Automobilwirtschaft GM streicht 47.000 Jobs

Um zu überleben, benötigt der Opel-Mutterkonzern eine zweistellige Milliardensumme. Die deutschen Standorte von General Motors sind bedroht

Muss weltweit zehntausende Stellen streichen: General Motors

Muss weltweit zehntausende Stellen streichen: General Motors

In seinem am späten Dienstagabend vorgestellten Rettungsplan nennt der US-Autokonzern GM einen Bedarf von bis zu 30 Milliarden Dollar. Ohne weitere Staatshilfen werde dem Unternehmen Ende März das Geld ausgehen, teilte GM in den USA mit. Zudem will der Konzern weltweit 47.000 Stellen streichen, um die Kosten zu senken. Damit fiele etwa jeder fünfte Arbeitsplatz weg. Davon betroffen sind etwa 10.000 Vollzeitarbeitskräfte und 37.000 Beschäftigte auf Stundenlohnbasis.

Vorstandschef Rick Wagoner sagte, der jetzige Sanierungsplan sei aggressiver als das im Dezember vorgelegte Programm, weil sich die Krise seitdem weiter verstärkt habe. Bisher erhielt GM 13,4 Milliarden Dollar Staatskredit. "Wir haben härtere Maßnahmen ergriffen, wir mussten das tun", sagte Wagoner. Der Sanierungsplan sieht die Schließung von fünf weiteren Betrieben in den USA vor.

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Auch Chrysler legte einen Sanierungsplan vor. Der Konzern will jedoch nur 3000 weitere Stellen streichen. Zudem meldet er einen weiteren staatlichen Finanzierungsbedarf von fünf Milliarden Dollar an. Der Autohersteller plant zudem, drei Fahrzeugmodelle einzustellen. Chrysler hat bisher vier Milliarden Dollar Staatshilfe erhalten.

GM plant, auf dem Heimatmarkt die Belegschaft bis Ende 2012 von 92.000 auf 72.000 zu verringern. Die Zahl der in den USA angebotenen Marken wird von acht auf vier halbiert. Übrig bleiben Chevrolet, Buick, Cadillac und GMC. Hummer soll verkauft werden, eine Entscheidung wird bis Ende März erwartet. Die Marke Saturn will GM bis Ende 2011 einstellen. Für Pontiac und Saab sind noch verschiedene Optionen offen.

Bislang hatte GM rund 13,4 Milliarden Dollar vom Staat zugesagt bekommen. Nun meldete Wagoner einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf von 16,6 Milliarden Dollar an: zwei Milliarden im März, 2,6 Milliarden im April, einen zusätzlichen Kreditrahmen über 4,5 Milliarden Dollar wegen des Ausfalls privater Finanzierungsquellen. Hinzu kommen 7,5 Milliarden als potenzielle Kredite für den Fall einer weiteren Verschlechterung der Lage. Das Unternehmen spreche mit den Regierungen in Kanada, Großbritannien, Schweden und Thailand über die Zukunft der ausländischen GM-Fabriken, sagte der Vorstandschef. Dabei geht es vordergründig um sechs Milliarden Dollar staatlicher Hilfe, um die Liquidität der Standorte zu sichern.

Leser-Kommentare
  1. GM ist der Vertreter des American Way of Life. Wie haben wir 1945 die Amis mit ihren großen Schlitten bestaunt. Wie wenig überrascht ist man doch heute, dass sich dieser Traum überlebt hat.

    Ein künstliches Überleben wäre teuer. Neue Ideen in neue Schläuche ist das Gebot der Stunde. Aus den Trümmern von GM wird eine neue Firma wie Phönix aus der Asche aufsteigen. Da bin ich mir sicher. Wird es Opel Deutschland sein?

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    Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.

  2. Die EXPERTEN, Manager Finanz und sonstige Künstler, habe das Desaster angerichtet. Glaubt denn jemand diese Experten, wären in der Lage den Karren aus dem Dreck zu ziehen? Diese Damen und Herren sind zuallererst daran interessiert ihre eigene Haut zu retten – und ihr komfortables Leben.

    Lasst sie doch nach ihren eigenen Gesetzen untergehen und wendet das Kapital auf, um die betroffenen Mitarbeiter zu unterstützen und nicht die Kapitaleigner.

    Für die Reste kann man Auffanggesellschaften bilden, die die neu organisierten Betriebe wieder aufnehmen können.

    Es darf doch kein öffentliches Geld aufgewendet werden, um die Versager zu retten!

    • Kometa
    • 18.02.2009 um 9:02 Uhr

    Was es erzählersich-unterhaltsam nur im Märchen gibt (... da finden freundliche Gesellen und tüchtige Burschen Goldklumpen) - findet im Kapitalismus (konzentrierte Aktionen zwischen Kapital, Kriminelle und Kirchen...) so statt, das Geld en masse gefordert und von Politikern herangefödert wird, dass private Schweinereien (ob mit Schlösschen oder Nuttchen oder Professorchen...) belohnt werden können.

    Früher mussten die Plutokraten dafür Kriege führen, Kolonien erorbern oder Gott via Papst mit Gunst und Geld und unterworfenen Ländereien und Priesterschaften bestechen.

    In der sog. Demokratie (er)lösen Plutokraten und hörige Politiker die Problemchen der oberen Hunderttausend.

    Mark Twain (angepasst zitiert):
    Schmierseife und BWL-Bildung wirken nicht so plötzlich wie Massaker, aber sie sind auf lange Sicht tödlicher.

  3. schicken uns die Opfer ihrer kriminellen Justiz auf den Hals und langen in unseren Staatstopf. Ja, sind wir denn blöde?
    Soll GM doch pleite gehen. Was kümmert's uns? Wir sollten lieber Daimler stützen - die Marktanteile von Opel werden Daimler, BMW, VW zugute kommen!

  4. Wagoner dürfte auch nicht entgangen sein, daß bei uns der Wahlkampf beginnt. Das sind dann ideale Voraussetzungen, über das Argument "Arbeitsplatzsicherung" an Geldspritzen heran zu kommen.
    Mal sehn, wie dick die Nadel ist, die er sich von Oberschwester Angela setzen lässt.

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