Thüringen Ärzte sollen über Rückkehr von Althaus entscheiden
Thüringens CDU versucht, die Spekulationen um ihren Ministerpräsidenten zu beenden. Sie macht es vom Urteil der Mediziner abhängig, ob und wann er sein Amt wieder aufnimmt
Am Mittwoch hatte die Landespartei den an den Folgen eines schweren Skiunfalls leidenden Regierungschef Dieter Althaus aufgefordert, bis zum Parteitag am 14. März zu erklären, ob er als Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 30. August zur Verfügung steht . Landesgeschäftsführer Andreas Minschke sagte dazu am Donnerstag in Erfurt: "Er kehrt zurück, sobald ihm das gesundheitlich möglich ist." Die Entscheidung liege jetzt bei den Medizinern.
Das Ärzte-Team der Reha-Klinik in Allensbach am Bodensee, wo sich Althaus in der Reha befindet, will am kommenden
Dienstag einen weiteren Bericht zum Gesundheitszustand des 50-Jährigen geben.
Althaus war am Neujahrstag auf einer Skipiste in Österreich mit einer Frau zusammengestoßen, die in der Folge starb. Er selbst erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und lag kurzzeitig im künstlichen Koma. Der Auftritt von Althaus bei der Beerdigung seines Vaters am Dienstag in Heiligenstadt, bei der er äußerst geschwächt wirkte, hatte die Spekulationen über seine politische Zukunft angeheizt. Teilnehmer bekamen den Eindruck, dass er doch wesentlich schwerer von dem Unfall gezeichnet ist, als zunächst angenommen worden war, und dass seine Genesung noch länger dauern kann.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Mike Mohring sagte Leipziger Volkszeitung , seine Partei setze im Wahlkampf "ohne Abstriche" auf Althaus. "Wir richten uns auf einen kurzen, aber heftigen Wahlkampf nach der parlamentarischen Sommerpause ein." Mohring gilt selber als einer der möglichen Nachfolgekandidaten – allerdings ohne große Chancen.
Die Bild -Zeitung hatte unter Berufung auf Partei- und Regierungskreise zudem gemeldet, dass Althaus weiterhin auf Platz eins der Liste für die Landtagswahl am 30. August gesetzt sei. Das muss jedoch nichts bedeuten: Falls er später seine Kandidatur zurückzöge, würde automatisch der nächste Kandidat nachrücken. In der Thüringer CDU heißt es allerdings beschwichtigend, der Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzende werde voraussichtlich nach Ostern wieder in seine Ämter zurückkehren.
- Datum 02.03.2009 - 16:46 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Jetzt sollen die Ärzte sagen, ob Althaus als Kandidat für die nächste Wahl antreten kann und soll. Das scheint jetzt der Tiefpunkt der CDU zu sein.
Natürlich ist es immer schwierig, den "König" abzusetzen und der "Königsmörder" kann seine politische Laufbahn häufig beenden.
Die hessische SPD ist das aktuelle Beispiel dafür. Weil ein paar Leute sich an ihr Wahlversprechen halten wollten und damit die "Königin" abschossen, wurden Ihnen ihre politischen Ämter weggenommen.
Trotzdem fragt man sich, warum führende Leute in der CDU nicht das Rückgrad haben, über den weiteren Weg der CDU zu entscheiden. Diese Unentschlossenheit kann ihnen - zu Recht - das Rückgrad brechen. Wer will schon eine Partei wählen, die ohne ihren König nichts entscheiden kann.
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