Glos-Nachfolge Hoffen auf Guttenberg

In den Querelen um die Neubesetzung des Wirtschaftsministeriums sah die Union schlecht aus. Nun setzen viele ihrer Politiker darauf, dass der Neustart eine Chance bietet

Hofft auf einen Neuanfang: Angela Merkel am Montag bei einer Pressekonferenz im Kanzleramt

Hofft auf einen Neuanfang: Angela Merkel am Montag bei einer Pressekonferenz im Kanzleramt

Als Angela Merkel am Montagnachmittag zum ersten Mal seit Bekanntwerden der Rücktrittsabsichten von Wirtschaftsminister Michael Glos zu der quälenden Angelegenheit Stellung nimmt, ist sie vor allem bemüht, Aufbruchsstimmung zu verbreiten. "Wir können jetzt mit klaren Ansagen und klaren Namen in die Arbeit eintreten“, sagt die Kanzlerin. Das Ausscheiden von Glos bedauere sie außerordentlich, setzt Merkel pflichtbewusst hinzu. Auf seinen Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg aber freue sie sich, bekundet sie und gibt sich überzeugt, dass seine internationalen Erfahrungen ihm helfen werden, eine "exzellente Arbeit“ zu machen.

Die Ernennung des neuen Wirtschaftsministers, die am Dienstag auch offiziell vollzogen werden soll, beendet ein beispielloses Polittheater, das vor allem die Unionsparteien über das Wochenende in Atem gehalten hatte. "Der Zeitpunkt für den Rücktritt hätte nicht schlechter gewählt sein können“, heißt es aus der Fraktionsspitze. Doch die Kritik richtet sich nur zum Teil gegen den scheidenden Wirtschaftsminister, der "persönliche Befindlichkeiten“ über die politische Verantwortung gestellt habe. Unverständnis herrscht vor allem darüber, dass Glos' Rücktritt von CSU-Chef Horst Seehofer zunächst nicht angenommen wurde.

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Die Kanzlerin hatte sich bereits am Morgen bemüht, jede Verantwortung für dieses fatale Krisenmanagement von sich zu weisen. Es sei Merkel gewesen, die in den Gesprächen mit Seehofer auf einen Neuanfang gedrängt habe, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.

Seehofer selbst wiederum versuchte bei einer Pressekonferenz am Vormittag in München, Glos die Schuld für die Verwirrungen der vergangenen Tage zuzuschieben. Glos hatte Seehofer nicht telefonisch, sondern per Fax informiert, dieses aber in dessen Privathaus in Ingoldstadt und nicht in sein Büro geschickt, obwohl Seehofer bei der Sicherheitskonferenz in München war. Nur wegen drängender Termine habe er den Rücktritt nicht sofort angenommen, sondern um ein klärendes Gespräch gebeten, beteuerte Seehofer.

Immerhin: Die Personalentscheidung, die er schließlich getroffen hat, stößt in der Union mehrheitlich auf Wohlwollen. Zwar gibt es auch kritische Stimmen, die bezweifeln, dass der 37-jährige CSU-Generalsekretär zu Guttenberg, der sich vor allem als Außenpolitiker einen Namen gemacht hat, den auf ihn zukommenden Anforderungen gewachsen sein wird. Guttenberg sei zwar "jung und eloquent“ aber auf ihn warten "sehr, sehr große Herausforderungen“, sagte beispielsweise der CDU-Wirtschaftsexperte Michael Fuchs.

Doch insgesamt genießt Guttenberg in der Unionsfraktion große Wertschätzung. "Von den in Frage kommenden Personen ist er der Bestmögliche“, sagte etwa der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion Laurenz Meyer ZEIT ONLINE. "Ich traue Herrn zu Guttenberg zu, dass er das packt“, bekundet auch der Vize-Fraktionsvorsitzende Michael Meister. Große Hoffnungen setzen sie, ebenso wie Merkel, in Guttenbergs internationale Erfahrungen, die gerade in der Wirtschaftskrise von herausragender Bedeutung seien.

Leser-Kommentare
  1. ... ist fürwahr in einer Lage, deren Verzweiflung kaum noch steigerungsfähig erscheint.

    • gayorg
    • 09.02.2009 um 21:26 Uhr

    nicht mehr und nicht weniger. Auffallend ist die ungeheure Selbstgefälligkeit in Berlin wg der Entscheidung und genauso die ungeheure Unfähigkeit und Unwilligkeit der sog . QUALITÄTSMEDIEN sich mal mit klaren Worten zu dem REGIERUNGSDINSBUMS in BERLIN zu äussern !

  2. 3. lustig

    wie alle einen mann präventiv fertig machen, der laut big-S verhandlungssicher mit herrn miliband parlieren kann und mit summa cum laude in jura promoviert haben soll, was ja auch eine gewisse konzentrationsfähigkeit voraussetzt.
    den (großen) mann dann als "zwerg" zu beschimpfen, naja...

    der deutschlandfunk hat sich heute auch mal wieder als spd-propaganda-sender betätigt, indem er old-müntefehrings wortkreationen (irgend so ein "un-wort", ach ja unwürdig) den halben tag als topmeldung
    abspulte, nachdem ein paar graugesichtige journalisten dem alt gewordenen m. , im schatten des großen alten exalkoholikers b. gelauscht hatten.

    ich drücke dem sohn des dirigenten enoch von und zu guttenberg (das klingt ja schon eindrucksvoll :-) jedenfalls die daumen, daß er das wirtschaftsministerium auch zu einem synchronen klangkörper machen kann.... vielleicht kann er ja verhindern, daß weiter diese unsägliche, kurzfristig ausgerichtete, inflationspolitik gemacht wird. die politik macht selber das, was sie (zumindest die spdings) unternehmen gerade abgewöhnen will.

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    • gayorg
    • 09.02.2009 um 21:57 Uhr

    So einen Supermann kanns gar nicht geben. Dies ist wieder mal ein Beweis für die völlige Verkrustung der sozialen STRUKTUREN in dieser BANANENREPUBLIK. Und dann noch nebenbei promoviert, bei den ganzen Ämtern und so weiter , lächerlich und dann noch summa cum laude ! DER MANN SOLLTE SICH SCHNELLSTENS MAL AN EINE TAFEL BEGEBEN DAS IST VIEL MEHR WERT

    • NoG
    • 09.02.2009 um 22:10 Uhr

    optimismus um den "adligen" ehrt sie.
    aber hier geht es nicht vordergruendig um die person.
    der komplette vorgang erscheint so laecherlich, das nur aus allen rohren in jede richtung geschossen werden kann.

    btw kommt es bei dem praedikat eines dt. jura-examens auch sehr auf das pruefende bundesland an. da koennen erhebliche verzerrungen bei der bewertung von personen auftreten. uebrigens ein klassisches beispiel grottenschlechter kleinstaaterei im deutschen zimmer vom haus europa.

    mir scheint es doch so, das vor allem erstmal persoenliche befindlichkeiten der entscheidenden personen befriedigt werden mussten.
    angela gluecklich weil keine langen diskussionen, horst gluecklich weil machtinstinkt (vorerst) gesaettigt...

    wird es zeit das dieser wanderzirkus die stadt verlaesst.

    Man muß sich doch nur oberflächlich anschauen, was der Guttenzwerg in seiner kurzen Zeit als CSU Generalsekretär angerichtet hat, um jeglichen Sarkasmus zu rechtfertigen. Wer sich so tief in die Bereiche seines Vorsitzenden vorwühlt, die ansonsten allein dessen Proktologen vorbehalten sind, wer Transparenz predigt und schlimmer hinterzimmerklüngelt als Strauß selig, wer die CSU-weit geächtete Monika Hohleimer auf einen Fingerzeig des wohl dossiergesteuerten und lobbyistengeldgelenkten Horsti gegen die Basis seines eigenen Bezirksverband als Europawahlkandidatin installiert, wer ... - diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen, und da gehen Sie her und versuchen dieses Männlein als aufrechten Demokraten und aus lauter Intelligenz promovierten Akademiker zu stilisieren. Wissen Sie eigentlich wirklich nicht, wie derlei Leute in Bayern an ihre Diplome und Rigorosa kommen? Das hier ist keine Demokratie, es ist eine Filzokratur schlimmster Art -- auch und gerade im akademischen Bereich. Und die aalglatten, gegelten Guttenzwergs sind ihre neueste Ausformung. Sie sind nur noch mit der Art von Pejorativa zu kennzeichnen, die FJS selig seinerzeit auf Journalisten anwandte.

    • gayorg
    • 09.02.2009 um 21:57 Uhr

    So einen Supermann kanns gar nicht geben. Dies ist wieder mal ein Beweis für die völlige Verkrustung der sozialen STRUKTUREN in dieser BANANENREPUBLIK. Und dann noch nebenbei promoviert, bei den ganzen Ämtern und so weiter , lächerlich und dann noch summa cum laude ! DER MANN SOLLTE SICH SCHNELLSTENS MAL AN EINE TAFEL BEGEBEN DAS IST VIEL MEHR WERT

    • NoG
    • 09.02.2009 um 22:10 Uhr

    optimismus um den "adligen" ehrt sie.
    aber hier geht es nicht vordergruendig um die person.
    der komplette vorgang erscheint so laecherlich, das nur aus allen rohren in jede richtung geschossen werden kann.

    btw kommt es bei dem praedikat eines dt. jura-examens auch sehr auf das pruefende bundesland an. da koennen erhebliche verzerrungen bei der bewertung von personen auftreten. uebrigens ein klassisches beispiel grottenschlechter kleinstaaterei im deutschen zimmer vom haus europa.

    mir scheint es doch so, das vor allem erstmal persoenliche befindlichkeiten der entscheidenden personen befriedigt werden mussten.
    angela gluecklich weil keine langen diskussionen, horst gluecklich weil machtinstinkt (vorerst) gesaettigt...

    wird es zeit das dieser wanderzirkus die stadt verlaesst.

    Man muß sich doch nur oberflächlich anschauen, was der Guttenzwerg in seiner kurzen Zeit als CSU Generalsekretär angerichtet hat, um jeglichen Sarkasmus zu rechtfertigen. Wer sich so tief in die Bereiche seines Vorsitzenden vorwühlt, die ansonsten allein dessen Proktologen vorbehalten sind, wer Transparenz predigt und schlimmer hinterzimmerklüngelt als Strauß selig, wer die CSU-weit geächtete Monika Hohleimer auf einen Fingerzeig des wohl dossiergesteuerten und lobbyistengeldgelenkten Horsti gegen die Basis seines eigenen Bezirksverband als Europawahlkandidatin installiert, wer ... - diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen, und da gehen Sie her und versuchen dieses Männlein als aufrechten Demokraten und aus lauter Intelligenz promovierten Akademiker zu stilisieren. Wissen Sie eigentlich wirklich nicht, wie derlei Leute in Bayern an ihre Diplome und Rigorosa kommen? Das hier ist keine Demokratie, es ist eine Filzokratur schlimmster Art -- auch und gerade im akademischen Bereich. Und die aalglatten, gegelten Guttenzwergs sind ihre neueste Ausformung. Sie sind nur noch mit der Art von Pejorativa zu kennzeichnen, die FJS selig seinerzeit auf Journalisten anwandte.

    • gayorg
    • 09.02.2009 um 21:57 Uhr

    So einen Supermann kanns gar nicht geben. Dies ist wieder mal ein Beweis für die völlige Verkrustung der sozialen STRUKTUREN in dieser BANANENREPUBLIK. Und dann noch nebenbei promoviert, bei den ganzen Ämtern und so weiter , lächerlich und dann noch summa cum laude ! DER MANN SOLLTE SICH SCHNELLSTENS MAL AN EINE TAFEL BEGEBEN DAS IST VIEL MEHR WERT

    Antwort auf "lustig"
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    aus dem ich gern zitieren möchte:

    "... verwahren wir uns auf das allerschärfste gegen die für unsere Mitglieder ehrenrührigen Behauptungen, bei der Bundesrepublik Deutschland oder beim Freistaat Bayern handle es sich um Bananenrepubliken.

    Wir werden jede Wiederholung dieser Beleidigung unnachsichtig verfolgen und deren Urheber ihrer gerechten Strafe zuführen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Idi Amin jr.

    Secretary General
    International Association of Banana Republics

    aus dem ich gern zitieren möchte:

    "... verwahren wir uns auf das allerschärfste gegen die für unsere Mitglieder ehrenrührigen Behauptungen, bei der Bundesrepublik Deutschland oder beim Freistaat Bayern handle es sich um Bananenrepubliken.

    Wir werden jede Wiederholung dieser Beleidigung unnachsichtig verfolgen und deren Urheber ihrer gerechten Strafe zuführen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Idi Amin jr.

    Secretary General
    International Association of Banana Republics

    • macey
    • 09.02.2009 um 22:06 Uhr

    Wie schön, dass der neue Wirtschaftsminister aus der obersten Oberschicht stammt. Da versteht er sich sicher gut mit den Wirtschaftsbossen, von denen die meisten ebenfalls aus der Oberschicht stammen, denn er bringt den Habitus, der in solchen Kreisen üblich ist, von zu Hause aus mit. Ob ihm allerdings klar ist, dass er
    an erster Stelle für uns kleine Bürger arbeiten soll, ist nicht so sicher.

    • NoG
    • 09.02.2009 um 22:10 Uhr
    6. ihr

    optimismus um den "adligen" ehrt sie.
    aber hier geht es nicht vordergruendig um die person.
    der komplette vorgang erscheint so laecherlich, das nur aus allen rohren in jede richtung geschossen werden kann.

    btw kommt es bei dem praedikat eines dt. jura-examens auch sehr auf das pruefende bundesland an. da koennen erhebliche verzerrungen bei der bewertung von personen auftreten. uebrigens ein klassisches beispiel grottenschlechter kleinstaaterei im deutschen zimmer vom haus europa.

    mir scheint es doch so, das vor allem erstmal persoenliche befindlichkeiten der entscheidenden personen befriedigt werden mussten.
    angela gluecklich weil keine langen diskussionen, horst gluecklich weil machtinstinkt (vorerst) gesaettigt...

    wird es zeit das dieser wanderzirkus die stadt verlaesst.

    Antwort auf "lustig"
  3. Man muß sich doch nur oberflächlich anschauen, was der Guttenzwerg in seiner kurzen Zeit als CSU Generalsekretär angerichtet hat, um jeglichen Sarkasmus zu rechtfertigen. Wer sich so tief in die Bereiche seines Vorsitzenden vorwühlt, die ansonsten allein dessen Proktologen vorbehalten sind, wer Transparenz predigt und schlimmer hinterzimmerklüngelt als Strauß selig, wer die CSU-weit geächtete Monika Hohleimer auf einen Fingerzeig des wohl dossiergesteuerten und lobbyistengeldgelenkten Horsti gegen die Basis seines eigenen Bezirksverband als Europawahlkandidatin installiert, wer ... - diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen, und da gehen Sie her und versuchen dieses Männlein als aufrechten Demokraten und aus lauter Intelligenz promovierten Akademiker zu stilisieren. Wissen Sie eigentlich wirklich nicht, wie derlei Leute in Bayern an ihre Diplome und Rigorosa kommen? Das hier ist keine Demokratie, es ist eine Filzokratur schlimmster Art -- auch und gerade im akademischen Bereich. Und die aalglatten, gegelten Guttenzwergs sind ihre neueste Ausformung. Sie sind nur noch mit der Art von Pejorativa zu kennzeichnen, die FJS selig seinerzeit auf Journalisten anwandte.

    Antwort auf "lustig"
  4. aus dem ich gern zitieren möchte:

    "... verwahren wir uns auf das allerschärfste gegen die für unsere Mitglieder ehrenrührigen Behauptungen, bei der Bundesrepublik Deutschland oder beim Freistaat Bayern handle es sich um Bananenrepubliken.

    Wir werden jede Wiederholung dieser Beleidigung unnachsichtig verfolgen und deren Urheber ihrer gerechten Strafe zuführen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Idi Amin jr.

    Secretary General
    International Association of Banana Republics

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