US-Wissenschaftskongress Aufbruch mit Gegenwind

Heute beginnt in Chicago im US-Bundesstaat Illinois der größte interdisziplinäre Wissenschaftskongress der Welt, zu dem mehr als 10.000 Teilnehmer erwartet werden

In Chicago werden in diesen Tagen an die 10.000 Teilnehmer erwartet. Auf der Tagung der AAAS tauschen sich Forscher und Journalisten über aktuelle Themen aus der Wissenschaft aus

In Chicago werden in diesen Tagen an die 10.000 Teilnehmer erwartet. Auf der Tagung der AAAS tauschen sich Forscher und Journalisten über aktuelle Themen aus der Wissenschaft aus

Besser hätte der Eröffnungstermin für die Gastgeber – die American Association for the Advancement of Science (AAAS) – nicht fallen können: Heute vor genau 200 Jahren, am 12. Februar 1809, wurde Charles Darwin geboren.

Zu Ehren des großen Naturforschers und Begründers der Evolutionstheorie steht das internationale Jahrestreffen unter dem Motto "Our Planet and Its Life: Origins and Futures". Viele Vorträge widmen sich dem Thema, wie Darwins Theorie von der Entstehung der Arten sich mit modernen Forschungsmethoden belegen oder erweitern lässt . Außerdem stehen die Erderwärmung, die weltweite Wasserknappheit und andere globale Probleme auf dem Programm.

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Gleich zu Beginn des Kongresses wird der deutsche Forscher Svante Pääbo vom Leipziger Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie seine Erfolge bei der Entzifferung des Neandertaler-Genoms einem internationalen Publikum präsentieren.

Für Freitag hat sich der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat und Umweltaktivist Al Gore angekündigt.

In diesem Jahr sind die Erwartungen an das Jahrestreffen der AAAS besonders hoch, denn amerikanische wie internationale Wissenschaftler setzen große Hoffnungen in den neuen US-Präsidenten Barack Obama. Unter George W. Bush klagten viele über Einschränkungen in ihrer Forschungsfreiheit und einer Instrumentalisierung für politische Zwecke. Obama gilt anders als Bush als Fan der freien Wissenschaft und hat hochkarätige Forscher in seinen Beraterstab aufgenommen.

Einen kleinen Dämpfer hat die Euphorie allerdings schon vor Beginn des "Weltwissenschaftsgipfels" bekommen: Obama wird wegen der Wirtschaftskrise wohl deutlich weniger Geld in die Forschung stecken können als noch im Wahlkampf angekündigt. Für das 789 Milliarden Dollar schwere Wirtschaftsrettungspaket , das am Donnerstag vom Kongress beschlossen wurde, müssen die Vereinigten Staaten erneut Schulden aufnehmen. Umstritten ist, ob die geplanten Steuersenkungen für die Bürger und Kapitalspritzen für angeschlagene Banken überhaupt Wirkung zeigen.

Unter diesen Vorzeichen werden die US-Abgeordneten nur schwer davon zu überzeugen sein, dass gerade jetzt die Zeit ist, mehr Geld denn je in die Entwicklung alternativer Energien, die Bekämpfung der globalen Erwärmung oder gar in die Stammzellforschung zu stecken. Auf dem Jahrestreffen der AAAS ist also Überzeugungsarbeit gefragt.

 
Leser-Kommentare
  1. Evolution statt/ohne Gott?

    Auch wenn wir die geballte philosophisch – naturwissenschaftliche Fachkenntnis bemühen, so kommen wir an Grenzen: Über das Wesen der Natur wissen wir nichts. Die „ vis vitalis“ bleibt verrätselt. Nach wie vor. Oder wie es Sokrates so schön formulierte: „ Non ignoramus ignorabimus“. Die Evolution ist eine wissenschaftliche Theorie, ein Modell, welches versucht, das Phänomen Leben in seiner Komplexität einzuordnen. Sie basiert auf Beobachtung ( observation), Vergleich und Experiment. Sie ist Annahme aus Erfahrung gestützt auf Erkenntnis mit Hilfe der Forschung – letztlich aber noch lange keine Gewissheit von der Wahrheit der Existenz im „ so sei es „ mit all den Fragen, des „warum“, „wozu“,“weshalb“, die sich daraus ergeben. Die Sinnfrage vom Kommen und Gehen in der Welt. Zweck und Begründung. Wenn die Evolution schon mit dem Urknall (big bang) Voraussetzungen geschaffen hat ( aus dem lebensfeindlichen Chaos), schließlich den Impuls für die Urzelle zu schaffen, so ist hierin schon ein erstaunliches, kreatives Potenzial, ja ein Wunder zu sehen. Schon die Idee ist schwindelerregend. Die Evolution als „ Tanz des Lebens“ erfolgte und tut es noch im Schatten, in unserer Unkenntnis, losgelöst von der menschlichen Beeinflussung. Die Evolution jetzt als Theorie zu nutzen, um damit die Existenz Gottes in Zweifel zu ziehen, behauptet sich aus der Erkenntnis: Ich trenne mich
    (separation) von einer höheren, mir nicht bewussten und anerkennungswürdigen Wahrheit ( auch Vernunft), um nicht die unity (communio) mit dieser zunächst unbegreiflichen göttlichen Existenz zuzulassen gar zu wagen. Es geht also um die persönliche Entscheidung: Annahme oder Ablehnung. Annahme wäre Gewinn. Ablehnung Mangel, wenn nicht gar Verlust. So kann man sich frei entscheiden. Evolution als Ersatz für „ Gott“ zu postulieren birgt ein Problem: Beides ist nicht vergleichbar, da sie unterschiedlichen Bewusstseins – und damit Beweisebenen angehören. Evolution könnte allenfalls ein integrativer Bestandteil göttlichen Wirkens bedeuten. Evolution ( als Theorie) wäre also eine Spielart Gottes, die uns eine Ahnung der lebendigen Natur in einer materiellen Welt gewährt. Sie macht sichtbar und begreifbar. Sie ist real.
    Unser „ Sein“ als „ Endliches Sein“ wird zur Wirklichkeit im „ Dasein“, im „ Bewusstsein“ und im „ Ich-Sein“ und stellt uns somit in die Existenz der natürlichen, realen Welt. Ein wahrhaft außergewöhnlicher, ja geheimnisvoller Zustand. Die Anerkenntnis eines „ Göttlichen –Seins“ also „Reines – Sein“ (unsterblich), übersteigert dann diese Erkenntnis noch einmal. Sie nimmt dabei keinen Einfluß auf unseren persönlichen Willensakt. Sie gewährt Freiheit ( im Sinne von independent ) für unser Denken und Wirken. Sie spiegelt dabei nur die Realität: „Ich bin so wie ich bin „; wie Du bist so wie Du bist“ und so sind „ Wir so wie wir sind“. Realität dieser Welt ( mit“ opportunities „ not „obligations“) – sie metaphysisch zu transzendieren auf etwas höheres, göttliches, ist also Angebot, kein Zwang und keine Verpflichtung. Im Glauben kann sie Erfüllung sein.
    Bernd von Frankenberg

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