhaltigkeit ihrer Maßnahmen und ihrer Vertrauenswürdigkeit. Da kann uns keine Krise ernsthaft gefährden!

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    Was soll all der Pessimismus?

    Und was soll der Sarkasmus?

    Jedes Volk hat die Politiker, die es verdient. Und bei einem politisch so desinteressiertem Volk wie den Deutschen, kommt halt so etwas dabei raus.

    Was soll all der Pessimismus?

    Und was soll der Sarkasmus?

    Jedes Volk hat die Politiker, die es verdient. Und bei einem politisch so desinteressiertem Volk wie den Deutschen, kommt halt so etwas dabei raus.

  8. ...aber, mit den Termingeschäften währen Sie doch schon am Anfang der beinahe endlosen Kombinationen von möglichen Derivaten die nicht mehr zu kontrollieren sind...

    Ein erstes, wenn auch nur leicht mit Zeit verpacktes, aber immerhin...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

    Antwort auf "Eine Frage: "
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    Der erfüllt ziemlich genau die Vorgaben, die nun - tatsächlich zurecht - allseits für die "exotischen Papiere" gefordert werden:

    1. Standardisierung,
    2. Transparenz und
    3. öffentliche Aufsicht.

    Der erfüllt ziemlich genau die Vorgaben, die nun - tatsächlich zurecht - allseits für die "exotischen Papiere" gefordert werden:

    1. Standardisierung,
    2. Transparenz und
    3. öffentliche Aufsicht.

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