Finanzkrise UBS zahlt trotz Rekordverlust Milliarden-Boni

Die Schweizer Großbank hat 2008 einen Verlust von fast 20 Milliarden Franken eingefahren. Trotzdem erhält das Management eine Belohnung von 2,1 Milliarden Franken

Die Schweizer Großbank UBS wird für 2008 trotz eines Rekordverlusts Boni im Wert von 2,155 Milliarden Franken (rund 1,43 Milliarden Euro) auszahlen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 78 Prozent, teilte die Bank am Dienstag mit. Insbesondere in der hochdefizitären Investmentbank sinke die Bonussumme um 95 Prozent.

Zuvor hatte die UBS mitgeteilt, dass sie durch die Finanzkrise Ende 2008 noch tiefer in die Verlustzone geriet. Im vierten Quartal fiel nochmals ein Verlust von 8,1 Milliarden Schweizer Franken (5,36 Mrd. Euro) an. Damit summierte sich das Minus für das gesamte Jahr 2008 auf 19,7 Milliarden Franken.

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Die UBS führte die Zahlen vor allem auf falsche Entscheidungen ihrer Investmentbank zurück, wo weiterhin Abschreibungen auf früher in den USA getätigte Anlagen fällig wurden. Doch auch im Kerngeschäft der Vermögensverwaltung gingen die Gewinne zurück, da die verwalteten Vermögen nach Abflüssen von Kundengeldern und wegen der schwachen Finanzmärkte abnahmen. Der Abfluss von Kundengeldern konnte aber im Januar gestoppt werden.

Aufgrund der großen Verluste muss die UBS nun mit einigen tief greifenden Maßnahmen reagieren. Zwar will sie am Investmentbanking festhalten, dort bis zur Jahresmitte aber 2000 Stellen abbauen. In diesem Bereich würden dann noch 15.000 Banker und Analysten beschäftigt sein. Insgesamt werden über 10.000 UBS- Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Auch das Vermögensverwaltungsgeschäft soll umstrukturiert und in Zukunft in zwei Bereiche gegliedert werden. Das US-Geschäft, um das sich immer wieder Verkaufsspekulationen rankten, wird zu einer eigenständigen Einheit. "Mit der neuen Struktur konzentriert sich UBS wieder auf ihre Schweizer Kerngeschäfte", teilte die Bank mit. Mit dieser Neuorganisation wolle der Verwaltungsrat die Bank "langfristig und nachhaltig" in die Gewinnzone zurückführen.

Schwarze Zahlen stellte UBS-Chef Marcel Rohner bereits für das laufende Jahr in Aussicht. Aufgrund der noch immer instabilen Finanzmärkte ist der Ausblick zwar von Vorsicht geprägt, doch der Start in das neue Jahr sei ermutigend ausgefallen. Dazu kommt, dass die UBS beim Umgang mit ihren Risikopapieren ihre Taktik etwas verändert. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) soll nun lediglich für 39,1 Milliarden Dollar (30 Mrd Euro) faule, also derzeit fast wertlose Papiere, übernehmen. Noch im Oktober war die Summe auf bis zu 60 Milliarden beziffert worden. Grund seien laut SNB Änderungen in den Buchhaltungsregeln, die eine Übertragung gewisser Werte nicht mehr nötig machten.

 
Leser-Kommentare
    • T.M.
    • 10.02.2009 um 9:08 Uhr
    1. UBS

    UBS - U ... B ... S ... "Union de Banques Suisses" - Ihr Schnarchnasen!

  1. Der Universal Serial Bus (USB) ist ein serielles Bussystem zur Verbindung eines Computers mit externen Geräten.

  2. Ich finde immer wieder erstaunlich, daß man durch "ändern der Buchhaltungsregeln" 20 Milliaren faule Kredite in gute umwandeln kann und dann auch tatsächlich kein Finanzbedarf mehr dafür vorhanden ist. Für diese kreative Leistung sind 2 Milliarden Bonuszahlung die der Schweizer Steuerzahlen für Einsparung berappen muss, völlig in Ordnung!

  3. Sehr geehrter T.M./mistablista,
    der Fehler ist korrigiert, die Redaktion ist nun hellwach. Der Dreher ist der Tatsache geschuldet, dass wir so viel Zeit vor dem Computer verbringen.
    Vielen Dank für Ihre Hinweise!
    Mit freundlichen Grüßen,

    Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE

  4. Ich finde es immer wieder erstaunlich dass der Verlust dieser Banken immer wesentlich geringer ausfallen würde wenn man sich nicht so die eigenen Taschen vollstopfen würde.

    Aber dafür sind ja die bailout Milliarden gut genug- für die Boni.

  5. 10.000 vs 2.100.000.000 ?

    Schon die Zahlen sollten jedem, der Kritik am Handeln der Großbanken übt, die Grenzen aufzeigen. Es liegt doch auf der Hand, dass dort, wo es um das größte Glück der größten Zahl geht, ein Durchschnittswert gebildet werden muss zwischen Personenanzahl und individuellem Glückswert - ausgedrückt in Lohn + Boni.
    Gehen wir bei 10.000 Mitarbeitern optimistisch von einem Durchschnittsgehalt von - der Einfachheit halber - 5000 Franken aus, so verdienen diese 10.000 Mitarbeiter in einem Jahr je 60.000 Franken.

    60.000 x 10.000 = 600.000.000.
    Es gilt: 2.100.000.000 > 600.000.000.

    Da nun bei schätzungsweise - wiederum der Einfachheit halber - 10 Managern gilt:
    10.000 > 10,

    so wird deutlich, dass das Glücksverhältnis zwischen Geld und Nutznießerzahl im Fall der Manager exorbitant besser ausfällt als im Falle der gewöhnlichen Angestellten.

    Wer wollte da noch zögern, der tadellosen Vernünftigkeit der Rechnung auch ethisch vollsten Zuspruch zu geben?

  6. sagt wohl alles:
    http://www.zeit.de/online...

    Hoffentlich geht er, dann sind wir ihn endlich los!

    [Anm.: Bitte diskutieren Sie sachlich und konstruktiv. Danke. /Die Redaktion pt.]

  7. Die UBS wird zum grossen Gewinner der Sponsoring-Party.

    Sie erhält schliesslich im Gegensatz zu allen anderen Banken ein dreifaches Staatsponsoring: Bad Bank durch Schweizer Steuerzahler, Obamas Programm zur Stützung des Hypothekenmarktes, die stabilen KMU's der Schweiz, eine fast Private Notenbank und mittlerweile das beste Bonus-Malus Entschädigungssystem aller Banken.

    Gratis Geld aus mindestens drei Quellen kann keine andere Bank vorweisen.

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