Automobilkrise Obama verzichtet auf den "Auto-Zar"
Eine neue Task-Force aus Experten soll sich um die angeschlagene US-Automobilbranche kümmern. Präsident Obama hat damit den Posten eines mächtigen "Auto-Zars" gestrichen
Die Restrukturierung der angeschlagenen US-Autobranche soll nach den Plänen von Barack Obama eine Task-Force kontrollieren. Wie ein Regierungsvertreter am Sonntag sagte, beauftragte Obama US-Finanzminister Timothy Geithner und Wirtschaftsberater Lawrence Summers mit der Leitung des Arbeitsstabs.
Zudem soll Geithner die Vergabe von Finanzhilfen an die Autobauer überwachen. Damit verabschiedet sich Obama von früheren Plänen einer staatlichen Aufsicht in Gestalt einer einzigen Person. Der "Auto-Zar" sollte vom Präsidenten ernannt werden und zahlreiche Befugnisse haben.
Am Dienstag müssen General Motors und Konkurrent Chrysler dem US-Kongress ein Sanierungskonzept vorlegen, um Rechenschaft über die bislang erhaltenen staatlichen Milliardenkredite abzulegen.
Nach einem unbestätigten Bericht der New York Times, soll die Task-Force von Ron Bloom geleitet werden, ein Experte für Restrukturierung. Er hat die Gewerkschaften in der Stahl- und in der Luftfahrtindustrie beraten. Allerdings behält sich Obama demnach jede Entscheidung über die Verpflichtungen von GM und Chrysler vor, die durch staatliche Hilfen in Milliardenhöhe Ende 2008 vor der Insolvenz bewahrt worden waren.
Die Autoindustrie hatte auf die Ernennung des "Auto-Zars" gewartet. Sie hoffte, dass er Bewegung in die schwierigen Verhandlungen mit den Gewerkschaften bringen würde. In den Verhandlungen geht es um die Gesundheits-Kosten für die Mitarbeiter der Automobilindustrie. Ein "Auto-Zar" hätte außerdem mit den Anleihen-Eignern der Unternehmen über den Schuldenabbau verhandeln sollen.
- Datum 16.02.2009 - 08:39 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
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