Ermittlungen in Australien Polizei nimmt mutmaßliche Brandstifter fest
Hinweise aus der Bevölkerung brachten die Beamten auf ihre Spur. Die beiden Männer mussten zum Verhör. Das australische Krisenmanagement gestand inzwischen eigene Fehler

© Luis Ascui/Getty Images
Ein Löschfahrzeug in der Nähe der zerstörten Stadt Kinglake – Teile Australiens sind durch Feuer verwüstet
Nach den verheerenden Buschfeuern in Australien gehen die Ermittler davon aus, dass eine Reihe der Feuer absichtlich gelegt wurden. Mit der "Operation Phoenix" hatte die Polizei deshalb die größte Untersuchung gegen Brandstifter in der Geschichte Australiens gestartet. Umgerechnet rund 50.000 Euro Belohnung sind auf Hinweise ausgeschrieben, die die Festnahme von Verdächtigen ermöglichen sollen. Im Laufe der Woche will die Polizei Fahndungsbilder von weiteren mutmaßlichen Brandstiftern veröffentlichen.
Unterdessen hat der Premierminister des besonders schwer betroffenen Bundesstaates Victoria, John Brumby, Fehler beim Krisenmanagement eingeräumt. Viele Menschen seien nicht früh genug vor der herannahenden Feuerwalze gewarnt worden, weil die Telefone überlastet waren.
Gleichzeitig verteidigte er die Komplett-Sperrung der Ortschaft Marysville, wo die Überlebenden nun vorerst nicht nach vermissten Familienmitgliedern und Freunden suchen können. "Wenn die Menschen dorthin zurückkehrten und in den Häusern Leichen fänden, wäre das ein schreckliches Trauma", sagte Brumby. Zudem würden die Gerichtsmediziner derzeit das Gebiet noch absuchen, um in der Asche und den Ruinen zerstörter Häuser nach Leichen zu suchen. "Man muss Straße für Straße durchsuchen, Haus für Haus," ergänzte die Polizeichefin des Bundesstaates Victoria, Christine Nixon.
Insgesamt brennen in der gesamten Region im Südwesten des Landes noch zwölf Feuer. Die Lufttemperaturen aber sind zurückgegangen, und Regenfälle helfen der Feuerwehr, die Brandherde zu bekämpfen.
Bei der schlimmsten Naturkatastrophe Australiens waren am vergangenen Wochenende mindestens 181 Menschen ums Leben gekommen und 5000 obdachlos geworden. 1200 Häuser und mehr als 450.000 Hektar Land verbrannten. Die Behörden befürchten, dass die Zahl der Todesopfer auf 300 steigen könnte.
- Datum 12.02.2009 - 13:22 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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